Dienstag, 13. Oktober 2026

Baltikum - 08/2025

Der Sommerurlaub 2025 stand an. Wie so oft, wenn wir innerhalb von Europa bleiben, zieht es uns dann mehr in die gemäßigten Zonen, weniger in den Süden rund ums Mittelmeer. Dort ist es uns inzwischen einfach zu heiß im Hochsommer.
Wir entschieden uns für einen Roadtrip durchs Baltikum. Bei dieser Reise sollte es nach längerer Zeit mal wieder mit dem eigenen Auto gehen. Zuletzt hatten wir im August 2021 auf unserer Südpolen-Tschechien-Rundfahrt diese Möglichkeit genutzt.
Da es bis zum Zielgebiet durchaus eine ganz ordentliche Strecke zurückzulegen ist, wollten wir nur einen Weg auf den eigenen vier Rädern abreißen. Wir überlegten uns, auf dem Hinweg mit Zwischenstopps über Berlin und Danzig ins Baltikum zu fahren und den Rückweg größtenteils per Schiff zurückzulegen. Hier wählten wir dann eine Fähre von TT-Line von Klaipėda nach Lübeck-Travemünde.


08.08. (Fr)

Abfahrtag! Heute stand eigentlich nur die Anreise nach Berlin an. Genia hat am Freitag eh einen kurzen Arbeitstag und ich machte etwas früher Schluss, so dass wir gegen 14:30 Uhr los fuhren. Unser Ziel war das Premier Inn Berlin City Süd Hotel in Neukölln.
Nachdem wir uns im Zimmer eingerichtet hatten, gingen wir bald ins nahe italienische Restaurant Il Nuovo. Wir hatten einen schönen Platz im Biergarten und leckeres Essen gab es auch. So hatten wir einen schönen Abend.

Die am ersten Tag gefahrene Strecke:

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09.08. (Sa)

Ich war nun schon so einige Jahre nicht mehr in Berlin, zuletzt eher auf der Durchreise. Richtig intensiv und sehr oft war ich Ende der 1980er und anfang der 1990er Jahre in der Stadt, damals hatte meine Mutter Freunde in Reinickendorf wohnen, wo ich recht regelmäßig mein Quartier aufschlagen konnte.
Somit wollte wir uns bei diesem Besuch einen richtigen Sightseeing-Tag gönnen!
Zunächst ging es mit Bus und U-Bahn in die City. Unsere erste Station war der Checkpoint Charlie.


Dann ging es weiter zur Prachtstraße Unter den Linden und Richtung Brandenburger Tor.


Nur um die Ecke ist es zum Reichstagsgebäude. Keiner von uns hatte bisher die Kuppel besucht, so hatte ich im Vorfeld Tickets gebucht. Übrigens ist es weltweit das meistbesuchte Parlamentsgebäude.
Schöner Ausblick von oben und im Vergleich zu anderen Metropolen fällt besonders auf, dass Berlin gerade im Bereich rund ums Zentrum kaum wirklich große Hochhäuser hat.


Von dort ging es dann zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas.


Was bisher auch noch niemand von uns gemacht hat: Eine Bootstour!
So eine Rundfahrt lohnt sich wirklich, man bekommt viel zu sehen und zudem auch aus einer anderen Perspektive.


Statt etwas Abkühlung auf dem Wasser kamen wir noch mehr ins Schwitzen, zum Glück hatten wir Sonnenschutz dabei. Nach dem Rumgeschipper ging es für uns weiter zur East Side Gallery.


Danach konnten wir noch einen Blick auf die schöne Oberbaumbrücke werfen, die Kreuzberg mit Friederichshain verbindet. 


Zum Abschluss des Touri-Tages ging es noch kurz am Alex vorbei.


Dann hatten wir für diesen einen Tag genug gesehen und machten uns auf den Rückweg. Da uns das Abendessen vom Vortag gut gefallen hatten und wir nicht unbedingt noch einmal richtig losziehen wollten, besuchten wir einfach das gleiche Restaurant noch einmal.  


10.08. (So)

Und schon war nach unserem Kurzbesuch in der Hauptstadt der Abreisetag gekommen. Bevor es weiter gehen sollte, haben wir uns nach dem Auschecken noch nebenan in der Bäckerei Al-Masri bei einem leckeren Frühstück gestärkt. Danach machten wir uns auf den Weg Richtung Polen. Es ging immer Richtung Stettin, erst kurz vor der Landesgrenze verließen wir die Autobahn und fuhren wenige Kilometer überland bis zum "Krummen Wald" (Krzywy Las). Hier standen ursprünglich rund 400 deformierte Kiefern, von denen heute noch etwa 100 erhalten sind.


Von dort ging es dann weiter zu unserem Tagesziel Gdańsk. Nachdem wir in Polen bisher schon die beiden wunderschönen Städte Krakau (2016) und Breslau (2021) besucht hatten, stand Danzig schon etwas länger auf unserer Liste.


Bevor es in die Stadt ging, stoppten wir noch kurz beim Stadion, welches zur Fußball-Europameisterschaft 2012 errichtet wurde. Dann ging es zum Ziel, unser Quartier hatten wir im zentral gelegenen World Hostel. Nachdem wir uns in unseren Zimmer etwas eingerichtet hatten, gingen wir zunächst zu 3Burger Gdańsk um uns ein Abendessen zu gönnen. Danach machten wir noch einen kleinen Streifzug durch die nähere Umgebung.

Die Weiterfahrt nach Danzig ging hier entlang:
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11.08. (Mo)

Und wieder Sightseeing-Tag. Bei schönem Wetter konnten kreuz und quer durch Innenstadt von Danzig schlendern.


Passend zu unserem Besuch fand der historische Dominikanermarkt statt, den es hier seit dem Jahre 1260 gibt. Nach dem 2. Weltkrieg geriet die Tradition etwas in Vergessenheit, diese wurde aber 1972 wiederbelebt. Der Markt geht über mehrere Wochen und zählt zu den größten Freiluftveranstaltungen Europas.


Insgesamt können wir beeindruckt bestätigen, wie wunderschön die Stadt ist. Entsprechend gut besucht war auch alles. Ein Hotspot neben dem Zentrum der Altstadt ist auch der alten Hafen. Der heutige "Haupthafen" der Stadt liegt außerhalb in Gdynia.



Nachdem wir den ganzen Tag die Stadt erlaufen hatten, ging es schließlich zu Swojski Smak zum Abendessen. Danach wollten wir den Sonnuntergang im etwas weiter am Meer liegenden Teil des alten Hafens etwas genießen, dort versperrten uns aber Gebäude die Sicht.


Immerhin war es hier deutlich weniger trubelig und einen netten Biergarten für ein Absackergetränk gab es auch. Danach schlenderten wir zurück zu unserem Quartier.


12.08. (Di)

Heute sollten wir nun wirklich ins Baltikum kommen! Es stand die Fahrt nach Vilnius, der Hauptstadt von Litauen, auf dem Programm. Es gab viel Fahrerei zu absolvieren, insgesamt wurden es fast 600km, dazu recht viel auf Landstraßen. Obwohl wir gegen 09:30 Uhr los kamen, erreichten wir die Grenze erst nach 16 Uhr. An diesem Tag war auch kein weiterer Stopp unterwegs geplant, so dass es nur wenige Fotos (ganz ohne Posting) gab. Kurz vor halb 7 am Abend erreichten wir dann die Stadtgrenze, nun ging es direkt zu unserem Quartier, das B&B In Astra. Nachdem wir unser Reich bezogen hatten, gingen wir nach nebenan zu City Chef Barbecue, wo wir unser Abendessen bestellten. Es war inzwischen halb 9 geworden, als wir unser Essen auf dem Tisch hatten. Danach ließen wir den Abend ruhig ausklingen.

Der heute zurückgelegte Weg:
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13.08. (Mi)

Und wieder war Sightseeing-Tag! Erneut konnten wir wunderbar die Innenstadt zu Fuß erkunden. Vilinius ist zwar die größte Stadt des gesamten Baltikums, mit gut 610.000 Einwohner aber keine große "Metropole" und daher in der City noch überschaubar. Wir zogen also los.


Was später am Tage als Erkenntnis bleiben sollte: Im Gegensatz zu Danzig (und später auch Riga oder Tallinn) gibt es hier kaum Bereich, die vom Autoverkehr befreit sind. Das ist etwas schade, es gibt durchaus zahlreiche nette Ecken, aber fast nirgends ist man vor Fahrzeugen sicher, die um einen herum fahren können. So einige zentral für den Verkehr gesperrte Straßen würden die Stadt doch sehr aufwerten. Einer der wenigen Bereiche ist der große Platz an der Kathedrale St. Stanislaus. Ganz in der Nähe der großen Kirche liegt der Gediminas-Hügel, auf dem mal die obere Burg der Stadt lag. Davon ist aber nur der gleichamige Turm erhalten. Auch wenn dieser Hügel nicht wirklich hoch ist, muss man nicht zu Fuß hinauf laufen, sondern kann einen Schräg-Aufzug nutzen.


Von oben hat man einen wunderbaren Ausblick über die ganze Stadt. Danach schauten wir uns weiter unten in der City um. Abends gingen wir dann italienisch essen im Casa della Pasta und später zurück zur Unterkunft


14.08. (Do)

Und schon ging es weiter für uns. Wir verließen Vilnius und machten uns auf den Weg Richtung Lettland. Kaum unterwegs zu unserem ersten Zwischenziel gab es aber noch einen ungeplanten Halt.


Nach dem kleinen Stopp ging es weiter zu unserem ersten geplanten Stopp nach Kernavė und hier konkret zur archeologischen Städte. Der offiziell auch Kulturreservat Kernav genannter Ort ist ein ziemlich großes Gebiet von bewohnten Stätten seit der Altsteinzeit, hier war auch die erste Hauptstadt des Landes.


Am besten ist so ein weitläufiges Areal natürlich aus der Luft zu erkennen, also schickte ich die Drohne auch noch in die Luft. Neben Fotos entstand dabei auch noch dieses kleine Video.



Dann verließen wir das Gelände wieder und schauten uns noch die vor den Toren liegenden schöne Kirche an.


Weiter ging es zu einem schon sehr besonderen Ort, dem Kreuzhügel oder auch Berg der Kreuze genannt, nicht mehr weit weg von der Grenze zum nördlichen Nachbarland.


Von dort ging es dann weiter zu unserem Tagesziel, dem Centre Sun Apartments in der lettischen Hauptstadt Riga. Nachdem wir unser privates Quartier bezogen hatten, gingen wir noch zum Abendessen. Wir entschieden uns für das Amigo, einem mexikanischen Restaurant in Fußreichweite.

Die gefahrene Strecke an diesem Tag: 
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15.08. (Fr)

Und wieder Sightseeing-Tag, nun in der lettischen Hauptstadt. Kaum in der Altstadt fällt der Unterschied zu Wilnius auf: Hier ist der Autoverkehr in vielen Bereichen eingeschränkt. 


Die alte Hansestadt ist berühmt für ihre zahlreichen Häuser im Jugendstil sowie für die gut erhaltene Innenstadt, darunter besonders die Altstadt. Wir waren ziemlich angetan, dazu passte auch der warme und sonnige Tag.


Nachdem wir viel kreuz und quer durch die Stadt gelaufen waren, gab es noch im Restaurant Lido ein leckeres Abendessen. Danach ging es erschöpft zurück zur Unterkunft.


16.08. (Sa)

Unser 2. Tag in Riga. Nachdem wir am ersten Tag schon die Altstadt recht intensiv inspiziert hatten, sollte es heute etwas mehr außen herum gehen. Aber erst haben wir schön ausgeschlafen und dann in Ruhe gefrühstückt. Dann ging es wieder los, wir starteten am Bahnhof. An solche Orte kann ich als Eisenbahnfan ja nicht vorbei laufen. Die anderen ertragen das immer mit viel Geduld.


Unser Weg führte uns an diesem Tag auch über die Düna, die hier doch überraschend breit daher fließt.


Auf der westlichen Seite der Stadt haben wir dann noch das Eisenbahnmuseum besucht.


Danach ging es wieder zurück zur Altstadt. Kaum über die Brücke war die Hauptstraße in eine Richtung abgesperrt, damit ein kleiner Oldtimer-Konvoi abbiegen konnte. 



Nach dieser kleinen Überraschung gingen wir weiter und schließlich gab es Burger im Latenight Munchies. Bald danach ging es zurück zur Unterkunft.


17.08. (So)

Und wieder ging die Reise weiter, heute sollte es bis nach Estland gehen. Vorher stand aber noch ein Zwischenstopp auf dem Plan, der war bei Sigulda. Hier befindet sich nämlich die Weltcup Bob- und Rodelbahn. 


Von der Anlage habe ich auch noch Videos gemacht. Einmal die ganze Bahn aus der Luft von der Drohne aufgenommen.



Auch hier kann man in einem Taxi-Bob fahren, sowas gibt es z.B. auch in Winterberg. Im Sommer ist die Bahn aber nicht vereist, so wird halt mit Räderschlitten samt Schutzkäfig gefahren.



Danach fuhren wir weiter, aber nur ein kurzes Stück, bis zur Burg Treyden, die im Ortteil Turaida auf einem Bergrücken steht.


Dann ging es weiter zu unserem Ziel, der Landeshauptstadt Tallinn. Unsere Unterkunft war das private Apartment Bob W Telliskivi. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, gingen wir ins nahe mexikanische Restaurant La Tabla. Nach dem leckeren Essen entspannten wir in unserem sehr schönen Apartment.

Die Strecke von heute:
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18.08. (Mo)

Und der nächste Sightseeing-Tag! Zu Fuß ging es zunächst von unserer Unterkunft Richtung Altstadt, die innerhalb einer großen Stadtmauer auf einem kleinen Berg liegt, also im Prinzip wie eine komplette Festungsanlage mit innenliegender Stadt.


Auch Tallinn ist wunderschön, die Altstadt recht verkehrsbefreit mit zahlreichen schönen Gebäuden, Kirchen und natürlich der befestigten Stadtmauer.


Das Wetter spielte im Laufe des Tages immer mehr mit und so konnten wir die schönen Ausblicke zunehmend im Sonnenschein genießen. Von der höher gelegenen Festung kann man schön über die Neustadt samt Banken- und Geschäftsviertel bis zum Hafen blicken. 



19.08. (Di)

Unser 2. Tag in Tallinn. Ähnlich wie auch in Riga wollten wir uns nun einmal etwas außerhalb der Altstadt umsehen. Zunächst besuchten wir eine große (Sänger-)Bühne, die hauptsächlich für Festivals gedacht ist. Hier findet u.a. regelmäßig das estnischen Liederfest statt. Als wir dort waren, wurde auch gerade wieder für eine Veranstaltung aufgebaut. 


Danach besuchten wir unweit des Geländes dann auch noch einen stadtnahen Strand. Badewetter war nicht, daher war es auch nicht so schlimm, dass wir eh nicht länger dort verweilen wollten.


Da das Wetter an diesem Tag wirklich alles andere als freundlich war, wollten wir lieber wettergeschützte Aktivitäten folgen lassen. Somit entschieden wir uns zu einem Besuch des Meeresmuseums bzw. auch Seefahrtsmuseum. Dieses ist in alten Hangarhallen untergebracht und ist definitiv sehenswert. 


Haupt-Ausstellungsstück ist ein altes U-Boot, welches prominent mittig in der großen Halle plaziert ist. Aber auch sonst gab es viele interessante Sachen zu sehen. Hier hatte groß und klein seinen Spaß.



Danach sollte es dann zurück zu unsere Unterkunft gehen. Da wir aber zum Abendessen auch nicht mehr raus wollten, hielten wir einfach unterwegs an einer Pizzeria an und stärkten uns dort. Dann ging es zurück zum Quartier und wir ließen den Abend ruhig ausklingen.

Die heute gefahrene Route:
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20.08. (Mi)

Der nächste Transittag stand auf dem Programm. Heute ging es weite Strecken mehr oder minder nahe der Ostsee-Küstenlinie entlang zurück nach Lettland. Schließlich umfuhren wir die Bucht von Riga und hatten es dann nicht mehr weit bis zu unserem Zielort Engure am Rigaischen Meerbusen. Hier hatten wir unsere Unterkunft im Apartment "Little one". Anders als der Name vermuten lässt, war es aber gar nicht so klein. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, zogen Levi und ich uns um und dann gingen wir alle zum nahen Strand. Heute sollte es endlich einmal ins Meer gehen.


Wobei "Meer" hier schon irgendwie relativ ist, die Ostsee besteht ja aus Brackwasser. Nahe dem Übergang zur Nordsee kann man ja das Salz noch recht gut herausschmecken, so weit wie hier im Osten benötigt man schon etwas feinere Geschmacksknospen, um das noch zu merken. Zudem ging es auch am Strand extrem flach ins Wasser. Fühlte sich insgesamt irgendwie eher an wie am Balaton an.


Nachdem wir diesen Punkt auf unserer Liste auch abgehakt hatten, machten wir uns später im Quartier wieder frisch und gingen danach noch in das nahe Cafe Engure zum Abendessen.

An diesem Tag fuhren wir über diese Wege:
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21.08. (Do)

Und erneut ging es weiter, wir sollten heute wieder zurück nach Litauen fahren und uns langsam dem Zielort Klaipėda nähern. Wir holten uns aber zunächst an einer Bäckerei um die Ecke frische Brötchen und frühstückten ausgiebig. Dann packten wir zusammen und fuhren los. Bis zu unserem ersten Ziel war es nicht allzu weit, es ging Ventspils International Radio Astronomy Centre in der Nähe von Irbene.


Es liegt in einer weiten Dünenlandschaft eines ehemaligen militärischen Sperrgebiets und die Absperrvorrichtungen rund um die Anlage wurde natürlich erhalten. Aber auch ein Blick von außen ist durchaus beeindruckend. Nur ein paar Minuten entfernt gibt es dann einen echten Lost Place, dort haben wir uns natürlich auch etwas umgesehen.


Die Gebäude waren schon recht zerfallen, immerhin war die Grundstrucktur aus Beton und daher sehr haltbar. Immer wieder beeindruckend, wie flott sich die Natur solche Gebiete zurück holt, wenn sie erst einmal verlassen und nicht mehr "gepflegt" werden.
Dann ging es weiter zur Hafenstadt Liepāja, auch dort schauten wir uns im Hafengebiet einige verlassene Bereiche an. Die ganzen alten Lagergebäude sind aus schönen Backsteinen gebaut, wirklich schade, dass für sie keine neue Nutzung gefunden wurde.


Danach ging es zu unserem letzten Ort im Baltikum, nach Klaipėda, hier stiegen wir im Luna Hotel ab. Nach dem Bezug ging es für uns noch zum Abendessen, wir entschieden uns für den Außenbereich von Hurry Curry, einem indischen Restaurant.

Die Strecke von heute:
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22.08. (Fr)

Und schon war unser Abreisetag gekommen. An diesem Abend sollte es dann mit der Fähre zurück gehen. Bis es soweit war, hatten wir aber noch fast den ganzen Tag Zeit, also wollten wir uns natürlich noch etwas ansehen. Nachdem wir also unseren Kram zusammen gepackt hatten, ging es zunächst gen Süden, auf der Binnenseite des Kurischen Haffs entlang. Hier fuhren wir durch viel Wald am König-Wilhelm-Kanal entlang.


Danach fuhren wir noch zum Hafen Dreverna, direkt am Haff. Hier gibt es einen großen Aussichtturm, von dort kann man sehr schön zur Kurischen Nehrung mit ihren riesigen Dünen schauen. Wir gönnten uns noch ein Eis und gingen dann bald zurück zum Auto.


Inzwischen war die Zeit schon ordentlich fortgeschritten, so machten wir uns langsam auf den Weg zurück Richtung Hafen. Vorher wurde natürlich noch eingekauft. Zu meiner Überraschung war das Schiff doch eher klein. Meine bisherigen Fährerfahrungen (also abseits von so kürzeren Fahrten von max. einigen Stunden) belaufen sich auf Mittelmeer (Korsika, Sardinien, Italien-Griechenland) oder aber Niederlande-Nordengland und da waren die Boote doch jeweils etwas größer.


Immerhin hatten wir zwei Doppelkabinen, also war unsere Unterbringung recht geräumig. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, schauten wir uns an Bord etwas um. In der Tat gab es auf der Fähre nur wenig Ablenkung während der Überfahrt. Ein kleines Restaurant, was eher eine Kantine im Innern ohne Fenster war und ein Ausschaubereich am Bug mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten und auch Tischen.
Dazu auf dieser Ebene noch zwei wenig einladende Außenbereiche mit kaum Sitzmöglichkeiten, wohl eher der nötige (?) Raucherbereich. Immerhin gab es oben auf dem Deck nette Sitzplätze, nach dem Ablegen wurde es hier aber doch recht schnell zu windig und auch kühl. So gingen wir doch bald wieder rein in den "Ausguckbereich", suchten uns ein nettes Plätzchen und genossen unser vorher gekauftes Abendessen.


Ich hatte vor der Fahrt Levi noch erzählt, dass es auch auf einer Fähre auch einige Sachen zu entdecken gibt, das war hier leider nicht wirklich der Fall. Bisher kannte er ja nur Kreuzfahrt-Schiffe, die natürlich weit mehr in Sachen Freizeit bieten. Naja, der Großteil der Fahrt ist ja über Nacht, in der man dann eh pennt. Vorher gab es aber noch einen schönen Sonnenuntergang samt Wolken und Regenschauern an den Seiten, sah interessant aus.

Die letzten Wege im Baltikum:
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23.08. (Sa)

Wir hatten alle eine gute Nacht und nach dem Aufstehen und Frisch machen konnten wir einen Blick auf die berühmten Kreidefelsen von Rügen werfen.


Danach gingen wir in das Bordrestaurant und bestellten uns ein Frühstück. Das war überraschend gut und auch preislich absolut in Ordnung. Definitiv die positive Überraschung hier an Bord.
Wir schipperten noch einige Stunden weiter und kamen schließlich in die Lübecker Bucht. Am Ende dieser fließt die Trave in die Ostsee, daher auch der Name unseres Zielortes Travemünde.


Die Einfahrt Richtung Ziel Skandinavienkai ist wirklich sehr schön, es gibt einiges zu sehen während das Schiff sich langsam landeinwärts bewegt. Hier befindet sich der größte deutsche Fährhafen an der Ostsee. Wir hatten natürlich vorher unsere Sachen schon gepackt, so dass wir unseren Kram nur noch aus den Kabinen holen und diesen wieder in den Wagen verstauen mussten. Gegen 18:00 Uhr rollten wir dann wieder auf festen Boden. Es folgten drei zum Glück ereignisarme Stunde Rückfahrt, bis wir wieder auf den heimischen Hof kamen. Unser Roadtrip war beendet.

Der Heimweg führte uns hier entlang:
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Hier noch die Gesamtkarte unserer Reise:



Was bleibt?

Das Baltikum stand nun schon etwas länger auf unserer Reiseliste für einen Sommerurlaub, nun waren wir endlich auch einmal hier. Die Idee mit der Hinfahrt im Auto und Rückfahrt per Fähre war eine feine Sache. Ansonsten hätte man auf einem gefahrenen Rückweg natürlich noch Warschau anschauen können, aber dafür war dann die Zeit doch zu knapp. Die drei Länder ähneln sich landschaftlich auf den ersten Blick (und mehr haben wir ja nicht gesehen) natürlich schon. Es gibt viel Natur und Platz, um die Seele baumeln zu lassen. Haben wir aber natürlich nicht gemacht, sondern viel angesehen. Primär natürlich die Hauptstädte, die allesamt sehenswert sind. 
An sich bin ich persönlich eher ein Freund von "3D-Landschaften". So tellerplatte Gegenden gehören nicht zu meinen bevorzugten Gebieten. Daher wird das Baltikum sicher nicht zu meinen Top-Landschaften werden, ähnlich wie die nördliche Hälfte von Polen, Dänemark oder auch Norddeutschland. Ich mag es insgesamt lieber hügelig oder bergiger. Der besondere Charme solcher "Flachländer" geht für mich daher überwiegend von den Orten/Städten aus und da wurde wir nicht enttäuscht. Besonders hat es uns auf dieser Reise Danzig, Riga und Tallinn angetan. Was für wunderbare und schöne Orte!
Wenn man hingegen (zusätzlich) noch ein Liebhaber vom Flachland ist, könnte das Baltikum weit oben in der Hitliste landen. Aber auch für mich war es ein tolles Ziel, was man durchaus mal gesehen haben sollte.