Montag, 11. Juli 2011

Die Rückkehr der Ténéré - Teil 2

OK, der Titel ist eigentlich schon etwa lächerlich. Teil 1 datiert vom 10. Februar (immerhin diesen Jahres!) und da war dann doch eigentlich eine etwas schnellere Fortsetzung angedacht.
Aber wie so oft, kam wieder alles anders. Das nebenbei auch wieder die Zeit ein Flaschenhals war, brauche ich wohl kaum noch zu erwähnen. Also, was ist seitdem geschehen?

Das Wichtigste zuerst: Nein, die Ténéré läuft immer noch nicht. :-(
Die letzte (hier beschriebene) Idee war, dem festsitzenden Krümmer über den "langen Hebel" des Endschalldämpfers zu Leibe zu rücken. Leider scheiterte auch das Unterfangen an mindestens einer vollkommen festgerosteten Schraube. Im Endeffekt stellte sich nun heraus, dass ich entweder die Auspuffanlage abreisse und dabei sicherlich teilweise bis ganz zerstöre, oder aber es musste ein anderer Weg gefunden werden.
Ich war frustriert und der Bock stand daher auch erst wieder ein paar Wochen in der Ecke. Bei der nächsten Begutachtung zwecks neuem Lösungsweg kam ich dann zum linken Motordeckel, genau genommen der Genereatordeckel. Also die linke Abdeckung des Motorbereichs, hinter der sich neben der Anschlusswelle des Anlassers u.a. auch die Lichtmaschine befindet.
Die Idee war nun, den Anlasser wie gehabt von der Rückseite (also hinter dem Krümmer) zu lösen und dann besagten Motordeckel abzunehmen, um den Starter eben auf dieser Seite zu entnehmen.

Krümmerseite und der linke Motordeckel (alte Fotos):
 

Irgendwann an einem Wochenendetag war es dann soweit. Da sich bei Motorrädern hinter solchen Deckeln in der Regel Öl befindet, verbietet sich die Öffnung im Stehen von selber (zumindest, wenn man nicht vorher das Öl ablässt, was ich nicht vor hatte). Daher kontrollierte ich den Kühlkreislauf auf Dichtigkeit (Ausgleichsbehälter inkl. Überlaufschlauch), löste die Befestigungsschrauben des Anlassers und legte das Mopped vorsichtig auf die rechte Seite.

Das alles hatte ich sogar fotografisch festgehalten, aber ich finde die Fotos nicht mehr. :-/
Nun gut, die werde ich noch nachreichen (s. weiter unten). Also flott alle Schrauben freigelegt. Dafür musste das untere Schutzblech, die Ritzelabdeckung und auch noch der kleine Deckel am Anlasser selber weichen. Als dann alles gelöst war waren noch ein paar kleine "Überzeugungsschläge" mit dem Holzgriff des Hammers nötig, bis der gesamte Deckel sich vom Motorblock löste.
Dann war es auch noch einiges an Fummelei, bis der alte Anlasser aus dem Anschluss herausgefummelt und das Anschlusskabel vom Starterrelais entfernt war.
Danach mit Hilfe meines Nachbarn Heiko (besten Dank an dieser Stelle) den neuen Anlasser an die richtige Stelle gefummelt und das Anschlusskabel wieder angeschlossen. Als nächstes musste der Deckel wieder auf das Motorgehäuse, beim entfernen fiel mir allerdings schon auf, dass die Dichtung nicht mehr in einem Stück vorhanden war.
Also die Dichtungsteile so gut es geht wieder an ihre Stellen gelegt, den Deckel geschlossen und verschraubt.
So weit, so gut. Als nächstes den Bock wieder aufgerichtet und geschaut, ob sich evtl. Öl am Gehäuse zeigt.
Das war nicht der Fall, allerdings hat die Ténéré auch eine Trockensumpfschmierung, somit steht nicht permanent größere mengen an Öl unten im Gehäuse (im Gegensatz zur Hornet mit ihrer Nasssumpfschmierung).
Als nächstes war dann ein erster Test angesagt. Also mal die Zündung anstellen. Die Neutral-Kontrolllampe glimmte doch etwas sehr ärmlich vor sich hin, die Batterie war ja nach wie vor ungeladen.
Also den Wagen rangeholte und den Akku überbrückt. Sofort war auch die Bordelektrik am Start und der Test konnte Starten. Ein kurzer Druck auf das Anlasserknöpfchen produzierte allerdings nur ein leises Brrritzzzz aus der Batterieumgebung.
Kurz nochmal alles checken, Starterrelais mit einigen kleinen Schlägen des Hammerstils überzeugen und noch einmal.
Nun war in der Tat etwas zu hören... allerdings nur das Klackern des Starterrelais. Das kennt man eigentlich nur, wenn die Batterie zu schwach ist um den Anlasser zu drehen. Das sollte dank Überbrückung und laufendem Automotor aber sicherlich nicht der Fall sein.
Zwei weitere kurze Versuche brachten keine neue Erkenntnis, außer dass die Überbrückungskabel ordentlich warm wurden. Am mangelden Stromfluss konnte es also nicht liegen....
Irgend etwas stimmte also mit dem "neuen" Anlasser nicht und bei mir machte sich etwas Frustration breit: So ein Mist aber auch.... Anlasser im Ar***. Damit war auch für diesen Tag Ende.
Es gab ja nur 2 Möglichkeiten: Entweder ist die Elektrik des Starters hinüber oder aber mechanisch klemmte etwas, innerhalb oder außerhalb des kleinen Motörchens, so dass dieser sich nicht drehen konnte.
Da ich außerhalb eigentlich ausschließen wollte (so viel kann man da nicht falsch machen), war meiner Meinung nach der Starter hinüber. Tolle Wurst, ich war bedient....

Ein paar Tage später fand ich durch Zufall dann einen weiteren Anlasser bei eBay, als Auktion mit knapp 25€ Startgebot. Lief schon einige Tage und bisher ohne Gebot. Ab und zu muss man halt auch mal Glück haben und so bekam ich das Teil zum Startgebot.... ein Schnäppchen.
Nachdem der Paketbote das erneute Ersatzteil geliefert hatte wollte ich auf jeden Fall zunächst einen Test machen. Also mal "flott" den Anlasser an die Autobatterie. :-D
Naja, angesichts des recht massiven Anschlusskabel blitze es auch wie erwartet ordentlich. Keine wirkliche Empfehlung, sowas auf diese Art und Weise zu testen. Aber immerhin: Er drehte sich... :-)
Irgendwann (es gingen sicher wieder 2 Wochen ins Land) sollte ich nun also dazu kommen, auch diesen Anlasser einzubauen. Die Vorgehensweise kannte ich ja nun zumindest schon und so ging es dieses mal auch deutlich flotter von der Hand. Durch die erneute Öffnung des Gehäuses wurde die Dichtung natürlich auch nicht besser, aber immerhin verlief der Austausch nun geschmeidiger.
Nachdem das vollbracht war verschraubte ich alles wieder und stellte den Hobel wieder auf den Seitenständer. Den kleinen Deckel mit dem Zahnrad vom Anlasser zum Motor selber ließ ich nun aber erst einmal offen, Schritt für Schritt war die Devise!
Zündung an.... nix! Das arme Glimmen vom letzten Versuch bleib dieses mal auch weg, also den Wagen, der natürlich längst bereit stand, als Stromquelle angeschlossen.
Zündung an, tiefer Atemzug und der Druck auf das Knöpfchen...... ein eiliges Surren war zu vernehmen. Aha, er dreht sich! :-)
Als nächstes dann das Zahnrad an seine Stelle fummeln und den kleinen Deckel schließen. Danach gleich nochmal: Zündung an und Knopfchen..... Er dreht, der Motor dreht!
Das ich das noch erleben durfte! Jetzt wurde auch gleich die Dichtung zum Thema. Der Motor wurde ja nun fröhlich vom Anlaser gedreht und sogleich spritze Öl aus dem Übergang von Deckel zu Gehäuse. OK, das war jetzt nicht wirklich ein Wunder. Ich war ja schon heilfroh, dass überhaupt der Motor wieder bewegt wurde.



Am folgenden Tag fand ich auch gleich einen Online-Händler für Ersatzteile, dort bestellte ich die passende (so hoffe ich zumindest!) Dichtung und auch noch einen neuen Ölfilter.
Wenn der Bock wieder in Ordnung sein sollte, ist auch langsam mal ein richtiger Ölwechsel fällig!

So ist nun der aktuelle Stand der Dinge, ich warte auf meine Lieferung und dann wird es ganz sicher auch deutlich schneller weiter gehen mit:

Die Rückkehr der Ténéré - Teil 3

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