Freitag, 6. März 2020

Irland 2019 - Tag 11


Hier zunächst die Fotos vom elften Tag:



Dienstag, der 03.09.

Da wir an diesem Tag eine ganz ordentliche Strecke zu absolvieren hatten, standen wir nicht so spät auf, packten schon etwas zusammen und gingen dann zum Frühstücken. Auch das Buffet war deutlich über dem Niveau, was wir sonst so hier bekamen. Ab und an etwas Luxus ist auch gar nicht so schlecht. Danach packten wir den Rest zusammen, checkten aus und rollten unsere Koffer via Fahrstuhl direkt ins Parkhaus. Dann ging es auch schon los, den ganzen Tag sollte es grob Richtung Nordwesten gehen, unser Tagesziel war Derry (offiziell Londonderry) in Nordirland. Es ist die zweitgrößte Stadt in diesem nördlichen, zum Vereinten Königreich gehörenden, Teil der irischen Insel und zudem sicherlich die geschichtsträchtigsten in der jüngeren Vergangenheit.
Unseren ersten Stopp auf der Fahrt machten wir dann in Sligo, an der gleichnamigen Klosterruine mitten in der Stadt. Diese war nicht frei (also gratis) zugänglich, aber da bei Ruinen ja oft diverse Mauern fehlen oder Öffnungen haben, konnte man auch vom Zaun um das Gelände ganz gut einige Blicke hinein werfen.




Diesem Bau wurde öfters übel mitgespielt, ein Feuer vernichtete das Gebäude 1414, 1595 durch einen Krieg zerstört und dann noch einmal während eines Aufstandes.
Für uns ging es nach ein paar Minuten aber weiter, der nächste Stopp war nicht weit entfernt nahe der kleinen Ortschaft Drumcliff. Der konkrete Ort war die St. Columba's Church. Das besondere hier ist weniger die Kirche, sondern das seit 1948 davor befindliche Grab des Schriftstellers William Butler Yeats.




Schön war hier in der Gegend auch wieder die Landschaft, allerdings hingen die Wolken heute auch recht tief. Die kleinen Berge der näheren Umgebung verschanden oben herum schon in diesen.



Wir waren schon etwas gespannt, wie lange es wohl noch trocken bleiben sollte und machten uns wieder auf den Weg. Es gab immer wieder schöne Ausblicke zu genießen, so dass wir immer mal wieder einen kleinen Stopp einlegten.



Unterwegs gab es jetzt immer wieder mal etwas Regen. Auch wenn blauer Himmel mit Sonnenschein die Landschaft natürlich deutlich freundlicher erscheinen lässt, der Kontrastreiche wolkenverhangene Himmel hatte auch schon eine besondere Atmosphäre.
Wir näherten uns langsam dem Glenveagh-Nationalpark und machten kurz vorher oberhalb vom Dunlewy Lough einen kleinen Stopp.




Das nebelige (und immer wieder nasse) Wetter schränkte die Sicht nun zunehmend ein. Weder unten der See war klar zu erkennen, noch weiter oben die Berge. Wir waren inzwischen in einem recht schmalen Sicht-Korridor unterwegs. Somit entschieden wir uns auch gegen einen kleinen Wander-Abstecher in den Nationalpark am Lough Veagh.


Wir beließen es bei einem Toilettenstopp beim Eingang zum Park und fuhren dann weiter. Das Wetter wurde auf der Fahrt nun zunehmend schlechter, aber trotzdem wollten wir noch einen Halt einlegen, kurz vor der "Grenze" nach Nordirland. Hier befindet sich das Grianán von Aileach, ein weiteres altes Steinfort. Auch dieses liegt auf einem Hügel, von dem man eigentlich einen schönen Ausblick in die nähere Umgebung genießen kann.





Nun ja, viel ist davon nicht geblieben. Zudem verstärkte sich der Regen jetzt auch noch weiter. Trotzdem schauten wir uns den Innenbereich noch an und bestiegen auch die äußere Mauer.
Interessanterweise waren wir nicht mal die einzigen Besucher hier. Woanders standen wir schon öfters ganz alleine an schönen Sehenswürdigkeiten, noch dazu bei wunderschönem Wetter. Aber nun gut, die anderen hatten sich das sicher auch nicht so vorgestellt. 




Danach ging es wieder schnell zum Wagen, um das letzte Teilstück zum Tagesziel Derry zu fahren. Wir fuhren über die kleine Nebenstraße 71 und wollten zumindest bei "Länderschild" ein kleines Foto machen. Das gab es hier aber gar nicht. Also ein Stück zurück, um dann quer zur Hauptstraße N13 zu fahren. Allerdings gab es auch dort keinen Hinweis auf die ehemaligen Grenze. Naja, sollte uns nun auch egal sein, ein Nordirland bzw. Republik Irland-Schild in der anderen Richtung will hier wohl niemand haben. Lustig am Rande: in UK werden die zulässigen Geschwindigkeiten in Meilen angegeben, in Irland in km/h. So einige andere (Miet-)Wagen aus Irland fuhren hier mit 30km/h durch die Straßen. 30 Meilen sind rund 48 km/h.
Nicht mehr weit war es dann bis zu unserem Quartier Monty Towers, einem privaten B&B. Der Besitzer John erwartete und schon, hatte er doch versucht mich anzurufen (hatte ich bei einer Pause nicht  mitbekommen). Nach dem herzlichen Empfang und der kurzen Einweisung in die Örtlichkeiten machten wir uns direkt wieder auf den Weg in die Innenstadt, die hier fußläufig in wenigen Minuten vom Quartier zu erreichen ist. 





Besonders ist hier die große und sehr gut erhaltene Stadtmauer, auf der man komplett in bis zu 8m Höhe um Teile der Innenstadt herum gehen kann. Passenderweise hatte sich das Wetter auch direkt nach unserer Ankunft gebessert, so dass es wenigstens trocken war.





Immer wieder trifft man auf Spuren der Troubles, wohl nirgends so deutlich wie hier in Derry, war doch diese Stadt Ort des Bloody Sunday.  Bald kamen wir auf der anderen Seite der Innenstadt am River Foyle heraus, hier befindet sich auch die Peace Bridge.




Von hier sollte es dann in einem Schlenker langsam wieder zurück gehen. Da wir aber nun direkt an einem kleinen Supermarkt vorbei kamen, kauften wir noch ein paar Dinge ein. Außerdem war es langsam auch mal Zeit für das Abendessen. Wir schlenderten also die Hauptstraße durch die Altstadt langsam zurück und wurden dann auch bald fündig.



Nonnas Wood Fired Pizza ist im Stile eines Diner aufgebaut und war auch recht gemütlich. Zudem schmeckten die Pizzen auch wirklich sehr gut! Nach der Sättigung gingen wir dann weiter die Straße entlang.



Vom zentralen Platz aus bogen wir noch einmal nach rechts ab, um wieder zur Stadtmauer zu gelangen, hier ging es dann weiter mit unserem Rückweg.




Hier auf der nordwestlichen Seite fällt die Stadt stärker hin ab, so dass man einen tollen Überblick von der Mauer hat. Unterwegs machte ich dazu noch ein paar Panoramaaufnahmen.



Immer wieder gibt es auf dieser Seite Aussichtspunkte, früher wohl eher verstärkte Verteidigungsposten, die in die Weite blicken lassen. Wie gut, dass es nach wie vor trocken war, ansonsten wären wir sicherlich den direkteren Weg zurück gegangen und hätten diese Aussichten verpasst.





Schließlich kamen wir wieder am Ausgangspunkt unsere Stadtmauer-Tour an. Wir verließen also dieses Bollwerk zum Schutz der Innenstadt wieder und gingen die letzten paar hundert Meter zurück zum Quartier. Danach ging es für uns unter die Duschen und es war noch etwas Entspannen angesagt.

Die gefahrene Route:

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