Dienstag, 30. März 2010

Verantwortung

Seit der kleine Levi da ist hat sich ja nun einiges geändert. Nicht nur das Leben an sich sondern vor allem ist nun jemand da, für den ich eine Verantwortung trage. Da ich ja nun leidenschaftlicher Motorradfahrer bin, ist sowas natürlich besonders im Hinterkopf. Man kann ja noch so vorsichtig fahren, für z.B. viele Dosenfahrer (Dosen=Autos) gilt das leider oft nicht. Somit kann es einen natürlich "jederzeit" (soll jetzt nicht überdramatisiert klingen) erwischen.
Also war schnell klar, dass ich da Vorsorge treffen muss, falls wirklich etwas passiert. Eine Risiko-Lebensversicherung musste her!
Eigentlich sind diese Versicherungen recht einfach: Man bezahlt seinen Obolus und wenn man im Versicherungszeitraum stirbt, wird eine vertraglich festgelegte Summe X an den/die Verbliebenen ausgezahlt. Also eine Versicherung, wo es eigentlich gar nicht viele gemeine Tücken im Kleingedruckten geben kann.

So weit, so gut. Ich habe mich also zunächst etwas umgehört und dann mal die Versicherungsvergleiche im Internet bemüht. Jessica war noch wegen einer anderen Versicherung bei ihrer Maklerin in der City und hat auch dort gleich für mich angefragt. Die Preise dort konnten allerdings nicht wirklich mit denen der üblichen Direktversicherer mithalten.
Bei diesen Vergleichsportalen ist das ganz einfach. Man gibt Geburtsdatum, Versicherungssumme, Laufzeit an, danach noch einige Fragen nach besonderem Risiko (hier halt speziell Motorradfahrer) und schon spuckt die Seite die Anbieter und die Preise für die gewählten Konditionen aus. Beim Vergleich waren dann die KarstadtQuelle-Versicherungen (jetzt ErgoDirekt) am günstigsten.
Laufzeit sollte bei mir 20 Jahre sein, bis der Kleine somit komplett auf eigenen Beinen stehen kann. Bezahlen wollte ich vierteljährlich und somit habe ich mir dann eine Versicherungssumme zurechtgebastelt, dass ich auf 50€/Quartal kam. Klingt gut, danach noch einige Fragen zur Gesundheit beantwortet und ab dafür.

Ein paar Tage später kamen dann auch fein die Unterlagen an, allerdings mit einigen Überraschungen: Zunächst fiel mir auf, dass der Beitrag plötzlich gut 96€/Quartal sein sollte. Weil ich bin a) Motorradfahrer und b) übergewichtig.
OK... dick kostet also auch einen Extra-Zuschlag. Gewicht und Größe (wohl für den BMI) hatte ich ja auch erst bei den späteren Fragen angegeben. Aber was mich wirklich geärgert hat: Warum habe ich eigentlich bei den ersten Fragen "Motorradfahrer" angegeben, wenn das bei der Berechnung nicht berücksichtigt wird? Das machte mich echt sauer. Scheint auch wohl gängige Praxis zu sein, erstmal mit niedrigen Beiträgen locken und dann später mit "Da wäre allerdings noch etwas..." kommen.
In den nächsten Tagen durchwühlte ich alle möglichen Angebote, nie war die wirkliche Beitragssumme für mich direkt ersichtlich. Nur bei der Cosmos Direkt bekommt man den fertigen Antrag mit den weiteren Extra-Kosten zumindest direkt auf der Seite und nicht erst Tage später mit der Schneckenpost.

Einen besondere Dreistigkeit gab es dann noch bei einer anderen Versicherung (den Namen habe ich wirklich vergessen, hatte ich aus der Zeitschrift Test). Auch gab es dort zuerst Summe X (kannte ich ja nun schon) und man bekam ein PDF, welches man (dank Formularfelder) wenigstens nicht noch mit dem Kuli ausfüllen musste. Von diesem PDF füllte ich also alle relevanten Dinge aus, die Einfluss auf den Beitragssatz hatten und hängte es an eine E-Mail mit einer entsprechenden Anfrage nach den genauen Kosten.
Ich bekam eine Antwort, dass ich doch bitte noch Namen und Adresse des Antrages ausfüllen soll und diesen noch unterschreiben muss. Daraufhin bemühte ich eine weitere Mail mit dem Hinweis, dass es sich mitnichten um eine Antrag handelte, sondern ich nur die konkreten Konditionen erfahren möchte und ich eben deshalb nur die dazu nötigen Felder ausgefüllt habe. Sollte mir das Angebot mit konkreten Beiträgen gefallen, würde ich gerne auch die weiteren Daten angeben.
Wieder gab es eine Antwort, wieder genauso sinnentleert wie die erste: Ich müsse den Antrag (Argh!) vollständig ausfüllen und auch unterschreiben. Das wäre schon wegen des Datenschutzes bei personenbezogenen Daten nötig!
Ich glaubte es wirklich nicht! Meine zweite (und letzte Antwort) fiel dann auch kürzer aus: Ich habe gar keine personenbezogenen Daten angegeben, eben weil weder mein Name noch Adresse usw. in der Anfrage auftauchen und ich leider nun davon ausgehen muss, dass jemand wohl kein Interesse hat mich zu versichern.

Nach der ersten Vergleichsrunde wusste ich zumindest, dass Übergewicht noch viel schlimmer (=teurer) als Motorrad fahren ist und mit der Cosmos Direkt hatte ich eine Seite gefunden, wo ich zumindest indirekt die konkreten Beitragssätze erfahren konnte. Da kam mir auch die Idee, so eine Risikoabsicherung zu stückeln. Zum einen kann man so mit einer deutlich höheren Versicherungssumme beginnen und vor allem will ich langfristig eh mal etwas gegen das Übergewicht tun. Somit würde dann evtl. auch der Beitragssatz später günstiger. Mit meinem "Musterangebot" (genau, Cosmos Direkt halt) rechnete ich also mal einige Fälle durch und dabei kam bei Stückelung in 5 und 15 Jahre nach insgesamt 20 Jahren Mehrkosten von 240€ raus. Das ist wirklich akzeptabel und somit werde ich mal zunächst eine Versicherung über 5 Jahre mit 200k€ Versicherungssumme abschließen. Oder es versuchen...
Da ja KarstadtQuelle anscheinend trotz allem die günstigste Versicherung war, füllte ich dort wieder mal einige Anträge mit verschiedenen Laufzeiten/Summen aus, die dann die folgenden Tage auch im Briefkasten landeten.
Wieder gab es einige Überraschungen: Beim nächsten Antrag, der eigentlich mit dem ersten bis auf eine geringere  Versicherungssumme identisch war, sollte ich zum Arzt und von dem einen Wisch ausgefüllt wieder zurückschicken! WTF?!
Egal, das war ja eh verworfen. Dann kam der letzte mit der niedrigeren Laufzeit und höheren Summe. Nächste Überraschung: Bei 5 Jahren Laufzeit war mein Übergewicht wohl plötzlich egal, es gab nur einen Risikozuschlag wegen des Motorradfahrens. Aber dafür soll ich doch bitte noch Verdienstnachweise der letzten 3 Jahre einreichen.
Also so langsam glaube ich wirklich, da macht jeder Mitarbeiter was er will. Nun gut, dass Angebot war ja trotzdem gut und somit habe den Kram also unterschrieben und abgeschickt.

Nun bin ich mal gespannt, ob ich wirklich ab dem 01.05.2010 eine Risiko-Lebensversicherung habe oder ob das nächste Schreiben auch die nächste Überraschung mit sich bringt.

Montag, 29. März 2010

Willkommen zuhause!


Am Samstag (27.02.) haben Jessica & Levi die Klinik verlassen. Seitdem ist die Familie auch zuhause angekommen.
Vorher habe ich noch fix die Base für den MaxiCosi ins Auto gebastelt um das Stück einen Tag später von der Fahrer- auf die Beifahrerseite zu verfrachten.  Der MaxiCosi steht ja rückwärts auf der Basisstation, somit liegt die Rückenlehne des kleinen Stuhls in Richtung ihresgleichen des Fahrersitzes. Da wir nun aber keine S-Klasse fahren sondern einen Kombi-Kleinwagen muss der Fahrersitz doch bei der Konstruktion recht weit nach vorne, so dass ich dann wie das Männchen hinterm Ofen, also Lenkrad, sitze. Kein wirklicher Dauerzustand.
Also wechsel auf den Rücksitz des Beifahrerplatzes, so isses deutlich besser! Beim beifahrer ist ja kein lenkrad, welches den freiraum zusätzlich einschränkt. Dazu habe ich dann auch gleich unseren tollen Spiegelfrosch angebaut, so kann man den Kleinen sehen, obwohl man eigentlich Rücken an Rücken sitzt.

Der erste Weg des (schlafenden) Nachwuchses war dann direkt zum Einkaufen. Uns fehlten nämlich noch so einige Dinge: Definitiv mehr Fläschchen und Sauger und auch Zufütternahrung. Die Muttermilch strömt leider nicht so in Massen, also braucht's da etwas Nachhilfe aus dem Feinkostregal (dem Preisniveau nach zumindest). Vor dem Abholen aus der Klinik habe ich noch aus einer Apotheke eine elektr. Milchpumpe geholt. So eine bekommt man auf Rezept, wenn es mit der Muttermilchfütterung noch nicht so richtig klappen will. Mal schauen, vielleicht ändert sich ja noch etwas daran.
Zuhause angekommen durfte natürlich der Linus erst einmal seinen kleinen "Bruder" begrüssen, was er natürlich sehr aufgeregt tat.  Den ganzen Tag wich er uns nicht mehr von den Füßen und wollte auch bei jeder Aktion dabei sein. Teilweise auch näher, als wir es wollten. Bei jedem Geräusch des Kleinen quitschte der Hund gleich mit, die beiden schienen sich schnell einig zu sein!
Da das Wetter am Nachmittag recht gut (naja, sagen wir mal "stabil") war, habe ich auch gleich den Sohnemann in den Kinderwagen gelegt und bin mit ihm und dem Linus einmal eine Runde gegangen.

Die erste Nacht war dann gar nicht so schlimm wie man vielleicht hätte befürchten können. Das mit den nächtlichen Störungen von Säuglingen kann ja bis zur kompletten Schlaflosigkeit reichen. Aber da hatte Levi dann doch Mitleid, oder war einfach selber zu müde. Jedenfalls blieben immer so grob 2-4h zum Schlafen. Jessica war so einen Rythmus ja schon aus der Klinik gewöhnt, mir fiel er doch etwas schwerer.

Am Sonntag morgen kam unsere Hebamme Andrea vorbei und wir klärten die ersten Fragen. Nachmittags war es wieder schön, so dass diesesmal die "ganze Familie" eine Runde spazieren ging. Abends dann noch Pasta gekocht und der Tag war auch schon fast um.
Außerdem wollten wir recht zeitig ins Bett, da wir am Montag morgen schon um 7:30 Uhr einen Termin beim Kinderarzt hatten. Da Jessica als Baby eine Spreizhose brauchte, sollte Levi möglichst zeitig per Ultraschall an der Hüfte untersucht werden.
So bekam der Kleine um Viertel vor 10 noch einmal ordentlich Futter und wir gingen in die Koje. Aber das reichte ihm dann wohl doch nicht, also gab es um 22:30 Uhr noch einmal einen Nachschlag und dann war auch Ruhe.
Zu unserer eigenen Überraschung wurden wir dann erst gegen 4 Uhr von etwas Jammern und Weinen geweckt. Da hat unser lieber Sohn doch schon in der 2. Nacht im eigenen Bett 5,5 Stunden durchgepennt!
Dafür ist ihm in der langen Zeit dann die Windel übergelaufen und so war neben seinem Body auch der Innenschlafsack nass geworden. Da wir nur diesen einen haben (der Schlafanzug erwies sich mit seinem sehr engen Fußteil als wenig praxistauglich) war nachts parallel zum Füttern auch trockenfönen angesagt.
Bis etwa 4:30 Uhr war Levi dann wieder abgefrühstückt und der kurze Rest der Nacht konnte kommen. War leider wirklich kurz, da rund 2h später der Wecker zum Aufstehen mahnte.
Wir also pünktlich zum Arzt, nur war der leider erst um 8 Uhr da. Naja, nun gut. Die wichtigste Erkenntnis: Bisher alles im Soll. Die linke Hüfte ist zwar noch nicht so ganz wo sie hin soll, aber das ist auch nicht ungewöhnlich nach nur einer Woche. Also in Zukunft schön "breit" wickeln und dann bei der U3 (4-6. Lebenswoche) wieder schauen.
Danach gab es dann erst einmal Frühstück und um kurz vor 12 Uhr kam Andrea wieder vorbei.
Am Nachmittag stand noch einmal shoppen an, wir brauchten noch ein paar Langarmshirts in 50 und möglichst einen weiteren Schlaf-Innensack. Nur den gab es vor Ort nicht in kleinen Größen. Also blieb es bei den Klamotten und einem Preisvergleich bei der Anfangsnahrung. Der Sack wurde umgehend im Internet bestellt.

Bisher erwies sich Levi als recht pflegeleicht und meist gut gelaunt, was uns zum Glück wenig Stress verursacht.
Mal schauen wie das die nächsten Tage so weiter angeht. Ich werde natürlich berichten...

Donnerstag, 25. März 2010

Angekommen...

... im Leben. So kann man es wohl umschreiben. Aus Levi's Sicht.
So richtig fassen können wir es nach wie vor nicht. Braucht auch wohl noch etwas.

Jedenfalls gibt es nun auch viel zu lernen. Der ganze Umgang mit dem Kleinen braucht halt schon etwas Routine, die es nun aufzubauen gilt. Ich war aber doch überrascht, wie gut uns der "Erstkontakt" von der Hand ging.
Ich hatte ja durchaus schon Mal kleine Babys auf dem Arm, vor gut 5 Jahren meine Nichte Cara (die ist übrigens auf dem ersten Bild mit Levi zu sehen) und zuletzt  natürlich den kleinen Justus von Simone & Frank. Dabei war ich doch anfangs extrem unsicher und hatte doch immer schiss, etwas "kaputt" zu machen. Ist ja doch recht klein und zerbrechlich, so ein Baby. Dazu auch immer darauf achten, den Kopf zu stützen usw.
Aber mit Levi war das schon irgendwie anders, es ging irgendwie gleich besser von der Hand. Keine Ahnung warum, er fühlt sich ja nicht unbedingt anders an als sonst ein Baby. Gut sowas.

Auch gab es seit der Geburt schon so einige Untersuchungen. Direkt am ersten Tag nachmittags war ein Arzt aus der Kinderklinik Bethel da und hat ihn sich mit mir zusammen angeschaut, dann kam abends noch ein HNO, der auch schon einmal geschaut hat, ob der Kleine uns auch hören kann. Am nächsten Tag gabe es eine kleine Blutuntersuchung (da waren wir zum Glück nicht dabei!) und noch das richtige HörScreening.
Eine erste Einweisung beim Wickeln gab es auch und inzwischen bekommen wir das auch wohl ganz passabel hin.
Inzwischen hatte der kleine Mann auch schon einiges an Besuch und wurde in Augenschein genommen.
Falls sich jemand wundert, warum die stolze Mutter nie auf einem Bild zu sehen ist: Die ist mit Fotos etwas eigen und hat eine ziemlich eiserne Zensur. Aber die werden ganz sicher auch noch nachgereicht!

Passend mit Levi kam ja auch (endlich!) der Frühling und damit natürlich sofort auch irgendwelche Pollen, die seine Mutter auch prompt ärgern. Also musste dagegen ein Mittelchen her, aber das muss natürlich auch für stillende Mütter geeignet sein. Das hat eine unserer Krankenschwestern mitbekommen und gleich angeboten, doch eben schnell beim "Haus-HNO" anzurufen, der Levi am Vortag untersucht hat.
Sie ging also los und kam etwa eine Minute später mit dem Telefon zurück, der Arzt wolle doch gerne persönlich mit Jessica reden. Das haben sie dann einige Minuten getan und schon war die Sache geklärt: Ein Rezept wird ausgestellt, was ich quasi direkt abholen kann.
Es scheint doch irgendwie ein kleiner Unterschied zu sein, ob irgend jemand beim Arzt anruft oder aber dieser Anruf von der Privatklinik Dr.Hartog kommt. Ein wenig Privatpatienten-Feeling mit BKK-Kassenkarte.
An dieser Stelle noch eine kleine Lobhudelei an die Klinik und das ganze Personal: Wirklich toll, wie Frau hier behandelt wird! Hier ist frau Gast und nicht Patientin. Alle kümmern sich wirklich wunderbar und nehmen sich alle Zeit. Es ist ecxht  zum Wohlfühlen und somit auch jeden Cent wert, den man als (Kassenpatient) aus eigener Tasche abdrücken muss.

Gestern abend zuhause habe ich mich dann endlich mal rangesetzt, den Kinderwagen zusammen zu bauen. Der muss ja nun auch Einsatzbereit sein, wenn der kleine die Tage nach Hause kommt. Den hatten wir schon vor einigen Monaten gekauft, um nicht alle teuren Ausgaben zum Schluss zu haben.
Wir haben uns für einen Quinny Buzz entschieden, weil Simone & Frank auch so ein Modell haben und damit sehr zufrieden sind. Außerdem kommt das Teil aus dem gleichen Konzern wie auch die MaxiCosi Babyschalen und genau diese kann man nämlich auch in das Gestell einklinken.
Beim MaxiCosi selber haben wir uns (eigentlich war es natürlich Jessica) für ein CabrioFix entschieden, weil der im Auto in eine fest installierte Basisstation (EasyFix) passt, man also nicht jedesmal mit dem Anschnallgurt herumfummeln muss.
Bettchen und Wickelstationen sind ja eh alle schon fertig, somit kann Levi auch bald einziehen.
Ich selbst habe zudem Urlaub eingereicht, ich hatte ja noch genug Tage vom letzten Jahr. Somit ist Freitag mein letzte Tag und ab Montag bin ich dann 4 Wochen (yeah!) zu Hause.

Das neue Familienmitglied kann nun also zuhause einziehen!