Freitag, 23. Januar 2026

Balkan-Tour 2023

Nach der tollen ersten Balkan-Tour im Herbst 2021 stand für uns schnell fest, dass wir erneut in dieses Gebiet wollen. Im Frühsommer 2023 war es dann soweit.
Hauptunterschied dieses Mal: Jochen und ich fahren mit unseren eigenen Maschinen. Das hat vor allem den Vorteil, dass wir auf unser ganzes Equipment zurückgreifen können und nichts improvisieren (vor allem in Sachen Gepäck) müssen.
Wie vorher auch schon wollten wir den Transit in Richtung Zielgebiet mit dem Trailer abspulen. Als Ausgangspunkt zur Tour wählten wir den Balaton in Ungarn, u.a. auch deshalb, weil unser Freund Csibi dort in Balatonmáriafürdő ein Ferienhäuschen hat, an dem man das Gespann gut abstellen kann. 

Bei dieser Tour wollten wir nun (zumindest teilweise) die anderen Länder des Gebiets besuchen, also u.a. Serbien, Nordmazedonien, Bulgarien, Griechenland und auch etwas (den europäischen Teil der) Türkei. Also von Balaton bis ans Schwarze Meer, daraus wurde unterwegs dann #vBaSM
Dazwischen liegen natürlich mit Kroatien und auch Bosnien-Herzegowina Länder, die wir schon besucht hatten. Macht aber nichts, auch dort kann man immer wieder schön fahren. Da unsere Tracer 900 im Prinzip reine Straßenmaschinenen sind, sollte zu wildes Geläuf auch vermieden werden.
Am Vortag der Abreise packte ich soweit schon das meiste zusammen und ans Motorrad, so dass ich am nächsten Tag nur noch auf die Maschine springen musste.



08.06. (Donnerstag)

Ich arbeitetet noch grob bis Mittag im HomeOffice, zog dann meine Klamotten an, schnappte den restlichen Kram und fuhr los. Da wir gen Südosten fuhren, machte es wenig Sinn, zunächst zu Jochen nach Mönchengladbach zu fahren. Statt dessen trafen wir uns am Autohof Haiger an der A45, südlich von Siegen kurz hinter der Landesgrenze von NRW nach Hessen. Nach der Begrüßung verluden wir meine Maschine und machten uns auf den Weg, wir hatten noch gute 1000km vor uns.
Der nächste Stopp war dann gegen 18 Uhr beim Gasthof Goldener Hirsch in Berg in der Oberpfalz, dort war Jochen schon einmal. Von dort ging es dann quer durch Österreich und direkt hinter der Grenze zu Slowenien machten wir dann an einem Rastplatz bei Šentilj unsere Schlafpause.


09.06. (Freitag)

Nach ein paar Stunden Schlaf hatten wir dann noch rund 2h Fahrt bis zum Ziel, welches wir dann auch gegen 08:00 Uhr erreichten. Ein Nachbar hatte den Schlüssel und so konnten wir das Gespann im Garten abstellen, dann abladen und fertig machen usw. Kurz nach 09:00 Uhr konnte es dann für uns endlich auf zwei Rädern los gehen.


Wir fuhren recht direkt südwärts Richtung Kroatien, nach der Grenze dann gen Südosten weiter und waren schon bald in Bosnien. Im Laufe des frühen Nachmittags suchten wir uns unser Tagesziel samt Hotel, die Wahl fiel auf die Stadt Tuzla, wo wir gegen 17:20 Uhr ankamen. Unsere Unterkunft hatten wir in der Pension Kipovi


Die Stadt (die drittgrößte des Landes) hat sich als sehr gute Wahl herausgestellt. Wir waren zunächst in einem netten Biergarten, der sich im Laufe des Abends eher in einen Open-Air-Club verwandelte. Später zogen wir noch etwas durch die Innenstadt, überall war was los und es herrschte eine schöne Stimmung. Gefühlt waren wir nun auch im Urlaub angekommen.

Die an diesem Tag gefahrene Strecke:
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10.06. (Samstag)

Morgens gab es zunächst Frühstück und dann packten wir zusammen. Unsere erste Pause machten wir gegen 11:30 Uhr in Divič, direkt an der Drina.
Von dort ging es weiter nach Srebrenica, Ziel war genau genommen der Ort Potočari und dessen Gedenkstätte zum Massaker von Srebrenica.
Diese Besuche sind nicht leicht, sehr bedrückend sind solche Orte mit ihrer Geschichte, aber auch zu wichtig, um in der Nähe einfach dran vorbei zu fahren. Zu genau wissen wir beide noch aus eigener Erinnerung, was hier 1995 passiert ist.


Nachdem wir das Gesehene etwas verdaut hatten, ging es wieder los. Schon bald kamen wir an die Grenze zu Serbien, die hier mittig in der Drina verläuft.


Wir fuhren durch landschaftlich schöne Gegenden mit ebenso schönen Strecken, bis es sich immer mehr um uns zuzog, auch ein kleines Schauer bekamen wir mal ab.
Im Großen und Ganzen verlief die Fahrt wettertechnisch aber glimpflich, und so kamen wir schließlich in unserem heutigen Zielort Čačak an. 


Unser Quartier war das Hotel Belgrad mitten im Zentrum. Unsere Maschinen konnten wir im abgeschlossenen Hof abstellen. Das Haus erinnerte mich ein wenig an ein Hotel, welches wir vor Jahren einmal in Opatja hatten: Im Stil von einem etwas in die Jahre gekommenen Grand Hotel, mit großem Speisesaal und fetten Krohnleuchtern, ein breites Treppenhaus mit schweren Teppichen und überall hohe Zimmerdecken. Die besten Zeiten liegen schon viele Jaher zurück, aber ein Restcharme ist erhalten geblieben. 


Nach dem Einchecken machten wir uns frisch und gingen in die City. Bald fanden wir eine passende Lokalität für ein gutes Abendessen und später landeten wir noch auf ein paar Absacker-Bierchen in einer Bar mit Live-Musik. Ein weiterer netter und gelungener Abend auf dieser Reise.

Die Tagesetappe:
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11.06. (Sonntag)

Wieder hatten wir ein feines Frühstück, dann hieß es zusammen packen und los. Es ging noch ein gutes Stück durch Serbien, später östlich des Kosovos entlang Richtung Süden.
So kamen wir schließlich zur Grenze nach Nordmazedonien. Hier wollten wir 2021 schon einmal kurz durchs Land fahren, aber die abzuschließende Versicherung war uns für 2-3h Fahrt, bis es rüber nach Albanien gehen sollte, etwas zu teuer (gab es nur für 4 Wochen und 50€/Motorrad). 


Nun mit den eigenen Motorrädern samt "grüner Versicherungskarte" war das natürlich kein Problem mehr. Unser Zielort war Kumanovo, unweit von der Grenze entfernt und die zweitgrößte Stadt des Landes. Unser Quartier hatten wir in einer privaten Unterkunft, nannte sich Apartment City Centre. Wir mussten etwas suchen, bis wir den Zugang fanden. Ich glaube, danach wollten wir uns dann doch eher wieder auf echte Hotels beschränken. Immerhin lag es sehr zentral.


Wir fanden nach einem kleinen Spaziergang das Restaurant Baba Cana - Korner und hatten ein wirklich feudales Abendessen, was damit endete, dass der Kellner uns noch auf einen Abschiedsschnaps einlud. Das war wieder ein Volltreffer.

Die gefahren Strecke an diesem Tag:
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12.06. (Montag)

Da wir im privaten Appartment kein Frühstück bekamen, gingen wir morgens erst einmal los, um uns extern zu stärken. Danach machten wir uns dann wieder auf den Weg. 


Für uns ging es nun recht direkt ostwärts, immer grob Richtung bulgarische Grenze.


Wieder schöne Straßen und Landschaften und auch immer wieder Stauseen, die für die Wasserversorgung in den warmen und trockenen Sommern sorgen. 


Das Wetter war wieder etwas wechselhaft, aber mehr als kurze Schauer gab es von uns nicht zu beklagen. Insgesamt war es hier im Nordosten von Nordmazedonien sehr einsam. Die Berge um uns herum wurden höher und waren immer öfters mit weißen Kuppen auf den Gipfeln in der Ferne geschmückt.
Bald kamen wir dann an die bulgarische Grenze. Kleine Straße, nur ein Häuschen und einige LKWs ließen uns etwas warten. Aber nach rund 15min kamen wir dann doch dran.
Jochen reichte seine Papiere rein, kurze Zeit später bekam er sie zurück und dann war ich dran. Ebenfalls Papiere abgegeben, es wurde geschaut, noch einmal, dann zu zweit und schließlich ging einer der Grenzer mit meinem Fahrzeugschein aus dem kleinen Häuschen ins Hauptgebäude. Meine Nachfrage, ob es ein Problem gäbe, wurde mit "es müsse etwas überprüft werden" beantwortet. Mehr wollte man mir nicht sagen.


Nach rund 5min kam der Kollege zurück und nach wenigen gewechselten Worten auf bulgarisch bekam ich meine Sachen zurück. Ich fragte noch einmal nach und nun wurde mir erklärt, dass vor ein paar Tagen schon ein Motorrad mit meinem (!) Kennzeichen eingereist wäre. Daher wurde nun über eine Anfrage beim KBA geprüft, ob meine Papiere bzw. das Fahrzeug darin echt sind.
Das vor ein paar Tagen wäre nämlich eine Suzuki gewesen. Was es nicht alles gibt, immerhin wurde "meine" Echtheit wohl bestätigt und ich konnte weiter fahren.

Für uns ging es nach der Grenze landschaftlich reizvoll weiter, wir fuhren südlich des Rila-Gebirges und des gleichnamigen Nationalparks entlang, hier lag oben auf den höchsten Bergen des Balkans durchweg Schnee, es geht auch bis 2925m hinauf. 


Unser Tagesziel war dann das südliche Ende des Dospat-Stausees am gleichnamigen Ort. Hier fanden wir im Hotel Eldosport eine nette Unterkunft samt Restaurant und tollem Blick über den See.

Die gefahrene Route:
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13.06. (Dienstag)

Nach dem Frühstück unten im Restaurant packten wir zusammen und fuhren weiter. Es ging ganz grob immer parallel zur bulgarisch-griechischen Grenze weiter gen Osten, der ganze Tag bestand nur aus einsamen Straßen und unzähligen Kurven, es war ein Genuss.


Landschaftlich wechselte es je nach Abschnitt zwischen Mittel- und Hochgebirge, wir waren fast den ganzen Tag mehr oder minder alleine unterwegs. Diese ganze Gegend ist wirklich ein Juwel für jeden Motorradfahrer und auch die Straßen sind meist im ganz guten bis brauchbaren Zustand. Wir fühlten uns zumindest nie auf unseren Maschinen falsch aufgehoben.


Irgendwann bogen wir dann südwärts ab, die Wolken verschwanden immer mehr und zudem wurde es auch bald langsam wärmer, zumindest wenn man nicht mehr so weit in der Höhe unterwegs war.
Genau in einer Kurve fuhren wir fast über eine Schildkröte, die gerade beim Seitenwechsel der Straße war. Die Tierchen sind gar nicht so langsam, wie ich sie in Erinnerung hatte, diese hier hatte sich nur eine ungute Stelle zum Queren ausgesucht. Nicht nur mitten in einer Kurve, sondern auch ein steiler Hang auf der anderen Straßenseite stellten die Wahl in Frage. Ich sammelte das Panzertierchen daher auf und brachte es in eine schöne Wiese, einige Meter weg von der Straße. 


Es sollte übrigens nicht die einzige Schildkröte bleiben, die wir unterwegs sahen.
Alsbald kamen wir dann an die Grenze zu Griechenland. Die Ausreise aus Bulgarien ging dann auch schneller als die Einreise. Bei der Wartepause suchten wir uns dann gleich das nächste Hotel aus, wir wollten nun endlich ans Meer


Langsam aber sicher kamen wir tiefer und damit wurde es auch kontinuierlich wärmer. Nach wie vor hatten wir tolle kurvige Straßen und weite Wälder in den Bergen. Hier fuhren wir durch ein Gebiet, welches im weiteren Verlauf des Sommers weiträumig durch verheerende Waldbrände zerstört wurde. 
Nach einem weiteren Schlenker durch das Hinterland kamen wir dann langsam zu unserem Zielort Alexandroupoli. Es ging über mehr oder minden breite Hauptstraßen Richtung Zentrum, ich fuhr in eine Kreuzung ein, als plötzlich von links ein Smart in mein Blickfeld saußte. Im ersten Moment dachte ich nur "Ist der wahnsinnig...?", ich haute in die Bremse, aber es reichte ganz knapp nicht, rechts hinten erwischte ich den Wagen noch. Es schlug meinen Lenker nach rechts und ich krachte nach links auf die Kreuzung.
Erster Eindruck nach der Landung und vorsichtiges Bewegen der Glieder: OK, nix passiert! Sofort waren natürlich Passanten da, die mir wieder auf die Beine halfen und das Motorrad in die Senkrechte stellten. Auch der Fahrer des Smart war zunächst um meine Gesundheit bemüht, bevor er mich auf das Stop-Schild aufmerksam machte, welches ich gerade überfahren hatte.
Das hatte ich komplett übersehen auf meiner "Hautstraße", die auch optisch als solche weiter führte.
So langsam realisierte ich, wie viel Glück ich hatte, dass der Wagen nicht eine halbe Sekunde früher kam. Bis die Polizei eintraf schaute ich mir die Schäden an. Am Smart war nur hinten eine Verkleidung abgerissen, bei mir war das Vorderrad nicht mehr so ganz in der Spur.
Bei der Unfallaufnahme kam übrigens auch heraus, dass es hier wohl öfters ähnliche Unfälle gibt, ich war anscheinend nicht allein "Stop-Blind". Nachdem der Papierkram erledigt war, wollten wir flott zu einer nahen Motorradwerkstatt, schließlich war es inzwischen schon 17:30 Uhr. Ich hatte die Hoffnung, dass sich die Gabel nur zwischen den Gabelbrücken verzogen hatte. Die Fahrt dorthin war mit dem schiefen Vorderrad natürlich etwas komisch. Ich meldete mich im Laden, es gab aber gerade noch einen anderen Kunden. Nach rund 20min war der Chef dann an meiner Maschine und meinte schnell, dass ein Teil der Gabel krumm wäre. Zur Sicherheit wurden die Brücken dann aber doch noch gelöst und in der Tat, der rechte Gabelholm hatte sich leicht verzogen, man konnte das Tauchrohr nicht mehr drehen. So ein Mist, da war Ersatz nötig...


Der Chef meinte, er würde morgen früh mal seine Kontakte spielen lassen. Er kenne einen gut sortierten Ersatzteilhändler in Kavala, dort würde er sich erkündigen. Ansonsten sähe es etwas mau aus, originale Ersatzteile bekäme man in Griechenland sehr schlecht und diese würden hier in der Regel direkt aus den Niederlanden bestellt. Dauert dann halt min. 3 Tage. Allerdings wäre die Werkstatt diese Woche auch nur bis Donnerstag Mittag auf, da der Chef dann zum MotoGP-Rennen nach Deutschland fliegt.
Ich gab ihm also grünes Licht für Ersatzteil-Anfrage und wir würden dann am nächsten Mittag telefonieren. 
Nach dieser ganzen Hektik schnappte ich mir die relevanten Sachen aus meinem Koffer, den Tankrucksack, Jacke und Helm und setzte mich hinten bei Jochen drauf, wir hatten es zum Glück nicht weit zu unserer Unterkunft, dem Athina City Hotel.


Nach dem Einchecken machten wir uns wie üblich frisch und zogen dann direkt los durch die Stadt. Auf den Schrecken der letzten Stunden waren erst einmal ein paar Bierchen fällig.

Die Tour des heutigen Tages:
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14.06. (Mittwoch)

Heute hatten wir einen ungeplanten Pausentag, also war erst einmal etwas Ausschlafen angesagt. Für unsere Reiseplanung war das nicht schlimm, wir waren bisher gut voran gekommen und hatten schon fast einen ganzen Tag "Vorsprung" heraus gefahren. Nach dem Frühstück am späteren Vormittag rief ich dann irgendwann ganz aufgeregt bei der Werkstatt an. Was ich dort zu hören bekommen werde, entscheidet ja schon nicht unerheblich, wie es auf dieser Reise weiter geht.
Die Nachrichten waren super: Wie gehofft gab es ein Kavala bei dem Teilehändler eine passende Gabel, ein nur wenig gefahrenes Modell aus dem Jahr 2021. Das Ersatzteil wäre wohl auch schon auf dem Weg und solle im Laufe des Nachmittags ankommen. Solche Lieferungen werden hier übrigens mit Linienbussen abgewickelt. Wenn dann wirklich alles passt, sollte meine Maschine am nächsten Morgen fertig werden!
Wow, was waren wir - und besonders ich natürlich - erleichtert.


Nun konnten wir erst einmal entspannt zum Strand gehen! Wie entspannend das nun war, im Mittelmeer etwas zu schwimmen und am Strand ein paar Bierchen zu zischen. Es sollte also wahrscheinlich klappen, dass wir am nächsten Tag weiter fahren konnten. Das Schicksal meinte es wirklich gut mit mir!
Nach dem Strand und dem Umziehen im Hotel suchten wir uns dann eine gemütliche Bar und genossen das mediterrane Leben, als plötzlich mein Telefon klingelte: Die Werkstatt! Da wird doch nicht etwa was Falsches geliefert worden oder gar noch etwas anderes kaputt sein?
Der Schreck blieb nicht lange, es war schon alles fertig! Ich könne das Motorrad abholen.
Donnerwetter, damit habe ich nun nicht gerechnet! So sehr ich mich freute, verschob ich die Abholung wegen des aktuelle Alkoholpegels dann doch auf den nächsten Morgen. Etwas später gingen wir dann in ein Restaurant für das Abendessen und noch später ging es sehr zufrieden wieder zum Hotel.


15.06. (Donnerstag)

Morgens dann das (bis auf den Vortag) übliche Programm: Frühstücken, Sachen zusammenpacken und los. Also wieder bei Jochen auf den Sozius und wenige Minuten später waren wir an der Werkstatt. Direkt draußen neben dem Fußweg konnte ich meine Tracer schon sehen, ganz frisch mit einer schönen, schwarzen Gabel. Im Geschäft wurde dann für alles zusammen 1200€ aufgerufen, groß hinterfragen wollte ich die Summer erst gar nicht und zudem hätte ich im Zweifel auch das Doppelte bezahlt. Ich bedankte mich noch einmal ganz herzlich und wünschte viel Spaß beim Rennen in Sachsen.
Nun schaute ich mir das Ersatzteil noch einmal genauer an. Wie schon im Laden erfahren, passt meine Halterung für den vorderen ABS-Sensor nicht an dieses Modell. Dieser war also seitlich per Kabelbinder am Standrohr befestigt. Egal, darum kann ich mich kümmern, wenn ich wieder daheim bin.

Ich verstaute meinen Kram, setzte mich auf mein Mopped und es konnte weiter gehen.
Im Stadtgebiet schaute ich nun besonders auf Schilder und Jochen sagte mir jedes relevante Verkehrszeichen per Intercom an "Da ist wieder so ein Stop-Schild, hast Du das gesehen?". Sicher ist sicher. Wir fuhren relativ direkt auf einer Schnellstraße Richtung Osten, nach rund 40km waren wir an der Grenze zur Türkei. Es waren diverse Autos vor uns in der Schlange und nach einige Minuten zogen wir dann unsere Helme und Jacken aus, war es hier in der Sonne doch schon ziemlich warm.


Wir warteten eine Weile im Schatten und irgendwie passierte so gar nichts. Auf beiden Spuren standen die Wagen vor Schlagbäumen, die sich nicht öffnen wollten.
Irgendwann kam dann die Info von einem Computerproblem und keiner wusste, wie lange das noch dauern kann. Also entschlossen wir uns, einen anderen Grenzübergang aufzusuchen. Mit einem Motorrad kommt man ja immerhin recht problemlos wieder aus so einer Stauschlange heraus.
Die nächste Möglichkeit der Einreise war dann rund 100km weiter nördlich, naher der Stadt Edirne. Also machten wir uns auf den Weg. Dort klappte dann alles recht flott und kurz darauf waren wir in der Türkei.
Statt rund 200km durchs Land bis zur nächsten Grenze nach Bulgaristan (so war es vorher auf Schildern zu lesen!) waren es nun nur noch rund 120km, wovon rund 2/3 langweilig mit viel Verkehr durch öde Gegenden verlief. Erst kurz hinter Kırklareli ging es dann wieder durch Wälder und in die Berge des Strandscha-Gebirges.


Nach der erneuten Einreise in Bulgarien (dieses Mal ohne komische Nachfragen wegen meines Kennzeichens) ging es dann die letzten 50km über eine traumhaft kurvige Straße eines Naturparks langsam hinunter zum Schwarzen Meer. Unser Ziel hatten wir wegen der Verzögerung zum Küstenort Zarewo vorverlegt und dort unterwegs das Ribarska Sreshta Family Hotel gebucht, welches mit dem Aussehen eines Schiffes direkt am Hafen lag.
Ursprünglich planten wir bis zum Urlaubsort Sosopol fahren, der noch rund 40km weiter nördlich liegt. 
Nach dem Einchecken wollten wir natürlich direkt zum nahen Strand. Während ich nur einen Tag nach meinem Besuch im Mittelmeer nun im Schwarzen Meer schwamm, setzte sich Jochen schon einmal an die Strandbar, die dort quasi auf uns wartete und so konnte ich mich nach der Erfrischung im Wasser direkt in die Bar zu einem kühlen Bier setzen.
Später schlenderten wir noch etwas durch den Ort auf der Suche nach einem Abendessen. Das war gar nicht so leicht wie gedacht, es waren noch viele Geschäfte und auch Gastronomie geschlossen, die Saison startet hier wohl wirklich erst zum Juli. Aber wir wurden doch noch fündig.


Nach der Stärkung ging es dann noch etwas durch die abendliche Gemeinde und das letzte Bierchen gab es dann auf dem Balkon unseres Hotelzimmers mit Blick über den kleinen Hafen.

Die Tagesetappe:
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16.06. (Freitag)

Nach dem Aufstehen stärkten wir uns mit einem guten Frühstück, packten zusammen und machten uns wieder auf den Weg. Zunächst ging es mehr oder minder an der Küste entlang nordwärts, dann einmal per Schnellstraße durch die große Küstenstadt Burgas hindurch und danach bald wieder in die Berge. 


Wieder gab es endlose Kurven auf bergigen Straßen in überwiegend dichten Wäldern, hin und wieder durch kleine Ortschaften unterbrochen. Ein weiterer toller Fahrtag.


Wie üblich entschieden wir uns im Laufe des Nachmittags für eine Unterkunft, eine passende Verbindung zwischen Quartier in einem Ort mit Restaurants ergab sich an diesem Tag aber nicht. So machten wir in der letzten Stadt Elena unseren Stopp für das (frühe) Abendessen.


Wir fanden ein gemütliches Restaurant, in dem uns trotz der frühen Zeit (es war erst etwa 16:30 Uhr) schon Essen angeboten wurde. Ganz generell war dieses Städtchen besonders, bestand es doch fast durchgängig aus alten, kleinen Bauernhäusern aus dem 18./19. Jahhundert, die alle aus dunklem Holz gebaut waren und den Ort wie eine Zeitkapsel erscheinen ließen.


Nach dem leckeren Essen fuhren wir dann die letzten Kilometer bis zu unserer Unterkunft, dem Guesthouse Kandaferi 2, welches absolut idyllisch mitten im Wald umgeben von Bergen liegt. Vorher hatten wir uns schon Frühstück, einige Knabbersachen und Getränke gekauft. Nach der Begrüßung und kurzen Einweisung der Örtlichkeiten durch die Besitzerin richteten wir uns gemütlich ein. 


So stand einem netten Abend, den wir wechselweise auf den verschiedenen Terrassen rund um das Guesthouse verbrachten, nichts im Wege. An einer überdachten Sitzgruppe im Garten konnten wir sogar mehrere Glühwürmchen direkt um uns herum beobachten.

Die an diesem Tag gefahrene Route:
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17.06. (Samstag)

Nach einer entspannten Nacht frühstückten wir, packten zusammen und machten uns wieder auf den Weg. Erst waren die Straßen noch etwas rumpelig, danach aber folgte ein weiterer, grandioser Fahrtag. Und nun gab es auch ab und zu tolle Aussichten! 


Zunächst ging es gen Süden, bis wir das Gebirge verließen. Am Fuße davon ging es westlich, bis wir in Kasanlak die Hauptstraße in der Ebene wieder Richtung Norden verließen und bald wieder in die Berge kamen. Es ging direkt steil über einige Serpentinen in die Höhe und bald schon kamen wir zum Abzweig des wohl berühmtesten Lost Place in Bulgarien, dem Busludscha-Denkmal
Wir fuhren aber erst noch ein paar Meter weiter zum Iron Fist Monument, von dessen Parkplatz die Ruine auf dem Berg eigentlich schon zu sehen ist. Leider verschwand unser Blick nach oben in den Wolken. 


Dann nahmen wir die Auffahrt zum Denkmal, welches eigentlich Gedenkstätte der BKP (Bulgarischen kommunistischen Partei) heisst. Fast wie vermutet fuhren wir direkt in die Wolken hinein und oben angekommen, konnten wir zunächst nur schemenhaft das Gebäude erkennen, welches auf 1440m Höhe steht. Also ging es vom Parkplatz zu Fuß hoch zum Betonkomplex, vielleicht können wir ja auch einen Blick ins Innere werfen. Die Hoffnung zerschlug sich schnell, der Eingang war nicht nur versperrt und mit Ketten und Schlössern gesichert, zudem lief dort auch noch ein Wachmann herum. 
Wir gingen also einmal herum und dann zurück zu den Motorrädern, zwischendurch lichtete sich zum Glück der Nebel immer wieder etwas, so dass zumindest einige Fotos möglich waren, auch mit der Drohne.
Inzwischen gibt es übrigens ein Projekt, um den Komplex vor dem weiteren Verfall zu bewahren, schließlich ist auch so etwas erhaltenswerte Geschichte.


Von hier ging es dann wieder weiter über zahllose Kurven durch die Berge in der Mitte Bulgariens, wie üblich tolle Landschaften und sehr wenig Verkehr.
Im weiteren Verlauf holte uns dann aber doch noch schlechtes Wetter ein, so dass wir im Sprühregen zu unserem heutigen Quatier, dem Ponorama-Hotel an der Auffahrt von Norden zum Trojan-Passes (wird auch Beklemento-Sattel genannt, auf 1525m Höhe) ankamen. Direkt oben an der Passhöhe gab es noch ein Monument, welches wir uns ansehen wollte, den Arch of Freedom
Wir fuhren also zunächst am Hotel vorbei hoch zum Pass. Dort oben geht ein kleiner Weg ab, hinauf zum Freiheitsbogen, der auf der Bergkuppe steht. Leider wieder tief in die Wolken gehüllt.


Nach dem kurzen Besuch und ein paar Fotos fuhren wir wieder runter vom Berg, zurück zum Hotel und checkten dort ein. Wurde auch langsam Zeit, aus den nassen Klamotten zu kommen. Noch einmal raus in das fiese Wetter wollten und mussten wir an diesem Tag aber zum Glück auch nicht mehr, im Hotel gab es auch direkt ein gutes Restaurant. So entspannten wir erst noch etwas und gingen später runter, zunächst auf ein paar Bierchen und schließlich ein leckeres Abendessen. 

Die gefahrene Tagesstrecke:
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18.06. (Sonntag)

Nach den üblichen Morgenabläufen machten wir uns wieder auf den Weg. Immer noch war unser Hotel in den Wolken, daher sparten wir uns die erneute Auffahrt zum Monument, die wir am Vorabend noch als Option gesehen hatten. Es ging rund 15km zurück gen Norden, bevor wir dann wieder weiter westlich fuhren, immer kreuz und quer durch die Berge.


Irgendwann verließen wir dann die Berge und kamen in die Ebene, die uns dann später noch bis zur Donau führen sollte. Unser Zielort war heute Widin, ganz im Nordwesten von Bulgarien


Die Stadt liegt direkt am Fluss und bildet somit auch den Grenzort nach Rumänien. Als Quartier hatten wir uns das feine Family Hotel "Anna-Christina" ausgesucht, welches im Stile eines Kurhotels direkt am Ufer der Donau liegt. Im blickgeschützen Garten gab es zudem einen Pool, wir wollten mal wieder ein bisschen Luxus haben.


Nach der Erfrischung machten wir uns dann auf den Weg, etwas von der Stadt zu sehen.
Zunächst schlenderten wir über die breite Promenade am Flussufer. Die Donau hat hier schon eine ganz stattliche Breite, obwohl sie noch rund 750km bis zum Schwarzen Meer vor sich hat. Hier im Bereich der Stadt sind das grob (gemessen) zwischen 700m und gut 1km, kein Vergleich zum Rhein in Köln, wie Jochen direkt anmerken musste.


Ein Stückchen weiter liegt die Festung Baba Wida, die allerdings leider schon geschlossen war. Diese Anlage war im Mittelalter die wichtigste Festung im Nordwesten Bulgariens.
 

Wir schlenderten noch etwas umher und fanden schließlich das Restaurantschiff Dunava, auf dem wir mit feiner Aussicht über den breiten Fluss unser Abendessen genossen.


Leider gab es auch viele Mücken hier, so dass wir den Abend nicht so lange an Deck genossen, wie wir eigentlich gerne getan hätten. Wir gingen nach dem Essen doch lieber noch eine Runde durch die Stadt.

Die Tagesroute:
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19.06. (Montag)

Von hier aus hätte uns der Weg eigentlich wieder zurück nach Serbien führen können, aber da Rumänien ja nun in Blickweite auf der anderen Donauseite lag und Jochen dieser Länderpunkt noch fehlte, wollten wir entsprechend noch einen Schlenker durch das Nachbarland machen.
Die Grenze liegt direkt auf einer großen Brücke, doch schon in der Auffahrt fanden wir uns in einem endlos wirkenden LKW-Stau wieder. Ein Fahrer sah uns aber ankommen und winkte uns gleich vorbei, die eigentliche Straße war nämlich zweispurig (konnten wir bei der Auffahrt noch nicht sehen) und somit mussten wir uns nicht hinten anstellen.


Nach der flotten Einreise nach Rumänien ging es erst etwas durch das eher langweilige Donau-Hinterland, bis bald die Berge der südlichen Karpaten an den Fluss reichen. Von hier war es nicht mehr weit bis Orșova, wo die Cerna in die Donau mündet und eine weite Bucht bildet. Nur wenig weiter flussaufwärts liegt das berühmte Eiserne Tor


Wir machten eine kleine Pause an exakt dem Hotel-Restaurant, in dem wir auf der Karpaten-Tour 2016 übernachtet hatten. Der schöne Ausblick auf das Donaubecken war mir in Erinnerung geblieben.
Nach dem Stopp fuhren wir wieder los, es ging erneut munter bergig weiter, wir schlängelten uns durch die südlichsten Ausläufer der Karpaten


Nach einer weiteren Pause samt Klosterbesuch ging es wieder durch die Berge und auch engere Schluchten, die für einen weiteren Stopp sorgten.


Schließlich fuhren wir wieder aus den Bergen heraus und schon bald kamen wir zur Grenze nach Serbien. Nach der Einreise ging die Strecke dann eher langweilig durch eine Ebene weiter, bis wir wieder zurück zur Donau kamen und direkt auf der anderen Flussseite unseren Zielort Smederewo erreichten. 
Unser Quartier war das Apartman Centar Deluxe, welches direkt in der City am Rande der Fußgängerzone in einem Wohnblock liegt. Als wir unsere Motorräder an einem Durchgang zwischen verschiedenen Häusern abstellten, kam ein Bewohner vorbei und schaute zu, wie wir die Maschinen parkten. Er wies dann auf den Kosovo-Aufkleber an meinem Koffer und meinte, den solle ich lieber abmachen. Da er dabei aber grinste war das wohl nicht so bierernst gemeint. Und am nächsten Morgen war mein Mopped noch heile und auch der Aufkleber bappte noch an der Alubox.


Nach dem Beziehen und Frisch machen ging es wie üblich etwas durch die Stadt. Hier trafen wirklich ganz nette Ecken auf bauliche Abscheulichkeiten, für jeden Geschmack war etwas dabei.


Natürlich fanden wir wieder ein passendes Restaurant für unser Abendessen und drehten schließlich noch einen Verdauungsspaziergang.

Die an diesem Tag gefahrene Route:
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20.06. (Dienstag)

Wir begannen den Tag mit einem externen Frühstück in der Stadt, dann packten wir zusammen. Es ging weiter, heute sollten wir Serbien wieder verlassen und zurück nach Bosnien kommen. Es war wohl der wärmste Fahrtag der ganzen Reise, daher machten wir unterwegs auch nicht unbedingt viele Fotostopps. Ansonsten war es aber sehr fein.


Unser Zielort war das Städtchen Pale, rund 20km östliche von Sarajevo gelegen. Die Unterkunft hatten wir im Hotel Zlatna Žita. Wirklich schön war der Ort nicht, aber in der Nähe des Hotels gab es einige Restaurants und so wurden wir schnell fündig und konnten den Tag entspannt ausklingen lassen.

Die Strecke des Tages:
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21.06. (Mittwoch)

Nach dem Aufstehen machten wir uns frisch und frühstückten, dann packten wir zusammen und machten uns erneut auf den Weg.
Das erste Ziel war nicht weit entfernt, es sollte zur Bob- und Rodelbahn der Olymischen Winterspiele 1984 gehen. Na, wer hat direkt wieder dieses kleine Liedchen im Kopf?



Die ehemalige Eisbahn liegt am Hang des Berges Trebević und wurde bis zum Ausbruch des Bosnienkrieges 1991 genutzt. Heute ist sie ein weiterer (gar nicht so) Lost Place und wird gerne besucht, zumal sie von der nahen Seilbahn aus gut zu erreichen ist.


Von hier oben hat man zudem auch eine schöne Aussicht auf die Stadt. Einen Besuch des Zentrums ließen wir aber ausfallen, Großstadtverkehr bei der Wärme muss bei so einer Tour nicht sein.


Wir fuhren dann weiter gen Süden und kamen schnell wieder tiefer in die Berge.


Bald darauf begann unser "Abenteuertrip" dieser Tour. Anfangs noch hin und wieder fester Schotter, später ging der Weg aber in ein Geläuf über, für das unsere Straßenmaschinen definitiv nicht wirklich geeignet waren! Auf diesem (so nicht geplanten) Abschnitt hätte ich dann doch gerne wieder die Africa Twin der früheren Balkanreise gehabt.


Ich hatte zwischendurch wirklich Sorge, dass wir mit einer Panne im (großen) Funkloch bei Hitze im Nichts liegen bleiben. Es ging aber gut. 
Danach kam aber wieder fahrtechnischer Hochgenuss, trotz der Hitze des Tages.


Es ging dann stetig nordwestwärts bis zu unserm Zielort Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska, eine der beiden Entitäten von Bosnien-Herzegowina. Unser Quartier war das Hotel Slavija im Zentrum der Stadt.


Wie üblich schlenderten wir nach dem Einchecken etwas durch die Stadt und fanden später ein nettes Restaurant. Der abendliche Verdauungsspaziergang führte uns dann noch beim Kastel vorbei.

An diesem Tag gefahrene Route:
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22.06. (Donnerstag)

Unser letzter Fahrtag war gekommen, uns blieben noch knapp 280km zurück zum Balaton.
Wir packten also wie üblich zusammen, genossen noch ein letztes Hotelfrühstück und fuhren los.
Ein Großteil der Strecke versprach zudem auch nicht unbedingt kurvigen Fahrgenuss, abgesehen vom Kozara im nördlichen Bosnien und dann noch dem Papuk in Kroatien sollte es überwiegend flach einhergehen. Und so war es auch, gegen 15 Uhr erreichten wir dann wieder unseren Ausgangspunkt der Reise.


Nach dem rituellen Abklatschen nach dem Ende einer Tour (Ankommbier fiel ja aus), zogen wir die Klamotten aus und verluden danach direkt die Motorräder. 

Der letzte Tagesabschnitt:
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Zum Losfahren war es nun aber noch zu früh, wir wollten ja nicht mitten in der Nacht ankommen, also sollte es nach der schwitzigen Anstrengung noch eine schöne Abkühlung geben. Also fuhren wir ohne den Anhänger zu einem nahen Strand und sprangen erst einmal in den See. Wirklich kühl war der zwar nicht, aber es erfrischte doch.
Danach gab es dann doch noch ein kleines Bierchen, wir gönnten uns ein letztes (frühes) Abendessen und abschließend noch ein schönes Eis. Gegen 18:20 Uhr machten wir uns dann auf den Heimweg.

Hier noch die gesamte Karte der Tour:


Terminlich passte unsere Rückkehr für Jochen prima, weil direkt am Freitag ein ADAC-Motorradhelfer-Treffen, an welchem er regelmäßig teilnimmt, im Spessart startete.
So endete unsere gemeinsame Fahrt am Landgasthof "Zum Jossgrund" in Sinntal.
Wir luden wieder die Maschinen ab, Jochen fuhr am Wochenende noch etwas im Spessart herum und ich machte mich nach der Verabschiedung auf den Heimweg.
Nach weiteren knapp 300km kam ich dann gegen 14:40 Uhr zuhause an. Mein Tacho zeigte eine Gesamtstrrecke von etwas über 4800km an.


Was bleibt?

Wir hatten eine weitere tolle Tour im Balkan! Besonders hat uns auf dieser Runde Bulgarien gefallen, wo wir auch mit Abstand am meisten Strecke zurückgelegt haben. Viele tolle Straßen und besondere Sehenswürdigkeiten, überall gute Unterkünfte und Essen zu einem ziemlich günstigen Preis.
Aber auch die anderen Gebiete waren prima, wir hatten eine durchweg tolle Runde.
OK, auf meinen selbst verschuldeten Crash und sein nicht günstiges Nachspiel hätte ich verzichten können, aber nun gut. Es hätte auch schlimmer kommen können! Die Knochen (und auch der Rest) blieben heile und Blech lässt sich ersetzen. Übrigens: der Schaden am Smart lag bei unter 300€, wie mir meine Versicherung irgendwann mitteilte.

Vom Balkan haben wir übrigens immer noch nicht genug. Weiter westlich fehlen uns ja noch der südliche Teil von Albanien und ebenso große Bereiche vom griechischen Festland. 

Wir werden sicher wiederkommen! 


Nachtrag:

Nach neu besuchten Gebieten und Länder dürfen die neuen Flaggen auf den Koffern natürlich nicht fehlen.


Zudem musste ich noch etwas an der neuen Gabel umbauen: Die Halterung für den ABS-Sensor konnte ich ein wenig anpassen, so dass dieser nun auch an der neuen Gabel seinen Dienst verrichten kann.


Die neue Gabel sieht (meiner Meinung nach) übrigens nicht nur besser aus, sie spricht auch etwas besser an als die alte, 6 Jahre Modellpflege haben schon etwas bewirkt.
Somit kann ich die Crashfolgen nun sogar als Update verkaufen, optisch wie technisch.

Final ist alles wieder heile und ich freue mich auf viele weitere tolle Touren mit meiner Tracer.

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