Dienstag, 15. Dezember 2009

Motorradurlaub - Alpen 08/2003

Bei diversen Tagestouren kamen wir irgendwann mal auf das Thema Alpen und Urlaub. Schnell waren wir uns einig, dass sowas auch mal anstehe! Frank B. fährt einen T4-Bulli, der sich als Moppedtransporter (im Crosserbereich) schon bewährte und hat einen guten Freund, dessen Mutter in Grünwald bei München wohnt (wo der Wagen stehen bleiben kann). Somit ist der Plan schnell gefasst und nach einer kleinen Planungsphase hatten wir uns auf Zeit (2 Wochen im August) und Ziel (österreichischen Alpen, Dolomiten und die nördliche Toskana) geeinigt.
Es konnte also losgehen: Am Sonntag, dem 10. August fuhren wir vormittags in Bielefeld los und kamen am frühen Abend in München an. Die Moppeds also ausgeladen, noch was Essen gehen und ein paar Bierchen gekauft und schnell den Transporter in ein Wohnmobil verwandelt. Am nächsten Morgen sollte es ja zeitig losgehen!

Die täglich angegebene Fahrzeit und Durchschnittsgeschwindigkeiten sind Daten meines digitalen Fahrradtachos (Sigma BC1200). Es sind reine Fahrdaten, also sind keine Pausen bzw. Fahrstopps (z.B. rote Ampel) enthalten!

Hier zunächst das ganze Fotoalbum als Diashow:




11.08.2003 (Mo) - 314,94km - 5h23:40 - Ø59,83km/h

Als erstes Ziel für ein "Basislager" haben wir uns Nassereith in Tirol ausgesucht. Von dort konnten Tagestouren in eigentlich jede Richtung starten. Da wir bei unserer ersten Alpentour noch nicht so richtig einschätzen konnten, wie lange wir für die Strecke brauchen waren wir doch recht zeitig da.
Also drehten wir gleich noch eine weitere kleine Runde und fuhren erst im Anschluss an diese zum Camping. Wir fanden einen netten, kleinen Familienplatz, der sogar einen Pool hatte. Drei Nächte blieben wir hier.

Pause unterwegs am Walchensee, am Hahntennjoch und später auf unserem Campingplatz:

  

Die gefahrene Tagestour:


Die Route: 
Grünwald - Mittenwald - Leutasch - Zirl - Kühtaisattel - Imst - Fernpass - Namlostal - Stauzach - Klimm - Hahntenjoch - Nassereith

Das Streckenprofil:



12.08.2003 (Di) - 339,77km - 6h02:11 - Ø57,12km/h

Die erste Tagestour von Nassereith aus führte uns u.a. über die sehr schöne Pillerhöhe, der Kaunertaler Gletscherstraße (bis auf 2750m!) und der (mautpflichtigen) Silvretta Hochalpenstraße.

Der "Gacher Blick" aufs Inntal, Gletscherstraße und die Westflanke der Silvretta Hochalpenstraße:

  

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Nassereith - Wenns - Piller Höhe - Kaunertaler Gletscherstraße - Landeck - Silvretta Hochalpenstraße - Schrunz - Bludenz - Arlbergpass - Landeck - Imst - Nassereith

Das Streckenprofil:



13.08.2003 (Mi) - 342,10km - 5h51:31 - Ø59,29km/h

An diesem Mittwoch stand die 3-Länder Tour an, die und aus Österreich heraus durch Italien und die Schweiz führen sollte. Außerdem fuhren wir noch in die "Sonderzoll"-Zone Samnaun (Schweizer Staatsgebiet, aber auf Straßen nur von Österreich aus zu erreichen)... dieses bestand aber im Prinzip nur aus Geschäften und Tankstellen.
Unter anderem ging es in dieser "Königsetappe" über das Stilfserjoch, welches oberhalb von 54 Kehren auf knapp 2760m Höhe liegt. Das Tagesmotto in diesem Hitzesommer war grundsätzlich: Zeitig aufstehen und schnell hoch hinaus!

Blick ins Samnauner Tal,die Nordostflanke des Stilfserjochs und der Umbrailpass talwärts:

  

Die Tagestour:


Die Route: 
Nassereith - Imst - Landeck - Samnaun - Reschenpass - Mals - Stilfserjoch - Umbrailpass - Ofenpass - Zernez - Schuls - Martina - Landeck - Imst - Nassereith

Das Streckenprofil:



14.08.2003 (Do) - 298,83km - 5h43:34 - Ø53,10km/h

An diesem Tag stand unser erster Quartierswechsel an, es sollte weiter in die Dolomiten gehen. Der Tag begann eigentlich wie üblich, sonnig und heiß. Während der Überquerung des Jaufenpasses kamen wir aber in ein Gewitter, welches sehr schnell heftiger wurde und auch direkt auf unserer Route lag. So machten wir auf der Passabfahrt an einem Gasthof eine Zwangspause.
Das Gewitter ging, der Regen blieb... also in die Regenkombis und weiter, wir hatten ja noch ein Ziel zu erreichen! Auf dem Rest der Strecke gabs mal schwächeren, mal stärkeren Regen, auf dem Passo Pordoi war dieser sinnflutartig! Außerdem sind die Temperaturen dramatisch abgestürzt... Losgefahren bei guten 25° und angekommen bei nur noch 8°C!
Der erste angepeilte Campingplatz in Canazei war leider voll, so fanden wir dann in der Nähe von Pozza di Fassa noch ein Plätzchen.

Auf dem Timmelsjoch und unsere neue Basis.... ganz im Trüben:

  

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Nassereith - Imst - Oetz - Timmelsjoch - St. Leonard - Jaufenpass - Sterzing - Bruneck - S. Martino - S. Vigilio - Lougeda - Corvara - Passo di Campolongo - Passo Pordoi - Canazei - Pozza di Fassa

Das Streckenprofil:



15.08.2003 (Fr) - 114,00km - 2h31:15 - Ø46,58km/h

Nach einer richtige Schlotternacht, wir hatten ja nur die sehr dünnen Hochsommer-Schlafsäcke dabei, startete dieser Tag nicht wirklich schöner als der letzte aufhörte. Zumindest regnete es nicht mehr, Feucht war nach den Sturzregen des Vortages trotzdem noch alles, vor allem auch unsere Stiefel und Handschuhe. Egal, ich hatte noch Ersatzhandschuhe dabei und es kam die nächstfesten Schuhe aus dem Gepäck zum Einsatz.
Da weder wir noch unsere Ausrüstung in optimaler Verfassung waren, entschlossen wir uns zu einer kürzeren Runde: Es sollte einmal um die Sella-Runde gehen. Im Laufe des Tages heiterte es zunehmend auf und als wir später wieder am Campingplatz ankamen, war es sogar wieder sonnig.

Sellamassiv, auf dem Sellajoch und an unserer Basis:

  

Die gefahrene Strecke:



Die Route: 
Canazei - Sellajoch - Grödnerjoch - La Villa Stern - Passo di Valparola - Passo Pordoi - Canazei - Pozza di Fassa

Das Streckenprofil:



16.08.2003 (Sa) - 249,26km - 5h13:17 - Ø48,96km/h

Ein weiterer Transittag stand auf dem Programm, es sollte weiter bis zum Gardasee gehen. Unterwegs in der Nähe von Trento mussten wir an einer Automaten-Tankstelle die Fässer nachfüllen. Eigentlich unspektakulär... aber das sollte sich am Ziel noch ändern.
Bis in die Nähe des Gardasees war die Fahrt nett, dann begann das Verkehrschaos.... vor allem viele Autofahrer aus Deutschland wollten es nicht einsehen, dass man in Italien mit dem Motorrad üblicherweise an Autokolonnen vorbei fährt! So wurden wir des öfteren mal vom Gegenverkehr aufs Korn genommen. Die gesamte Uferstraße bestand eigentlich nur aus einer Blechkolonne und inzwischen waren die Temperaturen wieder auf das vorher bekannte Maß geklettert.
Also wir endlich in Peschiera ankamen dann der Schreck: Mein Portemonnaie war verschwunden.... Ich hatte es wohl (nach kurzer Überlegung) an der oben besagten Tankstelle liegen gelassen!
Mit Hilfe der (einigermaßen deutsch und englisch sprechende) netten jungen Frau von der Rezeption wurde noch wild herum telefoniert... brachte nur leider nichts.
Also nach dem Einchecken noch bei den örtlichen Carabinieri vorbei um den Verlust zu melden und einen entsprechenden Wisch zu bekommen, falls ich mal in eine Kontrolle komme.

Panorama unterwegs und Blick auf den Gardasee (Gegenlicht, das Wetter war perfekt!):

  

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Pozza di Fassa - Moena - Predazzo - Cavalese - Molina - Valda - Lavis - Trento - Sardagna - Mt. Bondone - Cimone - Aldeno - Nomi - Castellano - Varano - Torbole - Malcesine - Riva di Garda - Peschiera

Das Streckenprofil:



17.08.2003 (So) - 286,40km - 5h23:38 - Ø54,43km/h

Da uns die Fülle auf den Straßen rund um den Gardasee am Anreisetag schon abschreckte (Haupturlaubszeit in Italien) beschlossen wir, gleich weiter zu fahren.
Die anfängliche Hitze war wieder vollends da, nur das wir ihr dieses Mal nicht in die Höhe entfliehen konnten.
Was noch? Ach ja... die Po-Ebene ist wirklich nur öde zu durchfahren!
Sehr viele Industrie/Gewerbegebiete und viel Verkehr auf meist schnurgeraden Straßen.

Impressionen unterwegs:

  

Die gefahrene Route:


Die Route: 
Peschira - Valeggio - Montova - Suzzara - Reggio Emilia - Castelnovo - Mt. Fiorino - Passo di Cerreto - Fivizzano - Rometta - Tendola - Carrara - Massa - Viareggio

Das Streckenprofil:



18.08.2003 (Mo) - 281,54km - 5h48:41 - Ø49,55km/h

Zeit für zwei Tagestouren sollten wir in der wunderschönen Toskana haben. Die erste Runde führte von unserer Basis in Viareggio am Meer in das nördöstliche Bergland. Einstieg dazu war das zauberhafte Lucca.
Es war eine traumhafte Runde! Malerische kleine Dörfchen in sanften Hügel und einsame, kleine Sträßchen die wirklich km-lang nur aus Kurven bestanden.Strecken, die sich hinter denen in den Alpen wirklich nicht verstecken müssen. Das einzige Problem war im Prinzip die Hitze, die Temperaturen näherten sich tagsüber der 40°-Marke.

Impressionen unterwegs - malerische Orte und traumhafte Kurven:

  

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Viareggio - Luca - Piaggori - S. Pietro a Marc - Marlia - Borgo - S. Marcello - Bardalone - Piastre - Prunetta - Marliana - Pescira - Villa Basilical - Foce di Trebbio - Bagni di Lucca - Barga - Borgo - Lucca - Viareggio

Das Streckenprofil:



19.08.2003 (Di) - 243,00km - 4h19:58 - Ø56,92km/h

Die 2. Tagestour führte uns südlich unserer Basis in das flachere Hügelland. Der Anfang der Tour der Küste entlang bis kurz hinter Pisa war noch recht öde (weil nur geradeaus), danach wurde es wieder nette mit der gleichen Erkenntnis wie am Vortage: Herrliche Strecken gibt es in dieser wunderschönen Landschaft und die tollen, alten Städtchen geben ihr Übriges dazu.

Bilder von unterwegs und unser Zelt auf dem Campingplatz:

  

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Viareggio - Pisa - Guasticce - Collesalvetti - Fauglia - S. Luce - Riparbella - Ponteginori - Montecatini - Volterra - La Sterza - S. Pietro Belv. - Ponsacco - Pontedera - Bientina - Lucca - Viareggio

Das Streckenprofil:



20.08.2003 (Mi) - 394,69km - 6h18:52 - Ø63,37km/h

Ab jetzt heisst es mit Riesenschritten zurück.... die nächsten Etappen werden alle im Zeichen des Transits stehen. Das erste Zwischenziel auf dem Weg zurück nach München ist ein Campingplatz oberhalb des Lago di Caldonazzo. Nach den Erfahrungen des Hinweges wollten wir uns dieses Mal vom Ufer des Gardasees fernhalten.

Bilder aus der Toskana und unser Quartier:

  

Die gefahrene Route:


Die Route: 
Viareggio - Lucca - Bagni di Lucca - Payullo - Modena - Verona - Rovereto - Mattarello - Calceranica (Lago di Caldonazzo)

Das Streckenprofil:



21.08.2003 (Do) - 280,14km - 4h54:13 - Ø58,04km/h

Am folgenden Tage ging es auch gleich wieder weiter. Das nächste Ziel war Heiligenblut südlich des Großglockner-Massivs. Ein sehr hübscher Ort mit bekannter Wallfahrtskirche. Auf dem Campingplatz, den wir passend mit einsetzendem Regen erreichten, wurde wir direkt nach dem Zeltaufbau von unserem holländischen Nachbarn mit einem Bier begrüßt! Wir hatten einen richtigen Weltenbummler bei uns... Seine 4 Jahre alte 1150er GS-BMW hatte über 186tkm auf der Uhr und er war damit schon um die halbe Welt gefahren! An seinen Alu-Tourenkoffern zeugten viele Länderaufkleber von diesen Reisen, u.a. Tibet, Neuseeland, Venezuela und natürlich diverse europäische Ziele.

Unterwegs mit Dolomiten-Ausblicke und auf der Campingplatzwiese in Heiligenblut:

  

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Calceranica - Pergine - Passo di Redebus - Valcava - Cavalese - Predazzo - Passo di Valles - Caviola - Alleghe - Passo die Giau - Cortina d'Ampezzo - Passo Tre Croci - Col S. Angelo - Dobbiaco - Silion - Lienz - Iselsbergpass - Heiligenblut

Das Streckenprofil:



22.08.2003 (Fr) - 348,65km - 5h47:15 - Ø62,46km/h

Die letzte Etappe führte uns noch über die tolle (aber auch recht überlaufende) Großglockner-Hochalpenstraße und in einem Schlenker durch das Berchtesgadener Land. Schon war der tolle Urlaub zu Ende.

Blick auf den Großglockner-Gletscher, am Hochtor und bei der Abfahrt:

  

Die Route zurück:


Die Route: 
Heiligenblut - Großglockner Hochalpenstraße - Taxenbach - Dienten - Dientner Sattel - Bischofshofen - Golling - Hallein - Berchtesgarden - Hintersee - Inzell - Traunstein - Seebruck - Rosenheim - Grünwald

Das Streckenprofil:



Insgesamt kamen auf der ganzen Reise 3496,41km zusammen.



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