Mittwoch, 17. September 2014

Adé rotes Elend

So, die gemeinsame Zeit mit meinem kleinen, alten Polo nähert sich nun mit großen Schritten dem Ende. :-(
Diesen Monat ist die HU fällig. Bei einem 17 Jahre alten Wagen ist es ja nur bedingt wahrscheinlich, dass man die Plakette einfach so im Vorbeigehen bekommt. Habe ich auch nicht erwartet. Daher lieber vorher mal vom Schrauber meines Vertrauens einen Blick auf und vor allem unter den Wagen werfen lassen.
Vor 2 Jahren waren halt auch diverse kleinere Sachen dran, u.a. musste am Unterboden im Heckbereich einiges gemacht werden. Weil der rote Kleinwagen hatte mal einen ordentlich Crash hinten, was ich bis dahin gar nicht wusste.
Nun gut, insgesamt kostete der Spaß dann ~400€ und ich hatte den Segen für weitere 2 Jahre und alles war in Ordnung. Und in dieser Zeit gab es auch nicht viel zu meckern. Ich war zwar vor rund einem Jahr mal in der Werkstatt... aber was damals genau war habe ich vergessen. Nix Wildes jedenfalls.

Daher nun einen neuen Termin zum Durchschauen gemacht.
Ich also am letzten Montag hin zur Werkstatt und da gerade eine Hebebühne frei war, könnten wir gleich mal einen flotten Check machen.
Prinzipiell lief der Polo zuletzt ohne wirklich ernste Probleme. Unter der Beifahrerseite klapperte es bei scharfen Linkskurven (abbiegen, wenden etc.) und der Fensterheber der Fahrertür war mal wieder hinüber. Bis zur Hälfte kann man die Scheibe runter drehen, dann fällt sie schlagartig in die Tür hinein. Etwas doof, zumal man das Glas auch nicht so einfach wieder heraus bekommt.
Daher habe ich recht schnell mit einem breiten Streifen Gaffaband ein "Haltefähnchen" an die Scheibe geklebt. Wenn sie nun wieder runter fällt kann ich sie zumindest leicht wieder aus der Tür angeln.
Geht ganz einfach: Den Fensterheber ganz runter drehen, Scheibe mit der Hand etwa 3/4 hoch ziehen und dann die Kurbel wieder hoch drehen. Nicht toll, aber immerhin gibt es einen Workaround. Die große Hitze scheint zudem eh vorbei, halbes geöffnetes Fenster langt auch.


Nachdem der Wagen auf der Hebebühne war wurde ich gleich informiert, dass das Fenster sehr wohl funktionieren muss für die HU, selbstständig runterfallende Scheiben wären nicht so der Hit.
Als nächstes war zu sehen, dass die beiden Vorderreifen auch nahe der Verschleißmarke waren, also die waren auch fällig.
Dann war unterhalb des Motors etwas Öl zu sehen. Nix wildes, eine kleine Dichtung wäre die Ursache. Dann ging es ans Fahrwerk. Vorne rechts hatte das Rad etwas Spiel. Ein Kollege half kurz bei der Suche nach der Ursache. Dabei entdeckte dieser noch eine poröse Bremsleitung. Werden auch gleich paarweise gewechselt.
Und die Ursache für das Spiel war dann auch gefunden: Die Lenkstange hat irgend ein Problem.
Dabei verzog mein Vertrauensschrauber dann doch etwas das Gesicht. Weil das eben keine kleine, schnelle Sache wäre. Dazu gab es dann noch einige detaillierte Infos, die aber nicht weiter in meinen Hirnwindungen hängen geblieben sind.
Allerdings war halt noch nicht klar, ob dieser Mängel schon schlimm genug ist. Das Spiel war noch ziemlich gering. Zudem gab es am Boden auch noch eine Stelle, die rostmäßig ziemlich angegriffen war. Gut, die wäre im Zweifel eher leicht zu flicken.
Also zusammenfassend bisher: Mit allen definitiv nötigen Sachen, dazu der auch anstehende Ölwechsel und die Gebühren für die HU-Prüfung waren wir bei knapp 400€.
Sollte die Lenkstange gewechselt werden ganz deutlich höher. Kurzum: Das würde sicher nicht mehr lohnen.

Also musste erst einmal geklärt werden, was der Graukittel dazu sagt. Der kommt immer Mittwochs zur Werkstatt und soll mal ganz unverbindlich einen Blick darauf werfen.
Bis dahin wollten wir dann erst einmal warten. Ich bin ja zum Glück nicht auf einen Wagen angewiesen.

Wie das halt immer so ist, schaute ich dann schon einmal in den üblichen Portalen nach Alternativen. Nur was soll es im Zweifel werden?
Wieder eine alte Kiste für sehr schmales Geld? Da weiß man ja nie, was man so bekommt. Die Erfahrung durfte ich ja mit dem Polo selber recht früh machen.
Oder vielleicht einfach mal einen Tausender mehr auf den Tisch legen? Dafür womöglich etwas mehr Zuverlässigkeit und gleich mehr Komfort bekommen?
Oder noch einmal das (zunächst minimal) Nötige in den VW stecken?
Aber selbst wenn ich trotz dieses Schwachstelle eine Plakette bekommen würde, das vorhanden Problem wäre weiter da und es ist halt nicht abzusehen, wie lang ich damit noch weiter fahren könnte. Vielleicht ein Jahr, vielleicht nur 3 Monate... Achselzucken.

Des Weiteres wollte ich mich noch Bekanntenkreis umhören, vielleicht kennt ja jemand jemanden, der grade einen alten Wagen los werden will. Darunter natürlich auch Ronnie.
Und der hatte auch prompt einen Beitrag zu leisten!
Er hat sich nämlich letzten Herbst günstig einen alten Opel Corsa (B) geschossen, als Winterauto. Das war mir auch bekannt.
Ähnlich alt und ebenso "toll ausgestattet" wie mein Polo. Also gar nicht. ;-)
Den hat er darauf  komplett überholt und frisch durch die HU gebracht. Nun braucht er ihn nicht mehr weil er bald den alten Wagen seiner Mutter bekommen kann.
Das wäre dann zwar auch wieder die Variante mit ziemlich alter Karre für wenig Geld, allerdings ohne die sonstige Unsicherheit, was mit dem Teil vorher so war. Inzwischen habe ich nämlich schon Infos der Daten bekommen und eine Aufzählung, Was Ronnie vor einem Jahr alles dran gemacht hatte. Gut, das ist natürlich keine Garantie, dass in naher und mittlerer Zukunft kein Problem auftreten kann, aber eben besser als die sonst übliche Katze im Sack.

So ging ich weiter in mich und entschloss mich schließlich, den Polo aufzugeben.
Denn min. 400€ reinstecken und dann immer noch ein bekanntes Problem zu haben, oder im Zweifel einfach etwas (!) mehr Geld in die Hand nehmen und ein ähnlichen Wagen nehmen, der aber soweit aktuell technisch in Ordnung ist machte die Sache etwas leichter.
Oder doch noch mehr Geld und eine ganze Nummer besser? Wie auch immer....

So fuhr ich gestern nach der Arbeit direkt an der Werkstatt vorbei und weihte meinen Schrauber in meine Erkenntnisse ein. Als er mir den Schlüssel zurück gab hatte er auch gleich noch eine Info: Er selber hat auch noch zwei weitere Wagen: Einen deutlich neueren Polo und ebenfalls einen Corsa B (2000er Modell), den er selber als Winterwagen von einem Freund (ebenfalls Schrauber) gekauft hatte.
Den hat er diesen Frühjahr fertig gemacht und mit frischer HU versehen, seitdem steht der Wagen abgemeldet auf einem Grundstück. Für 1k€ könnte ich den haben, zudem deutlich besser ausgestattet.

Jetzt habe ich noch eine Option mehr. Mal schauen, was ich daraus mache. In den nächsten Tagen werde ich mich wohl entscheiden. Heute schaue ich mir aber wohl erste einmal Ronnies Corsa etwas genauer an.

Nur eins ist sicher: Die Zeit des roten Elends ist vorbei.

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