Dienstag, 3. August 2021

Triumph Tiger 900

Neulich hatte ich wieder ein Testmaschine so ganz nach meinem Geschmack!
Ich bekam die nagelneue Triumph Tiger 900 GT Pro auf den Hof gestellt. Die "kleine" britische Tigerin mochte ich von Anfang, daher war ich sehr auf das Update gespannt.



Von den eher kryptischen Bezeichnungswirren der Tiger 800 mit XCA, XCX, XCR, usw. sind nun 2 Hauptbezeichnungen geblieben: Die Version GT für die eher straßenorientierte Variante mit 19" Vorderrad und die Variante Rally, die mit ihrem 21" Vorderrad auch abseits der befestigten Wege eine gute Figur machen soll. Beide Grundversionen gibt es zudem mit besserer Ausstattung als Pro-Version.


Neben der Dank vergrößertem Hubraum neuen Bezeichnung fällt das neue Cockpit mit riesigem TFT-Display direkt ins Auge. Durch verschiedene Skins findet da wohl jede*r die bevorzugte Optik. Aber das sind natürlich nur die auffälligsten Änderungen. Im Prinzip blieb hier kein Stein (oder Schraube) auf dem anderen, eigentlich ist an der 900er alles neu.


In der Pro-Version kommt das Reisemobil u.a. direkt mit Koffern daher. Diese sind wegen des hochgezogenen Schalldämpfers, wie bei so einem Aufbau üblich, asymmetrisch ausgeführt. 


Von SW-Motech hatte ich dazu gleich einen passenden Tankrucksack samt Befestigungsring dabei. Im Prinzip hätte ich also direkt auf große Tour gehen können.


Also probierte ich die Britin rund 2 Wochen lang ausgiebig aus und machte wie immer unterwegs meine Notizen. Praktischerweise begleitete mich Ronnie mit seiner Tiger 800 auf einer ausgiebigen Tour durchs Sauerland, so konnten wir auch einmal alt gegen neu durchtauschen und so einen direkten Vergleich anstellen.

Ob die neue 900er Tigerin wirklich alles besser kann als die alte kann

auf motolifestyle.de nachgelesen werden!

Montag, 2. August 2021

Motorradstiefel

Seit nun über 7 Jahren nutze ich meine AlpineStars AirPlus, die ich seinerzeit als Ersatz für meine sturzgeschädigten Daytonas. angeschafft hatte.
Nun, die Wahl hat sich als sehr gute herausgestellt! Die Stiefel habe meine Ansprüche in allen belangen erfüllt. Allerdings zeigt sich nun langsam etwas Materialermüdung. In erster Linie optisch an Gewebe im Spannbereich. Bei der letztjährigen Urlaubstour musste ich zudem feststellen, dass die Wasserdichtigkeit nicht mehr ganz gegeben ist. Zum Glück noch nicht bei einer Regenfahrt (hatten wir auch zur Genüge), sondern beim Durchschreiten eines flachen Flussbereichs. Also noch nicht wirklich tragisch.




Aber die Kombination aus beiden Sachen ließen mich langsam nach einem Nachfolger schauen. Ich hatte die Hoffnung, wieder ein für mich passendes Schnäppchen zu finden, wie es vor gut 7 Jahren mit meinen AlpineStars war. Ein Problem dabei war allerdings die Coronazeit und die damit verbundenen Ladenschließungen. Stiefel muss ich nämlich zwingend anprobieren. Neben meiner breiten Füße habe ich nämlich noch einen recht hohen Spann. Das führt dazu, dass mir viele Stiefel, besonders mit Reißverschluss, nicht passen. Ich bekomme eben diesen Verschluss sehr oft nicht zu.
Somit fielen für mich einige mögliche Kandidaten raus, bis eine Anprobe vor Ort möglich sein sollte. Dazu war es bisweilen auch nicht möglich, einen Fachhändler in der Nähe zu finden.
Naja, war bisher alles nicht zeitkritisch, prinzipiell funktionierten meine AirPlus ja noch.

Dann stieß ich neulich in einer Motorradfahrer-Facebook-Gruppe auf einen Eintrag, bei dem jemand seine aktuelle Ausrüstung vorstellte, darunter befanden sich auch die Stiefel Daytona Burdit GTX.
Moment, das waren doch fast die Stiefel, die ich früher auch einmal hatte. Meine hatten noch den Namen Burdit XCR. Optisch und von den daten hat sich da aber anscheinend nichts geändert. Offensichtlich gab es vom Hersteller ein Update, ob das nur den Namen betrifft, wer weiß. Jedenfalls kam ich dadurch auf die Idee, noch einmal nach diesem Stiefel zu suchen, schließlich wusste ich, dass der mir hervorragend passt.
Und bei eBay-Kleinanzeigen bin ich dann direkt mehrfach fündig geworden, u.a. mit einem ein Jahr alten Modell in prima Zustand. Warum also warten und weiter suchen, wenn ich bekannte, hervorragende Stiefel für eigen guten Kurs bekommen kann?
Ich wurde schnell mit dem Verkäufer einig und für 85€ bekam ich die Teile zugeschickt. Zweit Tage später kamen sie dann auch an. 




Der Zustand entsprach den Fotos der Anzeige und auch die Anprobe verlief wie erwartet: Sie passten perfekt. Letzte Wochenende kamen die neuen, gebrauchten Daytonas dann auch gleich auf einer fast 400km lagen Tour zum Einsatz. Bequem wie vor vielen Jahren der Vorgänger.

Ich denke, in Sachen Motorradstiefel habe ich nun wieder viele Jahre Ruhe...

Sonntag, 18. Juli 2021

Chromebook

Neulich bin ich einmal wieder auf einige Angebote von Chromebooks gestoßen.
Ich muss ja gestehen, dass ich die Dinger nie wirklich interessiert haben. Allein dienstlich habe ich ja immer mehr als genug Notebooks im Zugriff und warum sollte ich mir dann so ein auf bestimmte Art eingeschränktes Gerät kaufen?
Andererseits sind in den letzten Jahren Smartphone-bedingt eh immer mehr private Daten in der Cloud gelandet (also konkret bei Google) und auch immer mehr Anwendungen wandern ins Web, bzw. gibt es dort passende Schnittstellen.
Also schaute ich mir da so manche Sachen einmal etwas genauer an und schließlich wollte ich so ein Teil dann doch einmal ausprobieren. Da es eher so ein Couch-Nebenbei-Gerät sein sollte, kam für mich auch eher die untere Preisklasse in Frage. Inzwischen gibt es nämlich durchaus auch Chromebooks für 700€ und mehr, bis hin zu 4-stelligen Beträgen. Die meisten liegen aber deutlich darunter. Das liegt primär an der Hardwarebescheidenheit des Systems. Meist kommen eher veraltete ARM oder Intel Celeron-CPUs zum Einsatz, dazu gesellen sich i.d.R. schmale 4GB an RAM und eine recht kleine SSD (gerne 64GB). Also alles heutzutage günstig zu bekommen. Und es reicht einfach, daher muss nicht ein Achtkerner mit 3GHz zum Einsatz kommen.

Also, was waren meine Ansprüche?
Ich wollte ein nicht zu kleines Gerät habe (also min 13") und dazu sollte das Display schon mit FullHD (also 1920x1080) auflösen. Mehr geht immer, kostet aber dann auch. Zudem wollte ich noch ein Touch-Display haben, ein Convertible (also im Prinzip ein Tablet mit an/abdockbarer Tastatur) brauchte ich hingegen nicht.
Schließlich habe ich mich für ein Acer mit dem etwas sperrigen Namen CB314-1HT-C9VY entschieden. Mit Versand kostete mich der Spaß gut 300€. Ich war gespannt...
Zwei Tage später kam das Paket an und es konnte losgehen.




Vom Design her war das ganz OK. Natürlich nicht übermäßig stylisch mit schmalen Displayrahmen und Alubody usw. Hier herrscht rundherum Kunststoff vor.


Beim ersten Testen gefiel sofort das hervorragende Touchpad in angenehmer Größe. Bewegen, verschieben, drehen, zoomen, usw. Alles funktioniert bestens.
Warum ich das extra erwähne? Naja, wenn man bisweilen so manches (auch durchaus) Notebook in der Hand hält, ist dieses Eingabegerät nicht immer von Spaß begleitet. Vor allem, wenn man darauf durch ein Windows oder Linux wischt und mal im direkten Vergleich ein MacBook zur Hand nimmt. Ist natürlich nicht immer so, aber leider doch immer noch recht häufig. Gerade so manches weiß Gott nicht günstiges (Dell-)Dienstgerät hat sich da in den letzten Jahren nicht immer mit Ruhm bekleckert. Das hat sich immerhin zuletzt deutlich gebessert, so dass nicht zwingend automatisch der erste Griff zu einer Maus geht. 


Hier hingegen kommt dieser Wunsch nie auf, die Touchpad-Bedienqualität (abgesehen vom Material) liegt hier absolut auf Apfel-Niveau.
Apropos Apfel, hier einmal ein direkter Vergleich vom Acer Chromebook zum letztjährigen MacBook Air. Gerade in Sachen Wertigkeit ist der Unterschied sicher deutlich zu erkennen. Noch deutlich größer ist allerdings der Preisunterschied, keine Frage.
 



Hier noch fix ein Vergleich mit einem Dell Latitude 7290 (schon ein paar Jahre alt), die sehen sich dann schon irgendwie etwas ähnlicher, abgesehen von der Größe.
 

Nach der ersten Inbetriebnahme ging es dann ans Einrichten. ChromeOS kann über den PlayStore auf hunderttausende Apps zugreifen, so dass man viele seiner bekannten kleinen Smartphone-Tools auch hier nutzten kann. Aber viele haben das gleiche Problem wie Tablets, sie sind nicht für Querbildschirme ausgelegt. Bei vielen sieht es soweit brauchbar bis gut aus, bei sehr vielen aber auch nicht. Bei so machen verwendet man dann doch lieber den Webdienst.
Natürlich muss einem die gewisse Einschränkung eines "Online-OS" immer klar sein. Natürlich kann man durchaus diverse Offline-Arbeiten auch machen, aber dafür ist das System nicht ausgelegt. Zudem fehlen einem dann doch schnell mal ein paar Tools, die ich auf meinem "normalen" Notebook ständig im Zugriff habe. Manche Sachen muss man halt anders machen oder gehen einfach nicht so gut, bzw. man müsste sich entsprechend umlernen.
Die generellen Möglichkeiten haben sich bei ChromeOS allerdings in letztere Zeit erweitert, weil man im "Bauch" ein Linux dabei hat. Nicht nur als OS-Grundgestell darunter, sondern auch leicht verfüg- und nutzbar. Man kann es einfach über die Entwicklerfunktionen aktivieren und schon hat man ein Terminal mit Debian-Umgebung bereitstehen. Darüber lassen sich dann z.B. auch weitere Programme mit dem Paketverwaltungssystem APT installieren. So habe ich mir z.B. Thunderbird-Mail samt sämtlicher privater Postfächer auf dem Chromebook eingerichtet.


Nach kurzer Zeit habe ich mir so nun meinen "Daily-Driver" für das Sofa eingerichtet, wenn mir das Smartphone-Display zu klein wird. Auch zu Zweit kann man schnell etwas nachsehen, da ist vor allem auch das Touch-Display prima! Gerade Sachen wie Google Maps sind damit natürlich ein Genuss. Die Anzeige ist übrigens 180° Klappbar, man kann den Monitor somit komplett bis flach auf den Tisch überklappen.
Dazu kommt eine großartige Akkulaufzeit. Mit dem Acer kann man wirklich über den ganzen Tag arbeiten, 12h sind locker drin. Aktuell kommt das Gerät vielleicht einmal pro Woche ans (USB-C) Ladekabel, ansonsten ist es immer bereit. "Bereit" ist überhaupt das Stichwort. ChromeOS ist immer sofort da. Deckel auf und sofort dran, keine Sekunde Wartezeit o.ä.
Selbst ausgeschaltet dauert es nur ~6s, bis man loslegen kann. Wirklich beeindruckend. Auch die Performance ist ebenfalls gut. Es geht immer alles flott von der Hand, bisher hatte ich nie den Eindruck, die Hardware wäre zu schwach oder mehr Speicher nötig. Auch das (matte) Display ist prima, für Einsätze draußen könnte es mehr maximale Helligkeit haben, aber dort verwende ich es ja in der Regel nicht.
Der derzeit einzige Wehrmutstropfen ist aktuell, dass mein Passawort-Manager (SafeInCloud) aktuell ChromeOS noch (?) nicht richtig unterstützt. Die Browserintegration funktioniert hier leider nicht sauber (im Gegensatz zu den anderen Desktop-OS oder auf dem Smartphone). Somit muss ich gerade so manche Anmeldedaten manuell aus der App heraus holen. Ich hoffe, das wird sich irgendwann noch ändern.

Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit diesem Billigheimer! Wirklich beeindruckend, was man für 300€ bekommt...