Freitag, 9. April 2021

Drohnen-Unterschiede

Schon vor etwas längerer Zeit habe ich einen Wechsel bei meinem Foto/Video-Fluggerät gemacht. Warum ich wechselte, hatte ich hier kurz zusammengeschrieben.

Nun, nach einigen Wochen möchte ich jetzt einmal auf die Unterschiede der beiden Drohnen eingehen. Seit diesem Jahr (2021) sind mit der nun gültigen EU-Drohnenverordnung einige Änderung in der rechtlichen Lage passiert. Neue Drohnen werden in 5 verschiedenen Klassen (C0-C4) einsortiert. Das betrifft aber erst Fluggeräte, die nach der neuen Verordnung zugelassen werden. Parallel dazu gibt es noch die verschiedenen (für Hobbyflieger) offenen Kategorien. In diese werden auch die schon vorhandenen "Altdrohnen" einsortiert. Her gibt es die Unterkategorien A1, A2 und A3. Je höher die Nummer, desto strenger die Regelungen. Für Bestandsdrohnen kommen dabei faktisch nur die Kategorien A1 und A3 vor.
Das heißt konkret: Unter 250g Startgewicht fällt man in A1, darüber (bis max. 25kg) in A3.
Und das bedeutet ausformuliert: Bis 250g darf man recht nah an Menschen fliegen, solange es keine Menschenansammlungen sind, selbst der "unerwartete Überflug" ist OK, sollte aber schnell beendet werden. Ebenso darf man nah an Gebäude und auch in Wohngebieten fliegen (wobei natürlich Privatbesitz zu beachten ist!). Bei der A3 sieht das ganz anders aus, hier muss zu Menschen Abstand gehalten werden und ebenso von definierten Flächen, z.B. 150m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten.
Kurzum: Hier ist die Nutzung schon etwas eingeschränkter und zudem ist auch (nach Ablauf einer Frist bis zum 31.12.2022) ein EU-Drohnenführerschein nötig. Unterhalb von 250g ist dieser nicht nötig. Dieser Führerschein ist allerdings kein Hexenwerk und schnell gemacht. Er war so über den Jahreswechsel zudem noch kostenlos (keine Ahnung, ob das aktuell noch so ist), daher habe ich ihn auch gleich einmal gemacht (5 Jahre gültig). Es gibt Online-Übungen und man darf den Test beliebig oft machen. Schaden kann es also nicht...
Soviel mal zu den rechtlichen Sachen, jetzt soll es konkret einmal um die Nutzungsunterschiede zwischen Anafi und Mini 2 gehen.

Zunächst ist die DJI noch etwas kompakter als die Parrot, der Unterschied ist jetzt nicht unbedingt riesig, aber doch bemerkbar. Zusammengeklappt sind beide recht kompakt.
Von ihrem Flugtempo und der Flugzeit unterscheiden sich beide nicht so viel, die DJI ist zwar mit 31min Flugzeit angegeben, realistisch schafft sie aber eher ~25min, also so über dem Daumen vielleicht 2min mehr als die Anafi. Einen Unterschied gibt es aber bei der Windgeschwindigkeit zur Nutzung. Die alte kleine DJI Mavic Mini war hier bis 4bft (also ~30km/h) zugelassen, die neue Mini 2 bietet hier schon 5bft (~40km/h). Das ist ganz OK, die Anafi hat hier allerdings 6bft (~50km/h) zu bieten und das ist schon recht ordentlich. Ich konnte die Windfestigkeit der Parrot auch auf Island einmal testen und das war wirklich beeindruckend!


Weitere technische Unterschiede betreffen die Kamera: Die Anafi hat einen 21 MPix Sensor, der der Mini 2 kommt "nur" mit 12 MPix daher. Zudem hat die Parrot noch einen (verlustfreien) Digitalzoom und beherrscht einen HDR-Modus. In der Praxis sind die Unterschiede für mich nicht wirklich wichtig, die Aufnahmen haben auf den flotten Blick (abgesehen von der Auflösung) kaum relevante Unterschiede, die Qualität passt mir von beiden. Für den ambitionierteren Fotografen können beide im RAW-Format knipsen. 
Ein Unterschied ist allerdings die Schwenkbarkeit der Kamera, hier kann die Anafi nämlich senkrecht nach oben schauen, das ist wohl recht einmalig, bei den DJI-Modellen ist bei (glaube ich) etwa 20° Neigung Ende. Das bedeutet natürlich auch, bei einem 360° Kugelpanorama (was beide anbieten) fehlt bei der Mini 2 nach oben etwas. Gut, in der Regel ist dort eh Himmel und nicht so wahnsinnig wichtig, aber es soll halt erwähnt werden.
Komme ich nun einmal zur Fernbedienung und der Flug-App samt ihrer Funktionen. Was direkt beim Flug an und über Wäldern auffällt: Die Verbindung ist bei DJI dank OcuSync-Technologie in der Version 2.0 deutlich stabiler als die WiFi-Verbindung der Anafi. Was bei einem Flug über flache Felder erst in gewisser Entfernung auffällt, bemerkt man in ungünstigeren Geläuf sehr schnell (teilweise schon unterhalb von 100m Entfernung). Klarer Pluspunkt für die Mini 2!
Auch die Steuerung erscheint etwas präziser, was wohl auch an der insgesamt massigeren RC samt Metallhebeln liegt. Auch schön: Einen festen Schalter für die Fluggeschwindigkeiten, das geht deutlich flotter als die Modus-Auswahl in der App auf dem Display.
Die Anafi hat hingegen direkt Knöpfe für "Return to home" sowie landen/starten, diese Funktionen muss man bei der DJI auf dem Display auslösen. Durch die hinteren Klapp-Propeller sind die Rotoren ebendort bei der Mini 2 sehr nah an der Erde, wenn die Drohen auf dieser steht. Die Anafi hat da längere Abstandshalter und kann somit auch auf Rasen ohne bedenken landen. Allerdings funktioniert bei beiden das Starten und Landen in der Hand auch gut, somit ist das nicht wirklich ein Problem.
In Sachen Datenaustausch und Funktionen bietet allerdings die Anafi-App deutlich mehr. Es gibt mehr Automatische Flugmanöver, die meisten davon habe ich allerdings nur testweise einmal ausprobiert. Nur der "Camaraman" fehlt mir etwas: Dabei wird das Zielobjekt auf dem Display markiert und die Drohne hält es beim freien Flug immer zentral "im Auge". Auch der Datenaustausch geht klarer, es gibt getrennte Galerien von der Drohne und dem Smartphone, auch an die RAW-Aufnahmen kommt man so direkt heran und kann sie übertragen. Von denen will die DJI-App nichts wissen, die muss ich mir selber von der Speicherkarte kratzen.
Am Auffälligsten ist der Unterschied aber bei den Rundherum-Panoramen. zunächst die Fotoanzahl: Die Anafi macht 42 Fotos für ein Panorama (dazu mit deutlich höherer Auflösung), die Mini 2 "nur" 26 Fotos. OK, oben fehlt bei der DJI halt wegen der nicht Erreichbarkeit. Die Mini 2 hat den Job allerdings deutlich schneller erledigt (gefühlt etwa Faktor 3!).

Hier einmal ein Video dazu:

Ist die Aufnahme nun fertig, kann man in der Anafi-App dann das Kugelpanorama erstellen, wahlweise mit 16 oder 32MPix. Danach kann man es auf dem üblichen Weg auf das Phone übertragen und dann dort ein wunderbares 360° Panorama, welches auch direkt als solches überall nutzbar ist (z.B. Facebook oder auch Google Photos). So ähnlich kann auch die DJI-App ein Kugelpanorama automatisch erstellen, allerdings kommt da dann ein Gesamtbild mit 8MPix heraus. Für ein 360° Bild ist das arg wenig und sobald man irgendwo auch nur etwas heran zoomt wird es schnell pixelig. Wirklich schade, weil so ein Bild ist nicht wirklich nutzbar.
Es bleibt also nur der manuelle Weg und der ist dann doch ungleich aufwendiger. Der "einfachste" Weg ist noch, alle Einzelbilder auf den Rechner laden, die Fotos dann mit dem Wunschtool stitchen (z.B. mit dem kostenlosen ICE (Image Composite Editor) von Microsoft). Danach fehlt natürlich ein Teil des Himmels (weil die Kamera kann ja nicht ganz nach oben schwenken) und um das notwendige 2:1 Seitenverhältnis zu bekommen muss hier manuell "aufgefüllt" werden. Danach ist das Bild aber immer noch nicht direkt brauchbar, die notwenigen Infos für ein 360° Bild fehlen noch. das kann man entweder manuell in die EXIF-Daten eintragen oder über eine Webseite erledigen lassen. Danach hat man dann meist ein soweit ganz gutes Bild mit 50MPix oder gar 200MPix (bei Nutzung von RAW). Puuuh. Das geht bei der Anafi wirklich deutlich simpler von der Hand. 

Ich habe oben einmal eine Aufnahme zum Vergleich gemacht, bitte nicht auf die unterschiedlichen Farben achten (keinen angepassten Weißabgleich bei den RAW-Fotos gemacht), sondern primär auf die Auflösung. Ich habe zum direkten Vergleich einmal einen Bereich vergrößert:



Hier kann mal schnell erkennen, was für Details bei "Out of the Box" übrig bleiben oder besser gesagt eben nicht. Ich hoffe inständig, dass die DJI-App da vielleicht irgendwann noch nachbessert, im Prinzip kann sie es ja, nur leider in viel zu niedriger Gesamtauflösung.
Ansonsten habe ich mich an die nötigen Arbeitsschritte nun auch gewöhnt und sie gehen einigermaßen flott von der Hand. Nicht ideal, aber ich kann damit leben. Ebenso, dass ich die Speicherarte benötige, um an RAW-Aufnahmen zu kommen. Dafür haben ich nun einen kleinen Kartenleser fürs Smartphone, somit komme ich also auch unterwegs daran, wenn nötig.

TL;DR
Die Anafi kann etwas mehr und hat die gerade für den Datenaustausch die "umgänglichere" App, aber sie kostet halt auch mehr (ist zudem sehr preisstabil). Regelmäßige Updates für App und Firmware bringen zudem auch öfters neue Funktionen!
Die Mini 2 hat die besser Reichweite und in Sachen Video/Foto technisch recht wenig Defizite im direkten Vergleich, sie ist klar günstiger, kompakter und hat zudem mit der aktuelle Drohnenverordnung Einsatzvorteile. Für mich persönlich hat in erster Linie die 360°-Panoramasache ein "Geschmäckle".


Angesichts des Preis/Leistungsverhältnisses und der aktuelle Rechtslage würde ich mich wohl wieder genauso entscheiden und bei einer jetzigen Neuanschaffung wohl wieder zur DJI Mini 2 greifen.

Freitag, 5. März 2021

Moto Guzzi V85TT

Letztes Jahr hatte ich noch eine wunderschöne Moto Guzzi V85TT in der Travel-Variante zum Testen bei mir auf dem Hof stehen. Für die V85 hatte die italienische Traditionsschmiede einen ganz neuen  Motor auf die Beine gestellt. Weiter klassisch luftgekühlt, aber von innen ganz neu aufgebaut. Somit mit seinen 59kW/80PS zwar noch nicht ganz auf Augenhöhe mit Konkurrenzantrieben, aber zumindest nicht mehr so meilenweit von diesen entfernt, wie es noch die Antriebe der V7 oder V9 waren.


Neben dem quer eingebauten V2-Motor kommt die Italienerin zudem mit einem Kardan daher, in dieser Klasse auch ein Alleinstellungsmerkmal.


Die Travel-Variante kommt zudem mit passenden und optisch ansprechenden Koffern daher.


Also probierte ich die Guzzi ausgiebig aus und macht meine Notizen. Dieses Mal bin ich aber nicht alleine für den Text verantwortlich. Aber bei den Meinungen waren sich alle Beteiligten ziemlich einig.

Ob uns die V85 TT-Travel überzeugen konnte, kann

auf motolifestyle.de nachgelesen werden!

Samstag, 6. Februar 2021

DJI Mini 2

Nachdem meine treue Parrot Anafi ungeplant ihre Reiseflughöhe verlies und hart auf dem Boden aufschlug, musste natürlich Ersatz her. Da seit dem  Kauf der Parrot nun rund 2 Jahre vergangen sind, hat sich der Markt natürlich weiter entwickelt. Die Anafi ist nach wie vor interessant , sie kostet aber aktuell  und 100€ mehr als ich vor 2 Jahren bezahlt habe. Das macht sie also nicht unbedingt attraktiver.

Interessant fand ich alternativ z.B. die DJI Mavic Mini, die im Laufe des Jahres 2019 für einen Kampfpreis von knapp 400€ auf den Markt kam. Spielt natürlich eine Klasse niedriger und kann auch nur 2,7k Videos drehen. Fällt somit aus heutiger Sicht für mich raus (wenn man schon einen 4k-Fernseher hat, will man das auch ausnutzen!).

Aber diese kleine "Anfängerdrohne" hat nun gegen Ende letzten Jahres einen Nachfolger bekommen, die DJI Mini 2. Kann man kaum vom Vorgänger unterscheiden, hat also auch die extrem kompakte Bauform (nochmal kleiner als die Anafi) mit eine Gewicht von 249g. Also noch idealer für die Reise. Einige "Schwachpunkte" der ersten Mini hat das Nachfolgemodell nun auch beseitigt, die Mini 2 kann Videos in 4k aufnehmen und dazu auch Fotos in RAW schießen. Die Windwiderstandsfähigkeit wurde von 3bft auf 4bft erhöht und zudem wurde die Funktechnik geändert. Die alte Mini nutze (wie die Anafi auch) WiFi, die neue die deutlich bessere OcuSync-Technologie in der Version 2.0. Auch wenn ich mit meiner Parrot nur selten wirkliche Reichweitenprobleme hatte, besser kann ja nie schaden.
Bleibt halt als "Kontra" auf der Liste diverse Features (automatische Flugmanöver und Follow-me, etc.) und die noch einmal höhere Wind-Unempfindlichkeit (die Anafi schafft da stabil 5bft), aber das ist für mich verschmerzbar. Die zahlreichen Features habe ich bisher eh nie wirklich genutzt. Ich mache doch überwiegend "normale" Fotos oder manuelle Flüge, zudem gerne 360°-Panoramaaufnahmen und alles das kann die Mini 2 auch.
Somit stand die Entscheidung für mich fest, ich wechsle zum Marktführer DJI




(Bildquellen: Amazon)

Zunächst geht es um die Wahl des Pakets. Es gibt eine Base-Variante, also nur die Drohne mit einem Akku und Controller, recht beliebt ist auch die Fly-More-Combo, mit 3 Akkus, externer Ladestation, ein paar kleinen Extrasachen und vor allem einer Tasche, in die alles passt. Also ganz ähnlich wie es bei der Anafi auch war. Zudem gibt es noch Care-Pakete extra, sozusagen eine "Vollkasko-Versicherung" für ein oder zwei Jahre. Das große Paket brauche ich eigentlich nicht, 2 Akkus würden mir reichen und alles sollte für Motorradtouren möglichst kompakt sein. Da hilft mir ein großes externes Ladegerät wenig, ebenso eine voluminöse Tasche. Ein extra Care-Paket brauche ich wohl auch nicht, wenn ich die Mini 2 wieder beim "großen A" kaufe, dank deren herausragender Kulanz bei Problemen. Leider war die Variante dann dort nicht direkt verfügbar. Einen Tag vor der Einsendung der Parrot gab es das Base-Paket noch für unter 419€, danach nur (viel teurer) über Drittanbieter. Also hieß es warten.

Fehlten noch ein paar Kleinigkeiten: Einzelne, kompakte Taschen für Drohne und Controller sowie einen externen Ladeanschluss für die Akkus. Im Gegensatz zur Anafi werden die Akkus prinzipiell intern geladen, sie haben keinen eigenen (USB-)Anschluss. Diese Sachen fand ich schnell im Chinashop des Vertrauens. Es fehlt somit nur noch ein zweiter Akku.

Da weil der Preis die Woche danach konstant (eher hoch) blieb, wollte ich dann aber irgendwann nicht mehr warten und schlug bei 440€ zu. Noch Wochenlang zu warten, um dann vielleicht 20€ zu sparen war mir dann doch zu doof. Wie zu erwarten kam die Lieferung am nächsten Tag an.



Kleines Paket und kleines Gerät. So ausgepackt ist die Mini 2 zwar minimal breiter, aber insgesamt noch einmal deutlich kleiner als die Anafi



Bei der DJI sind die Arme mit den Propellern etwas anders angelegt. Zwei sind oben am Gehäuse und werden normal ausgeklappt, zwei liegen auf der Unterseite und werden komplett umgeklappt. Auch "ausgebreitet" ist das Format kleiner als die Parrot, vor allem auch mit 249g spürbar leichter.


Dafür ist die Fernbedienung etwas "massiger", wirkt qualitativ sehr hochwertig. Die kleinen Hebel sind abschraubbar und aus Metall, zudem auf der Oberseite sehr griffig. Auf der Unterseite gibt es zudem zwei kleine Fixierpunkte für die Hebelchen. Her wird man wohl alles prima im Griff haben.


Das USB-C Verbindungskabel vom Controller zum Smartphone ist schön in diesem integriert, so hat man es nicht separat in der Tasche liegen.


Das Phone sitzt festgeklemmt und gut sichtbar, so hat man alles im Blick.
Wie erwartet funktionierte das alles beim ersten Test mit der Mini 2 ganz gut. Für mich gab es kaum Umstellungsprobleme beim Fliegen. Der DJI-Controller wirkt bei der Bedienung etwas präziser, zudem ist der direkte Umschalter der 3 Betriebsmodi recht praktisch.
Am Wochenende nach dem Kauf hatte wir zudem auch gutes Wetter und ich konnte die ersten wirklichen Testflüge machen, dazu fuhr ich zur Uni. Neben den reinen Flugtests auch, um die Veränderungen bei den Baumaßnahmen der letzten Zeit mal anzusehen und zu dokumentieren.
Dabei entstanden einige Fotos, eine Panoramaaufnahme und später ein zusammengeschnittenes Video. 




Während eine Umstellung bei Fotos und Videos nicht wirklich erwähnenswert sind, die Auflösung des Mini 2-Sensors ist zwar geringer (12 MPix statt 21MPix bei der Anafi), aber das Ergebnis ist wirklich OK, ich sehe keine wirklichen Unterschiede. 
Bei den Panoramaaufnahmen sieht die Sache allerdings anders aus. Weniger das Ergebnis, eher der Weg dorthin. Dazu werde ich aber später noch einen ausführlichen Beitrag schreiben.

Soweit bin ich mit meiner neuen "Reisedrohne" zufrieden.

Montag, 1. Februar 2021

Sommer 2021 / Teil 1

Neues Jahr, neues (Reise-)Glück?
Naja, mal abwarten. Wir leben ja nach wie vor unter "Corona-Bedingungen" und da ist aktuell auch nicht wirklich ein Ende zu sehen. Bis flächig geimpft ist, wird es wohl noch bis in den Sommer dauern, vielleicht sogar bis zum Herbst. Zudem breiten sich aktuell auch verschiedene Virus-Mutationen immer mehr aus, die teilweise deutlich ansteckender sind. Nichts desto trotz wollen wir mal zuversichtlich sein, dass sich die Situation mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeiten etwas entspannt, wie es auch 2020 war. Letzten Sommer konnten wir ja auch noch zwei Reisen machen und eine Motorradtour kam auch im Herbst noch hinterher. Natürlich alles etwas eingeschränkter, aber immerhin.

Für 2021 waren ursprünglich eine Reise nach Kasachstan im Sommer angedacht und dann ein Familienurlaub im Herbst. Da wollten wir ursprünglich mit Genias Schwester samt Familie nach Zypern. Durch Genias Abteilungswechsel innerhalb ihrer Firma gibt es nun auch andere Saisonzeiten. Ganz konkret können wir uns das Zeitfenster in den Herbstferien abschminken, da ist nichts zu machen. Somit blieb für unseren Familienurlaub nur die Sommerferien, die dieses Jahr in NRW recht früh sind und direkt Anfang Juli beginnen.
Ob man dann schon reisen kann ist aktuell natürlich offen. Wenn man mit einer Buchung zu lange wartet, könnte es aber auch später schwierig werden, noch etwas zu akzeptablen Preisen zu bekommen. Da wir unseren "Familienurlaub" mit Strand und Meer planen, steht eh eine Pauschalreise auf dem Zettel. Eben solche sind allerdings auch ganz gut abgesichert, wenn die Situation die Reise nicht zulässt.
Also schauten wir uns nach Angeboten um und bald kristallisierten sich zwei von uns favorisierte Ziele heraus: Am Thermaische Golf, konkret der Bereich, der gerne Olympische Riviera genannt wird (weil er direkt östlich des Olymp-Massivs liegt) und alternativ Kalabrien in Süditalien, dort der Küstenabschnitt des Tyrrhenischen Meeres.

Wir beide lieben Italien und mögen Urlaub in Griechenland, in beiden Regionen waren wir noch nicht. Den Ausschlag gab dann schließlich das Umland. Unweit der kalabrischen Küste (und ebenso Sizilien) liegen die Liparischen Inseln. Diese sind alle vulkanischen Ursprungs und eine dieser Inseln ist Stromboli mit dem gleichnamigen (aktiven!) Vulkan. Das besondere ist hier seine permanente (!) Aktivität. Im Abstand von Minuten bis max. wenigen Stunden kommt es zu (meist kleinen) Eruptionen, sowas ist in seiner Regelmäßigkeit auf der ganzen Welt einmalig.
Vulkane haben mich immer schon interessiert (daher haben wir 2017 in den USA auch den Mount St. Helens besucht) und schon lange möchte ich mal einen aktiven Vulkan erleben. Das sollte sich bei dieser Reise hoffentlich erfüllen. Gebucht ist nun eine einwöchige Reise vom 03.-10.07. mit Flug von Hannover nach Lamezia Terme


Wir haben uns für das Hotel Hotel Residence Santa Monica in Ricadi entschieden. Von oben haben wir einen tollen Ausblick über die Küste bis rüber zum Stromboli (knapp 60km entfernt), wenn es klar genug ist. Mehrmals täglich gibt es einen Shuttlebus zum Strand, an dem wir einen Schirm samt liegen haben. Es gibt Sand- und Kiesstrände, die oft von Felsen gesäumt sind, so kann ich schön mit Levi schnorcheln gehen und Fische filmen. Im Ort gibt es eine Mietwagenstation, so dass wir 2-3 Tage die Umgebung erkunden können. 


Zudem hat Ricadi auch einen Bahnhof, von dort fahren regelmäßig Züge in beide Richtungen die Küste entlang. Im nahen Tropea gibt es eine sehr schöne auf Klippen liegende Altstadt und vom Hafen dort fahren regelmäßig Ausflugsboote rüber zum Stromboli.
Insgesamt hat uns also das kalabrische Angebot überzeugt. Neben der Absicherung durch die Pauschalreise haben wir zudem noch eine Reise-Rücktrittsversicherung abgeschlossen, die alle Reisen von Mai bis Ende September abdeckt (wir haben ja noch mehr geplant), extra auch mit Corona-Klausel.

Jetzt können wir nur noch hoffen, dass die Reise auch so stattfinden kann.

Freitag, 8. Januar 2021

Anafi ade...

Nachdem 2020 nun endlich zu Ende ist, sollte 2021 ja eigentlich alles (?) besser werden.
Direkt zum Jahresbeginn passt das bei mir leider nicht so.
Meine treue und lieb gewonnen Parrot Anafi ist mir (aus hier nicht näher beschriebenen Gründen) aus etwa 6-7m Höhe vom Himmel gefallen.
Überraschenderweise waren noch alle Beine dran und auf den ersten Blick sah die Drohen noch ganz gut aus. Auf den zweiten Blick galt das allerdings nicht für die Kamera.



Sie ist beim Absturz wohl genau da drauf gefallen. Das Gehäuse war an mehreren Stellen gebrochen. der Gimbal lies sich zumindest noch normal bewegen. Mit etwas Glück handelt es sich vielleicht nur um Schönheitsfehler...


Bei genauere Ansicht war es aber doch nicht ganz so einfach, die Linse saß nun auch locker im beschädigten Gehäuse.
Nichts desto trotz startete ich das kleine Fluggerät direkt noch einmal. Die Initialisierung funktionierte normale und auch die App bekam über den Controller Kontakt zur Drohne. Nur das angezeigte Bild bestand aus ziemlich unscharfen Pixelbrei. Kurz die (lockere) Linse berührt und schon änderte sich das Bild. OK, das musste später noch genauer geprüft werden.
Also mal den Startknopf betätigen.... und.... Überraschung. Sie flog vollkommen unbeeindruckt!
Es scheint wohl wirklich "nur" ein Problem mit der Kamera zu geben.

Somit erfolgte als nächstes die Zerlegung des Kameragehäuses. Eine der 4 Schrauben war abgerissen, die anderen 3 saßen noch fest. Nachdem das Gehäuse geöffnet war, fiel mir direkt die Linse entgegen. Diese schien oberhalb des Sensors aufgeklebt gewesen zu sein. Durch den harten Aufschlag hatte sich das entsprechend gelöst. Also machte ich die Anafi erneut an und startete die App. Aus dem kompletten Pixelbrei wurde wieder ein Bild, als ich die Linse an die richtige Stelle hielt! Vielleicht lässt sich das Problem wirklich durch etwas Kleber lösen.


Das gleiche galt natürlich für das Gehäuse. Mit Sekundenkleber drückte ich alles wieder an Ort uns Stelle und verklebte alles. Nicht gerade wie neu, aber immerhin. Ein Kameragehäuse fand ich zudem auf die Schnelle bei ebay.


Schließlich klebte ich die Linse wieder an ihre ursprüngliche Stelle, die korrekte Position war recht einfach zu finden.


Danach alles noch etwas trocknen lassen und abschließend wieder zusammensetzten. Da die Kamera ja in fast alle Richtungen gut zu drehen ist, ging das auch alles recht leicht. OK, der Moment der Wahrheit war gekommen. Drohne auf den Tisch platzieren und starten.
Wie üblich initialisierten sich die Propeller, doch danach blieb der Gimbal wie nach dem ersten Start still. Eigentlich sollte alle Achsen einmal von Ende zu Ende durchgefahren werden. Schade.
Die abschließend schlechte Nachricht war dann allerdings, dass das Bild nicht scharf war. der Pixelbrei war zwar weg, aber die Abbildung war halt nicht scharf. 


Auch ein gemachtes Foto macht es nicht besser. Nur Sachen erkennen können ist leider nicht mein Anspruch. Mit so einem Ergebnis kann man leider nicht leben.


Oder anders ausgedrückt: Leider unbrauchbar.
Man hat ja keine 4k Kameradrohne, um unscharfe Fotos oder Videos zu schießen. Der Fokus scheint hier wohl wirklich eine Frage von µm zu sein. Obwohl die Linse anscheinend wieder perfekt auf die Abbruchstelle passte, scheint es halt doch nicht genau so zu sein. Oder die dünne Schicht des Klebstoffs reichte schon, um die Darstellung unscharf zu machen.

Damit ist das Schicksal der Anafi wohl entschieden. Vom Gehäuse und auch Motoren usw. gibt es alles nachzukaufen, die Kamera aber nicht. Auch habe ich da bisher nichts Gebrauchtes gefunden, nur ganze Fluggeräte.
Also muss Ersatz her. Für mich stand direkt fest, dass wieder eine Drohne her muss. Zu sehr habe ich das kleine Fluggerät zu schätzen gelernt und damit auch oder gerade im Urlaub ganz neu Perspektiven erschlossen. Da ich mit der Parrot rundherum zufrieden war, war eine Neuanschaffung des gleichen Modells natürlich direkt naheliegend. Leider bekommt man bei den aktuell aufgerufenen Preisen gerade ziemlich das staunen. Die Teile kosten gerade rund 100€ mehr als ich vor 2 Jahren bezahlt habe. Uff!
Zudem ist es ja auch grundsätzlich nicht verkehrt, sich auf dem Markt umzusehen, schließlich kommen immer neue Modelle raus. 

Genau das werde ich nun einmal machen. Mal schauen, was es so geben wird...