Dienstag, 3. November 2020

Island 2019 - Tag 10

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Hier meine Fotos vom zehnten Tag:



Montag, der 21.10.

Nach einer wunderbaren Nacht in unseren kuscheligen Zimmern waren wir schon am letzten ganzen Tag auf dieser tollen Insel angekommen. 
Der Morgen empfing uns deutlich freundlicher als der Vortag. Es war zumindest trocken. So machten wir uns fertig und gingen runter in den Essbereich, um uns das Frühstück zu machen.



Kurz darauf kamen auch noch die beiden anderen Gäste, die erst spät am Vorabend angereist waren. Es handelte sich um Mutter & Tochter aus Leipzig. Wir kamen etwas ins Plaudern und dabei kam heraus, dass die Tochter auch überlegt, für einige Monate hier auf Island auf einem Pferdehof zu jobben und gerade die Möglichkeiten abklopft. Da erzählten wir natürlich von "unserem Ponyhof", auf dem wir einige Tage vorher waren. Dann packten wir zusammen und räumten unsere Sachen ins Auto. Es war zwar trocken aber doch sehr frisch an diesem Morgen.
Als erstes wollten wir den Besuch der nahen Wasserfälle nachholen, welchen wir am Vortag wegen des unschönen Wetters verschoben hatten. Es waren nur wenige Kilometer die Straße zurück, um bei den beiden Wasserfällen Hraunfossar und Barnafoss anzukommen. Der Parkplatz befindet sich zudem in unmittelbarer Nähe.



Diese beiden Wasserfälle liegen direkt beieinander, der sehr breite Hraunfossar leitet sich vom isländischen Wort für Lava (Hraun) ab, weil hier auf insgesamt 700m Breite insgesamt in über hundert kleinen Teil-Fällen Wasser seitlich aus dem Lavaboden in den Fluss Hvítá fällt. Das Wasser kommt somit augenscheinlich direkt aus der Lava heraus. 


Von der Aussichtsplattform habe ich dann auch noch ein Panoramabild gemacht.


Das Wasser stammt aber aus der gleichen Quelle wie der Fluss selber (dem Langjökull-Gletscher), es handelt sich um einen kleinen Seitenarm, der einige Kilometer Flussaufwärts abzweigt und dort durch den porösen Boden sickert, um auf einer wasserdichten Schicht weiter zu fließen. Hier tritt das ganze Wasser dann auf breiter Front wieder zutage und fließt zurück in den ursprünglichen Fluss.


Direkt oberhalb des Hraunfossar fließt der Hvítá dann durch einen felsigen Bereich mit mehreren Engstellen und Stufen, dadurch entstand der Barnafoss. Auch hier machte ich ein Panoramabild.


Zu diesem Wasserfall gibt es (wie bei vielen Dingen hier auf der Insel) eine kleine Entstehungslegende, neben dieser ist vor allem ein Durchflussloch interessant, wo ein Großteil des Wasser durch strömt und dadurch eine Art Wasserdüse entsteht, durch das eine enorme Strömgeschwindigkeit erreicht wird.


Nachdem wir alles schon vom Boden bzw. den Aussichts-Balkonen angeschaut hatten, habe ich dann auch noch die Anafi in die Luft geschickt. Das Wetter ließ das endlich wieder zu. Zudem ist das hier keiner der besonderen Touri-Hotspots, an denen es gewöhnlich ein Flugverbot gibt.




Schließlich habe ich noch ein kleines Video gemacht, vom Barnafoss startend bis zum Ende des Hraunfossar. Leider war die Drehschwindigkeit um die eigene Achse etwas flott eingestellt, aber nunja.


Nachdem wir alles gesehen hatten, ging es wieder zurück auf der Straße, von wo wir gekommen waren. Wir wollten weiter über das Kaldidalur, ein Hochlandtal. Die ganze Ebene wird durch die Straße 550, den Kaldadalsvegur, erschlossen. Diese Straße wird auch gerne "Hochland für Anfänger" genannt, weil es hier keine Furten zu durchqueren gibt. 


Theoretisch ist die Strecke auch mit einem normalen Wagen zu befahren, etwas geländetauglicher (also vor allem in Sachen Bodenfreiheit!) ist aber sicher angebracht.


Recht schnell ging es auch etwas in die Höhe und angesichts der Witterung wurden die zunächst feuchten Straßen dann auch schnell weiß. Aber solange es Spuren gibt, weiß man zumindest, wo es weiter geht. Mit Winterreifen samt Spikes alles kein Thema.
Es ging langsam immer weiter hoch, die "Passhöhe liegt bei der Straße auf 720m. Klingt nach wenig, aber durch die Lage hier im weit Norden (ähnlich wie z.B. auch in Norwegen) ist das Klima dadurch Hochalpin.


Schließlich stießen wir dann an einer Abfahrt auf Hinweisschilder, die wir nicht lesen konnten, die aber auch so verständlich wirkten. Es schien auf dem Weg nicht weiter zu gehen. Auch wenn die aktuelle Streckensituation noch gut befahrbar war, so geht die Straße ja noch dutzenden Kilometer weiter und ohne Grund werden die Schilder hier nicht stehen. der Google Übersetzer machte es dann auch noch einmal in unserer Sprache deutlich.


Der Abzweig hier führte auch nicht wirklich zum Ziel, da der Weg noch deutlich kleiner war und zudem in die vollkommen falsche Richtung ging. Also hieß es für uns: Wieder zurück. 


Statt der direkten Strecke von 40km standen nun also der Umweg mit gut 83km auf dem Programm. Auf der anderen Seite angekommen konnten wir uns zumindest vergewissern, dass die Strecke auch von dieser Seite gesperrt war. Obwohl hier noch weniger eine Unpassierbarkeit erkennbar war.


Für uns ging es nun weiter auf der ursprünglich geplanten Routen, wir kamen nun aus Richtung Norden wieder zur Kontinentalspalte zurück, die wir schon am zweiten Tag besucht hatten. Hier machten wir noch einmal einen Halt, bevor wieder auf die Hauptstraße und den Hotsports für Touristen angekommen waren. Das Wetter passte dort auch gerade. Es war längere Zeit unterwegs wieder nass und trüb, aber hier kam passend die Sonne heraus!



Es wehte allerdings ein recht eisiger Wind., weshalb Genia dann nach kurzer Zeit zurück zum Auto ging. Wir verbliebenen drei gingen dann noch einmal bis zur Spalte und genossen den Anblick.



Die Fläche auf dem Weg dorthin war nur spärlich mit Sträuchern bewachsen, dafür aber der Boden mit einer extrem festen und dicken Schicht aus Moos. Jeder Schritt wurde hier abgefedert, man lief etwas wie aus einer Mischung aus Tartanbahn und Trampolin. Schon witzig...
Wir fuhren noch ein Stückchen weiter zum Besucherzentrum, dort machten wir eine kleine Pause, auch um mal auf die Toilette gehen zu können. Direkt am Parkplatz wurden wir mit einem schönen Regenbogen empfangen.


Von hier ging es dann weiter, wieder am großen See Þingvallavatn vorbei, nun aber auf der westlichen Seite. Die Straße führt allerdings etwas abseits des Sees durch die Hügellandschaft. Immer wieder wechselten sich Sonne und bedeckter Himmel ab, auf jeden Fall gab es immer tolle An- und Ausblicke zu genießen.



Wir umfuhren dann auf Nebenstraßen den Großraum Reykjavík und näherten uns dann langsam wieder der südlichen Küste.



Auf dem Weg eben dorthin kamen wir dann an einer großen Anlage zur Trocknung von Fischen vorbei. Also große Holzgestelle, auf denen tausende von Fischen aufgehängt waren, um an der Luft zu trocknen. Dort mussten wir natürlich noch einen Stopp einlegen, um uns das mal etwas genauer anzusehen.



Ich sag es mal so: Für die Nase war das schon ein etwas anstrengendes Erlebnis. Sonderlich empfindlich darf man nicht sein, wenn man diesen Trockengestellen näher kommt.



Wobei es auch stark darauf ankommt, wann die Fische aufgehängt wurden. Einige Bereiche hingen definitiv schon länger, die Fische waren schon ziemlich ausgetrocknet. Andere hingen wohl erst seit wenigen Tagen, die vermoderten gerade noch ganz frisch, was auch noch viele Vögel anlockte. Nach diesem Erlebnis für die Sinne ging es weiter.
Auf dem Weg zur Südseite der Reykjanesskagi kamen wir am See Kleifarvatn vorbei, der uns zugleich mit einer tollen Aussicht mit wunderschönem nachmittäglichen Sonnenlicht empfing. Der See ist rundherum von Bergen eingerahmt.



Der Wasserspiegel des Sees schwankt recht regelmäßig wegen der zahlreichen vulkanischen Aktivitäten in diesem Gebiet. Bis zum Jahr 200 war der See bis etwa 97m tief, danach fing das Wasser an zu "versickern". Die Fläche verringerte sich um etwa ein Fünftel, bis der Wasserspiegel danach wieder langsam stieg. Es scheint wohl ein immer wiederkehrendes Phänomen hier zu sein. An der Südküste selber machten wir dann noch kurz vor dem Sonnenuntergang einen abschließenden Stopp am Meer.



Unser Parkplatz am Ende der Stichstraße lag noch etwas vom Strand entfernt, so dass wir schön die Aussicht genießen konnten auf dem Weg runter zum Meer. Auf dem Sandweg waren auch diverse Spuren zu sehen, hier wird wohl öfters auch hinter dem Parkplatz noch gefahren. Für unseren SUV für meinen Geschmack etwas viel Sand und grobe Steine



Als wir direkt an der Küste unseren Blick übers Meer streifen ließen, wurde das regelmäßige Rauschen durch Motorengeräusche übertönt. Eine Gruppe mit Quads fuhr über die Wegen. Mit sehr breiten Reifen kamen die natürlich prima durch den Sand und das gröberen Geröll.


Es schien sich um eine geführte Tour zu handeln, solche Angebote hatten wir schon öfters bei unserer Inselumrundung gesehen. Ein kleines Video machte ich davon auch noch.


Schließlich gingen wir zurück zum Wagen und fuhren nun in der aufkommenden Dunkelheit weiter Richtung Reykjanesbær, wo unser letztes Quartier lag. Die Stadt liegt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Keflavík, von dem am nächsten Morgen unser Rückflug starten soll. Wir übernachteten im Bergás Guesthouse am nördlichen Rand der Stadt.



Wir bezogen unser ziemlich großes Familienzimmer und richtetet uns ein. Dann war zunächst etwas Entspannen angesagt und schließlich suchten wir uns dann ein Restaurant, wo wir unser letztes Abendessen auf Island einnehmen. Unsere Wahl fiel schließlich auf das Malai-Thai, wie der Name schon verrät ein thailändisches Restaurant. 



Hier war man allerdings offen für ein breites Spektrum asiatischer Genüsse, so dass wir alle problemlos etwas in der Karte fanden und es uns allen prima geschmeckt hat. Nach der Stärkung ging es zurück zum Hotel. Da es sich draußen inzwischen aufgeklart hatte und zudem auch die Polarlicht-App mittelstarke Sonnenaktivität versprach, gab Genia noch einmal alles, um doch noch dieses wunderschöne Phänomen am Himmel rund um die Polargebiete zu sehen.
Bisher hatten wir da leider kein Glück. Anfangs war die Sonnenaktivität ganz OK, aber es war dann immer bedeckt. Im Norden der Insel hatten wir oft wunderschönen, klaren Himmel aber dazu fast Null Sonnenaktivität, die Voraussetzung für das Lichtspektakel.
Immer wieder ging sie raus in die Kälte, um dann durchgefroren zurück ins Zimmer zu kommen. Schließlich hatten wir dann doch noch etwas Glück! Genia kam ins Zimmer gerannt und meinte, sie könne etwas sehen. Also machten wir schnell das Licht aus und gingen an die Fenster. 
Ganz leicht war diese grüne Himmelsverfärbung am Nordhimmel zu sehen, passend zur Lage unseres Zimmers.
Leider war es wirklich nur sehr schwach, die berühmten wabernde Lichtwellen bekamen wir nicht zu Augen. Auch zum Fotografieren war die Ausprägung leider zu schwach. Aber, immerhin. Polarlichter konnten wir abhaken, wenn auch bei weitem nicht so toll wie erhofft. So konnten wir zumindest etwas zufrieden ins Bett gehen.

Die gefahrene Strecke:
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