Donnerstag, 5. Februar 2026

Südengland - 07/2023

Im Sommer 2023 stand mal wieder ein kleiner Roadtrip an, es sollte durch den Süden Englands gehen. Ich war im Juni 2019 das erste Mal im Rahmen der Motorradtour #MotoGB in dieser Gegend unterwegs und hatte mich etwas in die Landschaft verliebt, auch wenn wir seinerzeit doch ziemlich wechselhaftes Wetter hatten.
Der Plan war zunächst 3 Nächte in London zu bleiben und dann mit einem Mietwagen eine schöne Runde zu drehen. Wir buchten uns Flüge mit RyanAir von Köln/Bonn nach London-Stansted und auch gleich Fahrkarten für den Shuttlezug in die City. Auch wenn London im Namen steht, liegt der Airport schon in der Grafschaft Essex und rund 55km nordöstlich der Hauptstadt.


19.07. (Mittwoch)

Unser Flug verspätetet sich rund 45min und so flogen wir erst kurz vor 15 Uhr los, dank der einstündigen Zeitverschiebung landeten wir etwa zur selben Uhrzeit in Stansted. Dann ging es mit dem Zug bis zum Bahnhof Liverpool Street und von dort weiter mit der Underground bis zu unserem Hotel. Wir hatten uns das London City Hotel ausgesucht, welches im Stadtteil Woolwich östlich der Innenstadt nahe der gleichnamigen Bahnstation. Von hier kommt man mit der Elizabeth Line schnell in die City. Im Prinzip handelt es sich bei dieser Linie um eine Art S-Bahn, die aber im Innenstadtbereich komplett im Tunnel verläuft und auch tariflich mit der Underground verknüpft ist.
Gegen 17:30 Uhr hatten wir unser Zimmer bezogen und nun wollten wir noch kurz ein wenig raus. Zurück bis in die City sollte heute nicht mehr gehen, wir wollten stattdessen nach Greenwich, was so grob auf halbe Weg liegt.


Es ging also zurück zur Bahnstation und wieder stadteinwärts. Das ganze Bezahlsystem im Londoner Nahverkehr ist wirklich prima umgesetzt. Es gibt zwar noch "klassische" Fahrkarten oder auch eine spezielle Kundenkarte (Oyster), aber man braucht diese nicht zwingend. Man kann auch einfach seine Bezahlkarte (Debit-, Kreditkarte oder auch das Handy) an den Eingangssensor am Startbahnhof und beim Verlassen der Zielstation erneut an einen Sensor halten. Je nach Tarifgebiet wird dann die einzelne Fahrt abgerechnet bis zu einem Maximalwert (war seinerzeit glaube ich) von 11,20£. Ab dann ist man quasi bei einer Tageskarte angekommen und es wird nicht weiter berechnet. Sehr praktisch, so bekam Levi eine Kreditkarte in die Hand, Genia und ich zahlten mit unseren Handys.

Unser Ziel war der Greenwich Park und seine geschichtsträchtige Orte. Hier in Greenwich war nämlich früher mal das Zentrum der britischen Marine und im Park befindet sich die königliche Sternwarte. Genau durch das Observatorium wurde der Nullmeridian festgelegt und auch die Greenwich Mean Time (GMT) wurde nach diesem Ort benannt.  


Wir schlenderten etwas durch den wirklich schönen (und großen) Park und schauten uns die Orte an, zudem hat man vom Hügel einen tollen Blick auf die Innenstadt von London.
So gegen 20 Uhr verließen wir den Park wieder, wir waren schlapp und benötigten eine Stärkung. Bald schon riefen dann auch unsere Betten.
Dort stellte ich bei der Kontrolle in der TfL-App fest, dass mein Ausstieg in Greenwich nicht korrekt gebucht wurde, meine Fahrt entsprechend als maximal längste Distanz verrechnet wurde und ich somit den Maximalwert erreicht hatte. Das sollte mir am kommenden Tag noch einmal passieren und man muss beim Nutzen der Sensoren schon etwas darauf achten, dass auch im Display wirklich eine Buchung bestätigt wird. Ich hatte nur auf das Piepen geachtet und das Handy wohl zu schnell wieder vom Sensor genommen. 
Das Gute: In der App kann man manuell eine Korrektur der Station eintragen und etwa eine Tag später wurde mir jeweils der Differenzbetrag gutgeschrieben. Auch das funktioniert hier wunderbar, ganz ohne Formblatt B in doppleter Ausführung.


20.07. (Donnerstag)

Sightseeing-Tag!
Nach dem Aufstehen und Frisch machen gingen wir einmal quer über den Platz beim Hotel zum örtlichen Wetherspoon zum Frühstücken. Diese Kette hatten wir 2019 bei der Motorradtour schon kennen gelernt, damals kannten wir sowas wie eine Bestellung per App schon im Restaurant/Pub gar nicht. Jedenfalls gefallen uns diese Läden recht gut, man bekommt zu allen Zeiten gutes Essen aus verschiedenen Bereichen, morgens diverse Arten von Frühstück und später warmes Mahlzeiten von Burger über Pizza bis zu asiatischer Küche einschließlich indisch zu wirklich fairen Preisen. Dazu gibt es eine reichhaltige Auswahl an Getränken.


Zunächst ging es für uns Richtung Financial District in der City of London mit britischem Zentrum der Finanzwirtschaft samt den zahlreichen Hochhäusern.


Es folgte der Tower of London und natürlich im Anschluss dann noch die berühmte Tower Bridge.


Weiter ging es dann mit einem der bekannten roten Doppeldeckerbusse auf der südliche Seite der Themse entlang. Hier kamen wir auch recht nahe am wohl bekanntesten Hochhaus der Stadt vorbei, The Shard. Mit 310m das höchste Gebäude im Land (und bis 2012 auch das höchste in Europa).
 

Danach gingen wir über die Millennium Bridge wieder auf die Nordseite vom Fluss und schauten uns dort weiter um.

Ein einfahrender Zug der London Underground:


Schließlich ging es mit der Tube dann zum Bahnhof King's Kross, um sich etwas den Harry Potter-Trubel anzusehen, inkl. Fotowand zum Gleis 9¾.
Da die Gleise hier generell zugangsbeschränkt sind (ohne Ticket kein Zutritt zum Bahnsteig) ist das Fotomotiv mit langer Warteschlange in der Haupthalle. 


Weiter ging es dann über den Trafalgar Square und an der Downing Street entlang zum Palace of Westminster mit dem berühmten Uhrturm, dem Elizabeth Tower. In diesem befindet sich die größte Glocke mit Namen Big Ben, was aber schon lange als Synonym für den ganzen Turm genutzt wird.
 

Nach dem Besuch am Boden sollte es in die Luft gehen! Wir hatten uns Karten für eine Runde im London Eye gekauft. Das Riesenrand hat immerhin eine Höhe von 135m und war bis 2022 das größte seiner Art in Europa. Eine halbe Stunde lang kann man so den Rundumblick in verschiedenen Höhen genießen, die Fahrt lohnt sich.


Zum Abschluss des Tages wollten wir uns noch etwas in Notting Hill umsehen und dort dann auch zu Abend essen. Levi wünschte sich italienisch, das passende Restaurant fanden wir dort auch in gut und lecker.


Nach der Stärkung und der kleinen Runde durch den Stadtteil waren unsere Füße platt genug für den Tag und es ging zurück zu unserem Hotel nach Woolwich.


21.07. (Freitag)

Zweiter Sightseeing-Tag! Wie üblich begannen wir mit dem Frühstück beim Wetherspoon gegenüber, danach war unser ersten Ziel die Westminster Abbey


Genia wollte eigentlich gerne auch rein, aber der saftige Eintrittspreis und die lange Schlange haben sie dann doch abgehalten. Weiter ging es zu Königs und ihrem bescheidenen Heim, dem Buckingham Palace.


Wenn man schon einmal dort ist, schaut man sich auch den Wachwechsel (Changing of the Guard) an und so machten wir das mit ziemlich vielen anderen Menschen zusammen.


Hier noch ein Video zu dem ganzen Ablauf:



Danach teilten wir uns auf, Levi wollte unbedingt ein paar Stadien von den zahlreichen Premier League Clubs sehen, währenddessen Genia lieber andere Sachen besuchen wollte.
Unser erstes Ziel war die Stamford Bridge des FC Chelsea. Weiter ging es zum Emirates Stadium des FC Arsenal und schließlich folgte noch die Arena von den Tottenham Hotspur.  


Da wir in der Sommerpause waren, gab es natürlich nirgendwo Spiele, aber am letzten Stadion im Londoner Norden war es recht voll, am Abend spielten hier nämlich die Red Hot Chili Peppers.
Genia war in der Zwischenzeit im Sherlock Holmes Museum und besuchte den wohl bekanntesten Zebrastreifen der Stadt (oder der ganzen Welt?).


Nach unseren Ausflügen trafen wir uns dann zum gemeinsamen mexikanischen Abendessen wieder. Danach machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Hotel.


Wieder ein toller und spannender Tag voller toller Sachen. Müde fielen wir bald in unsere Betten.


22.07. (Samstag)

Schon war unser Abreisetag aus London gekommen, viel zu kurz war der Besuch in dieser wahnsinnig spannenden Stadt, aber wir wollten ja noch mehr vom Süden Englands sehen. Wir kommen bestimmt wieder!
Nach dem üblichen Tagesstart machten wir uns auf den Weg zurück zum Flughafen, um dort unseren Mietwagen abzuholen. Als der Papierkram erledigt war packten wir alles ins Auto (wir hatten eine VW Golf) und fuhren los. Erstes Ziel an diesesm Tag: Canterbury in der Grafschaft Kent.


Hier hatten wir leider das passende englische Schmuddelwetter. Etwas Schade, die Stadt an sich ist wirklich sehr schön und hätte im Sonnenschein sicher noch toller ausgesehen.
Weiter ging es dann schon zu unserem Tagesziel Ramsgate, direkt am Meer. Bei der Ortswahl hatten wir womöglich auf schönes, warmes Wetter gehofft, was einen Sprung in die Nordsee bzw. den Ärmelkanal ermöglicht hätte. Naja, war nicht so.
Unser Quartier war ein Appartment in einem Backsteinklotz, dem Water Tower. Sehr kleines Zimmer und insgesamt wenig sexy. OK, für eine Nacht ging es.


Nachdem wir uns einquartiert hatten, gingen wir in die Stadt. Die ist im Prinzip durchaus ansehnlich, aber leider blieb es beim Regenwetter. Für das Abendessen wählten wir einen Inder aus. Levis erster Kontakt mit dieser Küche. Es schmeckte ihm, aber er hatte doch ein wenig mit der Schärfe zu kämpfen.

Die gefahrene Strecke: 
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23.07. (Sonntag)

Wir begannen den Tag mit einem Frühstück in Rio's Cafe, etwa 5min zu Fuß entfernt. Danach packten wir zusammen und machten uns auf den Weg. Dieser führte uns bald einmal quer durch Dover, wo wir im "vorbeifahren" einen kurzen Block auf Dover Castle warfen.
Dann ging es weiter die Küste entland bis nach Birling Gap und den Seven Sisters, eine Reihe sehr markanter Kreidefelsen.


Es war auch an diesem Tag bedeckt, aber immerhin trocken. So konnten wir die Ausblicke schon genießen. Weiter ging es dann durch Brighton, wo wir immerhin aus dem Wagen ein paar Blicke auf den beeindruckenden Pier und dem Royal Pavilion werfen konnten.
Danach machten wir dann erst einmal ordentlich Strecke, wir musste schließlich noch bis Salisbury, dem heutigen Tagesziel, kommen. Unser Quartier hatten wir im Legacy Rose and Crown Hotel, eine Ansammlung an alten Backsteingebäuden mit großem Garten direkt am River Avon. Wirklich wunderschön hier!


Wir waren etwas später angekommen als zunächt erwartet, daher machten wir uns schnell auf den Weg in die Stadt, es ging durch einen großen Park direkt an der Kathedrale vorbei. Ein beeindruckender Bau, leider natürlich schon geschlossen. Daher verschob Genia ihre Besichtigung auf den nächsten Morgen. Bald schon waren wir in der ebenfalls sehenswerten Innenstadt, die fast durchgängig aus schönen alten Gebäuden besteht. Es wurde Zeit für unser Abendessen, diesen nahmen wir im Restaurant Prezzo zu uns.


In der abendlichen Dämmerung ging es dann in einer größeren Runde als Verdauungsspaziergang zurück zur Unterkunft. Ein wirklich total hübsches Städtchen, auch oder besonders in nächtlicher Beleuchtung. 

Die Route des Tages:
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24.07. (Montag)

Nach dem morgendlichen Frühstück machte sich Genia auf den Fußweg zur Kathedrale, Levi und ich packten unseren Sachen zusammen, luden alles in den Wagen und checkten aus. Dann fuhren wir mit dem Auto zur großen Kirche und warteten an einer Seitenstraße, bis Genia mit ihrer Besichtigung fertig war. Von hier fuhren wir dann direkt zum nahen Stonehenge, einer der touristischen Ziele überhaupt in England.


Die Steine fallen wohl unter die Kategorie "Muss man mal gesehen haben" (oder auch nicht). Haben wir nun also auch.


Dann ging es weiter in Richtung Westen, unser Tagesziel war Plymouth in der Grafschaft Devon, nach dem auch das Erdzeitalter benannt wurde. Die Stadt selber liegt an der Küste und direkt an der Grenze zu Cornwall.
Auf dem Weg dorthin kamen wir zunächst an der Hauptstadt Exeter vorbei und dann ging es quer durch das wunderschöne Dartmoor, von dem weite Gebiete zu einem Nationalpark gehören. Viele Ausblicke hier sind so englisch, wie man sie sich kaum mehr vorstellen kann. Sanft hügelig, alles sehr grün und mit kleinen Flüssen durchzogen, über die uralte Steinbrücken einen Weg bahnen. Dazu neben den schmalen Straßen überall Bruchsteinmauern oder dichte Hecken.


Bald darauf kamen wir in Plymouth an und bezogen unser Quartier im Hotel The Drake. Direkt nach dem Bezug machten wir uns weder auf den Weg, es war auch schon wieder Zeit fürs Abendessen. Wir schlendeten Richtung alten Hafen und kehrten dort in der Nähe im Harbourside Fish and Chips ein.


Danach gingen wir noch etwas oberhalb der Küstenlinie entlang, auch Plymouth hat diesen englischen Charme, obwohl es im 2. Weltkrieg wegen der großen Marine-Basis schwer bombadiert wurde. Trotzdem gibt es viele schöne Ecken, z.B. den Park The Hoe mit dem alten Leuchtturm.

An diesem Tag zurückgelegter Weg:
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25.07. (Dienstag)

Das Frühstück gab es in einem schönen, alten Speiseraum der Unterkunft und danach packten wir wie üblich zusammen. Kaum losgefahren, kamen wir nach Cornwall. Unser erster Stopp war am Treffry Viaduct.


Von dort aus war es nicht weit bis zur kleinen Küstenstadt Charlestown mit seinem urigen Hafen und dem kleine, schönen Strand nebenan.


Es ging immer weiter in die westlichste Spitze von Großbritannien und der nächste Stopp war am St. Michael's Mount. Diese Felsinsel ist so eine Art kleine Schwester des deutlich bekannteren Mont-Saint-Michel im Norden Frankreichs. Daher ist es hier auch bei weitem nicht so überlaufen wie bei der Insel auf der anderen Seite des Meeres. Passenderweise hatten wir gerade Ebbe, so konten wir zu Fuß zum kleinen Eiland laufen.


Von dort war es dann nicht mehr allzu weit bis zum letzten Zipfel Festland, passenderweise Land's End genannt. Hier herrscht natürlich immer etwas Trubel, daher hielten wir uns auch nicht sonderlich lange hier auf. 


Von nun an ging es wieder ostwärts, unser Tagesziel war Newquay an der Nordküste Cornwalls und unsere Unterkunft das Jasmine House B&B.
Hier im Ort gibt es zahlreiche schöne Buchten mit Stränden zwischen den Felsen.


Der Rest der Kleinstadt ist hingegen wenig einladend. Ein Hauptstraße oberhalb der Küste mit zahlreichen Nippesläden zum Thema Strandbedarf und natürlich Pubs und Fressbuden. Wenig Charme, aber dafür mehr Trubel. 


Abendessen gab es in einer Pizzeria mit schöner Aussicht und danach genossen wir noch den Sonnenuntergang.

Der gefahrene Weg an diesem Tag:
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26.07. (Mittwoch)

Nach dem Frühstück packten wir zusammen und machten uns wieder auf den Weg. Wir fuhren mehr oder minder an der Küstenlinie entlang bis zu enserem ersten Ziel, Tintagel.
Bekannt ist der Ort hauptsächlich durch die gleichnamige Burgruine, der Sage nach soll hier König Artus gezeugt worden sein. Den Eintritt ersparten wir uns, da hier eigentlich nur noch wenige Mauern stehen.


Unten am Fuße des Felsen befindet sich dann noch die Grotte des Zauberers Merlin, die allerdings nur bei Ebbe zu begehen ist, was bei unserem Besuch nicht der Fall war.
Im Prinzip gibt es hier viel Sage, aber eher wenig zu sehen. Aber ein netter Spaziergang hinunter (und wieder hinauf). Im Ort selber gibt es neben diversen Parkplätzen noch das älteste im Betrieb befindliche Postamt des Landes. Kopf einziehen nicht vergessen, wenn man dieses sehr beengte Steinhaus betreten möchte.


Auf der weiteren Fahrt kamen wir durch den nächsten Nationalpark, nun waren wir im Exmoor. Eine Mischung aus dichtem Wald im hügeligen Gelände, durchzogen von Bächen und abwechselnd auch Moorlandschaften. Leider alles bei wenig einladenem Wetter.


Unser Tagesziel war Weston-super-Mare in der Grafschaft North Sumerset, unsere Unterkunft das Old Colonial. Der Ort ist bekannt für seine breiten Sandstrände, bei der Buchung hatten wir noch eine Bademöglichkeit im Hinterkopf. Ganz viel weiter weg davon konnte das Wetter an diesem Tag aber kaum sein. Es regnete und war zudem ganz schön kalt. Außerdem hatten wir Ebbe und das Meer war bis auf diverse Wasserreste in Senken ganz schön weit weg.


Die Unterkunft war maximal urig. Die "Rezeption" war eine rund 1qm kleine Fläche unterhalb der Treppe nach oben zu den Zimmern. Nachdem ich die Klingel drückte, kam ein bärtiger Mann aus dem angebundenen Pub und erledgte den Checkin mit einem ziemlich starken Akzent. Ich war der einzige von uns, der überhaupt etwas verstand.  
Beim bezug unseres Zimmers ging Genia ins Bad und schloss aus Reflex ab, um eine Minute später die Tür nicht wieder auf zu bekommen. Also ging ich wieder runter und holte unseren Gastgeber, der nach Schilderung des Sachverhaltes das Problem wohl kannte und es bisher versäumt hatte, es zu dauerhaft lösen und auch uns vorher davon zu erzählen. Nun gut, er konnte Genia mit etwas herumfummeln befreien und wir achteten nun tunlichst darauf, die Tür nicht erneut abzuschließen.
Nachdem wir uns etwas entspannt hatten, stand uns angesichts des Wetters nicht der Sinn danach, heute noch einmal das Haus zu verlassen. Also ab ins Pub!
Hier gab es eine erquickende Auswahl von verschiedenen Bieren (meistens Lager) und Ales frisch vom Fass. Meine Ratlosigkeit bei der Getränkewahl wurde durch kleine Gläschen entgegen gewirkt, so dass mich zunächst munter durch das Angebot probieren konnte. So war ich für das Abendessen und auch danach gut versorgt. Von hier war es später auch nicht mehr weit bis ins Bett.

Die gefahrene Tagesstrecke:
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27.07. (Donnerstag)

Nach dem Frühstück machten wir uns wie üblich auf den Weg, bis zu unserem ersten Ziel war es nicht weit, wir fuhren nach Wells. Obwohl die Stadt mit rund 10.000 Einwohner wirklich klein ist, gibt es hier einige Sehenswürdigkeiten, darunter sogar eine wirklich beeindruckende Kathedrale und einen Bischofspalast samt großer Mauer!


Zudem befindet sich hier die älteste Reihenhaussiedlung des Landes aus dem 14. Jahrhundert. Ganz schön viele Attraktionen für so ein kleines Nest.


Nach dem Besuch in Wells wollten wir noch kurz einen kleinen Stopp in Bath einlegen, bekannt u.a. für seine römischen Bäder. Auch hier waren wir 2019 bei der Motorradtour durch gekommen und hatten in der schönen Innenstadt spontan einen Kaffee getrunken.  
Damals konnten wir unsere Maschinen einfach auf dem sehr breiten Gehweg abstellen, das ging mit dem Wagen natürlich nicht. Wir sind dann über zwei größere Parkplätze im Innenstadtbereich gefahren, alles war voll und auch sonst war viel Verkehr, so gaben wir dann etwas entnervt den Plan auf und fuhren weiter.
Als nächstes ging es quer durch Bristol, hier machten wir einen kleinen Halt an der Clifton Suspension Bridge, dem Wahrzeichen der Stadt.


Unser Tagesziel war die Stadt Gloucester, auch dort waren wir 2019 schon und es hat uns gut gefallen. Da wir auf dem Weg dorthin aber direkt an der walisischen Grenze fuhren, wollte Levi auch unbedingt einen Schlenker durch das Nachbarland machen, schließlich war er (und Genia ebenfalls) dort noch nicht. Der kleine Abstecher war natürlich kein Problem. 
In Gloucester angekommen bezogen wir unser Zimmer in unserer privaten Unterkunft mit Namen Cozy Apartment. Bei bestem Wetter zogen wir bald zu Fuß wieder los.


Zunächst gingen wir zu den alten Docks, die heutzutage ein Ausgehviertel sind, dort fanden wir auch mit dem The Lord High Constable of England gute Adresse zum Abendessen.
Leider war in der Kathedrale an diesem Tag durch eine Veranstaltung belegt, Bereiche der großen Kirche dienten in drei Harry Potter-Filmen als Kulisse. Aber auch sonst hatten wir noch einen schönen Resttag in dieser netten Stadt.

Die Tagesroute:
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28.07. (Freitag)

Nach dem Aufstehen machten wir uns zunächst Frühstück (hatten am Vortag noch eingekauft) und packten dann unsere Sachen zusammen. Wir waren schon an unserem letzten ganzen Tag der Reise angekommen, es ging also nun wieder Richtung Osten.
Unsere ersten Ziele waren zwei alte, kleine Dörfer, die für ihre Schönheit bekannt sind, erster Stopp war in Northleach, danach folgte noch Bibury.


Nachdem wir uns dort etwas umgeschaut hatten, ging es weiter nach Oxford. Eine der beiden großen und bekanntesten Hochschulstädte im Land (abseits von London) und das schon seit sehr langer Zeit. Die Geschichte der Universität geht bis ins frühe 12. Jahrhundert zurück. Das wollten wir uns natürlich ansehen.


Unverkennbar eine Uni-Stadt mit tollen alten Gebäuden, überall Studierende unterwegs zwischen den zahlreichenn historischen Hochschulgebäuden. Aber auch an Touristen mangelte es nicht.
Weiter ging es dann schließlich zu unserem Tagesziel, der anderen bekannten Unistadt: Cambridge
Unser Quartier war das Hotel The Earl of Derby, etwas südlich der Innenstadt. Nach dem Einchecken machten wir uns wie üblich bald schon auf den Weg in die City.


Cambridge ist wirklich der Knaller! Die Universität besteht aus insgesamt 32 Colleges, allein darunter sind wohlklingende Namen wie das King's oder auch das Trinity College. Die Uni gehört (wie übrigens Oxford auch) zu den weltweit renomiertesten Hochschulen und ihre Mitglieder haben insgesamt 125 Nobelpreise gewonnen, mehr als jede andere Bildungseinrichtung.
Fast jedes dieser Colleges hat einen eigenen Campus, oft mit eigene Kapelle und Park sowie Wohnheime, alles natürlich derbe historisch. Die ganze Stadt ist daher gefühlt eine Ansammlung von schlossartige Gebäuden samt allem, was dazu gehört. Wirklich unglaublich!


Zwischen dem ganzen Sehen und Staunen gab es ein leckeres Abendessen im The Regal, um dann beim nachfolgenden Verdauungsspaziergang weiter durch College-Parks zu laufen und die Gebäude zu bewundern. Einfach nur "wow"!

Die Strecke des Tages:
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29.07. (Samstag)

Morgens gab es noch ein feines Frühstück im Hotel, dann packten wir das letzte Mal unsere Sachen und machten uns auf den kurzen Restweg zurück zum Flughafen.
Dort gaben wir den Wagen beim Vermieter ab und wurden per Shuttle zum Terminal gebracht.
Gerade, als wir innen waren um das Gepäck einzuchecken heulte ein Feueralarm los. 
Also alle raus aus den Gebäuden, Feuerwehr kam schon bald, großes Durcheinander und Menschmengen, bis sich alles anscheinend als Fehlalarm herausstellte. Als das Terminal wieder freigegeben wurde, waren wir zum Glück recht flott drin und wussten auch noch, wo genau wir hin mussten, somit war die Gepäckabgabe an den Automaten und danach am Schalter recht flott erledigt.
Der Rest der Rückreise verlief dann unspektakulär.

Der letzte Streckenabschnitt:
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Was bleibt?

Eine weitere tolle Rundreise war das. Wir haben viele schöne Sachen gesehen, nur das Wetter hat nicht immer optimal mitgespielt. Aber wer würde das bei einer Reise nach England auch erwarten?
London hat uns alle begeistert, waren wir doch alle das erste Mal hier. Was für eine spannende, pulsierende Metropole, eine echte Weltstadt. Wir haben in der kurzen Zeit ja kaum etwas sehen können, aber alles dort hat uns in seinen Bann gezogen. Wir werden definitiv wieder kommen!

Der Roadtrip danach war einfach nur schön. Zahlreiche wirklich charmante Städte gesehen, überall nette Menschen und interessante Dinge zu sehen. Wir waren sicher nicht das letzte Mal zu einer Rundfreise auf der größten britischen Insel.

Abschließend noch die Gesamtkarte der Reise:


Für die Reisekarte gab es natürlich noch neue Fähnchen:


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