Freitag, 17. November 2017

USA 08/17 - Tag 02


USA-Westküste - August 2017

Tag 02 - Las Vegas und Umgebung



Samstag, der 12.08.

Da wir am ersten Abend wirklich sehr (orts-)zeitig im Bett waren, wachten wir natürlich alle recht zeitig am Morgen wieder auf. Bedeutet konkret: Kurz nach 04:00 Uhr.
Was ja auch nicht wirklich anders zu erwarten war. Passte aber in unseren Tagesplan.
Wie schon angedeutet, haben die großen Warenhäuser hier ja oft 24/7 (oder anders: immer) geöffnet. Also standen wir auf, machten uns frisch und fuhren dann los.
Ziel war ein naher Walmart, in dem wir allerlei Verpflegung und eine Kühlbox besorgen wollten. Die gibt es hier (bei der üblichen Hitze auch kein Wunder) eigentlich an jeder Ecke, teilweise in beeindruckender Auswahl. Genauso war es auch in dem von uns besuchten Laden.
Um diese Zeit ist ein Warenhaus doch eher spärlich besucht, anders sah das allerdings bei den Beschäftigten aus. Da waren doch so einige im Einsatz, in erster Linie beim Auffüllen der Regale.

Wir suchten uns allerlei Snack-Kram für unterwegs zusammen (wir sind ja schließlich oft den ganzen Tag unterwegs), dann eine ordentliche Menge an Getränken (in erster Linie Wasser), verschiedenen Salate als Abendessen und schließlich eine Kühlbox.
Oft wird ja ein elektrisches Modell empfohlen, welches dann den ganzen Tag über im Auto (solange der Motor läuft und die Box Strom bekommt) läuft. Die Teile kosten aber halt auch entsprechend (ich glaube es ging bei rund 60$ los) und für einen "bleibt am Ende des Urlaubs hier"-Artikel war mir das etwas zu viel.
Nötig ist das zudem auch nicht, da es (fast) in jedem Hotel eine Eismaschine gibt. Passend dazu auf den Zimmern einen kleinen Eiseimerchen. bei uns natürlich auch. Also entschieden wir uns für ein "einfaches" Modell, dafür aber mit 45l Inhalt, da sollten wir schon das meiste rein bekommen.
So gegen 05:00 Uhr waren wir mit unserem Einkauf durch, inzwischen war es draußen schon hell geworden. Frühstück im Hotel gab es aber erst ab 06:00 Uhr, also drehten wir mit dem Wagen noch eine Runde über den Strip.
Ist um die Zeit nur bedingt glamourös. Die ganzen bunten Lichter sind aus und wirklich viel los ist auch nicht mehr. Aber wir konnten schon einmal die riesigen Hotels/Casinos bei Tageslicht von außen sehen.
Dann ging es zurück zum Hotel, wir luden unsere Einkäufe aus und schließlich konnten wir auch zum Frühstück. Überraschend voll dort für die frühe Zeit. Da tackten wohl noch so einige andere Gäste in einer anderen Zeitzone.
Das vorgefundene Frühstück sollte von der Auswahl dem Standard auf der weiteren reise entsprechen. Es gab Toast und diverse Marmeladen zur Auswahl, dann gebackene Waffeln und Pancakes (also Pfann- oder Eierkuchen), dazu diverse meist sehr süße Saucen und schließlich Oatmeal (Haferbrei). Nun ja, alles nicht so meins, aber man wurde satt.
Was uns aber am meistens wunderte: Alles wurde mit Einweggeschirr/Besteck gereicht, ob nun Teller in verschiedenen Formen oder Becher.
An den Seiten standen große Mülleimer (so in der 120l Klasse) und die waren zum Ende des Frühstücks auch beide randvoll! Tja...

Nach dem Frühstück wollten wir uns dann auch schnell auf den Weg zu unseren heutigen Ausflugszielen machen. Dummerweise fand ich meine 360° Kamera nicht. Ich Trottel habe das Teil wirklich daheim vergessen! Nach dem Urlaub fand ich das gute Stück mitten auf dem Sofa liegen. Ist mir ein Rätsel, wie ich das übersehen konnte. Zudem auch wirklich ärgerlich, ich hätte hier Panoramen noch und nöcher schießen können. Tja...
Bevor es aber los ging, befüllten wir unsere Kühlbox mit der Reiseverpflegung und fuhren mit dieser dann im Fahrstuhl nach oben, wo die Eismaschine steht. Den kleinen Icebucket vom Zimmer hatten wir natürlich dabei und füllten unsere Bos etwa bis zur Hälfte mit dem gefrorenen Kühlmittel.
Als erstes stand das Valley of Fire nordöstlich von Las Vegas auf dem Programm. Hierbei handelt es sich um einen State Park, also das in der Regel kleinere und weniger bekannte Gegenstück (auf Bundesstaatsebene) zu den bekannteren Nationalparks.
Wie der Name (und die Örtlichkeit) schon erahnen lässt, ist es dort meisten sehr warm bis heiß, daher wollten wir möglichst früh dort ankommen.
Also raus aus Las Vegas auf die Interstate 15. Eine von diesen irrsinnig breiten amerikanischen "Autobahnen" mit ihren (hier) teilweise 6 Spuren pro Richtung, auf denen es kein Rechtsfahrgebot gibt (zumindest was die gefahrenen Geschwindigkeit und Seite zum Überholen angeht) wie bei uns. Zudem mit einem breiten Bereich zwischen den Fahrtrichtungen.
Feststellung: Lässt sich sehr entspannt fahren, wenn man erst einmal auf dem Schirm hat, dass man auch rechts überholt werden kann. Liegt einfach an dem überschaubaren Tempo und das im Prinzip fast alle mehr oder minder gleich schnell fahren.
Nach rund 37 Meilen verließen wir die Interstate wieder und fuhren noch einige Kilometer die kleine Stichstraße in die Wüste, bevor wir das erste Mal anhielten um etwas von dieser Gegend "aufzusaugen". Genau so, wie man es sich vorstellt.


Es war nun auch schon knackig warm, ging aber alles noch. Als wir dann weiter fuhren hatten wir auch noch unseren ersten "Wildkontakt", leider nicht so wie erhofft. Genau in einer Kurve überfuhr ich eine Schlange, die gerade über die Straße kroch.
Hätte gerne eine in freier Wildbahn gesehen und nicht auf der Straße (oder zumindest früh genug, um noch anzuhalten), schade.
Kurz darauf kamen wir in den Park. Ab nun ging es regelmäßig an interessanten Felsformationen mit teilweise großartigen Verfärbungen vorbei. Wir befuhren diverse Abschnitte (alles auf der Karte zu sehen) und machten auch eine kleine Pause an einem der Parkplätze, an denen es auch immer überdachte Sitzgelegenheiten gibt.




Dann ging es weiter zu unserem kleinen Wanderziel, dem Mouse's Tank. Eine Weg vorbei an teilweise in grauer Vorzeit bemalten Felsen mit einem Ende in einer engen Sackgasse.



Der Weg war nicht wirklich lang und abgesehen vom sandigen Untergrund auch nicht anstrengend, aber angesichts der Hitze reichte das auch fast schon. Immerhin hatten wir dann Glück, dass es sich kurzfristig etwas bewölkte. War ganz angenehm so ohne die pralle Sonne.



Überall begegnen einem hier Hitzewarnungen, hier im Statepark können im Sommer Tagestemperaturen bis 47°C erreicht werden. Wenn man dann mehr wandert als wir sollte man definitiv seinen Flüssigkeitshaushalt im Hinterkopf behalten.

Nach der Mischung aus wilden Felsen und Wüste verließen wir das Gebiet wieder und machten uns auf den Weg zum Hoover Dam. Da wir nicht wieder "außen herum" über die Interstate fahren wollten, wählten wir nun den Weg entlang des Lake Mead. Eben dieser größte und wohl wichtigste Stausee der USA wird durch den Hoover Dam aufgestaut.
Die Fahrt entlang am See klingt schöner als es dann in der Realität war. Bei uns befinden sich oft Wälder um Stauseen (diese befinden sich ja meist in den Mittelgebirgen), hier eigentlich nur Wüste mit etwas grünem "Rand". Zudem war der Wasserstand (wie oft in den letzten Jahren) recht niedrig, man fuhr also ein gutes Stück oberhalb des Wasserspiegels entlang.
Da sich der See in der Lake Mead National Recreation Area befindet (wird also auch vom National Park Service verwaltet), wird auch hier ein Eintritt verlangt. Der Zusammenhang von einer National Recreation Area und einem Nationalpark wurde mir erst später erklärt.
Nun gut, irgendwann kamen wir dann auch am Hoover Dam an und hier war natürlich deutlich mehr los als im Valley of Fire vorher.
Es gab einen längeren Rückstau, bis wir endlich über den Damm fahren konnten um zu den größeren Parkplätzen auf der anderen Seite zu gelangen. Ganz nebenbei bemerkt staut der Hoover Dam den Colorado River, der vorher schon für den Grand Canyon verantwortlich ist. Außerdem ist hier dieser Fluss die Staatsgrenze zwischen Nevada und Arizona. Hatte ich gar nicht auf dem Schirm und somit haben wir noch einen Bundesstaat mehr besucht als eigentlich gedacht.


Wir fanden einen Parkplatz und machten uns auf den Fußweg runter zur Sperrmauer. Wir befanden uns dort in einem kleinen Talkessel, zudem ziemlich vollbetoniert und Wind war dort auch nicht wirklich. das Autothermometer zeigte beim Aussteigen 107°F an, was knapp 42°C bedeutet. Im Schatten, den es hier natürlich nicht gibt. Donnerwetter, war das heiß....
Wir machten unsere Fotos von diesem beeindruckenden Bauwerk und machten uns dann schnell wieder auf den Weg zurück Richtung Hotel, nur raus aus dieser Hitze.


Am Hotel angekommen ließ ich Genia und Levi aussteigen und fuhr selber kurz danach noch Tanken und zu einem T-Mobile Shop, um mir eine SIM-Karte fürs Handy zu besorgen.
Das Tanken funktioniert hier etwas anders als bei uns. Einfach lostanken und danach bezahlen gibt es nicht. Normalerweise nutzt man die Kreditkarte direkt an der Zapfsäule oder zahlt vorher im Kassenhaus. Interessanterweise funktionierten meine Kreditkarten in den meisten Fällen nicht. Es wird nicht etwa ein PIN abgefragt, sondern der ZIP-Code (also die Postleitzahl). Warum/wieso auch immer, habe ich bis heute nicht verstanden. In seltenen Fällen klappte das mit (einer) der Kreditkarte selber (ob ich nun meine heimische PLZ angab oder aber den hier aktuellen ZIP-Code.
Also rein ins Häuschen und vorher bestellen. Da die Amis das metrische System ja nun so gar nicht mögen, muss man halt vorher in Gallonen "vorbestellen".

Also bei einem Leihwagen, den man noch nicht betankt hat ungefähr abschätzen, wie viel jetzt noch in das Spritfass passt, welches noch etwa 1/3 voll ist.
OK, ordert man zu viel, kann man sich nach dem Tankvorgang den Rest wieder Gutschreiben lassen, aber dazu muss man halt wieder ins Häuschen.
Nun, ich entschied mich für 6 Gallonen und das passte in etwa. War nicht ganz voll, aber für den nächsten Tag, der die längste Einzeletappe mit sich brachte, sollte es wohl in etwa reichen.

Danach ging es zum Mobilfunkshop, um auch mobil im Netz zu sein. Ich entschied mich schon vorher für den Tourist-Plan, der mir ganz sinnig erschien. Die von Jessica ausgeliehene SIM-Karte (von ihrem letzten New York Urlaub) brächte ich nicht, ich würde eh eine neue bekommen
Entgegen meiner Annahme, musste ich aber schließlich doch die 10$ für eine SIM-Katre zahlen (das habe ich erst später auf der Abrechnung gesehen). Da habe ich wohl einen Moment nicht aufgepasst. Nun gut, dann halt insgesamt 40$.

Zurück am Hotel wollte Genia noch etwas entspannen, Levi und mich zog es allerdings in den Hotelpool. Was soll man bei der Hitze auch sonst machen?
Eine herrliche Abkühlung, zumal der Pool auch gar nicht mal so klein war.
Danach aßen wir unsere Salate und entspannten noch etwas, bis es Abend werden sollte. Wir wollten den Strip ja schließlich auch noch mal zur "Prime-Time" im Dunklen erleben!
Wir alle schliefen dabei doch glatt noch einmal ein, wurden allerdings zum Glück nicht allzu spät wieder wach. Auch wenn keiner von uns so richtig Energie hatte, wollten wir uns das Erlebnis natürlich trotzdem nicht entgehen lassen! Levi nörgelte allerdings anfangs noch ziemlich herum und der Fußweg von etwa 1km passte ihm auch. Das es trotz Dunkelheit immer noch über 35°C hatte machte alles nicht einfacher.
Wir gingen also los und schlenderten an dem High Roller vorbei, dem aktuell (noch) größten Riesenrad der Welt. Erst in unmittelbarer Nähe bemerkt man die gewaltige Größe, das Teil ist knapp 168m hoch! Als Besuchs-Casino haben wir uns das Venetian ausgesucht, das wurde von einer Kollegin von Genia empfohlen.


Vom Riesenrad aus kamen wir allerdings eher von hinten zum Strip und mussten dann an Einfahrten für die riesigen Parkhäuser und Zulieferbereiche vorbei. Hier ahnt man erst einmal, was das für gewaltige Vergnügungstempel sind...

Endlich fanden wir den Eingang und schoben uns dann mit der ganzen Menschenmasse hinein. Zunächst ging es in den vorderen öffentlichen Casino-Bereich, wo es einige Spieltische und vor allem Automaten gibt. Unglaublich viel Durchlaufpublikum zum Gucken (so wie wir halt auch), mit der aus Filmen bekannten Eleganz der großen Casinos war hier noch nicht viel zu sehen, das findet alles weiter "hinten" statt. Aber wir wollten ja eh in das "künstliche Venedig".
Das befand sich dann eine Etage höher. Durch den ersten Casinobereich und einer der Hotelzugänge ging es zu den Rolltreppen. Oben angekommen wurden wir durch eine Nachbildung des Dogenpalastes empfangen, durch dessen langen Gang man dann zu den Kanäle gelangt.
Schon krass das ganze! Ein künstlicher Himmel erzeugt angenehmes Licht, man schlendert über die zahlreichen Kanalbrücken an Boutiquen vorbei und auch der Markusplatz ist vorhanden. Was für eine verrückte Welt!


Schließlich schoben wir uns wieder ins Freie, um dann den Strip Richtung Bellagio entlang zu gehen. Her wollten wir uns die Wasserspiele ansehen.
Es ging an zahlreichen berühmten oder bekannten Casino/Hotels vorbei, alles riesige Komplexe. Der Las Vegas Boulevard ist eine meist 4-spurige Straße (pro Richtung), die Fußwege am Rand sind für die Menschmassen viel zu eng und herrscht auf ganzer Länge ein unglaublicher Trubel. Von den etwa 150.000 Hotelbetten in Las Vegas befinden sich rund die Hälfte am Strip, zahlreicher der hier stehenden Hotels zählen zu den größten der Welt.



Neben den neugierigen Touristen wie wir gab es Horden von Feiergruppen, die von einer Location zu nächsten weiter zogen, im stockenden Verkehrschaos schon sich eine Stretch-Limousine neben der anderen her. ich bin nicht wirklich ein Freund dieser Welt, aber wahrscheinlich sollte man das mal gesehen haben...
Am Bellagio angekommen gab es dann einige Fußgängerbrücken, um die Querstraße zu passieren, also in dem Menschpulk rein ins Casino, auf der anderen Seite wieder raus und dann ab zu den Wasserspielen.


Die waren dann in der Tat ganz nett, aber wegen der vielen Zuschauer auch nicht immer und überall zu sehen. Zudem dauerte die Show auch nur wenige Minuten, dann war erst wieder eine etwas längere Pause angesagt.
So langsam reichte es uns allen dann auch, das permanenten Gedränge nervte uns langsam und Levi hatte auch schon länger keine Lust mehr. Zumal man hier auch permanent aufpassen muss, ihn nicht zu verlieren. So machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel und vielen dort angekommen auch bald in die Betten.

Die gefahrene Strecke (~280km):


Alle Fotos dieses Tages gibt es hier zu sehen.

Donnerstag, 2. November 2017

USA 08/17 - Tag 01


USA-Westküste - August 2017

Tag 01 - Anreise nach Las Vegas


Freitag, der 11.08.

Der Tag begann recht zeitig, da unser Zug fahrplanmäßig um 07:21 Uhr den Hauptbahnhof verlassen sollte. Einmal umsteigen war angedacht, in Köln Messe/Deutz.
Da die Bahn heute nicht mehr die zeitliche Zuverlässigkeit der seligen Bundesbahn hat, war entsprechend noch eine gewisse Zeitreserve eingeplant.
Also verließen wir das Haus früh genug, um mit der Stadtbahn zum HBf zu kommen. Es klappte alles soweit und auch der Zug war recht pünktlich. Somit saßen wir so gegen halb 8 auf unseren reservierten Plätzen im ICE 646.
Auch das Umsteigen brachte keine Probleme, abgesehen von der Tatsache, dass der Bahnsteig für die S-Bahn zum Flughafen natürlich ganz oben am hinteren Ende und ohne Rolltreppen oder Fahrstuhl war. Nun gut...
Am Flughafen gab es bis zur Sicherheitskontrolle ebenso nichts besonderes zu bemerken, nur das Levi plötzlich schiss vor dem Körperscanner hatte und etwas Theater veranstaltete.
Auf dem Weg zum Gate gab es dann noch eine weitere Kontrolle, bei der so ziemlich von jeder Reisegruppe min. eine Person zu einer Extra-Kontrolle heraus gewunken wurde. Wonach diese Personen ausgewählt wurden, erschloss sich mir nicht. Jugendliche, Erwachsene und Senioren beider Geschlechter waren gleichmäßig verteilt. Bei uns traf es dabei mich. Dann hieß es Anstehen in einem Seitenbereich, um in der provisorischen Untersuchungszone genauer betrachtet zu werden.
Das zog sich ganz schön hin und ich hatte schon etwas Sorge, dass es zeitlich eng mit dem geplanten Abflug sein könnte. Da aber nicht nur unser (USA-)Flug betroffen war, sondern auch der zeitnah stattfindende Transit nach Miami. Es war dann schnell klar, dass wohl gewartet wird.
Während ich wartetet konnte ich mit einem Beamten des Grenzschutzes über den Grund dieser Sonderuntersuchung reden. Diese Idee stammt (natürlich) nicht von denen, sondern war eine Vorgabe aus unserem Zielland. Jeden Tag bekommen die dt. Behörden eine Liste, welche Passagiere von welchem Flug genauer zu untersuchen wären.
Dann war ich endlich an der Reihe. Das Handgepäck wurde komplett ausgepackt und untersucht, ebenso stand eine genauere Abtastung der Passagiere auf dem Plan inkl. Schuhe aus und Füße befummeln. Dazu noch er Einsatz von "Spezialpapier", welches wohl Kontakt zu Drogen und oder Sprengstoff nachweisen soll. Wie auch immer.
Nach ziemlich langer Wartezeit konnten wir dann endlich in den Airbus A330 der Eurowings und mit etwa 15min Verspätung ging es dann auch in die Luft.


Wie bei Billigfliegern üblich, gibt es verschiedenen Tarife, die Basic-Variante beinhaltet weder Essen noch Trinken und auch kein zusätzliches Gepäck. In unserem Smart-Tarif war dann beides enthalten.
Allerdings nicht der freie Zugang zum Entertainment-System, das kostet extra. Zum Glück ist davon das Kinderprogramm ausgenommen. Ansonsten hatten wir ja auch noch Levis Tablet am Start. So eine 12h-Flug kann ja schon etwas langweilig werden.


Den größten Teil des Fluges hatten wir schönes Wetter, wobei besonders die Küste von Grönland mit ihren großen Gletschern und den Eisschollen wirklich sehenswert waren. Es folgten erst die Eiswüsten im Norden von Kanada und später dann wolkiger u.a. die Rocky Mountains.
Schließlich, nach (nur) rund 11,5h ging es dann zur Landung in Las Vegas.
Die Ansichten waren schon recht interessant, wir flogen am großen Lake Mead vorbei und wimmer wieder gab es komplett grüne Inseln in der Wüste herum, wo es feine Besiedlungen gab und natürlich auch Golfplätze. Alles schön am Reißbrett geplant, wie man aus der Höhe schön sehen konnte. Anschließend gab es auch einen schönen Blick auf die Skyline, da sich der McCarran Airport doch ziemlich nahe der Stadt befindet.


Nachdem wir während des Fluges die nötigen Einreisepapiere ausgefüllt hatten stand als nächstes der oft unangenehme Teil auf dem Plan: Die Einreise in den U, S von A.
Das steht oft in Verbindung mit langen Wartezeiten und recht mürrischen Beamten. Zumindest so lange, bis sie Dir den Stempel in den Pass hauen und schlagartig mit den freundlichsten Tönen "Welcome to the United States!" entgegnen.
Sowas macht nach einem lagen Flug mit ziemlich müdem Kind natürlich noch mehr Spaß.

Hier noch ein Video der Landung samt Ausblick:

Sowas macht nach einem lagen Flug mit ziemlich müdem Kind natürlich noch mehr Spaß.
Wir hatten aber Glück, unsere Koffer kamen sehr früh auf das Band gepurzelt und somit blieb uns zumindest die lange Wartezeit erspart.
Da Levi ja schon keine Lust auf den Körperscanner hatte, befürchtete ich schon ein unschönes Schauspiel bei der Abgabe der Fingerabdrücke.
Aber hier war alles anders! Wir hatten eine eher junge Einreisebeamtin, die von Anfang an sehr freundlich war und somit auch Levi alles ohne Zicken mitmachte. Prima, wir fühlten uns wirklich freundlich empfangen!
Nun ging es flott weiter zum Ausgang, an dem die Shuttle-Busse zur Mietwagenstation fahren. Den hatte ich mir natürlich vorher schon rausgesucht, man will ja nicht noch hier im Flughafen herum irren.
Tür auf und BÄÄMM, 38°C. Zudem für Las Vegas-Verhältnisse sogar schon fast schwül, weil es kurz vor unserer Landung noch ein Gewitter gab.
Kurz später fuhr auch der Bis vor, das Gepäck wurde vom Fahrer und einer weiteren Hilfskraft im Wagen verladen und es folgte eine wenige Minute dauernde Fahrt zum Car Rental Center.
Das hatte schon andere Dimensionen, wie ich sie bisher so kannte. Wir suchten den Schalterbereich von Alamo, ich stellte mich an, während Levi und Genia warteten. So langsam kam dann doch die Müdigkeit durch, wir waren inzwischen auch schon rund 20h wach.
Erst einmal an der Reihe, waren die Formalitäten dann auch recht schnell geklärt. Als nächsten ging es eine Rolltreppe hoch zum Parkbereich. Das war ein ziemlich großes Parkhaus, wo man sich dann erst einmal den richtigen Bereich suchen musste, was dank gescheiter Beschilderung recht leicht war.

Der Rest des Ablauf unterscheidet sich schon deutlich von den mir bekannten Urlaubswagen in (überwiegend) Südeuropa. Dort macht man den Papierkram, dann verschwindet der Mitarbeiter  meistens und kommt mit einem Auto zurück. Dann eine kurze Übergabe, Kontrolle des Fahrzeugs und los.
Hier wurde man im Parkhaus vom ersten Mitarbeiter empfangen (kleine Menschentraube), dieser checkt den Beleg und schickt einen dann weiter in den passenden Bereich (für uns: Midsize SUV). Dort wird man dann kurz in Empfang genommen und bekommt die Fahrzeugflotte gezeigt. Wir sollten uns einen Wagen aussuchen. Ich erwähnte noch unseren Kindersitz und der Kollege lief auch gleich los und holte einen.
Wir schauten uns die dort stehenden Wagen an und entscheiden uns für einen Kia Sportage (es handelte sich offensichtlich um den 2.0 GDI). OK, der Mitarbeiter kam auch gerade zurück, gab mir beiläufig den Sitz und wollte schon verschwinden, als erwähnte ich schnell, dass wir den Kia nehmen. Er schaute mich etwas fragend an und sagte, dann solle ich damit doch los fahren. Die Ausfahrt wäre dort hinten, zeigte mit dem Finger in eine Richtung.
Ah ja. Zurück beim Wagen sah ich dann auch den Zündschlüssel auf dem Amaturenbrett. Wir setzten uns rein und fuhren dann Richtung Ausfahrt. An den Schrankenhäuschen wurde dann noch einmal der Mietbeleg kurz kontrolliert, der (von mir bisher nicht bemerkte) Strichcode an der Scheibe gescannt und schon ging die Schranke auf und uns wurde ein schöner Aufenthalt gewünscht. Aha, so funktioniert das hier...

In der sehr breiten Abfahrt aus dem Parkhaus hielt ich dann erst einmal an und machte das Navi zum Hotel startklar. Etwa 9km war die Strecke bis zum gebuchten Fortune Hotel & Suites.
Dort angekommen wurden wir freundlich beim Check-In begrüßt, erledigten die Formalitäten, erfuhren die Örtlichkeit und Zeiten für das Frühstück (das war hier im Preis enthalten) und gingen dann zu unserem Zimmer.


Fein geräumig mit zwei großen Betten und "Fenster zum Hof", also mit Blick auf den Hotelpool. Inzwischen waren wir dann so richtig K.O. und somit schauten wir uns auch nur noch kurz einmal im Hotel um (Weg zum Pool, Frühstücksbereich), packten die notwendigen Sachen aus unseren Koffern um kurz danach, so gegen 18:30 Uhr Ortszeit hundemüde ins Bett zu fallen.

Eigentlich war der Plan, dass wir noch einkaufen fahren. Aber angesichts der Uhrzeit war uns auch klar, dass wir wahrscheinlich sehr zeitig am kommenden Morgen wieder wach sein werden.
Da die großen Warenhäuser (wir wollten zu einem nahen Walmart) hier aber sowieso 24/7 geöffnet haben, konnten wir auch dann nach dem Aufstehen in aller Herrgottsfrühe einkaufen. Also bevor es überhaupt Frühstück gibt. Somit wollten wir uns dann gleich unnütze Wartezeit ersparen. Der Plan gefiel uns so definitiv am besten...

Alle Fotos dieses Tages gibt es hier zu sehen.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

USA August 2017 - Vor dem Start

Bevor ich mit dem eigentlichen Reisebericht anfange will ich noch kurz auf die Vorgeschichte hinweisen. Wieso, weshalb, warum und so.

Die Flugstrecken:

Und hier jetzt noch die fehlenden Infos zwischen der Vorgeschichte und dem Start-Reise:

Nach dem wir so ganz grob einige Eckpunkte abgesteckt hatten, haben wir dann um den Mietwagen gekümmert. Bzw. eigentlich die Mietwagen.
Wir haben nämlich statt mit einem Wagen von Las Vegas bis nach Seattle zu fahren, einen kurzen Stopp mit Wagentausch in San Fransisco eingelegt.
Nicht, weil wir unbedingt zwei verschiedene Wagen "testen" wollten, sondern weil wir dadurch gut 600€ an Kosten gespart haben.
Beim ersten Schauen war ich doch über den stattlichen Preis erstaunt, bei den Kosten stand dann immer der Hinweis zur Rückführungsgebühr.
Offensichtlich fahren viele diesen Weg und nur wenige machen es anders herum. Somit müssen also viele Mietwagen wieder zurück nach Vegas gebracht werden und das kostet.
Nach etwas Suchen fand ich dann heraus, dass es so eine Rückführungsgebühr von Las Vegas nach San Francisco nicht gibt, ebenso (oder deutlich weniger) von San Francisco nach Seattle.
Zudem ist bei einem Mietwagen in Kalifornien immer ein zweiter Fahrer im Preis enthalten, in Nevada kostet der einen Aufschlag (waren glaube ich 12$/Tag).

Da Kleinwagen (wie wir sie sonst in der Regel im Urlaub so mieten) in den USA nicht sonderlich verbreitet sind und wir zudem ganz ordentlich Strecke machen werden, entschieden wir uns für einen Mittelklassewagen. Preislich lag zwischen diesen Typen kaum etwas. Und damit wir während unserer Fahrt durch tolle Landschaften besser sehen, nahmen wir gleich einen kleinen Hochsitz in Form eines SUV.
Es wurde also ein Midsize-SUV. Nachdem ich diverse Portale verglichen hatte und ich zudem in den letzten Reisen immer gute Preise und nie Probleme hatte, buchte ich wieder über Billiger-Mietwagen.
Wobei ich inzwischen auch weniger gute Meinungen dazu gelesen habe. Nicht direkt mit diesem Anbieter, sondern wegen des Systems: Man bucht bei einem Dienstleister, der wiederum bei einem Autoverleiher bucht. Sollte nun irgend etwas passieren, könnte daher der Ball zwischen diesen drei "Spielern" hin und her gehen. Soll halt auch schon vorgekommen sein....

Nach dem Mietwagen steckten Genia und ich nun die Hotels an unserer Route entlang ab. Das nahm schon einige Zeit in Anspruch. Da viele Hauptziele in diversen Nationalparks liegen und eben diese auch im Sommer gut besucht sind, wäre das generell ratsam.
Zudem heißt eine Buchung über die gängigen Portale (Booking, Expedia, Hotels.com usw.) in der Regel auch nicht, dass man die Zeile nicht flexibel ändern kann. Meistens kann man bis einen Tag vor Ankunft kostenlos stornieren.
So haben wir z.B. von einem Hotel einige Wochen nach der Buchung eine Mail bekommen, dass zu unserer Reisezeit wahrscheinlich der Pool nicht nutzbar wäre. In dem Ort fanden wir trotzdem keine für uns bessere Bleibe, allerdings hatte ein anderes Buchungsportal das mit dem Pool schon ausgewiesen und boten einen entsprechend niedrigeren Preis an. So buchten wir halt noch einmal um. Gleiches Hotel, woanders reserviert und schon 30$ weniger.

Unsere Unterkünfte:

Die meisten Buchungen machten wir im März, was sich teilweise als schon zu spät heraus stellte. So fanden wir keine wirklich bezahlbare Bleibe mehr in der Nähe des Yosemite-NP (ab nun die gängige Kurzform von Nationalpark), daher fiel dieses angepeilte Ziel leider aus unserer Liste.
Das gleiche Problem betraf die Sonnenfinsternis. Die einzig freien Betten im Kernschattengebiet fingen bei rund 1200$/Nacht an. Somit mussten wir außerhalb des Bereichs übernachten und dann morgens recht früh in das Zielgebiet fahren. Ansonsten gab es noch kleinen Nacharbeiten an Routen und Zielen, aber das tut jetzt nicht mehr zur Sache.
Als nächstes waren noch die Formalien zu klären. Fehlende Papiere besorgen (Levi brauchte nun einen "richtigen" (elektronisch lesbaren) Pass, mit seinem Kinderausweis kommt er nicht ins Land. Zudem besorgten wir uns noch einen internationalen Führerschein. Braucht man in der Regel nicht, wird aber empfohlen. Naja, beim Mietwagenwechsel wurde der meiner EU-Fahrlizenzkarte zumindest einmal vorgezogen. Sonstige Polizeikontrollen (wofür der im Zweifel gedacht war) hatten wir nicht.
Schließlich noch die ESTA-Geschichte beantragen (die Genehmigung dauerte dieses mal wirklich einige Tage) und dann waren wir quasi reisebereit.

Für die Hinfahrt zum Flughafen Köln/Bonn wollte ich dann einige Tage vor Abfahrt schon mal das Schöner-Tag Ticket NRW ordern, nur um dann mit Schrecken festzustellen, dass dieses erst ab 9 Uhr morgens gültig ist. Passte natürlich nicht, wir wollten so gegen 10:30 Uhr dort sein.
Zum Glück bekam ich noch ein Sparpreis-Ticket und im Endeffekt kostete die Fahrt für uns drei dann sogar 50ct. weniger als mit dem Sonderticket.

Es konnte losgehen!



Hier nun die einzelnen Tagesberichte:

  • Tag 01 - Anreise nach Las Vegas
  • Tag 02 - Las Vegas und Umgebung
  • Tag 03 - Von Las Vegas nach Kernville
  • Tag 04 - Im Sequoia/Kings Canyon Nationalpark
  • Tag 05 - Von den Riesenbäumen an den Pazifik
  • Tag 06 - Monterey Bay Aquarium und Fahrt nach San Francisco
  • Tag 07 - Stadtbesuch San Francisco
  • Tag 08 - Von San Francisco Richtung Norden am Pazifik entlang
  • Tag 09 - Noch einmal große Bäume und ab nach Oregon
  • Tag 10 - Wälder, wildes Wasser und der erste Vulkan
  • Tag 11 - Die totale Sonnenfinsternis
  • Tag 12 - Zahlreiche Wasserfälle
  • Tag 13 - Mount St. Helens
  • Tag 14 - Auf die Olympic Halbinsel
  • Tag 15 - Regenwald und menschenleere Küsten
  • Tag 16 - Der letzte Quartierswechsel. Ab nach Seattle!
  • Tag 17 - Stadtbesuch Seattle
  • Tag 18 - Museum of Flight und Rückflug
  • Fazit oder Rückblick.... wie auch immer.