Donnerstag, 24. September 2026

Nordkap-Tour - 06/2025

Schon etwas länger stand für mich bzw. uns wieder eine Tour nach Norwegen an. 2018 war ich (bzw. Ronnie auch) das erste und bisher einzige Mal dort, damals auf den südlichen Landesteil beschränkt. Nun sollte es endlich einmal hoch bis zum Nordkap gehen. Ronnie war natürlich wieder dabei, Jochen hatte schon länger im Vorfeld ebenfalls sein Interesse bekundet und hat damit einen Bekannten "angesteckt", den er über den ADAC (wie Uwe auch) kannte. Für André war das schon ein langersehnter Traum, ihm fehlten bisher aber die Mitfahrer für so eine Tour. Nun, die hatte er jetzt womöglich gefunden.
Wir trafen uns dann einige Wochen später bei Jochen auf dem Knutshof, um uns kennenzulernen und etwas abzuklopfen, wer welche Erwartungen an die Tour hat. Wir waren uns alle symphatisch (daran bestand eigentlich auch vorher kein Zweifel, man kennt ja seine Pappenheimer) und auch schnell einig, wie die Tour ablaufen soll und somit stand die Reisegemeinschaft!
Nach den ersten Absprachen und Sichten der zu dem Zeitpunkt aktuellen Fährpreise (Kiel-Oslo) wollten wir wieder mit einem Gespann bis in den Norden von Dänemark fahren. Dort leben ja (wie 2018 auch schon) Marlene und Michael, alte Freunde von Ronnie, auf einem Hof in einem kleinen Dorf etwas nördlich von Viborg, bei denen wir den Trailer wieder abstellen können. André hatte zudem Zugriff auf einen großen Anhänger, auf den problemlos vier bepackte Motorräder Platz finden. Der war bisher nur für Autos in Gebrauch, so bastelte André in den folgenden Wochen diverses Befestigungsmaterial, um auch Motorräder gescheit verstauen zu können. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen!
Wir hatten also unseren Startpunkt, das Tourziel und auch schon einen Fixpunkt auf der Reise: Jochen wollte gerne seinen alten Freund Jowi besuchen, der seit einigen Jahren ein Haus bzw. Hof rund 300km nördlich von Stockholm hat und dort auch lebt. Dort sollten wir ja eh grob vorbei kommen.
Der Plan war, zunächst in wenigen Tagen recht flott durch Schweden und auch etwas Finnland hoch zum Nordkap zu fahren, um dann deutlich genüsslicher wieder südwärts durch Norwegen zu touren, dabei auch die Lofoten und diverse Fjorde im Süden des Landes zu besuchen. Schließlich sollte es dann wieder aus Südnorwegen mit der Fähre zurück nach Dänemark gehen. Bald darauf hatte ich eine entsprechende Tour abgesteckt. Wir hatten dort, wie erwähnt, ein paar Fixpunkte, der Rest (also primär die Quartiere für die Nacht) sollte sich dann unterwegs ergeben.


Einige Tage vor der Abreise habe ich dann meine Yamaha "eingerüstet", die Kettenspannung geprüft und den Kettenöler aufgefüllt, die Koffer und das Topcase montiert und auch die Seitentaschen an die Sturzbügel geschnallt. Es war alles vorbereitet!
Zudem registrierten Jochen und ich uns noch bei der norwegischen AutoPass-Seite. Dort kann man pro registrierten Benutzer bis zu 3 Fahrzeuge per Kennzeichen in seinem Konto hinterlegen und bekommt bis 50% Rabatt bei Fähren und Maut (das fällt bei Motorrädern zum Glück aus). Das rechnet sich bei einer so großen Tour schon. Zudem werden die Kennzeichen nach dem Auffahren von den Mitarbeitern der Fähre immer direkt gescannt, so muss man sich auch nie um die finanziellen Dinge kümmern. Der Nachteil: Man muss das Konto recht ordentlich vor-aufladen. Deutlich mehr, als man für 2 Motorräder braucht. Aber auch die Rückerstattung auf die eigene Kreditkarte funktionierte nach der Reise reibungslos.  



05.06. (Do)

Abreisetag! Für mich zunächst ein normaler Arbeitstag, am frühen Abend wollten wir uns dann bei Ronnie treffen, alles verladen und dann die Nacht durchfahren.
Jochen und André hatten ihre Maschinen vorab auf den Anhänger geschnallt und somit schon ein paar Kilometer abgerissen. So gab es erst einmal ein feines Abendessen und gegen 20:00 Uhr war alles verstaut und es konnte los gehen.


Ich übernahm von hier die erste Fahrschicht und kaum auf der Autobahn gen Norden merkten wir, dass unser Gespann nicht wirklich für Tempo >100 km/h geeignet war. 
Jaja, ich weiß. Schneller darf man eh nicht fahren, wissen wir. Meistens sind wir in der Praxis bisher (mit Jochens Anhänger) so etwa mit Tempomat 110 gefahren. Hier fing die Fuhre aber wie gesagt bei etwa Tacho 102 herum langsam an, etwas zu schlingern. Wir hatten wohl zu wenig Gewicht auf der Deichsel, die Motorräder standen schon recht mittig auf dem Anhänger. Also beließen wir es bei knapp unter 100km/h und überlegten kurz, ob wir die Maschinen ggf. noch etwas umstellen. Wobei sich das zeitlich nicht rechnen würde,  auf einen Parkplatz zu fahren, min. 30min alles umzustellen usw. Somit beschlossen wir, vor der Rückfahrt ein paar Anpassungen vorzunehmen. 


06.06. (Fr)

Wir kamen gut durch die Nacht und erreichten gegen 05:30 Uhr unser Ziel. Da wir um diese Zeit noch niemanden aus dem Bett werfen wollten, luden wir erst einmal unseren Kram ab. Als dann soweit alles fertig war, schauten wir dann rund eine Stunde später vorsichtig beim Wohnhaus vorbei und wurden dort nach der herzlichen Begrüßung schnell mit Kaffee und einem Frühstück empfangen. 
Nachdem wir uns gestärkt hatten, machten wir uns gegen 08:00 Uhr langsam für die Abfahrt bereit. Natürlich schauten wir auch nach dem Wetter und das sollte es zunächst nicht gut mit uns meinen.



Passend zur Abfahrt erfasste uns ein recht großes und auch kräftiges Regengebiet. Das sollte uns auf dem Rest der Reise durch Dänemark erhalten bleiben.  


Da wir zeitig genug ankamen, machten wir in Frederikshaven zunächst noch eine Kaffeepause in der Stadt, testeten dann noch etwas an unseren Intercoms herum und fuhren schließlich zum Hafen. Dort gab es nach dem Einchecken und Warten auf die Einfahrt zur Fähre leider auch keine Unterstellmöglichkeiten (Video). Trocken wurde es dann wirklich erst im Bauch des Schiffes. 


Zum Glück verzog sich der meiste Regen auf der anderen Seite des Kattegat, nachdem wir in Göteborg angelegt hatten. Der Rest der Fahrt zu unserem Tagesziel Örebro war wenig spektakulär, dort angekommen checkten wir im City Hostel 46 ein. Für das Abendessen fanden wir nach einem schönen Ankommbier, welches André mitgebracht hatte, einen Imbiss/Pizzeria in Gehreichweite. Zunächst hatten wir einen Pub angesteuert, der war aber leider komplett gefüllt. Nach der Stärkung ging es auch schon bald in die Falle. Die kommenden Tage stand ja doch überwiegend Kilometer-Schruppen an.

Die an diesem Tag zurückgelegte Strecke:
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07.06. (Sa)

Um kurz vor halb 10 waren wir mit dem Zusammenpacken fertig und machten uns auf den (langen) Weg. Heute sollte es bis zum Hof von Jowi gehen, welcher ein ordentliches Stück nördlich von Stockholm nahe der Küste des Bottnischen Meerbusens liegt.
Nach einer Stunde machten wir zunächnst aber einen Boxenstopp, um unterwegs ein flottes Frühstück einzuwerfen. Der angepeilte Supermarkt entpuppte sich dann aber eher als ein Restposten-Laden. Da es vom Wetter wieder nicht sonderlich gemütlich war, wollten wir aber auch nicht weiter suchen. Immerhin gab es verschiedene Sorten Tubenkäse und Knäckebrot, das reichte zur Stärkung.
Wir kamen bis Uppsala und fuhren ab dort immer nördwärts auf der E4. Bei Gallsätter verließen wir schließlich die Hauptstraße und stoppten dann in Nordingrå, dem einzigen richtige Ort in der näheren Umgebung, an einem Supermarkt. Wir wollten ja nicht mit leeren Händen ankommen und kauften daher einige Bierchen für den Abend ein.


Nach rund 600km Strecke kamen wir schließlich um kurz nach 18 Uhr an, wo der Gastgeber schon auf uns wartete. Wir begrüßten bzw. stellten uns vor und dann gab es erst einmal das Ankommbier. Danach bekamen wir eine ausgiebige Führung über den ganzen Hof mit allen Gebäuden usw. Platz hat man hier!
Am Abend ließ Ronnie es sich nicht nehmen, noch im See, der bis an das Grundstück reicht, ein kleines Bad zu nehmen. Warm war der nicht, bis zum Vormonat war das Gewässer noch vom langen Winter zugefroren. Später kam auch Jowis Frau zurück und dann gab es noch ein schönes gemeinsames Abendessen, bis wir uns schließlich in unsere Betten verzogen.

Die Route des heutigen Tages:
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08.06. (So)

Am Morgen gab es für uns noch ein feines Frühstück, dann verabschiedenten wir uns und es ging wieder gegen halb 10 Uhr los. Das Wetter blieb wenig einladend, immer wieder gab es mal etwas Regen, dann war es auch etwas länger mal trocken, dazu das monotone Kilometerfressen. Unterwegs, bei einem Stopp an einer Tankstelle, kamen wir nebenbei am weltgrößten Käsehobel in der Ortschaft Änäset vorbei. Mit sowas haben wir nun nicht gerechnet. Irgendwann hatten wir etwas im Hinterland den nördlichen Rand der Ostsee erreicht, nun verließen wir die E4 und bogen auf die E10 ab, die direkt weiter nach Norden führt. Nach rund 50km ging es auf die Straße 98 ab und kurz danach auf die 392. Schließlich erreichten wir den Polarkreis auf dieser Nebenstraße. Im Gegensatz zu so manchen großen Polarkreis-Visitor-Centern an den Hauptstrecken gibt es hier nur ein Schild und einen etwas rostigen Globus im leichten Regen zu sehen. Naja.


Weiter ging die Fahrt durch schmuddeliges Wetter bis zu unserem Zielort Pajala am Fluss Torne älv, kurz vor der Grenze zu Finnland. Zunächst fuhren wir, nach einem Tankstopp, zum Campingplatz Pajala Camping Route 99. Als wir dort ankamen, sah alles sehr verwaist aus. Der Campingplatz war anscheinend geöffnet, aber die Rezeption war geschlossen. Ein Anruf von Ronnie bei der dort hinterlegten Nummer offenbarte uns einen relativ lustlosen Besitzer, der auch nicht mehr vorbeikommen wollte, um uns einen Platz anzubieten. So fuhren wir zurück zum Dorf und hielten schließlich mitten im Ortszentrum beim Hotel Smedjan. Auch hier war zunächst niemand anzutreffen. Wir hatten direkt etwas Sorge, überhaupt keine Bleibe mehr für die Nacht zu finden. Weil wirkliche Alternativen gab es bald nicht mehr. Auch hier gab es wieder eine Telefonnummer zum Anrufen, also versuchten wir unser Glück erneut. Dieses Mal zeigte sich der Besitzer auf jeden Fall deutlich williger, er wollte in wenigen Minuten vor Ort sein.


So war es dann auch. Nach einigen Minuten kam jemand, schloss uns und einem weiteren inzwischen angekommenden Gast auf und wir konnten einchecken. Wir bezogen zwei Doppelzimmer und trafen uns danach in der Lobby. Dann gingen wir durch den Ort, um eine Möglichkeit für ein Abendessen auszuloten.
Wir fanden eine Pizzeria, die allerdings kurz vor dem Schließen war. So bestellten wir für uns noch schnell Pizzen zum Mitnehmen und gleichzeitig ging ich mit Ronnie weiter zu einem nahen Supermarkt, damit wir auch noch ein paar Getränke bekommen.
Dankenswerterweise blieb der Regen während dieser Zeit aus, so kamen wir trockenen Fußes wieder zurück ins Hotel, wo wir in der Lobby noch ein paar Bierchen genossen, bevor es dann bald ins Bett ging.

Die Strecke des Tages:
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09.06. (Mo)

Nach dem improvisierten Abendessen des Vorabends genossen wir an diesem Tag erst einmal den Luxus eines Hotelfrühstücks. Danach packten wir unseren Kram zusammen und machten uns wie üblich auf den Weg. Nicht weit vom Hotel entfernt, einige Kilometer Richtung Norden, ging es über den Grenzfluss und schon waren wir in Finnland. Nach wenigen Kilometern tauchten auch die ersten Rentiere auf, die wir abseits der Straße sahen. Wenn so etwas Neues auftaucht, hält man natürlich sofort an und macht seine Fotos. Auch wenn das Motiv eigentlich schon irgendwo halb im Gestrüpp verschwunden ist. Das mit dem Stoppen sollte schnell aufhören, da Rentiere hier oben in Lappland eigentlich überall herumstehen und meistens auch wenig scheu sind.


Je weiter wir vorankamen, desto einsamer wurde es jeden Kilometer. Landschaftlich kam es zu einem häufigen Wechsel zwischen Wäldern und Seen. Weite hügelige Landschaften breiteten sich vor uns aus. Unser Gastspiel in Finnland dauerte nicht sonderlich lang. Schließlich überquerten wir die nächste Grenze und waren in Norwegen. Es dauerte nicht mehr lange, bis wir die ersten, vom Winter verbliebenen Schneefelder sahen. Kaum im Zielland angekommen, hielten wir direkt an der ersten Circle K Tankstelle an und kauften uns dort für umgerechnet etwa 38€ einen Thermobecher samt Jahres-Kaffee-Flatrate (!). Dies war ein Tipp von Erik Peters, der schon öfters in dieser Region unterwegs war und offensichtlich genauso gerne Kaffee trinkt wie wir. Angesichts der normalen Preise für einen Kaffee hat man die Investition in den Flatrate-Becher nach 11-12 Getränken wieder raus. Es sollte sich herausstellen, dass wir in der Kaffee-Kalkulation nach rund 3 Tagen auf der Haben-Seite angekommen waren. Wirklich ein super Tipp!


Schließlich erreichten wir den 1999 eröffneten fast 7km langen Nordkap-Tunnel, der uns auf die Insel Magerøya brachte. Dort besuchten wir noch kurz im einzigen richtigen Ort Honningsvåg (hier legen auch die Kreuzfahrtschiffe an) einen Supermarkt, um uns Verpflegung zu besorgen. Zudem aßen wir hier auch noch etwas auf die Schnelle. Nun war es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel, Nordkapp-Camping. Nach wieder einmal über 600km Strecke quartierten wir uns hier in einer Hütte ein.
Mit der Einsamkeit des ganzen Tages war es hier oben schnell vorbei. Der Campingplatz war gut besucht und direkt auf der anderen Seite des kleinen Sees hinter unserer Hütte am Rande des Platzes breitete sich das Scandic Nordkapp-Hotel aus, auf dessen Parkplatz diverse Fahrzeuge und auch große Busse standen.
Die langen Sommer-Polartage ohne Dunkelheit sind natürlich die Hauptreisezeit für Nordkap-Besucher. Im Laufe des Tages bis nach Mitternacht ist es dort oben entsprechend voll und man kann somit verständlicherweise nicht mit den Fahrzeugen direkt bis zur berühmten Kugel fahren. Auch hier herzlichen Dank an Erik für den Tipp: Die zweite Nachthälfte bis in den frühen Morgen ist besser geeignet, dann ist man relativ alleine dort. Somit gab es noch ein Bierchen und dann ging es in die Falle.

Die gefahrene Strecke an diesem Tag:
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10.06. (Di)

Gegen 03:30 Uhr kletterten wir so langsam wieder aus unseren Betten, machten uns fertig um uns gegen 04:00 Uhr auf den Weg zum Nordkap zu machen. Dort kamen wir dann gegen halb 5 Uhr an und waren, wie gehofft, ganz alleine hier oben. Wir fuhren um das Visitor-Center herum und parkten unsere Motorräder direkt vor der Kugel. Dort machten wir dann natürlich diverse Fotos, jeder für sich und alle zusammen. Nach rund 10min kam ein weiteres Motorrad angerollt. Mit Kennzeichen aus dem heimischen Bielefeld! So hatten wir auf jeden Fall jemanden, der ein Foto von uns allen zusammen machen konnte.
Das Wetter spielte wieder nur bedingt mit, anfangs war es recht nebelig, aber immerhin klarte es später noch etwas auf. Leider war es aber durchgehend zu windig, um ein paar nette Fotos mit der Drohne machen zu können.


Das Nordkap ist übrigens hier gar nicht richtig positioniert. Wie schon beschrieben, liegt es nicht auf dem Festland, sondern auf einer vorgelagerten Insel. Und selbst auf dieser Insel ist es nicht der nördlichste Punkt, das ist die etwas weiter westlich liegenden Landzunge Knivskjelodden.
Die richtige Stelle wäre am Ende der Landzunge Kinnarodden, knapp 70km weiter östlich. Weiter nördlich liegende Inseln gibt es auch noch einige. Das Nordkap ist also nicht mehr als der nördlichste Punkt Europas, der direkt per Straße erreichbar ist.
Nach diversen Fotos verließen wir den Ort dann gegen kurz nach 5 Uhr wieder. Bevor es zurück zur Hütte ging, machten wir noch einen kurzen Abstecher an den kleinen Hafen von Skarsvåg. Dann ging es zum Campingplatz, langsam hatten wir alle Hunger auf ein Frühstück. Wir hatten natürlich unseren Campingkram dabei und so wollten wir uns erst einmal einen schönen Kaffee kochen.
Ronnie schaffte es direkt bei der ersten Nutzung die Knöpfe der beiden Kochplatten zu verwechseln, sodass er die Platte anstellte, auf der er seinen Kunststoffteller gestellt hatte. Statt einer heißen Espressokanne hatte er nach kurzer Zeit ein schönes Loch in seinen Teller gebrannt. 
Nachdem wir schließlich doch Kaffee bekamen und uns gestärkt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Ab jetzt sollte der gemütliche Teil der Reise beginnen.


Es ging zunächst über die E6, wie auch bei der Hinfahrt, zurück bis zur Stadt Alta. Hier kamen wir auf dem Hinweg von der E45, die aus Finnland bis hierher führt. Jetzt ging es aber weiter für uns auf der E6, immer der Küstenlinie weiter Richtung Süden folgend. Als heutiges Ziel wählten wir uns den etwas abgelegenen Platz Sandnes Fjord Camping in der Nähe des Ortes Storslett aus.
Anfangs wussten wir gar nicht so recht, ob dieser Platz geöffnet war. Wir sahen keine Menschenseele und das Gelände wirkte in vielen Bereichen noch wie eine Baustelle. Aber schließlich fanden wir jemanden und wir konnten in der Tat eine der diversen Hütten beziehen. Wir wählten das letzte Haus in einer Reihe, dort konnten wir die Maschinen gut abstellen und hatten zudem einen schönen Ausblick auf den kleinen Fjord. Nebenan stand zudem ein Grill, so war die Frage des Abendessens auch schnell geklärt.


So fuhren wir noch vor dem Auspacken direkt weiter zum nächsten Ort und kauften fürs Abendessen ein. Neben Fleisch gab es eine Tüte mit tiefgefrohrenem Gemüse, dazu natürlich genug Bier für den Abend. Inzwischen hatten wir uns auch an die Light-Versionen hier gewöhnt, die in der Regel etwa 3% Alkoholgehalt haben. Und wenn die Sorte dann auch noch Arctic Beer heißt...
Leider gab es keine Holzkohle und grillen mit zusammengesuchten Holzresten dauerte dann doch etwas länger. Aber wir hatten ja Zeit. Als sich der Abend langsam dem Ende näherte, wollten Ronnie und Jochen noch die Einladung zu einem abendlichen Besuch der Betreiber annehmen. Ich wollte lieber noch duschen und dann in die Koje. Angesichts des dort aufgetischten Wodkas war das vielleicht nicht die schlechteste Idee.

Die Route des heutigen Tages:
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11.06. (Mi)

Am Morgen folgten wieder die üblichen Abläufe: Aufstehen, frisch machen, etwas frühstücken, zusammenpacken und ab auf die Böcke. Wir fuhren nicht weit die Küste entlang und dann begannen so langsam die Zeiten der Fährfahrten. 


In der Ortschaft Olderdalen setzten wir zunächst auf eine lange Halbinsel über. Nach kurzer Fahrt quer durch diese ging es auf eine weitere Fähre und damit auf die nächste Halbinsel.


Von dort machten wir einen kurzen Abstecher zur "Nordlicht-Hauptstadt" Tromsø, die durch den Tromsøysund getrennt hauptsächlich auf der kleinen Insel Tromsøya liegt.


Nach diesem kleinen Abstecher ging es wieder längere Zeit über Straßen auf dem Festland, bis wir schließlich zur kleinen Ortschaft Finnsnes kamen, von der es nur eine kurze Fährfahrt bis nach Silsand und damit auf die Insel Senja war. Hier angekommen fuhren wir nicht mehr weit, wir quartierten uns in einer Hütte auf dem Platz Senja Camping ein, der restlichen Tagsablauf sollte bekannt sein.

An diesem Tag gefahrene Strecke:
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12.06. (Do)

An diesem Tag hatten wir zum ersten Mal einen Zeitplan. Wir wollten die Insel Senja durchqueren und dann bis auf die Lofoten fahren. Zunächst aber kam die Fähre von Gryllefjord nach Andenes auf der Insel Andøya, der nördlichsten Vesterålen-Insel. Diese fährt nur im Sommerhalbjahr zweimal am Tag, um 11 Uhr und um 19 Uhr. Entsprechend wollten wir natürlich die 11-Uhr-Fähre nicht verpassen. Wir packten also zusammen und fuhren zeitig los, weil wir unterwegs auch noch einige Stopps machen wollten, um die schöne Landschaft zu genießen.
Am Gryllefjord angekommen, fuhren wir aber zunächst noch hoch zur alten, inzwischen gesperrten Passstraße, um den Ausblick zu genießen. Unten am Fjord schickte ich zudem vorher noch die Drohne in die Luft.



Senja ist wirklich wunderschön und definitiv einen Besuch wert. Bis wir zum Fährort kamen, war es wirklich sehr einsam. Umso überraschter waren wir dann über die doch ziemlich lange Schlange an Fahrzeugen (überwiegend Wohnmobile). 


Zum Glück heißt es beim Auffahren der Fahrzeuge immer: Motorräder zuerst. So fuhren wir problemlos an der langen Schlange quer durch den Ort vorbei und parkten ganz vorne direkt beim Anleger. Hier machten wir erst einmal ein kleines Päuschen in der Sonne und Ronnie kochte einen Kaffee. Dann kam auch irgendwann die Fähre in den Hafen gefahren. Wir fuhren hinein und suchten uns einen schönen Platz an Deck. Hier kam während der Überfahrt auch immer wieder die Sonner raus, herrlich.


Auf Andøya angekommen kam dann der Nachteil der ersten Einfahrt in die Fähre. Man kommt auch so ziemlich als Letztes wieder heraus. Zum Glück wollten wir aber eh nicht die Hauptstraße 82 der Insel an der Ostküste fahren, sondern die deutlich kleinere und kurvigere Alternative auf der anderen Seite. Dort war dann wieder null Verkehr. Am anderen Ende fuhren wir dann über Andøybrua zur Nachbarinsel Hinnøya, mit über 2200 km³ der größten Insel vor Norwegens Küste (nur Spitzbergen ist noch größer). Wieder zahlreiche grandiose Landschaften. Von hier ging es dann weiter bis zum Trollfjord, hier führt dann die Raftsundet bru auf die "erste" und größte Lofoteninsel Austvågøya.


Immer wieder machten wir unterwegs einen Stopp, um die Landschaft einzufangen. Fotos vom Boden und aus der Luft, zudem auch dieses Video.



Im Süden der Insel fuhren wir schließlich bis nach Skårungen, einem Hotel/Campingplatz/Spa. Was für eine Lage! Und weil das Wetter nun endlich auch einmal gut war, baute Ronnie sein kleines Zelt neben unserer Hütte auf. Wir hatten unser kleines Holzhaus oberhalb der (Bade-)Bucht, in die Ronnie natürlich auch noch reinspringen musste. Einmal ein Open-Air-Bad im Polarkreis musste wohl sein. Danach konnten wir eine Küche samt Sitzmöglichkeiten nebenan für unser Abendessen nutzen. Meine Güte, war das schön hier. Und das Wetter spielte nun auch den ganzen Tag mit, herrlich!

Die Strecke des Tages:
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13.06. (Fr)

Auch an diesem Morgen wurden wir von verhältnismäßig gutem Wetter begrüßt, also primär war es erst einmal trocken, ab und zu blickte auch die Sonne durch. Wir machten uns also nach dem Frühstück wieder auf den Weg und sollten heute diverse Highlights der Lofoten sehen. Leider hielt das Wetter dann doch nicht, aber insgesamt war es noch OK.
Unser erstes Ziel war die auf mehreren kleinen Inseln gelegene Stadt Henningsvær, sehr bekannt für die Brücken, die auf die einzelnen Inseln führen, auf die sich der Ort verteilt. Zunächst stoppten wir aber auf einem Parkplatz vor der ersten Brücke, ich wollte die Sache doch vorher einmal aus der Luft betrachten.


Dann fuhren wir einmal quer durch das Dörfchen bis zum Ende des Hafens. Leider habe ich nicht daran gedacht, dass am hinteren Ende des Ortes ein Sportplatz auf einer kleinen Insel liegt, ein bekanntes Fotomotiv, gerade auch aus der Luft aufgenommen.
Weiter ging es durch fantastische Landschaften. Immer wieder bogen wir von der Straße ab und sahen einsame, weiße Strände mit türkisblauem Wasser, die mehr nach Karibik aussahen als nach Norwegen. Immer wieder sprangen wir via Brücken von einer Insel zur nächsten. Schließlich kamen wir auf unserem Weg auf die Insel Moskenesøy an der Stadt Reine vorbei, mit grandiosen Aussichten auf und aus dem Ort heraus mit den Bergen im Hinterland. Hier machten wir gleich zwei Stopps.


Bald darauf ging es weiter zur Fähre nach Moskenes (so auch der Name der Kommune), die uns wieder aufs Festland nach Bodø zurückbringen sollte. Die Fähre kam um kurz nach 14 Uhr an und um kurz vor 15 Uhr stachen wir in See.
Etwa 3,5h später hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen. Als Tagesziel peilten wir einen Campingplatz direkt am Saltstraumen an, dem weltweit stärksten Gezeitenstrom.
Vorher versorgten wir uns aber in Bodø noch mit neuen Lebensmitteln. Den Jungs war nach Fisch, womit ich nicht viel anfangen kann. Immerhin ließ ich mich auf Lachs ein.
Direkt bei unserer Ankunft öffente dann der Himmel seine Schleusen. Wir hatten wieder eine der üblichen Hütten, dieses Mal mit kleiner Veranda und direkt gegenüber einer überdachten Sitzgruppe. Die sollten wir dann später auch zum Essen in Beschlag nehmen. Nachdem der Ankommschauer vorbei war, gingen die anderen noch runter zum Wasser, ich schaute mir die Sache per Drohne aus der Luft an.


Dabei ist auch noch dieses kleine Filmchen entstanden.


Danach versuchten wir es uns so gut wie möglich ein wenig gemütlich zu machen und kochten etwas später unser Abendessen. Beim Wetter blieb es recht grau, es war bedeckt und kühl, immer wieder regnete es ein bisschen. Nach wie vor warteten wir (abgesehen von Ronnie) auf unsere Zeltübernachtung.

Die Route vom heutigen Tag:
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14.06. (Sa)

Vor uns lag ein wettertechnisch ziemlich trister Tag. Es war durchgängig tief bedeckt, immer wieder regnete es und zudem fuhren wir durch sehr einsame Gegenden, immer wieder unterbrochen von Fährfahrten, mal recht kurz, mal etwas länger.


Landschaftlich war natürlich auch dieser Tag ein tolles Erlebnis. Allerdings weiß man das manchmal nicht so recht zu würdigen, wenn einem ständig Regentropfen ans Visier prasseln. Kurz vor dem Ende der Tagesetappe fuhren wir noch über die beeindruckende Helgelandsbrua, die uns auf die Insel Alsten führte. Besonders markant sind hier die Gebirgskette der Sieben Schwestern im Osten der Insel, während die westliche Seite aus einer flachen Ebene besteht. 


Hier in Sandnessjøen, dem Hauptort der Insel (direkt nach der Brücke), kauften wir zunächst Verpflegung ein und fuhren dann weiter zum Sandnessjøen Camping, der direkt hinter einem kleinen Regionalflugplatz liegt. Hier war es ganz nett, ein kleiner, zwischen Sträuchern verwinkelter Platz mit einigen Hütten, einer richtigen Küche und feiner Sitzgruppe. Zudem blieb es nun auch trocken.

An diesem Tag zurückgelegte Strecke:
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15.06. (So)

Ein neuer Tag, eine neue Wetterüberraschung. Zunächst einmal blieb es trocken, das war ja schon fein. Es klarte mit zunehmendem Weg sogar immer weiter auf. Und vor allem: Es wurde zwischendurch richtig warm! Das erste mal seit einigen Tagen sollten wir uns unterwegs wieder etwas mehr von der Küste entfernen und schon schossen die Temperaturen richtig nach oben.


Auch fahrtechnisch bot dieser Tag deutlich mehr, so dass man die Fortbewegung per Motorrad anhand der vielen Kurven mehr genießen konnte. So kamen wir gut voran und legten eine ganz ordentliche Strecke zurück. Als Ziel wählten wir schließlich Levanger Camping, am Ende der gleichnamigen Stadt, aus. Wegen der nun für uns überraschenden Hitze wollten wir erst zum Platz, um die nun deutlich zu warmen Klamotten auszuziehen. Erst danach fuhren 2 von uns zurück in die Stadt zum Einkaufen für den Abend. Was für ein Kontrast zum Vorabend.

Route des Tages:
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16.06. (Mo)

Direkt am Morgen empfing uns heute wieder Regen und die Aussichten sahen auch keine zeitnahe Abkehr des nassen Wetters vor. Also packten wir zusammen, fuhren vom Platz zur Hauptstraße hoch und genehmigten uns an der dortigen Tankstelle erst einmal ein flottes Frühstück. Dann ging es weiter durch den Regen.


Im Laufe des Tages trocknete es zumindest langsam ab, es blieb aber durchgängig bedeckt. Auch bei der Fahrt über die berühmte Atlantikstraße wurde es nicht wirklich besser. Hier hatten wir auch 2018 schon schlechtes Wetter, damals eine absolute Ausnahme. Schade, ich hätte die Straße gerne einmal mit der Drohne aufgennommen, aber dazu war es leider zu stürmisch. Ich wollte nicht schon wieder (wie in Kroatien im Vorjahr) ein Fluggerät wegen Windes ans Meer verlieren. 


Von hier fuhren wir bald wieder ein Stück landeinwärts, bis wir uns ein Quartier suchen wollten. Vorher wurde natürlich noch in einem Supermarkt eingekauft. Schließlich landeten wir auf dem Campingplatz Gammelsetra


Kaum hatten wir uns eingerichtet, klarte es sogar stellenweise etwas auf, zumindest konnten wir am Abend sogar hin und wieder die Sonne sehen.



Die Strecke von diesem Tag:
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17.06. (Di)

Auch dieser Tag versprach wieder Regen, aber das kannten wir ja nun schon zur Genüge. Immerhin war es morgens zunächst nicht so nass wie befürchtet. Die tief hängenden Wolken bilden aber zumindest einen schön dramatischen Rahmen für die Fotos. 


Es folgte ein Besuch am berühmten Trollstigen. Die Wieder-Eröffnung stand leider erst für den nächsten Monat an, aber einen Blick auf die Felswände wollten wir uns trotzdem gönnen. 


Zum Glück war es beim Besuch gerade trocken, so konnte die Drohne diese Straße noch etwas besser einfangen, als es vom Boden aus möglich ist. Von der Sackgasse ging es zurück zur Hauptstraße und weiter auf unserer Route. Inzwischen war allerdings bei mir die Reservelampe für den Tank angesprungen, wir fuhren aber erst einmal normal weiter. Im Navi werden kommende Tankstellen auf der Route am Rand angezeigt, diese "Vorschau" zeigt meistens die nächsten etwa 50km an. Aber auch nach rund 20km Fahrt erschien noch keine Tankstelle auf dem Display. 



So drohte uns der Sprit womöglich auszugehen. Wir stoppten daher bald, um mal die Gegend auf dem Smartphone nach Tankstellen abzusuchen. Bis zur nächsten sollten es dann noch rund 70km sein. Das war definitiv zu viel und so entschlossen wir uns dann doch zur Umkehr. Es ging zurück bis Åndalsnes, hier hatten wir beim ersten Vorbeikommen schon eine Tankstelle gesichtet. Nachdem unsere Tanks wieder befüllt waren ging es weiter, nun zunächst an der Küste entlang, bis wir an den Storfjord kamen. Diesem folgten wir bis zur Fähre, die uns nach Eidsdal übersetzen sollte. Ganz viel weiter wollten wir auch nicht mehr fahren, so kauften wir hier im Ort direkt im Supermarkt nahe des Fähranlegers ein und fuhren dann noch wenige Kilometer bis zum nächsten Campingplatz. Kleiner Platz mit ein paar Hütten und wenig los. Wir machten es uns gemütlich.

Am heutigen Tag sind wir diese Strecke gefahren:
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18.06. (Mi)

Am Morgen war es zwar bedeckt, aber immerhin trocken. So frühstückten wir bald, packten zusammen und machten uns erneut auf den Weg. Von hier war es nicht weit bis zum Geirangerfjord und seinem spektakulären Ausblick von der sogenannten Adlerstraße.
Bis zum Aussichtpunkt Ørnesvingen ist die Straße nur ein recht schmales Apshaltband über die Hochebene, ab dem Parkplatz sieht die Sache dann ganz anders aus. Der Fjord samt seinem Ort Geiranger ist ja das Ziel schlechthin für Kreuzfahrtschiffe und die oft mehrere tausend Gäste wollen ja auch größtenteils die Aussicht genießen, entsprechend viele Busse verkehren zwischen hier oben, dem Ort und dem Aussichtpunkt Dalsnibba auf der anderen Seite vom Fjord. 


Immer wieder beeindruckend, wie es hier schlagartig von "einsam" zur vollkommen überlaufenden "Kirmes" wechselt. Wir hatten Glück, es lag nur eins der großen Pötte vor Anker in Geiranger, trubelig genug war es aber natürlich trotzdem. Nach der Aussicht ging es über die recht volle Straße in den Ort runter und auf der anderen Seite dann wieder hoch in die Berge. 


Hier stand, wie 2018 auch, wieder ein Besuch am Aussichtpunkt Dalsnibba an. Damals noch ohne Mautstelle und bei Sonnenschein und blauem Himmel. Dieses Mal mussten wir bezahlen und fuhren dafür dann in leichten Schneefall hinein. Das die Aussicht natürlich nur bedingt tauglich war, überraschte uns jetzt nicht. Aber für diverse Fotos reicht es ja immer.


Danach ging es in einem großen Bogen weiter, fahrtechnisch war es extrem abwechslungsreich. Schließlich führte uns die Strecke bis ganz ans Ende des Sognefjord nach Skjolden am Lustrafjord. Hier landeten wir dann auf dem schon etwas heruntergekommenen Platz von Bolstad Camping. Übrigens der einzige Camping, auf dem der Besitzer Bargeld haben wollte. Das hatten wir aber gar nicht und mussten es erst einmal besorgen. Er würde auch Euro nehmen, hatte da aber einen suspekten Umrechnungskurs vor Augen. Der Umrechnungsfaktor passte in etwa, aber die Richtung war falsch, er wollte mehrere hundert € haben. Egal, wir wollten im Ort vom Einkaufen dann halt die passende Anzahl Kronen mitbringen.  


Das sollte sich aber als gar nicht so einfach herausstellen. Im Supermarkt fragten wir nach einem Geldautomaten, hier im Ort gab es sowas aber gar nicht mehr. Besser noch, bis zum (mutmaßlich) nächsten sollten es rund 70km sein. Nun denn, dann gibt es halt doch Euro.
Nach dem Einkauf gingen wir noch runter zum Fjord, wo gerade die dort liegende AIDA Diva mit dem Auslaufen beschäftigt war. Das Spektakel schauten wir uns bei einem schönen Bierchen dann noch an. Danach ging es zurück zum Platz, nun schickte ich die Drohne noch in die Luft.
 


Später kochten wir uns das Abendessen und ließen den Tag langsam ausklingen.

Route des Tages:
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19.06. (Do)

Morgens gab es zunächst ein Frühstück und dann packten wir wie üblich zusammen. Den Platzbesitzer fanden wir nicht, also rechneten wir den Preis für unsere Hütte (korrekt) in € um und warfen den aufgerundeten Betrag in die Box an der Rezeption. Dann machten wir uns wieder auf den Weg. Der heutige Tag sollte uns viel über einsame Wege im Landesinneren führen, direkt nach dem Start ging es hoch zum Tindevegen.


Dann kamen wir an Borgund vorbei, der Ort ist bekannt für seine Stabkirche. Normalerweise kann man die auch besichtigen, allerdings nicht, wenn gerade eine Beerdigung auf dem Friedhof rings um die alte Holzkirche herum stattfindet. So blieb nur der Blick vom Parkplatz, schade.


Weiter ging es, bald führte die Strecke hoch zum Snøvegen, der seinen Namen in diesem Jahr absolut verdient. Da diese Straße über den langen Winter hier oben nicht wirklich gut passierbar ist, wurde die gesamte Hochebene untertunnelt. Der Lærdalstunnel ist mit über 24km seit dem Jahr 2000 und bis heute der längste Straßentunnel der Welt. Am südlichen Ende kommt man dann hinunter zum Aurlandsfjord


Im Jahre 2006 wurde an der Straße hinunter zum Fjord der Aussichtspunkt Stegastein eröffnet. Von hier hat man einen ähnlich spektakulären Ausblick wie oberhalb von Geiranger, wo wir ja schon waren. Inzwischen ist allerdings auch der Besucherandrang oft ähnlich hoch. 
Der weitere Weg führte uns als nächstes am Tvindefossen vorbei, an dem wir natürlich auch einen kleinen Stopp einlegten. Schließlich näherten wir uns dann bald dem Hardangerfjord. Hier treffen (mal wieder) sehr steile Felsen direkt auf tiefes Wasser und Wege in mehrere Richtungen, so haben sich die Norweger was besonderes einfallen lassen: Kreisverkehre in Tunneln.


Als wir 2018 hier das erste Mal vorbei kamen, war ich so baff, dass ich einfach vergessen hatte, davon Fotos zu machen. Das sollte mir nun nicht passieren.



Die südliche Ausfahrt führt dann nach einer Kurve direkt aus der Felswand hinaus auf die beeindruckende Hardangerbrua. Normalerweise stehen bei so einer langen Hängebrücke die Stützpfeiler irgendwo im Wasser, da der Fjord aber hier immer noch bis zu 500m (!) tief ist, sind die gut 200m hohen Pfeiler direkt nahe der Felswand an Land gebaut worden.


Auf der anderen Seite des Fjords wiederholt sich das Schauspiel: Von der Brücke geht es direkt wieder in die Felswand und bald darauf kommt man zum nächsten Kreisverkehr im Berg. Einfach irre!
Nun folgten wir dem direkt gen Süden verlaufenden Sørfjord bis zum Ende bei der Stadt Odda. Hier wollten wir zum Campingplatz Trolltunga, der aber leider ausgebucht war.
Weiter südlich gab es noch weitere Plätze, aber keine Orte mehr, also kauften wir vor der Weiterfahrt noch hier in Odda ein. Danach fuhren wir weiter bis zum Campingplatz Hildal. Dieser liegt nahe der Straße und des Flusses Grønsdalslona in Sichtweite des Vidfossen. Auch dieser Platz war recht gut besucht und alle Hütten schon vergeben. Aber da das Wetter passte und hier zudem eine schöne Wiese vorhanden war, entschlossen wir uns endlich einmal, die Zelte auszupacken und zu campen.


Naja, es hätte alles so schön sein können. Aber kaum hatten wir die Zelte aufgestellt und es uns an der nahen Sitzgruppe gemütlich gemacht, bekamen wir Besuch von zahlreichen Mücken, die uns vorher nicht so aufgefallen waren. Diese fiesen Viecher sollten uns den ganzen Abend noch “Freude” bereiten. Solange man sich bewegte, war man einigermaßen sicher. Also schauten wir uns ausgiebig auf dem Platz um und besuchten auch den nahen Wasserfall. Immerhin hatten wir Zugriff auf eine Küche in einem separaten Haus, sodass wir während des Kochens und Essens zumindest vor diesen Blutsaugern sicher waren. Während die anderen danach noch dick vermummt an der Sitzgruppe saßen, zog es mich alsbald genervt ins Zelt.

An diesem Tag gefahrene Strecke:
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20.06. (Fr)

Morgens wurden wir vom wunderbaren Sonnenschein geweckt. Schnell waren wir alle aufgestanden und nach dem Frischmachen bereiteten wir das Frühstück an unserer Sitzgruppe vor. Leider waren die Mücken auch schnell wieder da. Frühstück gab es für mich daher umherwandernd. Nach der Stärkung und einem schönen frisch gekochten Kaffee waren die Zelte auch bald abgetrocknet und wir konnten zusammenpacken. Die Mücken versuchten natürlich weiter an Blut zu kommen, aber in den Motorradklamotten war man vor ihnen zumindest einigermaßen sicher, auch wenn es nach wie vor nervig war. Nachdem wir alles verstaut hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Bis zu unserem ersten Stopp war der Weg nicht weit, nach wenigen Kilometern kamen wir schon am Låtefossen vorbei.


Im Video wirkt sowas aber natürlich noch etwas besser.



Ein richtiger Genusstag lag vor uns. Wieder schöne Strecken durch grandiose Landschaften, dazu all das zum ersten Mal bei fast durchgängig blauem Himmel und vor allem Trockenheit. Langsam näherten wir uns im Laufe des Tages wieder der Küste und fuhren an zahlreichen Fjorden vorbei, immer wieder gab es auch kurze Fährfahrten unterwegs. An diesem Tag wollten wir mit einer Fähre eine rund dreistündige Fahrt durch den Lysefjord machen.
Das hatten wir 2018 schon vor, waren damals allerdings nicht vorbereitet und kamen zu spät für die letzte Fähre am Fjordende an. Dieses Mal hatte ich mich besser informiert und auch schon am Vortag Tickets gebucht. Wir mussten nur rechtzeitig am Anleger von Forsand ankommen, das haben wir hinbekommen. Die Fähre fuhr zunächst in die falsche Richtung, es ging erst rüber auf die andere Seite nach Lauvvik. Danach ging es aber in den "richtigen" Fjord. 


Auf der Fahrt gibt es neben der Schönheit der Natur noch einige Sachen zu bestaunen. Zunächst führt die Fahrt unter der mächtigen Lysefjordbrücke hindurch, die man auch vom Wasser aus wunderbar bestaunen kann. Danach fährt man am Preikestolen vorbei. Diese über 600 Meter hoch gelegene Plattform ist sehr bekannt für ihren spektakulären Ausblick und wird gerne von Wanderern besucht.
Danach kommt man an der Siedlung Flørli vorbei, an der unten am Fjord ein Elektrizitätswerk liegt und Rohre zu einem hoch oben liegendem See führen. Daneben führt eine Treppe mit sagenhaften 4444 Stufen entlang, die man begehen kann, wenn man denn möchte. Etwa 5 Kilometer vor dem Ende des Fjords steht die höchste Felswand, die Kjerag. Die Wand hat eine Höhe von 1084 Metern und oben ist ein markanter großer Stein, der Kjeragkeil, zwischen zwei Felswänden eingeklemmt, der auch gerne als Fotospot genutzt wird. 


Das Ende der Fahrt ist dann im Ort Lysebotn. Hier folgte dem Vorteil des ersten Verladens mit dem Motorrad der Nachteil, als letztes wieder vom Schiff zu kommen. Kurz hinter dem Ort geht es eine spektakuläre Straße die Felswand hinauf. Hier steckten wir entspechend im dichten Verkehr fest, eine endlos wirkende Fahrzeugschlange windete sich die Straße hoch. Auch Überholen ist hier oft kaum bis gar nicht möglich.


Oben angekommen gibt es einen großen Parkplatz und auch ein Restaurant. Hier machten wir einen Stopp und ich ließ die Drohne die ganze Szenerie noch einmal einfangen. Erst aus der Luft ist dieser irre Weg richtig zu erkennen.


Neben den zahlreichen Fotos entstand dabei auch noch dieses kleine Filmchen.



Dann ging es schließlich weiter zum letzten Nachtquartier in Norwegen, welches wir schließlich (nach einem finalen Einkauf) in Haugen Hytteutleie og Camping fanden. Auch hier gab es wieder Mücken, aber wir konnten uns recht gut in unserer Hütte verstecken. Zudem gab es wieder eine große Küche mit Sitzgelegenheit, so konnten wir den Abend doch genießen. Schließlich half gegen die fiesen Biester noch ein kleines Lagerfeuer in einer Feuerschale.

Die Route von diesem Tag:
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21.06. (Sa)

Schon war unser Abreisetag gekommen! Wir hatten zunächst noch gut 180km Strecke bis zur Fähre nach Kristiansand zu fahren, daher machten wir uns nach dem Frühstück bald fertig und waren schon gegen 08:30 Uhr wieder unterwegs. Wir kamen ohne Probleme und auch noch bei gutem Wetter durch und waren zeitig genug am Hafen. Gegen 14 Uhr waren unsere Maschinen im Bauch des Schiffes vertäut und bald danach ging es los. Wir genossen eine angenehme Überfahrt im Sonnenschein auf dem windgeschützten Oberdeck.


Knapp 4h später legten wir dann in Hirtshals an und machten uns auf die letzte Etappe. Gegen 20:45 Uhr kamen wir dann wieder am Hof von Marlene und Michael an. Wir tauschten uns noch kurz aus, optimierten wegen der Gewichtsverteilung den Anhänger noch etwas, verluden dann bald und machten uns auf die nächtliche Heimfahrt. Nun lag das Gespann auch stabiler auf der Straße und wir konnten etwas schneller fahren, ohne das es wieder ein Schlingern gab. 

Die letzte Tagesetappe:
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22.06. (So)

Die Fahrt lief ohne besondere Zwischenfälle und so kamen wir morgens gegen 05:30 Uhr wieder bei Ronnie daheim an. Es folgte das Ab- und Umladen der Motorräder, dann verabschiedeten wir uns voneinander und machten uns (bis auf Ronnie) wieder auf den Weg. 
Jochen und André hatten noch rund 2,5h Weg vor sich, ich nur noch rund 20min auf dem Motorrad. Gegen 06:30 Uhr stellte ich die Tracer vor der eigenen Wohnung ab. Einmal zum Nordkap und zurück war beendet. Am folgenden Tag kam die Yamaha dann noch in die Waschbox, um den Dreck der Tour abzuspülen. Das war auch nötig.


Und zwei neue Aufkleber kamen kurz darauf auch noch an den Koffer. Hallo Flaggen von Schweden und Finnland!  


Hier noch die Gesamtkarte der Tour:



Was bleibt?


Wieder eine tolle Tour mit wunderbaren Mitfahrern. Mit Jochen und Ronnie war ich ja schon öfters unterwegs, mit André bisher noch nicht. Es sollte nicht das letzte Mal bleiben, soviel kann ich schon verraten. Wir verstanden uns alle prima und auf der Tour hat auch soweit alles gut funktioniert.
Insgesamt habe ich auf dieser Tour (laut Tacho) 6423km zurückgelegt. Ich glaube, damit war diese Runde meine bisher längste Tour.
Wetter ist halt so eine Sache, gerade wenn man nach Skandinavien fährt. Manchmal hat man Glück (wie wir 2018), machmal etwas mehr Pech (wie bei dieser Tour). Die Klamotten haben aber bestens gehalten, so gab es keine weiteren Nässeprobleme.
Auch bei überwiegend schlechtem Wetter ist die Landschaft dort oben einfach phantastisch! Neben den beeindruckenden Fjorden im Süden des Landes haben uns besonders die Insel Senja, die Vesterålen und die Lofoten gefallen. Das Nordkap selber ist sicher auch einen Besuch wert, aber die Fahrt zieht sich schon enorm bis ganz dort oben hinauf. Ich denke nicht, dass ich unbedingt noch einmal dort hoch muss. Dieses Ziel ist nun aber zumindest abgehakt. Bei den angesprochenen Inseln sieht das sicher anders aus, vielleicht besuche ich die noch einmal im Sommer mit der Familie, wer weiß.
Was sich auf dieser Tour definitiv gerechnet hat, waren die Autopass-Registrierung samt Voraufladung des Kontos und die Kaffeepötte von Circle K. Gerade im Norden des Landes ist gefühlt jede 2. Tankstelle eine von dieser Kette, weiter im Süden ist das Bild diverser, aber auch hier gibt es genug davon. Wer also gerne Kaffee trinkt - das mit dem Becher lohnt sich! 

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