Freitag, 2. Dezember 2022

Yamaha Tenere 700

Letztes Jahr im Herbst war ich mit meinem Freund Jochen und zwei Honda Africa Twin im Balkan unterwegs. Für die Honda gab es schon einen ausführlichen Test bei Motolifestyle.de, daher konnten wir uns ganz aufs Reisen konzentrieren.
Auch dieses Jahr waren wir wieder auf einer Herbsttour, nun ging es in die Pyrenäen und Nordspanien. Die Vorgeschichte dazu hatte ich hier schon einmal niedergeschrieben.


Das Zielgebiet war (wieder) ein absoluter Volltreffer. In den Pyrenäen war ich ja schon einmal im Frühjahr 2013 unterwegs, damals mit ungutem Ausgang in Form eines Sturzes. Zudem passte damals das Wetter größtenteils nicht. 


Dieses Mal hatten wir deutlich mehr Glück und zudem haben wir das Zielgebiet auch noch etwas erweitert. Und neben den tollen Pyrenäen haben wir somit noch anderen, absolut klasse Gegenden für uns entdeckt! 


Bei dieser Tour fuhren wir nicht nur mit unterschiedlichen Maschinen, sondern auch mit bisher von uns "ungetesteten". Damit gibt es von dieser Tour dann neben einem Reisebericht  auch noch zwei Motorradtests. Einer der beiden Maschinen war die (Standard-Version)  der Yamaha Ténéré 700 (es gibt noch die aufgewerteten Varianten Rally und World Raid).


Eigentlich wollten wir noch bis in den norden Portugals, aber da kam uns dann doch das Wetter (vom Westen kommend) in Quere. Somit machten wir vorher kehrt und kamen aber dafür noch bis ans Mittelmeer.


Insgesamt kamen wir bei der Tour auf knapp 3000km Gesamtstrecke, darunter waren auch diverse Offroad-Passagen, oft auf dem TET (TransEuroTrail).

Wie sich die Yamaha Ténéré bei dieser Tour auf und abseits des Asphalts so geschlagen hat, kann alles


auf motolifestyle.de nachgelesen werden!

Samstag, 15. Oktober 2022

Süddeutschland - 10/2020

In Corona-Zeiten war vieles nicht so leicht. Darunter fiel auch definitiv die Tourenplanung.
Inzwischen hat sich die Lage ja relativ entspannt, Corona gibt es immer noch oder auch immer wieder, wie man so will. Aber das Reisen geht im Großen und Ganzen wieder recht "normal". 
In 2020 sah das alles noch dezutlich anders aus, wie auch ein Touren-Vorbericht von damals gut zeigt.
Ein weiterer Besuch auf Kreta, um unseren tollen Tourenerfahrungen vom Frühjahr 2018 zu wiederholen bzw. zu erweitern, scheiterte. Eine danach angedachte Rundereise um Tschechien ging den Bach runter und es blieb schließlich eine "Rund um Süddeutschland"-Tour mit kleinen Abstechern ins benachbarte Ausland, soweit das gerade dann möglich bzw. mit gutem Gewissen vereinbar war, Stichwort "Risikogebiet". Allein beim Team blieb alles wie vorher gedacht. Es ging wieder einmal mit Ronnie und Jochen auf Reisen.

Hier zunächst zu den Fotos der Reise:



Samstag, der 03. Oktober 

Jochen war ab Vortag angereist und hatte bei Ronnie übernachtet, morgens kamen dann beide bei mir vorbei gefahren. Nach kurzer Begrüßung und Verabschiedung daheim ging es dann auch schon los Richtung Lipperland. Über kleine, kurvige Straßen erreichten wir bald die Weser, dessen Lauf wir beidseitig abwechselnd weiter flussaufwärts folgten, bei Hemeln nahmen wir die kleine Fähre.




Hinter Hann. Münden folgte dann als "Leitfluss" die Werra und bei Witzenhausen machten wir an der Burg Ludwigstein einen ersten richtigen Stopp. Für uns sozusagen ein geschichtsträchtiger Ort, über viele Jahr fand hier das jährlichen Hornet-Treffen statt, bei dem ich im Laufe der Zeit so einige sehr liebe Freunde kennengelernt habe, Jochen ist einer von ihnen.





Eine weitere dieser "Hornet-Freund*Innen" ist Astrid, die genau an diesem Tag Geburtstag hat und daher nahmen wir ein kleinen Video samt Geburtstagsständchen für sie eben hier an der Burg Ludwigstein auf. Danach ging unser Weg weiter Richtung Thüringer Wald, einen Stopp machten wir beim Trusetaler Wasserfall.

Weiter ging es mehr oder minder immer dem Rennsteig folgend kreuz und quer durch dieses wirklich schöne Mittelgebirge mit seinen reizvollen Straßen, bis wir schließlich unser Tagesziel im Berggasthof & Hotel Kranich in Hinterrod nördlich von Coburg erreichten. Von hier waren es nicht einmal mehr 10km bis zur Landesgranze nach Bayern.
Im Laufe des Tages war es zunehmend frischer geworden und unser Quartier liegt zudem auf rund 550m Höhe. Nach dem Bezug unseres Zimmers gingen wir dann noch einige hundert Meter zum naheliegenden Feriendorf Auenland und hatten unser Abendessen in dem dortigen Restaurant.


Es gab gute Hausmannkost, lecker Bierchen und ein paar Absackerschnäppschen und nach der Bezahlung der Rechnung und dem Weg zurück zur Unterkunft die Vermutung, dass wir etwas abgezockt wurden. So wirklich genau hat von uns bei der Rechnung aber keiner hingeschaut. Nunja...



Auf dem Rückweg stiefelten wir dann durch recht dichten Nebel, der sich inzwischen gebildet hatte.



Den Rest des nur noch kurze Abends verbrachten wir dann in unserem Zimmer und schon bald ging es ins Bett.

Die gefahrene Strecke:
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Sonntag, der 04. Oktober

Nach dem Aufstehen packten wir unseren Kram zusammen und macten uns wieder auf den Weg. Wir folgten nach dem Muster des Vortages weiter dem Thüringer Wald. Es gab einen Frühstücksstopp und kamen schließlich ins Vogtland. Hier machten wir in Oelsnitz an Burg Voigtsberg einen Stopp.


Von hier ging es weiter durchs Erzgebirge. Normalerweise hätten wir immer schön Grenzspringen mit Tschechien gemacht, das war aber zu dem Zeitpunkt ein Risikogebiet, daher blieben wir auf der deutschen Seite. Unser Wendepunkt war dann in Schwarzenberg, ab hier ging es wieder zurück gen Westen. Leider wegen einer Streckensperrung ein Stückchen über den gleichen Weg. 




Von Sachsen aus kamen wir nahe der tschechischen Grenze dann nach Bayern und nicht weit von der Landesgrenze entfernt bauten wir in Schönwald an einer Restaraunt/Hotel/Camping-Kombination mit Namen Gasthof Turm unsere Zelte auf.


Nachdem alles aufgebaut war, hatten wir uns unser (zweites) Ankommbierchen verdient.



Es dauerte nicht lange, bis es langsam frischer wurde und so zogen wir ins Restaurant um.




Neben weiteren leckeren Bierchen gab es auch gutes Essen, wie man es hier auch eigentlich nicht anders erwartet. Später, als es schon lange dunkel war ging es zurück zu unseren Zelten.


Da es nun draußen nicht mehr wirklich gemütlich war, zogen wir uns dauch bald in unseren privaten "Gemächer" zurück.

Die gefahrene Strecke:
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Montag, der 05. Oktober

Morgens genossen wir zunächst ein gutes Frühstück im Gasthaus, in der Zeit konnten auch unsere Zelte etwas abtrocknen. Danach packten wir dann zusammen und machten uns wieder auf den Weg.


Dieser führte uns den größten Teil des Tages immer in der Nähe der tschechischen Grenze entlang durch den Bayrischen Wald. Leider war das Wetter an diesem Tag auch nicht so prall, daher machten wir unterwegs größtenteils gar keine Fotos.
Schließlich ging es für uns das erste Mal in ein Nachbarland, bei Schwarzenberg am Böhmerwald kamen wir nach Österreich, genauer gesagt nach Oberösterreich. Dieses Bundesland war damals, im gegensatz zu z.B. Tirol oder Vorarlberg, kein Risikogebiet. Nach der Grenze ging es in einem Bogen gen Süden, bis wir an die Donau kamen.



Kurz vorher verbesserte sich das Wetter auch merklich und so wollten wir uns hier ein Quartier suchen. Das war nicht ganz so einfach, einige der auf Karten zu findenen Campingplatze waren geschlossen, aber schließlich fanden wir doch noch einen Platz direkt am Fluss in Schlögen, unweit der Schlögener Schlinge.





Bevor und nachdem wir erneut unseren Kram aufgebaut hatten gab es wieder ein Ankommbierchen, zudem ließen es sich Ronnie und Jochen nicht nehmen, in den noch geöffneten aber wirklich arg kalten Pool zu springen. Ich bin mir nicht sicher, welcher Sprung von beiden der schnellere war, der rein oder der wieder raus. Es war jedenfalls ein sehr kurzer Besuch im Wasser.
Danach schlenderten wir ein kleines Stück die Donau entlang um beim nahegelegenen "Riverresort" das doch eher feine Restaurant zu besuchen. Die platzeigene Gastronomie war leider geschlossen.


Nach der Stärkung ging es wie üblich im Dunklen zurück und schon bald lagen wir in unseren Schlafsäcken.

Die gefahrene Strecke:
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Dienstag, der 06. Oktober

Einer guten Nacht folgte ein trüber Morgen. Als erstes war wie immer unser Frühaufsteher Ronnie unterwegs. Passend zu mienem Aufstehen war er dann auch schon dabei, einen Morgenkaffee zu kochen.




Nach den ersten Muntermachernten wir dann langsam unseren Kram zusammen und machten uns weiter auf den Weg. Dieser führte uns nun direkt wieder von der Donau weg mehr oder minder direkt gen Süden. Mit zunehmender Fahrzeit wurde das Wetter zusehends besser, die Wolken im Flusstal waren wohl doch eher halbhoch hängender Nebel. Bald erreichten wir (noch immer in Oberösterreich) das Salzkammergut und bei unserem ersten Stopp in Altmünster am Traunsee hatten wir dann schon einen schönen blauen Himmel und Sonnenschein. Nun war das Wetter offensichtlich auch auf unserer Seite! 



Jochen konnte sich bei Touristen als Fotoassistent beliebt machen und wir genossen etwas die Wärme. Kurz darauf ging es aber direkt weiter gen Westen zum nächsten Gewässer, dem Attersee.


Dem Ostufer folgten wir bis zum südlichen Ende und fuhren dann weiter nach Bad Ischl, wo wir einen Tankstopp samt kleiner Pause einlegten.


Weiter ging es Richtung Süden und schon nach kurzer Zeit kamen wir zum Hallstätter See. Unsere Route sollte uns schon bald nach westen abbiegen lassen, aber wir machten dann doch noch einen kleinen Abstecher weiter südlich nach Hallstatt. Ein eigentlich kleines, malerisch liegendes Nest an steilen Hängen direkt am See, welches in Folge von u.a. Instagram und Konsorten völlig von Touristen (besonders aus dem asiatischen Raum) überrannt wurde. Entsprechend verfügen quasi alle Straßen im Ortszentrum über Schranken, um die Einfahrt und Verstopfung eben dieser zu verhindern. An den ortsrändern gibt es größere (soweit es der Platz halt zulässt) Sammelparkplätze, die mit Shuttlebussen bedient werden. Somit kamen wir gar nicht erst zu den beliebten Fotopunkten und rollten bis ans südlichen Ende des Dorfes durch, wo man dann doch einmal einen Stopp einlegen konnte.


Von hier aus sieht wieder alles ruhig und friedlich aus. "Dank" Corona war es auch im Zentrum recht überschaubar, aber kann sich schon anhand der Infrastruktur denken, was hier sonst los sein könnte.



Zweifelsfrei ein wunderschönes Fleckchen Erde, welches in den letzten Jahren aber ziemlich unter Overtourism leidet. Dazu auch hier noch ein Artikel bei SpiegelOnline über Hallstatt.
Wir fuhren wieder zurück zu unserer Route und es ging nun westlich über den Pass Gschütt ins Land Salzburg. Dann umfuhren wir das Tennengebirge öst- und südlich und machten kurz hinter Hüttau eine weitere Pause.




Nach wir vor spielte das Wetter mit und zudem hatte dieser Tag auch in Sachen Fahrspaß durchaus etwas zu bieten. Als nächstes passierten wir Bischofshofen, dann den Hochkönig auf dessen Südseite und näherten uns nun so langsam wieder deutschem Gebiet. 




Nicht weit nördlich von hier liegt schon das Berchtesgardener Land. Um dorthin zu gelangen mussten wir allerdings erst noch die Berchtesgardener Alpen (dessen Kamm hier zugleich die Grenze zwischen Österreich und Deutschland bildet). So fuhren wir u.a. durch Lofer (dort macht meine Schwester übrigens seit vielen Jahren gerne ihren Skiurlaub) und kamen dann zurück nach Bayern. Der angesprochene Bergkamm stellte sich leider auch wieder als Wetterscheide heraus, nun war es wieder vorbei mit Sonnenschein. 
Was für uns allerdings deutlich schlimmer war: Die Flut an Touristen, die hier plötzlich unterwegs waren! Die meisten Urlauber hatten wohl noch Angst vor Grenzen, so dass es sich hier dann richtig tummelte. Das die ganze Gegend zudem eine große Sackgasse in Form von einer (bzw. mehrere) Schleifen ist, machte die Sache natürlich nicht besser. Eine dieser "Nebenschleifen" ist z.B. eine Panoramastraße um den Hintersee bei Ramsau.
Von hier aus quälten wir uns druch den Verkehr bis nach Berchtesgarden hinein, wo es dann auch noch leicht anfing zu regnen. Eigentlich wollten wir von hier noch die Rossfeldstraße fahren, aber die Begleitumstände hatten uns die Vorfreude daran deutlich genommen, was noch am wenigsten am Wetter lag. Wobei die tollen Panoramaaussichten uns auch verborgen geblieben wären.
Also machten wir einen kurzen Stopp neben dem Verkehrsstau im Ort und beschlossen, direkt nach Bad Reichenhall weiter zu fahren und uns dort einzuquartieren.
Wir quälten uns dann durch die Blechkolonne bis in den nicht weit entfrenten Kurort und stiegen dort standesgemäß im Brauereigasthof Bürgerbräu ab. Das war eine gute Wahl. 


Nach dem Bezug des Zimmers machten wir und kurz frisch und gingen dann noch eine Runde durch den Ort. Schon alles recht fein hier, eingebettet in einer wirklich schönen Umgebung.



Natürlich schlenderten wir auch noch etwas durch den Kurpark mit seiner obligatorischen Saline.





So langsam dunkelete es sich nun auch ein und wir beschlossen langsam zurück zu schlendern. Das Wetter meinte es zumindest noch einigermaßen gut mit uns, bis auf einige Tropfen hin und wieder blieb es größtenteils trocken.




Als nächsten kehrten wir dann wieder in unserem Gasthaus ein, suchten uns eine kuschelige Ecke und testeten uns dann durch die verschiedenen feilgebotenen Biersorten.


Natürlich beließen wir es auch beim Essen bei lokalen Genüssen, u.a. in Form von Sauerkraut, Haxe und Kassler. Kulinarisch waren wir an diesem Abend ganz weit vorne!



Die gefahrene Strecke:
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Mittwoch, der 07. Oktober

An diesem Tag sollte uns der Weg weiter gen Westen führen. Da im benachbarten Österreich nun das Bundesland Tirol südlich der der Grenze liegt und dieses als Risikogebiet eingestuft war, wollten wir entsprechend auf der deutschen Seite bleiben. 
Als ersten stand aber noch ein kurzer Besuch bei Karin, einer Freundin von Jochen, auf dem Programm. Sie arbeitet gar nicht weit entfernt von unserem Startpunkt in Ainring und so starteteten wir unseren Überraschungsbesuch, der auch ein voller Erfolg wurde. Karin hat sich riesig gefreut.
Nach unserem Kurzbesuch ging es für uns durch Chiemgauer Alpen. Südlich von Ruhpolding immer möglist nah an den hohen Bergen bis kurz vor Reit im Winkl. Dort geht es wieder rüber nach Tirol, also fuhren wir Richtung Norden und machten einen Abstecher zum "Bayrischen Meer" und einen kleinen Stopp samt Kaffeepause in Prien.


Es hatte sich wieder mächtig zugezogen und entsprechend überschaubar war auch die Touristenmenge am Ufer. Die schönen Ausflugsboote schauten wir uns aber trotzdem gerne an.



Vom See ging es dann wieder zurück Richtung Berge. Es blieb allerdings zunächst "nur" hügelig, erst nachdem wir den Inn überquert hatten ging es hinauf zum Tatzelwurm und der Sudelfeldstraße.




Dieser Teil gehört sicherlich zu den reizvollsten Moppedstraßen im deutschen Alpenbereich und stand somit auch fest auf unserer Liste. Trotz des nicht idealen Wetters hat sich das auch definitiv gelohnt! Hinter Bayrischzell ging es dann am dortigen Hausberg, dem Wendelstein, weiter Richtung Schliersee.


Von einem See ging es sogleich weiter zum nächsten, dem Tegernsee. Hier machten wir dann in der gleichnamigen Stadt wieder eine kleine Pause.



Weiter gen Süden ging es durch Kreuth (bekannt durch seine bierseeligen CSU-Veranstaltungen) zum Sylvensteinsee, einem Stausee im Verlauf der Isar.



Ab hier folgten wir dem Flusslauf aufwärts durch den sogenannten Isarwinkel, in diesem Bereich ist der Gebirgsfluss bis heute sehr ursprünglich. Auch hier war entsprechend ein kleiner Stopp angesagt.




Dem wilden Flusslauf folgten wir bis Wallgau und nach noch einem kleinen Stückchen im Isartal ging es weiter Richtung Garmisch-Patenkirchen.


Da der Weg gen Südwesten von hier wieder nach Tirol führt, ging es für uns nordwestlich über Oberammergau und via Steingaden weiter bis wir uns langsam Füssen näherten, welches unser heutiges Tagesziel sein sollte. Vorher kamen wir natürlich noch in Schwangau vorbei, wo das obligatorische Foto von Schloss Neuschwanstein nicht fehlen durfte.


Von hier war es nur noch ein Katzensprung bis zumTagesziel. In Füssen hatten wir uns für das Old King's Hostel mitten in der Stadt entschieden. Das war dann so zentral in kleinen Gassen, dass wir selbst unsere Motorräder nicht dort in der Nähe abstellen konnten. Zum Checkin reichte es aber, danach brachten wir die Maschinen zu einem Parkplatz rund 200m entfernt unter einer Brücke über den Lech.


Nach dem Bezug unseres Zimmers machten wir uns dann gleich etwas frisch und zogen los. So langsam meldete sich bei uns der Hunger. Wir wurden dann in der Innenstadt bei der Ristorante-Pizzeria Michelangelo fündig. Schon etwas feiner, aber man gönnt ja auch mal etwas. 




Nach dem guten Essen samt Nachtisch und diversen Kaltgetränken schlenderten wir dann noch ein wenig durch die Gassen dieses hübschen Städtchens.





Nach Ende des Verdauungsspaziergangs ging es zurück in unser Hostel und wir ließen den Abend bald ausklingen.

Die gefahrene Strecke:
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Donnerstag, der 08. Oktober

Hier im Hostel begann der Tag mit einem Frühstück vor Ort. Das macht den Start in der regel schon etwas einfacher. 


Danach packten wir unseren Kram zusammen und gingen zu unsern Moppeds, die unter der Brücke fast ein wenig wie in einer Garage standen. Wir verstauten die Sachen und machten uns wieder auf den Weg.


zunächst ging es weiter möglichst nah an den Bergen druch das schöne Allgau, den ersten kleinen Stopp legten wir am Großen Alpsee ein.


Weiter führte uns unser Weg durch das südliche Oberschwaben an Ravensburg vorbei in die Schwäbische Alb bis zur Donau. Hier ragen öfters ganz beeindruckende Felsen direkt im Flusstal in die Höhe und bieten schöne Fotomotive.



Dem Fluss folgten wir ein kleines Stück aufwärts, fuhren dann südlich an Tuttlingen und Geisingen vorbei und erreichten bald den südlichen Schwarzwald. Unser Tagesziel sollte das nächste Nachbarland sein, in welches wir noch "hinein konnten" (wieder Stichwort: Risikogebiet): Die französischen Vogesen. Zunächst aber hatten wir noch einige schöne Kurven zu fahren: Vom südöstlichen Zipfel des Schluchsees ging es über Todtmoos und Todtnau Richtung Norden, um dann via Münstertal hinunter zum Rhein nach Neuenburg zu kommen. 
Wir hatten uns unterwegs schon für eine Holzhäuschen bei Camping Huttopia bei Wattwiller entschieden. Da diese Hütten auch über ein kleine Küche verfügen, kauften wir vorher für unser Abendessen und das nächste Frühstück ein. Den Einkaufsstopp wir nun kurz vor dem Grenzübertritt hier in Neuenburg.
Die Fahrt quer durch die Rheinebene ist meist wenig reizvoll, gibt es hier doch immer recht viel Verkehr, zudem umfuhren wir auch den Großraum Mulhouse nördlich.
Nahe Wattwiller beginnt dann der Fahrspaß aber wieder, es geht direkt und quasi aus dem Nichts recht steil in die Vogesen rein. Für heute aber nur ein kurzes Stück, bis zu unserem Quartier.


Am Platz angekommen mussten wir erst einmal unsere Hütte mitten im Wald finden. Die Lage war wirklich klasse! Wir bezogen unser Domizil und machten es uns gemütlich. Das Ankommbier war schnell gelehrt und nach etwas Entspannung machten wir uns an unser Abendessen. Baguette, Salami, Käse und Salat, dazu natürlich genug zu trinken. Wir hatten uns einen Karton Rotwein mitgenommen.






Wir hatten einen gemütlichen Abend, der uns allerdings relativ schnell ins Häuschen trieb, da es draußen doch recht flott ganz schön kühl wurde.

Die gefahrene Strecke:
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Freitag, der 09. Oktober

Nach eine geruhsamen Nacht empfing uns ein frischer Morgen. Nach der Morgentoilette gab es dann erst einmal einen Kaffee, den Ronnie natürlich schon fertig hatte.



Nichts desto trotz wurde auf unserer Terrasse gefrühstück. Danach räumten wir noch auf und packten unseren Kram zusammen. Bisher war es trocken, wenngleich der Himmel auch ziemlich bedeckt war.


Direkt vom Start weg ging es nun extrem kurvig weiter in die Höhe. 


Kurz einmal die schöne Aussicht genießen und schon ging es hoch zum Col du Grand Ballon. Ab etwa rund 1000m Höhe fuhren wir dann in die Wolken oder den Nebel rein, wie auch immer.


Nun waren wir eine ganz zeit lang öfters über diese Schwelle unterwegs und somit recht lange in dieser feuchten Nebelsuppe unterwegs. Auch einen (nötigen Pinkel-) Stopp kurz hinter dem Col de la Schlucht machten wir hier und das folgende Foto hat es nur wegne Ronnies interessater Pose in den bericht geschafft. So eie Haltung konnte er auch auf Kommando nie wieder nachmachen!


Auf unserer weiteren Fahrt kamen wir dann am KZ Natzweiler-Struthof vorbei, wo wir natürlich auch einen kleinen Stopp einlegten.




Dieses Lager ist bei weitem nicht so bekannt wie so einige großen anderen, aber auch im Westen ging es nicht minder Menschenverachtend zu. Die Todesrate war in diesem Lager sogar teilweise deutlich höher als in anderen, was zum Einen durch die Lage im Gebirge auf rund 700m Höhe begründet ist und zum Anderen auch an der sehr harten Arbeit im nahen Steinbruch.




Ich habe mir vorgenommen, dem Museum irgendwann einen zeitlich angemessenen Besuch abzustatten, wenn ich wieder einmal in der Gegend sein sollte.
Etwas bedrückt ging es dann für uns weiter gen Norden.



Auch wenn wir nun aus dem Hochnebel raus waren, wurde das Wetter im weiteren Verlauf nicht besser, daher gibt es auch keine weiteren Fotos der Etappe. Hinzu kamen dann noch einige kleine mehr oder minder hinderliche Streckensperrungen, so dass wir schließlich bei Hirschthal die Grenze zur Pfalz überquerten. Immer wieder regnete es ein wenig und unseren letzten kurzen Stopp machten wir am Johanniskreuz. Hier wollte Jochen ein paar Fotos machen, schließlich fanden hier einige der frühen Hornet-Treffen statt. Das war allerdings vor meiner Zeit.
Von hier waren es nur noch knapp 20km bis zu unserem Tagesziel Kaiserslautern. Hier hatten wir uns ein stadtnahes Zimmer gebucht. 



Die Unterkunft war wie eine frei mietbare WG mit einzelnen Zimmern, zwei Bädern und einer Küche. Die Möblierung war recht wild zusamen gewürfelt und auch sonst war das ganze Haus nicht unbedingt die beste Adresse, Stichwort "Renovierungsstau". Aber für eine Nacht war es schon OK.



Nach dem Bezug des Zimmers und frisch machen machten wir uns auf den Weg zu einer geeigneten Gastronomie für unser Abendessen, das fanden wir dann bei Lutra Burger. Da das Wetter nach wie vor bescheiden war, wechselten wir die Lokalität auch nicht mehr, sondern gingen von dort später direkt wieder zu unserem Quartier.

Die gefahrene Strecke:
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Samstag, der 10. Oktober

Schon war unser finaler Tag dieser Rundreise erreicht. Hier sollten sich zudem die Wege von Ronnie und mir von Jochen trennen. Unser Weg sollte und recht direkt Richtung Mittelrhein führen, während Jochen von hier über Hunsrück und Eifel heim an den Niederrhein führen sollte.
Nach bedecktem Start klarte es bei uns dann im Laufe der ersten Etappe bald auf und als wir bei Bingen am Rhein ankamen, lachte uns schon öfters die Sonne entgegen.



Wir folgte dem Flussverlauf bis nach Niederheimbach, von wo eine Fähre nach Lorch auf die andere Flussseite führt.




Von hier ging es für uns dann mehr oder minder direkt gen Heimat, ein Stückchen Taunus, etwas Lahntal, quer durch den Westerwald, gefolgt von Sieger- und Sauerland und schließlich das letzte Stück dann per Express über die A33. Bei unserem letzten kurzen Stopp hatten wir uns schon verabschiedet, weil das unterwegs auf Schnellstraßen ja nicht so gut funktioniert.


Daheim angekommen bescheinigte mir der Tacho meiner Tracer ganz ordentliche 3276km Gesamtfahrstrecke.

Die gefahrene Strecke:

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Was bleibt?

Diese Tour hätte es in "normalen Zeiten" wohl so gar nicht gegeben. Nicht etwa, weil die befahrenen Regionen meiner Meinung nach keinen Besuch wert wären. Vielmehr liegt es im süddeutschen (Vor-) Alpenland oder dem Bayrischen Wald schlicht an der Entfernung von daheim. Wenn ich schon so eine Strecke anreise, dann kann ich auch eben noch 100km drauf legen und bin dann in den "richtigen Bergen". Damit soll halt Österreich, die Schweiz oder Südtirol gemeint sein.
Somit hat sich über viele Jahre die Situation ergeben, dass ich die eben besagten Gebieten schon viele Male mit dem Motorrad bereist hatte, die südlichste Region des eigenen Landes hingegen noch nicht bzw. höchstens bei der Durchreise. Von diesem "Makel" hat Corona mich immerhin befreit.
Natürlich wäre es noch schöner gewesen, hin und wieder Grenzen überspringen zu können, speziell die tschechische möchte ich hin nennen. Das wäre im Bereich Erzgebirge und Bayrischer Wald sicherlich noch ein Sahnehäubchen gewesen. Direkte Alpenregion gar nicht, sie Erläuterung oben.

Was also als Notlösung geboren wurde entpuppte sich als tolle Tour durch so manche Ecken, die ich bisher links oder rechts hab liegenlassen. Zu Unrecht, wie ich heute (nicht ganz überraschend) anerkennen muss. Das Wetter war natürlich, wie man Anfang Oktober in unseren Breiten wenig überraschend feststellen durfte, recht wechselhaft. Im großen und Ganzen war es aber OK, es hätte uns da durchaus schlimmer treffen können.

Wer also auch einmal nicht ganz so weit in die Ferne streifen möchte, darf sich gerne einmal an den eigenen Landesgrenzen entlang tasten. Man muss ja nicht immer so streng auf einer Seite bleiben, wie wir es teilweise gehalten haben. Aber die Zeiten scheinen inzwischen wohl - zum Glück - wirklich vorbei.

Abschließend noch eine Gesamtkarte: