Donnerstag, 31. Dezember 2020

Tschüss 2020

Was war das nur für ein Jahr...?!

Es fing ja doch ganz normal an, irgendwann im Januar tauchten dann die ersten Meldungen aus China auf, dass dort eine sonderliche Lungenkrankheit um sich greift, bald darauf war die Ursache durch eine neue Variante des Corona-Virus (SARS-CoV-2) gefunden. Dann dauerte es noch rund einen Monat und es ging rund um die Welt los. Der ganze Scheiß begleitet uns bis heute, wie wohl jede*r weiß.

Unser aller Leben wurde ziemlich dadurch umgekrempelt, für einige sehr extrem (womöglich selber erkrankt oder dadurch jobtechnisch arg in Mitleidenschaft gezogen) oder doch noch in überschaubaren Maße wie zum Glück bei uns. 
Trotz allem hat sich im normalen Leben viel verändert, gerade was Freunde/Verwandte angeht. Man lebte dieses Jahr überwiegend im Haushaltsverbund, wie auch immer der jeweils so aussieht. Bis auf die kleine "Sommerpause" gab es kein Kino, keine Kneipe oder Restaurantbesuche, Sportveranstaltungen oder Konzerte, alles war gestrichen.

Somit wurde unsere liebste Beschäftigung in jedem Jahr, das Reisen, arg eingeschränkt. 
2020 waren feine Sachen geplant. Erst sollte es nach Ägypten gehen, Besuch in Kairo und eine Nilkreuzfahrt, im April wollte ich mit einigen Freunden erneut zum Motorradfahren nach Kreta.
Im Sommer stand endlich nach 2017 wieder eine große USA-Reise an, es sollte an die Ostküste durch zahlreiche Staaten und auch etwas Kanada gehen. Der Herbst sollte uns eine schöne Motorradtour rund um Tschechien spendieren und zum Anfang des Winters stand eine Reise nach Madeira an (wieder mit etwas Mopped fahren).

Ende Januar klappte immerhin noch unsere Reise an den Nil. Das war richtig großartig! Kairo ist ziemlich irre, selber direkt an den großen Pyramiden zu stehen und diese mit den eigenen Händen zu berühren lässt einen demütig werden. Danach folgten die unglaublich zahlreichen Tempel und Grabanlagen zwischen Luxor und Abu Simbel am Nassersee, nicht mehr weit vom Sudan entfernt. Es war alles sehr beeindruckend, obwohl ich ab dem 2. Tag auf dem Nil mit Durchfall zu kämpfen hatte. Immerhin gibt es vor Ort gute Medikamente, so verpasste ich kaum etwas.



Der Kreta-Moppedurlaub viel komplett flach, das Geld für die Flugtickets (TUIfly) gab es recht flott und problemlos zurück.
Das dauerte bei den Tickets für die USA/Kanada-Reise deutlich länger, bis alle Einzelflüge schlussendlich storniert wurden. Zum Glück tat mir das Warten finanziell nicht weh, trotzdem ging es um über 1600€. Wir hingen trotzdem etwas länger in der Luft, was nun alternativ machbar wäre. Zum Glück gingen die Infektionszahlen europaweit im Sommer deutlich runter, so dass Reisen innerhalb der EU wieder ohne viele Einschränkungen möglich wurden. In einen Flieger wollten wir trotzdem nicht stiegen, also zogen wir einen Reiseplan für in ein paar Jahren vor: Wir machten einen Frankreich-Rundfahrt mit dem Auto. Auch für Levi hieß es Frankreich statt Amerika.


Zudem ergab es sich dann etwas später Anfang September zudem noch recht spontan, dass wir noch einen Reise machen konnten. Da es coronabedingt in vielen touristischen Hotspots relativ ruhig war, nutzten wir die Chance für einen Besuch in Venedig. Stand schon ewig auf unserem Zettel, die üblichen Touristenmassen in der Lagunenstadt hielten uns bisher aber von einem Besuch ab. Den Trip verbanden wir dann gleich noch mit Besuchen in Innsbruck, Verona und dem Gardasee.
Auch das klappte alles wunderbar und wir hatten somit einen wirklich klasse Reise, in Venedig war es wirklich so "leer" wie schon ewig nicht mehr. So konnten wir die Schönheit der Stadt wirklich gut genießen.


Dann sollte noch die Motorradtour zum Herbstanfang im Oktober folgen. Dummerweise breitete sich das blöde Virus inzwischen wieder munter aus, besonders in unserem anvisierten Zielgebiet. So wurde Tschechien schnell zum Risikogebiet und so stand dann wieder eine Umplanung an. 
So entschieden wir uns schließlich für eine Tour rund um Süddeutschland mit diversen Abstechern in die Nachbarländer. Bis es endlich los ging, blieb das Umplanen mein ständiger Begleiter. Österreich wurde auch wieder schlimmer und zuerst war Vorarlberg Risikogebiet, schließlich auch Tirol. Bis es endlich losging, blieben immerhin Oberösterreich, das Salzburger Land und die franz. Vogesen übrig. Wettermäßig zwar durchwachsen (nicht wirklich überraschend) war es trotzdem eine tolle Tour.



Somit war dieses Chaosjahr trotz allem urlaubsmäßig deutlich besser als in der ersten Jahreshälfte angenommen. Wir mussten zwar ständig umplanen, aber das war dann doch das kleinste Problem.

Nun stehen wir direkt am Jahreswechsel und hoffen alle, dass 2021 besser wird. Immerhin gibt es den Lichtblick der Impfstoffe. Trotzdem wird es wohl noch bis zum Sommer in jeglicher Hinsicht kaum planbar bleiben, der Sommer könnte wie auch der letzte generell etwas entspannter sein. Wir hoffen mal, dass sich zum Herbst dann alles wieder normalisiert.

Jobmäßig ist bei uns die Sache weiter entspannt, da brauchen wir uns keine Sorgen machen. Uns fehlt wirklich die Urlaubsplanung. Das macht uns fast genauso viel Spaß wie das Reisen selber. Wir haben einige Zeitfenster für Urlaub, aber was dann wie geht, keiner weiß es. Der angepeilte Familien-Badeurlaub im nächsten Herbst auf Zypern wird aber wohl nicht stattfinden. Grund ist mal nicht das Kack-Virus, sondern Genias Arbeitsplatzwechsel innerhalb ihrer Firma. Da ist halt im Herbst gerade Hauptsaison und Urlaub schwierig bis unmöglich. Machen wir dann vielleicht im Sommer, mal sehen.
Im Spätsommer wollen wir gerne nach Kasachstan, das ist auch schon etwas länger geplant. Ob das was wird, keiner weiß es. Und eine Moppedtour soll natürlich auch wieder stattfinden. Wann, wie, wo. Tja, lassen wir uns mal überraschen, was es so geben wird. Irgendwas wird sicher gehen, mal schauen was und wann.

Das wichtigste ist aber ganz sicher: Gesund bleiben!

Samstag, 12. Dezember 2020

Reiseheim

Schneller als erwartet gibt es nun doch schon wieder etwas Neus zum Thema mobiles Quartier auf Reisen. Ich hatte ja erst letzten Sommer von einem neuen Zelt geschrieben. Damals war die Entscheidung wegen des schnellen Aufbaus gefallen, genau das ging mir bei meinem "alten" Zelt zunehmend auf die Nerven. 
Diese Anforderung wurde mit dem damaligen Neuerwerb auch prima erfüllt.
Seitdem gibt es aber eine weitere Veränderung in unseren Reisegewohnheiten: Der Trend geht seit 2 Jahren nun sehr eindeutig zum "Eigenheim". Früher hatten wir uns unterwegs meist mit 2 Leuten ein Zelt geteilt. Dann haben wir jahrelang garn nicht mehr gecampt und nun machen wir es wieder verstärkt. Aber halt irgendwie jeder für sich. Warum weiß ich gar nicht, irgendwie kamen die Mitfahrer zunehmend mit eigenen, kompakten Zelten daher, in die auch nur eine Person gescheit Platz findet.
So war es dann auch bei unsere aktuellen Herbsttour, jeder hatte sein eigenes Heim dabei, ich auch mein Quick-Up-Zelt. In dem hatte ich entsprechend viel mehr Platz, als ich eigentlich alleine benötige (es ist ja für 3 Personen ausgelegt, das heißt 2 Personen samt Gepäck passt prima. Macht ja an sich nichts, wenn das Packmaß nicht entsprechend groß wäre. Ich hatte zu meinen Koffern dann immer meine große Gepäckrolle dabei, um das mobile Heim unterwegs unterzubringen.
Ich habe nach der Tour beschlossen, dass ich darauf keine Lust mehr habe und vielleicht eher nur mit meinen Boxen fahre oder ansonsten noch ein Topcase mitnehme, aber zumindest keine Rolle mehr, die ich immer erst verzurren muss. Also sollte ein neues, kleineres (besonders vom Packmaß!) Zelt her. Genau das fand ich nun im Kazoo Venus.



Die Ansprüche waren im Prinzip ähnlich wie vorher auch schon. Schnelles Auf- und Abbauen, zudem kein Reinkriechen, also Zeltstangen von außen zu befestigen. Zudem zwingend min. eine Apside, um ggf. Taschen und Motorradstiefel nicht mit ins Innere nehmen zu müssen. Das ganze Paket soll zudem in einen der Koffer oder ins große Topcase passen.


Nach der Lieferung sollte natürlich ein erster Testaufbau folgen, wegen wenig guten Wetters fand das mal wieder in der Wohnung statt. Das war wegen der Stangen nicht ganz so einfach wie beim Quick-Up Zelt mit seinen knickbaren Stangen, aber es ging.


Hier hat man 3 steckbare Alustangen (teilweise mit leichten Knicken drin), die untereinander versetzt eine Kuppel bilden. Das noch auf der Grundfläche liegende Zelt wird dann einfach  an den Stangen eingehakt, an den Kreuzungsstellen sind entsprechend größere Haken vorhanden, um beide Stangen aufzunehmen. Damit die erste Stange nicht direkt wieder umfällt, bevor man die nächste aufgestellt hat, reicht es an den Ende schon einmal ein oder zwei Befestigungen einzuhaken.







Mittwoch, 2. Dezember 2020

Tracks bei MyMaps

Da das Thema gerade in einer FB-Gruppe wieder hochpoppte, schreibe ich nun mal etwas dazu. Hatte eigentlich gedacht, das hätte ich schon getan, aber zumindest hier in meinem Blog finde ich dazu nichts.

Also, es geht um die Visualisierung von diversen Tracks bei dem Google Maps-Ableger MyMaps. Wer das nicht kennt: Mit diesem Tool kann man sich auf Maps basierend seine eigenen Karte erstellen, dort z.B. Punkte positionieren oder Bereiche/Elemente markieren. 
Um das alles besser zu strukturieren gibt es dazu verschiedenen Ebenen. Maximal 10 Stück sind pro angelegter Karte zulässig.

Ganz nett ist dieses Tool z.B. dafür, im Vorgang oder Nachhinein Reisen abzubilden. Wo man war usw. Besonders schön ist es dann noch, wenn man z.B. nach einer Motorradtour die gefahrene Strecke darstellen kann. Praktischerweise kann MyMaps auch solche Tracks importieren. Allerdings benötigt jeder Track seine eigene Ebene. Somit ist dann auch direkt klar, dass auf einer Karte über den normalen Importweg nur 10 Tracks eingefügt werden können. Eine schicke Motorradtour besteht aber u.U. aus mehr als 10 einzelnen Tagestouren.
Was kann man also tun?

Eine Lösung für dieses Problem bietet der kleine Umweg über ein anderes Tool aus gleichen Haus: Google Earth. Hier mal eine kurze Anleitung, wie die Sache funktionieren kann.


Am Bild oben kann man die Problematik noch einmal sehen. Jeder Track benötigt eine eigene Ebene. Also öffnet man Google Earth und importiert dort (über Datei/Importieren...) seine ganze Einzeltracks in einem ungenutzten Bereich (hier: Temporäre Orte)


Schon wird einem alles hübsch hintereinander weg angezeigt. Wie man an der ordnerähnlichen Struktur sehen kann, gibt es dort immer noch sowas wie "Ebenen". Diese muss man dann im nächsten Schritt auflösen.


Das geht einfach, indem man die einzelnen Tracks alle in die Eben darüber zieht, so dass diese alle direkt zusammen stehen. Im Bild oben ist das bei rund der Hälfte schon passiert.


Hat man nun alle Tracks zusammen de-markiert man noch die restlichen Einträge, so dass nur noch die Track-Sammlung aktiviert ist. Dann öffnet man mit einem Rechtsklick das Kontextmenü und wählt "Ort speichern unter...". Hier kann man nun zwischen KML-Datei und die komprimierte Version KMZ wählen. Beides funktioniert unter MyMaps gleich gut.


Im nächsten Schritt geht man wieder auf seine in MyMaps erstellte Karte und importiert den aus Earth gespeicherten Gesamttrack. Voilà!
Nu kann man alle einzelnen Tracks versammelt in einer einzigen Ebene sehen. Nun passt man noch nach Bedarf für jeden Track die Farbe etwas an, so dass man nicht nur eine lange, gleich aussehende Spur auf der Karte hat. 


Nun hat man noch weitere Ebenen "frei", um dort andere Dinge unterzubringen wie hier im Beispiel die Quartiere, besondere Wegpunkte o.ä. Oben im Bild dann meine finale Karte der Großbritannien-Moppedtour von 2019 als Beispiel.

So kann man auch mehr als 10 Tracks bei Google MyMaps einbinden.

Dienstag, 1. Dezember 2020

Kabel-Upgrade

Vor gut 2 Jahren hatte ich zuletzt etwas zu dem Thema Internetanschluss geschrieben. Damals ging es um den Umstieg von DSL auf Kabelanschluss.
Mit dem damals bestellten eazy waren wir eigentlich ganz zufrieden. Es gab weniger Störungen als ich beim Kabelanschluss vorher erwartet hatte (Ausfälle kannte ich von der Telekom vorher überhaupt nicht). Anfangs führte ich noch Buch, so gab es im Schnitt etwa einmal im Monat einen Ausfall, der immer mit einem Router-Neustart behoben werden konnte, also nix Wildes. Nach etwa einem Jahr hörte ich damit auf, weil es auch zunehmend seltener wurde.
Soweit also alles OK.

Dieses Jahr kamen dann ein paar Dinge zusammen, die mich haben umdenken lassen.
Zunächst wurde Unitymedia von Vodafone übernommen, damit auch eazy. Nach kurzer Zeit wurde das Angebot der höheren Internetgeschwindigkeit von 50 auf 40MBit gesenkt. Altkunden wie ich konnten zwar bei 50 bleiben, aber der Preis stieg dafür etwas an. Einerlei.
Dann kam Corona und das HomeOffice. Damit einher musste auch öfters mal telefoniert werden. Das ist dann etwas doof ohne Telefon-Flatrate (die ich ja sonst als bekennender Nicht-Telefonierer auch nicht brauche). Konnte ich dann mit meine 100 Freiminuten per Satellite-App abfangen, aber das konnte auch schon einmal knapp werden. der letzte Punkt war dann noch, dass auch Levi immer mehr im netz unterwegs ist, er liebt es sich Spiele-Videos (diverse Youtube-Kanäle) anzusehen. Wenn also u.U. drei Leute sich Streams aus dem Netz ansehen (zudem in HD oder gar 4k) wird es langsam eng mit dem 50MBit.

(Quelle: vodafone)

Dann kam mir mal wieder das Angebot unter die Nase: 1GBit-Anschluss (1000down/50up) mit Telefonflat für knapp 40€/Monat (dauerhaft). Das gleiche Angebot gab es dann auch für Umsteiger von eazy, dazu auch keine Anschlusskosten. Da habe ich dann perspektivisch mal zugeschlagen.
Der neue Router kam einige Tage später, schnell war alles angeschlossen und nach etwas Einrichten und Updates lief es dann auch. War also mal Zeit für ein Benchmark. 
Garantiert werden einem 600MBit, normale sind angeblich etwa 800. Ich war gespannt, da die vorherigen 50 MBit schon recht nah am Optimum waren.


Tja, bin ganz zufrieden. Nun sind auch daheim Downloads recht flott (fast so wie im Büro), vor allem aber kann man nun auch mal was hochladen. Das ging vorher mit eazy kaum...

Dieses Tempo sollte nun wieder einige Jahre reichen.

Mittwoch, 11. November 2020

Island 2019 - Tag 11


Hier meine Fotos vom letzten Tag: *KLICK*


Dienstag, der 22.10.

Da unser Flug schon um 07:25 Uhr starten sollte, war unsere Nacht entsprechend früh zu Ende. Gegen 4 Uhr schälten wir uns ziemlich müde aus den Betten. Danach schnell die Morgentoilette und dann den Kram ins Auto. Die Rückgabe des Mietwagens dürfte etwas länger dauern, da wir ja noch den Schaden an der Tür hatten.
Die Fahrt zum Gelände des Mietwagendienstes dauerte nur knapp 3,5km, der "Papierkarm" dauerte wegen des Schadens in der Tat rund eine halbe Stunde. 

Die gefahrene Strecke:
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Zum Glück hatte ich noch meine zweite Kreditkarte, weil für den Schaden auch eine Art Kaution hinterlegt werden musste, umgerechnet waren das meine ich gut 2700€. Das liegt an dem Verfahren bei billiger-mietwagen.de: Die Vollkasko samt fehlende Selbstbeteiligung bucht man zusätzlich über die Agentur. Man geht also in Vorleistung und bekommt das Geld dann nach dem Kostenvoranschlag zur Reparatur (es waren umgerechnet im Endeffekt gut 1600€) wieder zurück. Das klappte übrigens ganz problemlos.
Mit der ersten Kaution für den Mietwagen hätte ich das Budget meiner anderen VISA-Karte doch überschritten. Nachdem das alles erledigt war, brachte uns der Shuttle-Service die letzten gut 5km zum Airport. Dort frühstückten wir erst einmal die am Vortag noch gekauften Sachen und warteten, bis es weiter ging. Nach den üblichen Vorgängen konnte wir dann die Boeing 757-200 der Icelandair besteigen und noch im Dunkeln ging es in die Luft.


An Bord gaben wir uns dann dem Entertainment-System hin oder machten was anderes. Ich schaute mir Ralph breaks the internet an. Wir waren schon ganz froh, auf dem Rückweg einem Direktflug zu haben und nicht eine ähnliche Odyssee wie auf dem Hinweg. Nach 3,5h landeten wir dann in Frankfurt.


Nun gab es dann dank des Tageslichts auch ein Foto vom Flieger. Da wir pünktlich ankamen hatten wir danach noch einmal knapp 2h zu überbrücken, bis wir mit dem Zug weiter konnten. Wir hatten natürlich lange vor der Reise ein Super-Sparpreis-Ticket gebucht, welches eine Zugbindung hat. Um nicht bei einer Verspätung dumm da zu stehen plant man somit etwas Reserve ein. Zudem ist auch nicht jede Verbindung zum günstigsten Preis zu bekommen.



Die Laune beim Warten war dann doch etwas schwankend, die Müdigkeit kam bisweilen langsam etwas durch. Im Zug ging es dann aber wieder.



Der ICE brachte uns flott nach Köln, dort hatten wir dank "Reserve" wieder etwas zu warten, bis uns ein IC dann zurück bis nach Bielefeld brachte. Am Hauptbahnhof wurden wir dann von meiner Schwester empfangen, die sich sehr tränenreich über die Rückkehr ihrer Tochter freute.



Bevor es für die beiden nach Hause ging, wurden Levi, Genia und ich noch daheim abgesetzt.


Da Levi auch bald zu seiner Mutter dufte/wollte/musste, war es aber vorher noch schnell Zeit, ein neues Fähnchen in seine Reisekarte zu stecken! Damit war für uns alle auch diese Reise beendet...


Fazit:

Island ist ein absolut großartiges Ziel! Wie so oft hätten wir gerne ein paar Tage mehr Zeit gehabt. Gerade die einsamsten Gegenden ganz im Nordwesten der sog. Westfjorde musste wir daher komplett auslassen. Aber auch ohne diesen Abstecher haben wir einfach wunderschöne, atemberaubende Landschaften gesehen. Besondere Highlights waren natürlich die zahlreichen beeindruckenden Wasserfälle, dann die sichtbaren vulkanischen Aktivitäten überall auf der Insel. Ob nun in Form von Geysiren, stinkende Rauchsäulen oder aber heiße Quellen zum Baden. Natürlich war auch die Wal-Tour sehr beeindruckend, große Buckelwale mal so aus der Nähe zu sehen oder die Begehung einer Lava-Röhre. Aber auch die auf den ersten Blick unspektakuläre Weiten im Norden der Insel haben eine beeindruckende Schönheit. 
Auffällig sind die Unterschiede bei der Besucheranzahl. Im Bereich des Golden Circles im Südwesten der Insel, also alles in Tagesreichweite der Hauptstadt sind die meisten "Attraktionen" auch ganz gut besucht. Abseits davon sieht die Sache ganz anders aus. Deutlich weniger Besucher, an vielen Stellen ist man auch mal alleine.
Zum Mietwagen: So ein Modell mit etwas mehr Bodenfreiheit ist wirklich ganz sinnvoll. Auch wenn wohl alle unsere Strecken mit "normalen" Autos befahrbar sind, so hätte ich manche Pisten mit sowas eher ungerne unter die Räder genommen bzw. es hätte deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen. Begeistert haben mich zudem die bei unserem Auto verbauten Spike-Reifen. Beeindruckend, wie die auf Schnee/Matsch spuren!
Ich kann mir wirklich sehr gut vorstellen, hier noch einmal herzukommen, vielleicht sogar mal mit dem Motorrad, um dann noch deutlich einsamere Stellen im Inselinneren zu besuchen.

Zusammenfassend: Ein Reiseziel, welches einfach begeistert! 


Hier abschließend noch einmal die Links zu jedem einzelnen Tag:
Island - Oktober 2019, Tag 010203040506070809, 10)

Donnerstag, 5. November 2020

Indian FTR1200 Carbon

Als letzte Testmaschine meiner "Amerika Trilogie" hatte ich schließlich noch eine Indian am Start.
Dieses Mal (nach Harley Fat Bob und Indian Challenger) allerdings ein Modell, welches ich persönlich schon wahrgenommen und interessant fand, bevor es bei mir auf dem Hof stand:
Die FTR 1200. Konkret sogar in der edlen Carbon-Version!


Eine wirklich komplett eigenständige Maschine, die sich optisch von jedem anderen Motorrad abhebt. Bei meinem ersten Kontakt in "freier Wildbahn" musste ich unwillkürlich stehen bleiben und nachschauen, was ich da vor mir habe. Dieses Modell ist ja doch eher selten zu finden.



Das Modell entstammt aus den Ahnen der amerikanischen Sandbahnrennen, die dort eingesetzten Rennmaschinen nennt man Flat Tracker. Genau dafür steht auch das Kürzel FTR.
Um seinen Wurzeln gerecht zu werden, sind auch extra für dieses Modell gefertigte Reifen von Dunlop aufgezogen, deren Profil an den Rennreifen angelehnt sind.


Historisch hin oder her, natürlich ist die FTR auf dem aktuellen Stand der Technik, dazu zählt heute auch ein konfigurierbares TFT-Display. Das kann Indian ziemlich gut, auch mit Touch-Bedienung!


Und da auf einem Karbontank (eigentlich eine Tankattrappe) kein Magnet-Tankrucksack hält, hatte ich passenderweise noch eine Retro-Tasche samt Halterung aus dem Programm von SW-Motech dabei. So konnte ich mir die FTR dann eine ganze Woche lang etwas genauer ansehen und ausprobieren!

Ob die Indian nicht nur optisch sondern auch im praktischen Einsatz was her macht, könnt ihr 
auf motolifestyle.de genauer nachlesen!

Dienstag, 3. November 2020

Island 2019 - Tag 10

==> Zurück zu Tag 9 <==

Hier meine Fotos vom zehnten Tag:



Montag, der 21.10.

Nach einer wunderbaren Nacht in unseren kuscheligen Zimmern waren wir schon am letzten ganzen Tag auf dieser tollen Insel angekommen. 
Der Morgen empfing uns deutlich freundlicher als der Vortag. Es war zumindest trocken. So machten wir uns fertig und gingen runter in den Essbereich, um uns das Frühstück zu machen.



Kurz darauf kamen auch noch die beiden anderen Gäste, die erst spät am Vorabend angereist waren. Es handelte sich um Mutter & Tochter aus Leipzig. Wir kamen etwas ins Plaudern und dabei kam heraus, dass die Tochter auch überlegt, für einige Monate hier auf Island auf einem Pferdehof zu jobben und gerade die Möglichkeiten abklopft. Da erzählten wir natürlich von "unserem Ponyhof", auf dem wir einige Tage vorher waren. Dann packten wir zusammen und räumten unsere Sachen ins Auto. Es war zwar trocken aber doch sehr frisch an diesem Morgen.
Als erstes wollten wir den Besuch der nahen Wasserfälle nachholen, welchen wir am Vortag wegen des unschönen Wetters verschoben hatten. Es waren nur wenige Kilometer die Straße zurück, um bei den beiden Wasserfällen Hraunfossar und Barnafoss anzukommen. Der Parkplatz befindet sich zudem in unmittelbarer Nähe.



Diese beiden Wasserfälle liegen direkt beieinander, der sehr breite Hraunfossar leitet sich vom isländischen Wort für Lava (Hraun) ab, weil hier auf insgesamt 700m Breite insgesamt in über hundert kleinen Teil-Fällen Wasser seitlich aus dem Lavaboden in den Fluss Hvítá fällt. Das Wasser kommt somit augenscheinlich direkt aus der Lava heraus. 


Von der Aussichtsplattform habe ich dann auch noch ein Panoramabild gemacht.


Das Wasser stammt aber aus der gleichen Quelle wie der Fluss selber (dem Langjökull-Gletscher), es handelt sich um einen kleinen Seitenarm, der einige Kilometer Flussaufwärts abzweigt und dort durch den porösen Boden sickert, um auf einer wasserdichten Schicht weiter zu fließen. Hier tritt das ganze Wasser dann auf breiter Front wieder zutage und fließt zurück in den ursprünglichen Fluss.


Direkt oberhalb des Hraunfossar fließt der Hvítá dann durch einen felsigen Bereich mit mehreren Engstellen und Stufen, dadurch entstand der Barnafoss. Auch hier machte ich ein Panoramabild.


Zu diesem Wasserfall gibt es (wie bei vielen Dingen hier auf der Insel) eine kleine Entstehungslegende, neben dieser ist vor allem ein Durchflussloch interessant, wo ein Großteil des Wasser durch strömt und dadurch eine Art Wasserdüse entsteht, durch das eine enorme Strömgeschwindigkeit erreicht wird.


Nachdem wir alles schon vom Boden bzw. den Aussichts-Balkonen angeschaut hatten, habe ich dann auch noch die Anafi in die Luft geschickt. Das Wetter ließ das endlich wieder zu. Zudem ist das hier keiner der besonderen Touri-Hotspots, an denen es gewöhnlich ein Flugverbot gibt.




Schließlich habe ich noch ein kleines Video gemacht, vom Barnafoss startend bis zum Ende des Hraunfossar. Leider war die Drehschwindigkeit um die eigene Achse etwas flott eingestellt, aber nunja.


Nachdem wir alles gesehen hatten, ging es wieder zurück auf der Straße, von wo wir gekommen waren. Wir wollten weiter über das Kaldidalur, ein Hochlandtal. Die ganze Ebene wird durch die Straße 550, den Kaldadalsvegur, erschlossen. Diese Straße wird auch gerne "Hochland für Anfänger" genannt, weil es hier keine Furten zu durchqueren gibt. 


Theoretisch ist die Strecke auch mit einem normalen Wagen zu befahren, etwas geländetauglicher (also vor allem in Sachen Bodenfreiheit!) ist aber sicher angebracht.


Recht schnell ging es auch etwas in die Höhe und angesichts der Witterung wurden die zunächst feuchten Straßen dann auch schnell weiß. Aber solange es Spuren gibt, weiß man zumindest, wo es weiter geht. Mit Winterreifen samt Spikes alles kein Thema.
Es ging langsam immer weiter hoch, die "Passhöhe liegt bei der Straße auf 720m. Klingt nach wenig, aber durch die Lage hier im weit Norden (ähnlich wie z.B. auch in Norwegen) ist das Klima dadurch Hochalpin.


Schließlich stießen wir dann an einer Abfahrt auf Hinweisschilder, die wir nicht lesen konnten, die aber auch so verständlich wirkten. Es schien auf dem Weg nicht weiter zu gehen. Auch wenn die aktuelle Streckensituation noch gut befahrbar war, so geht die Straße ja noch dutzenden Kilometer weiter und ohne Grund werden die Schilder hier nicht stehen. der Google Übersetzer machte es dann auch noch einmal in unserer Sprache deutlich.


Der Abzweig hier führte auch nicht wirklich zum Ziel, da der Weg noch deutlich kleiner war und zudem in die vollkommen falsche Richtung ging. Also hieß es für uns: Wieder zurück. 


Statt der direkten Strecke von 40km standen nun also der Umweg mit gut 83km auf dem Programm. Auf der anderen Seite angekommen konnten wir uns zumindest vergewissern, dass die Strecke auch von dieser Seite gesperrt war. Obwohl hier noch weniger eine Unpassierbarkeit erkennbar war.


Für uns ging es nun weiter auf der ursprünglich geplanten Routen, wir kamen nun aus Richtung Norden wieder zur Kontinentalspalte zurück, die wir schon am zweiten Tag besucht hatten. Hier machten wir noch einmal einen Halt, bevor wieder auf die Hauptstraße und den Hotsports für Touristen angekommen waren. Das Wetter passte dort auch gerade. Es war längere Zeit unterwegs wieder nass und trüb, aber hier kam passend die Sonne heraus!



Es wehte allerdings ein recht eisiger Wind., weshalb Genia dann nach kurzer Zeit zurück zum Auto ging. Wir verbliebenen drei gingen dann noch einmal bis zur Spalte und genossen den Anblick.



Die Fläche auf dem Weg dorthin war nur spärlich mit Sträuchern bewachsen, dafür aber der Boden mit einer extrem festen und dicken Schicht aus Moos. Jeder Schritt wurde hier abgefedert, man lief etwas wie aus einer Mischung aus Tartanbahn und Trampolin. Schon witzig...
Wir fuhren noch ein Stückchen weiter zum Besucherzentrum, dort machten wir eine kleine Pause, auch um mal auf die Toilette gehen zu können. Direkt am Parkplatz wurden wir mit einem schönen Regenbogen empfangen.


Von hier ging es dann weiter, wieder am großen See Þingvallavatn vorbei, nun aber auf der westlichen Seite. Die Straße führt allerdings etwas abseits des Sees durch die Hügellandschaft. Immer wieder wechselten sich Sonne und bedeckter Himmel ab, auf jeden Fall gab es immer tolle An- und Ausblicke zu genießen.



Wir umfuhren dann auf Nebenstraßen den Großraum Reykjavík und näherten uns dann langsam wieder der südlichen Küste.



Auf dem Weg eben dorthin kamen wir dann an einer großen Anlage zur Trocknung von Fischen vorbei. Also große Holzgestelle, auf denen tausende von Fischen aufgehängt waren, um an der Luft zu trocknen. Dort mussten wir natürlich noch einen Stopp einlegen, um uns das mal etwas genauer anzusehen.



Ich sag es mal so: Für die Nase war das schon ein etwas anstrengendes Erlebnis. Sonderlich empfindlich darf man nicht sein, wenn man diesen Trockengestellen näher kommt.



Wobei es auch stark darauf ankommt, wann die Fische aufgehängt wurden. Einige Bereiche hingen definitiv schon länger, die Fische waren schon ziemlich ausgetrocknet. Andere hingen wohl erst seit wenigen Tagen, die vermoderten gerade noch ganz frisch, was auch noch viele Vögel anlockte. Nach diesem Erlebnis für die Sinne ging es weiter.
Auf dem Weg zur Südseite der Reykjanesskagi kamen wir am See Kleifarvatn vorbei, der uns zugleich mit einer tollen Aussicht mit wunderschönem nachmittäglichen Sonnenlicht empfing. Der See ist rundherum von Bergen eingerahmt.



Der Wasserspiegel des Sees schwankt recht regelmäßig wegen der zahlreichen vulkanischen Aktivitäten in diesem Gebiet. Bis zum Jahr 200 war der See bis etwa 97m tief, danach fing das Wasser an zu "versickern". Die Fläche verringerte sich um etwa ein Fünftel, bis der Wasserspiegel danach wieder langsam stieg. Es scheint wohl ein immer wiederkehrendes Phänomen hier zu sein. An der Südküste selber machten wir dann noch kurz vor dem Sonnenuntergang einen abschließenden Stopp am Meer.



Unser Parkplatz am Ende der Stichstraße lag noch etwas vom Strand entfernt, so dass wir schön die Aussicht genießen konnten auf dem Weg runter zum Meer. Auf dem Sandweg waren auch diverse Spuren zu sehen, hier wird wohl öfters auch hinter dem Parkplatz noch gefahren. Für unseren SUV für meinen Geschmack etwas viel Sand und grobe Steine



Als wir direkt an der Küste unseren Blick übers Meer streifen ließen, wurde das regelmäßige Rauschen durch Motorengeräusche übertönt. Eine Gruppe mit Quads fuhr über die Wegen. Mit sehr breiten Reifen kamen die natürlich prima durch den Sand und das gröberen Geröll.


Es schien sich um eine geführte Tour zu handeln, solche Angebote hatten wir schon öfters bei unserer Inselumrundung gesehen. Ein kleines Video machte ich davon auch noch.


Schließlich gingen wir zurück zum Wagen und fuhren nun in der aufkommenden Dunkelheit weiter Richtung Reykjanesbær, wo unser letztes Quartier lag. Die Stadt liegt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Keflavík, von dem am nächsten Morgen unser Rückflug starten soll. Wir übernachteten im Bergás Guesthouse am nördlichen Rand der Stadt.



Wir bezogen unser ziemlich großes Familienzimmer und richtetet uns ein. Dann war zunächst etwas Entspannen angesagt und schließlich suchten wir uns dann ein Restaurant, wo wir unser letztes Abendessen auf Island einnehmen. Unsere Wahl fiel schließlich auf das Malai-Thai, wie der Name schon verrät ein thailändisches Restaurant. 



Hier war man allerdings offen für ein breites Spektrum asiatischer Genüsse, so dass wir alle problemlos etwas in der Karte fanden und es uns allen prima geschmeckt hat. Nach der Stärkung ging es zurück zum Hotel. Da es sich draußen inzwischen aufgeklart hatte und zudem auch die Polarlicht-App mittelstarke Sonnenaktivität versprach, gab Genia noch einmal alles, um doch noch dieses wunderschöne Phänomen am Himmel rund um die Polargebiete zu sehen.
Bisher hatten wir da leider kein Glück. Anfangs war die Sonnenaktivität ganz OK, aber es war dann immer bedeckt. Im Norden der Insel hatten wir oft wunderschönen, klaren Himmel aber dazu fast Null Sonnenaktivität, die Voraussetzung für das Lichtspektakel.
Immer wieder ging sie raus in die Kälte, um dann durchgefroren zurück ins Zimmer zu kommen. Schließlich hatten wir dann doch noch etwas Glück! Genia kam ins Zimmer gerannt und meinte, sie könne etwas sehen. Also machten wir schnell das Licht aus und gingen an die Fenster. 
Ganz leicht war diese grüne Himmelsverfärbung am Nordhimmel zu sehen, passend zur Lage unseres Zimmers.
Leider war es wirklich nur sehr schwach, die berühmten wabernde Lichtwellen bekamen wir nicht zu Augen. Auch zum Fotografieren war die Ausprägung leider zu schwach. Aber, immerhin. Polarlichter konnten wir abhaken, wenn auch bei weitem nicht so toll wie erhofft. So konnten wir zumindest etwas zufrieden ins Bett gehen.

Die gefahrene Strecke:
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