Freitag, 5. Februar 2010

Vater werden ist nicht schwer...?!

Biologisch mag das stimmen. Rechtlich sieht die Sache aber anders aus. ;-)
Soll heissen: Nach wie vor ist man in der BRD als biologischer Vater auch automatisch rechtlich ein solcher, wenn man(n) mit der Mutter des geimsamen Kindes verheiratet ist.
Nun, das bin ich ja eben nicht. Und deshalb muss die Vaterschaft zunächst mal anerkannt werden.

Wir erfuhren im Laufe der Schwangerschaft, dass man diese Anerkennung allerdings auch schon vor der Geburt machen kann (danke, Anke!). Das könnte die Sache etwas erleichtern, weil man
a) irgendwie vor der Geburt doch etwas besser Zeit für solche Behördengänge hat
b) die Sache auch "schöner" ist, weil in der Geburtsurkunde auch der Vater gleich mit eingetragen wird.
Ansonsten bleibt nämlich in diesem Dokument die Mutter alleine stehen und der Vater wird erst nach Anerkennung nachträglich hinzugefügt... auf separaten Zettel.

Aber die Eintragung der Vaterschaft alleine reicht ja noch nicht. Damit hat man nämlich erst einmal nur erwirkt, dass man für das Kind unterhaltspflichtig ist.
Wenn man(n) auch noch etwas zu sagen haben will, brauchts nämlich auch noch ein gemeinsames Sorgerecht. Weil das liegt sonst nämlich ausschließlich bei der Mutter, anerkannte Vaterschaft hin oder her.

Somit haben wir uns gestern (04.02.2010) die Zeit genommen, um uns um eben diese Dinge zu kümmern. Wegen Elternzeit und Kindergeld hatten wir zudem auch noch einzelne Fragen, also mal den großen Rundumschlag machen.

Unten im Neuen Rathaus angekommen deutete der Wegweiser in die 1. Etage: Jugendamt!
In der besagten Etage war es dann auch gleich wieder vorbei mit Beschilderung. Gänge/Flure A-G (oder noch mehr?) in alle Richtungen. Wir also erstmal etwas ziellos in den ersten Gang und gleich wieder raus, im B-Gang sprachen die ersten Schilder dann schnell von "Jugendamt". Also schon einmal richtig. Weiter ging es an den Türschildern entlang, alle mit diversen Tätigkeitsbeschreibungen. Leider war nie wirklich klar, welche Aufgabenunterteilung für unser Anliegen das richtige ist.
Durch Zufall hat sich dann eine Mitarbeiterin auf den Flur verirrt, die haben wir auch gleich mit der fälligen Nachfrage belästigt.
Interessanterweise wusste sie aber auch nicht wer zuständig war.... sie kommt aus einer anderen Abteilung und war wohl eher "zwischenmenschlich" im Bereich des Jugendamtes unterwegs. Aber zumindest konnte sie recht zielstrebig jemanden Fragen.
OK, Herr XY aus Zimmer 08-15 ist zuständig. Wir also dort hin und anklopfen.
Eigentlich macht dieses Klopfen kaum Sinn, selbst wenn jemand von innen etwas wie "Ja, bitte" oder "Herein" sagt, hört man das nur, wenn diese Person laut spricht (eher selten in Behörden der Fall) und es zudem auf dem Flur leise ist.
Ich werde nie verstehen, warum in diesen Türen keine kleinen Fensterchen sind! Obwohl, eigentlich weiß ich, warum eben keine drin sind! ;-)

Interessanterweise gab es an den beiden Türen gegenüber kleine Ampellichter, es waren die Beratungsstellen für Gehörlose. Naja, den Hörenden bringt ihre vorteilhaften Fähigkeit hier in den Gängen leider auch nichts. Klarer Vorteil für die Ampel.
Nach dem Klopfen und etwas Lauschen hörte Jessica aber von innen mehrere Stimmen, somit war wohl Kundschaft anwesend (manchmal trifft es "Bittsteller" wohl besser).
Nach einigen Minuten öffnete sich die Tür, eine kleine Gruppe Menschen verließ den Raum und der Anerkennungsbeamte schaute uns fragend an.
Die kurze Anmerkung, es gehe um eine Vaterschaftsanerkennung wurde gleich mit der Frage "und jetzt wollen Sie einen Termin?" beantwortet.
Naja.... eigentlich dachten wir, wo wir schon einmal da sind....
Daraufhin wurde uns eröffnet, dass "sowas" nur nach Terminabsprache ginge, wir aber nahezu ungeheuerliches Glück haben, weil jemand abgesagt hätte... in rund einer Stunde.
Angesichts unseres nahezu unglaublichen Glücksfalls sagten wir natürlich begeistert zu und hatten ja nun noch Zeit, um die anderen Frage zu klären (Elterngeld).

Also vom Gang B zum Gang G. Da solche Fragen wohl häufiger vorkommen, waren hier auch überall genug Schilder verklebt, so dass die richtige Abteilung schnell gefunden wurde.
Also am ersten Zimmer das obligatorische Klopfen, mit dem zu erwartenden Ergebnis: Nichts.
Also erst einmal hinsetzen und etwas lauschen. Es war nix zu hören...
Nach kurzem Warten entschlossen wir uns, abermals zu klopfen und direkt danach einfach mal einen fragenden Blick ins Zimmer zu werfen.
Die anwesende Frau tippte an ihrem PC herum und bat uns auch gleich hinein.
Tja, draussen wartend hätten wir diesen Umstand wohl erst später erfahren...
Wie auch immer, sie war zumindest nett und hilfbereit und nach wenigen Minuten waren die Fragen geklärt bzw. wir um die Erkenntnis reicher, dass nicht alle messerscharf formulierten Fragen auf den Anträgen ebensolche Antworten erfordern. Also hier waren wir recht schnell fertig.
Bis zu unserem nächsten Termin war noch etwas Zeit und so gingen wir noch kurz Richtung Altstadt etwas bummeln.

Zurück im Rathaus waren wir zwar noch etwa 10min zu früh, aber vielleicht war der Termin vor uns ja etwas schneller fertig.
Zu unserer Überraschung hin an der Bürotür nur ein Zettel mit dem Hinweis "um 16.35 Uhr wieder da". Wir hatten wirklich Glück, dass wir in dem engen Terminplan dieses Beamten noch ein Zeitfenster gefunden haben. Sofort kam mir die Frau vom ersten Gang wieder in den Sinn, die dort ja eigentlich auch nichts verloren hatte... ;-)
Um 16:38 Uhr kam dann der Herr XY zurück: "Ach, Sie warten schon...". Es konnte also losgehen.
Zunächst wurde ein Fenster geöffnet, danach hingesetzt, dann der Wippstuhl einmal nach hinten durchgefedert um dann erst einmal die Arme hinter dem Kopf zu verschränken. Nach einer kurze Zeit des Innehaltens federte Herr XY wieder zurück nach vorne, um vorsichtig eine Taste zu drücken. Dann wurde die Maus etwas planlos hin und her geschoben und nach einem Doppelklick erschien ein kleines Fenster, wo wohl die entsprechenden Angaben zu machen waren.
Also Mutterpass und unsere Ausweise herüber gereicht und los ging es. Zwischendurch wurde mal wieder etwas gewippt, eine Taste gedrückt, aufgestanden um das Fenster zu schließen, Papier in den Einzeleinzug des kleinen Druckers gelegt und irgendwann der bedruckten Stapel auf den Schreibtisch gelegt.
Daraufhin bekamen wir unsere rechtliche Belehrung, alles wurde langsam und sehr ruhig vorgelesen und schließlich konnten wir unterschreiben.
Die Freude, endlich fertig zu sein, hielt nicht lange. Dieses war nämlich erst der erste Antrag (Vaterschaftsanerkennung), der zweite (Sorgerecht) kam als nächstes. Dieser war natürlich noch nicht ausgedruckt und eingetragen... das wurde erst danach gemacht. Ich fragte mich, ob sowas nicht auch in einem Rutsch gegangen wäre, aber ich nehme mal an, so ein eiliges Verfahren ist hier gar nicht gewünscht.
Also die gleiche Show noch einmal... wieder wurde gewippt, wir wurden informiert, dass die Brille des Herrn XY etwas beschmiert ist und ich weiß es nicht mehr genau, ob evtl. nicht doch ein Fenster wieder geöffnet wurde.
Nach einer sagenhaften halben Stunde waren die 4 Unterschriften geleistet und ganz überrascht stellten wir fest, dass es nicht mal etwas kostetet. Darauf hätte ich nämlich eigentlich gewettet.

Wo wir nun schonmal in der City waren, fuhren wir flott noch zum Arbeitsamt (pardon: Bundesagentur für Arbeit), die für das Kindergeld zuständig ist, da Jessica ja in keinem sozialversichungspflichtigen Arbeitsverhältnis steht.
Dort gab es zunächst das obligatorische Nummern ziehen und die Feststellung, dass auch so eine Technik einige der Anwesende schon überfordert.
Es gibt an der Anzeige zwei Zeilen: Oben welche Nummer dran ist und unten welches Zimmer frei ist. Ungefähr ein Drittel der Personen rannte schnurstraks in den Raum, der direkt an der Anzeige war und nicht etwa in das angezeigte, freie Zimmer.
Das Warten dauerte weniger lang als befürchtet und unserer Sachbearbeiter war schnell, freundlich und hilfsbereit. Geradezu Schallgeschwindigkeit gegenüber Herr XY aus dem Rathaus. Wirklich eine andere Welt. Ich sah auch nirgends solche Zettel mit zeitlichen Hinweisen, wann wer wieder wo zu erscheinen gedenkt.

Kurzum: Nun ist alles in trockenen Tüchern und wenn der kleine Mann dann in einigen Wochen das Licht der Welt erblickt, bin ich also direkt schon Vater.
Nicht nur biologisch, sondern sogar auch rechtlich. :-)

Mittwoch, 3. Februar 2010

Die Sache mit dem Telefon....

Vor einiger Zeit schaffte sich Jessica ein iPhone an. Das wollte sie schon lange haben und ihre beiden letzten Sony Ericsson hatten alle ihre Wehwehchen. Also musste das "Flagschiff" her.

Unbedingt als "nötig" habe ich so ein Teil nie angesehen, zumal mir persönlich ein SmartPhone auch einfach zu groß ist. Ich habe mein Handy eigentlich immer vorne in der Hosentasche. So ein Klotz macht das natürlich nicht leichter.
Zudem brauche ich so ein Teil auch wirklich nur, um mal erreichbar zu sein oder wenn es "irgendwie wichtig" ist, mal wen unterwegs zu erreichen. Mein Handy dient mir in erster Linie als MP3-Player und meine monatlichen Rechnungen treiben den Anbietern die Tränen in die Augen.

Also eigentlich alles in Ordnung. Wäre da nicht der Umstand, dass wir beide zuletzt recht aktive Twitterer geworden sind und Jessica nicht ständig irgendwo unterwegs "mal eben" online etwas nachschaut oder gar ihren Status bei Facebook updated... von dem regelmäßigen "Gezwitscher" mal ganz abgesehen. Genau das machen nämlich sehr viele aus dem eigenen Follower-Bereich.
Nun, da das iPhone ja immer dabei ist wenn wir unterwegs sind und ich somit auch regelmäßig, dank obligatorischer Daten-Flatrate, hier und da mal etwas nachsehen kann, etwas twittere oder gar mal eben nach EMails sehe wird mir langsam aber sicher bewusst: Es hat mich angesteckt...!

Jetzt steht ich da, habe weder ein passendes SmartPhone noch einen gescheiten Datentarif. Da muss also irgendwann mal etwas passieren! Der Mobillfunkanbieter (Congstar) arbeitet angeblich an einer Datenflat, bis das soweit ist habe ich wohl noch etwas Zeit, um mich nach dem passenden SmartPhone umzusehen.
Für eine Platform habe ich mich mehr oder minder wohl schon entschieden, es wird wohl auf ein Android hinauslaufen.

Warum das und nicht ein iPhone, welches ich ja nun schon kenne, samt seiner tollen Bedienung?
Ganz einfach: Das Teil ist mir einfach zu teuer!
Ich habe nämlich nicht vor, mir ein gesponsortes Gerät mit 2-jährigen, überteuerten Vertrag, andrehen zu lassen um in den Genuss eines akzeptablen Preises zu kommen.
Von der simplen Bedienung und beim Look & Feel ist das Android-System durchaus ähnlich und auch dafür gibt es inzwischen zahllose Apps, auch so "wichtige" wie für Twitter, Facebook und Co. Zudem konnte ich mir auf dem letzten Bielefelder Blogger-Stammtisch schon einmal so ein Android-Telefon ansehen.
Außerdem mag ich die "Gängelung" bei Apple durch das extrem geschlossene System nicht so recht. Wenn ich das Teil per Kabel an den PC klemme, soll es (oder zumindest die Speicherkarte) bitte auch als Laufwerk erscheinen, welchens ich direkt mit Inhalt füllen kann oder auch anders herum.
Ich habe mir bisher erfolgreich iTunes vom Leibe gehalten und das soll auch bitte so bleiben!

Jedenfalls ist mir da doch ein LINUX-basiertes, offenen System irgendwie symphatischer.
Eigentlich ist das aber auch nur Gewäsch... gäb's das iPhone für 300€ würde ich das natürlich auch sofort kaufen!

Naja, jedenfalls schaue ich mich aktuell um, warte auf den offiziellen (deutschen) Verkaufsstart des Nexus One samt dessen Preis. Im Moment ist das Acer Liquid ein heisser Favorit! Im März gibt es wohl das Update auf das aktuelle Android 2.1-System und das Teil gibt es aktuell für rund 320€ - ganz ohne Vertrag und offen für alle Karten!

Naja... mal schauen, was es nun wirklich wird und vor allem wann.... werde dann natürlich berichten.

Montag, 1. Februar 2010

Auf der Zielgeraden....

Tja, so nennt man es wohl, wenn es langsam aber sicher auf das Ende zugeht.
Irgendwie sind wir selber davon überrascht, aber jetzt verbleiben keine 7 Wochen mehr bis zum Termin!
Seit gestern ist die 34. Schwangerschaftswoche erreicht.

Im Laufe einer Schwangerschaft lernt man als beteiligter Vater mal als erstes, dass man nur als Unbeteiligter den Zeitraum in Monaten angibt. Kann man komplett knicken, im Thema drin gibt es nur noch Wochen. Alle Termine werde in Wochen angegeben.
Eine menschliche Schwangerschaft dauert also nicht 9 Monate, sondern eben 40 Wochen.
Wenn man das dann mal nachrechnet, sind 40 Wochen eben auch keine 9 Monate, sondern rund 9,2. Manchmal taucht gar 10 Monate auf, wenn man vereinfacht 4 Wochen als einen Monat annimmt.... stimmt aber natürlich auch nicht.
Wie dem auch sei, Monate kann man eh vergessen, es gibt nur noch Wochen.

In dieser Zeit gibt es im Prinzip bis etwa zur 30. Woche alle 4 Wochen einen Kontrolltermin beim Arzt. Teilweise mit Ultraschall (spannend), teilweise auch nicht. Um die "langweiligen" Termine etwas pimpen, haben wir daher regelmäßig ein Wunschultraschall machen lassen. Kostet zwar etwas, aber irgendwie tritt man dann doch (gerade als Vater) etwas direkter mit dem Nachwuchs in Kontakt.
Zum Ende hin verdichten sich die Termine dann immer weiter, erst 2-wöchig, dann wöchentlich und ggf. noch weiter, wenn der anvisierte Termin überschritten wird.
Letzten Donnerstag (28.01.) war mal wieder ein "größerer" Arzttermin, der letzte in dem 4 Wochen-Rhythmus.
Dieser ist deshalb besonders, da bei diesem ein CTG gemacht wird. Es werden also Herztöne des Kindes und Wehenaktivitäten mitgeschrieben.
Wehenaktivitäten sollte es jetzt noch nicht geben (war auch so), aber etwa 20min lang kann man dann den Herztönen des Kleinen lauschen...!
Das gemeine ist... der Nachwuchs bekommt das sehr wohl mit und irgendwie scheint es ihm oft nicht so zu gefallen.
Das war bei unserem Kleinen leider auch so. Nach kaum 2-3min Herztonlauschen gab es wildes Getrete und Gepoltere (welche durch den Lautsprecher schon derbe Krach machen) und schon hatte sich der Kleine umgedreht.
Das Schreibgerät ist ja sensibel genug, weiterhin die Herztöne aufzuzeichnen, nur hörten wir diese nur noch selten und leise. Herzlichen Dank, kleiner Mann! ;-)
Naja, hin und wieder bekamen wir ja doch noch was mit und was viel wichtiger ist: Alles ist nach wie vor im Soll!

Danach gab es noch die Ultraschall-Untersuchung, wo dann wieder alles mögliche vermessen wurde: Einzelne Knochen (Oberschenkel), Bauch- und Kopfumfang (9,2cm Durchmesser hat der Kleine schon!) und auch die Blutmenge, die das Herzchen so pumpt.
Nebenbei errechnet der Apparat auch gleich das aktuelle Gewicht (gut 1900g) und anhand der Eckdaten den Geburtstermin. Dabei gibt es immer verschiedene Termine, die von Normgrößen (eben aktueller Kopfumfang, Oberschenkelknochen usw.) errechnet werden. Beim Kopfumfang war der Termin immer schon vor dem eigentlich genannten (bei uns 19.03.2010), diesesmal stand dort schon 03.03.!
Naja, beachten wir mal nicht näher... er hat wohl meinen Dickkopf.

Der nächste Untersuchungstermin ist nun schon der 11.02. (Linus' Geburtstag!), ab jetzt immer mit CTG.
Der Kleine ist nun schon groß genug, dass er bei einer verfrühten Geburt (warum auch immer) ohne wenn und aber lebensfähig wäre. Wenn nun bei einer Untersuchung herauskommt, dass die Herztöne "komisch" oder schwächer werden, wird die Geburt auch eingeleitet. Die Zeiten, wo man also hilflos zusehen muss, sind damit auch vorbei.

Wahnsinn... vor gar nicht allzu langer Zeit war "es" noch ein kaum fingergrößes Würmchen.
Naja, Zielgerade halt. ;-)