Dienstag, 12. Oktober 2010

Urlaub - Schweden 10/2010

Nach dem Urlaub im Süden (Kos) Ende August sollte es auch noch einmal in den Norden gehen. Jessica wollte unbedingt noch einmal nach Schweden, um ihre alte Freundin Dani in Göteborg zu besuchen.
Erst gab es verschiedene Pläne, dass sie allein dorthin fährt (mit dem Flieger über ein Wochenende), aber so richtig bot sich da nichts an. Weder die Preise waren sonderlich attraktiv, noch die dazugehören Abflugorte (Hahn im Hunsrück - Ich verstehe bis heute nicht, wie der Airport mit "Frankfurt-Hahn" werben kann!). Somit sah alles eher nach einer Reise per Auto an, wodurch aus dem Einzel- wieder ein Familienurlaub wurde!
Ein Termin wurde schnell gefunden, Urlaub bekam ich auch noch und so stand nur noch die Frage der Route im Raum. Zunächst schauten wir uns einige Fähren an, aber gerade die großen Überfahrten (z.B. Kiel-Göteborg) sind einfach nur unverschämt teuer! Für die Preise kann man ja quer durch's Mittelmeer fahren...
Am interessantesten war da noch die sogenannte Vogelfluglinie mit 2 eher kurzen Fährverbindungen, einmal von Puttgarden (auf Fehmarn) nach Rødby in Dänemark und dann noch von Helsingør (DK) nach Helsingborg (SWE).
Für diese Route gibt es das Schwedenticket, in dem beide Fährverbindungen zusammengefasst sind, zudem sind dabei die Abfahrzeiten auch flexibel. Nur für das erste Teilstück sollte man eine (vor Ort umbuchbare) Abfahrtzeit auswählen.
Dieses Ticket kostete in unserem Fall Retour rund 180€. Auf der Alternativroute über die beiden großen Brücken würden insgesamt rund 120€ Maut anfallen, dazu der Umweg mit den mehr zu fahrenden Kilometern, das bringt dann kaum noch einen finaziellen Vorteil.
Ein weiterer großer Vorteil auf unserer Route sind die durch Fähren bedingten Fahrpausen, so dass Levi auch jedes mal aus seinem MaxiCosi heraus konnte.
Aus unserem Keller suchten wir noch unseren ungenutzen Schnaps- und Likörvorräte zusammen, solche Mitbringsel sind in skandinavischen Ländern ja immer gerne gesehen und wir hatten eh mehr davon, als wir wohl irgendwann mal trinken werden. Der Linus fand wieder Unterkunft bei meinen Eltern/meiner Schwester, das hatte beim Kos-Urlaub wunderbar funktioniert.
Somit war alles geklärt es konnte losgehen! :-)

Hier die Diashow der Schweden-Fotos oder wahlweise alle Bilder im Album:



Freitag, der 01.10.2010

Wir fuhren bei ziemlich bescheidenem Wetter fast pünktlich los und kamen auch gut durch (was man ja auf so einer Strecke nie wirklich wissen kann). Zwischen Hamburg und Lübeck riss dann auch der Himmel immer mehr auf und in Puttgarden am Fährterminal angekommen schien sogar die Sonne von einem blauen Himmel. Hallo Urlaubsfeeling!
Unsere angepeilte Fähre (12:15 Uhr) verpassten wir trotzdem, aber das Umbuchen war in der Tat sehr einfach: Am Schalter bekamen wir einen Fahrschein für alle weiteren Verbindungen und wurden direkt auf die nächste Fähre gesetzt. In der Nebensaison scheint das gar kein Thema zu sein, da hat jedes Schiffchen noch einen Platz frei.
Aussteigen und die Überfahrt an Deck (bzw. hinter dem Glas) zu genießen hat auf jeden Fall deutlich mehr Urlaubsflair als im Auto stumpf durch die Gegend zu fahren.
Die erste Überfahrt war nach rund 45 Minuten beendet und weiter ging es etwa 200km auf dänischen Straßen. Bisher bin ich in Dänemark immer nur die Verlängerung der A7 (Flensburg Richtung Norden) mit kaum bis wenig Verkehr gefahren, unseren jetztige Route sah da schon anders aus. Gerade rund um Kopenhagen standen wir doch häufiger mal bzw. ging es nur im Stop-and-Go weiter. Mal ganz neue Ansichten von dänischen Autobahnen...
Die zweite Fährverbindung stand dann an und der Check-In mit unserem neuen Fahrschein funktionierte auch an einem der Automaten. Das sieht dann in etwas aus wie das Verlassen eines Parkhauses. Karte in den Schlitz, dann kommt die Meldung welche Fähre und Verladespur, Schranke auf und rauf auf's Schiff, fertig! Hat etwas von Busfahren.
Diese Überfahrt dauerte nur rund 20-25 Minuten, so dass das aussteigen kaum lohnt. Aber die Aussichten zwischen den beiden Städten am Øresund lockte uns dann doch an Deck.
In Schweden angekommen ging es wieder auf die Autobahn für die letzten rund 200km bis Göteborg. Überwiegend geradeaus durch flache Landschaften, teilweise am Meer entlang. Für mich überraschend war die Tatsache, dass es kurz vor Göteborg deutlich hügellieger wurde. Diese Hügel bestehen überwiegens aus Felsen, die durch die letzte Eiszeit mit ihren Gletschern rundlich abgeschliffen waren. Diese Felsen prägen das ganze Umland von Göteborg und trennen teilweise die Vororte voneinander ab.
Am Abend kamen wir dann nach einem Stau auf der Stadtautobahn endlich bei Dani und Salen in Bergsjön, einem Vorort im Nordosten der Stadt, an. Nach der Begrüßung und dem Auspacken unserer Sachen ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Die beiden hatten ein Kinder-Gästebett besorgt, so dass wir unseres zu Hause lassen konnten. Zudem durften wir im Schlafzimmer nächtigen. :-)
Wie wir abends beim zu Bett gehen schon feststellten, war es im Schlafzimmer recht frisch. Die Heizung funktionierte da irgendwie (noch?) nicht. Sollte uns aber nicht weiter stören, im Bett war es ja trotzdem warm.


Samstag, 02.10.2010

Am nächsten morgen war der kleine Levi allerdings doch recht ausgekühlt, die Hände waren sogar eiskalt... der Arme! Ihn selbst schien das weniger zu stören, zumindest hat er keine Unmutsbekundung von sich gegeben.
Nach der ersten Fütterung haben wir ihn dann wie immer mit ins Bett genommen und erst einmal "aufgetaut".
An diesem Tage musste da auf jeden Fall Abhilfe geschaffen werden!
Somit ging es nach dem Frühstück auch gleich zu einem der beiden örtlichen IKEA, das stand ja eh auf Jessica's To-Do-Liste. Die Besorgungsliste wurde somit noch durch ein Schaffell und Handschuhe erweitert.
Das erste von IKEA, das zweite aus einem der Einkaufszentren von denen es hier wohl genug gibt. Somit sollte das nächtliche Frösteln auch Geschichte sein.
Der Weg zum Möbelhaus verlief nördlich um Göteborg herum durch den Vorort Angered, von dem man wieder zwischen großen Felsen hindurch auf einer Brücke hoch über den Göta älv herauskommt. Auch das war beeindruckend, weil ich - wie anfangs erwähnt - Göteborg eigentlich im Flachland erwartet hätte.


Sonntag, 03.10.2010

An diesem Sonntag ging es endlich mal ein bisschen in die City. Sehr praktisch dafür ist die Tatsache, dass nur rund 200m von der Wohnung direkt eine Tram fährt. Solche Sachen wie Handy-Ticket gibt es natürlich auch schon längst in Schweden. Wir fuhren also los und besuchten natürlich (!) erst einmal die Nordstan-Mall und bummelten etwas durch die Gänge. Danach ging es noch in ein nettes Café und auf dem Rückweg machten wir unterwegs noch einen Stopp bei einem Supermarkt.
Was hier, wie auch schon am Vortag auffiel: In Schweden gibt es mehr kleine Kinder! Überall werden Kinderwagen in der Gegend herum geschoben, in jedem Café usw. gibt es wie selbstverständlich Kindersitze und natürlich wird überall und gerne ein Gläschen mit Essen warm gemacht. Auch sind überall Wickelmöglichkeiten selbstverständlich, in den Malls gibt es die auch nicht in einer mehr oder minder freien Ecke des (Damen-)Klos, sondern als eigenen Raum mit allem, was man dort so benötigt.
Im Bielefelder IKEA habe ich Levi mal auf dem Herrenklo (dort gibt es zumindest einen Wickeltisch!) versorgt, als ein Mann reinkam, mich verstört anschaute und dann noch einmal außen auf das Schild schaute, ob er nicht versehentlich auf die Damen-Toilette gelaufen war. So etwas wäre in Schweden wohl gar nicht denkbar. Überall haben junge Familien ihre Kleinkinder dabei und ebenso selbstverständlich werden die auch von den Vätern gewickelt, gefüttert usw.
Das sollte bei uns auch so sein, aber irgendwie ist es das anscheinend nicht. Das merkten wir aber auch erst in Schweden, eben weil es uns so auffiel. Alles ist einfach mehr auf Kinder eingestellt. In den Shopping-Malls gibt es neben den gut ausgestatteten Sanitärbereichen auch überall in den Hauptgängen kleine "Spielinseln" für die Kleinen, die natürlich (in Schweden nicht anders als bei uns) wenig Lust haben nur von einem Geschäft ins nächste zu laufen. Entsprechend kann sich der Nachwuchs in diesen Bereichen austoben, so bleibt auch dort die Laune bestens. Ebenso fiel uns auf, dass bei den Vororten (die häufig aus einer Ringstraße mit Einfahrstraßen bestehen) überall an am Anfang KiTas zu sehen waren. Und eben diese Satelliten-Vororte sind nicht gerade das, was man als gehobene Wohnlage bezeichnen kann! Meist bestehen diese aus großen Wohnblocks, daneben Parkäusern, ein Einkaufszentrum und der Tramanschluss in die City. Tja... und halt KiTas. Somit bringt man die Kleinen morgens in die Tagesstätte um danach mit der Tram oder Auto zur Arbeit zu fahren. Kein wildes durch die halbe Stadt fahren, bis man den eigenen Kindergarten erreicht hat (wenn man denn überhaupt eine Platz abbekommen hat).
Da haben wir hier in Deutschland wirklich noch viel zu lernen....


Montag, der 04.10.2010

An diesem Tag fuhren wir zuerst zum 2. IKEA in der Nähe (südlich von Göteborg) und danach noch in ein "benachbartes" Einkaufszentrum in Partille. Also mehr oder minder das fast übliche Tagesprogramm. ;-)
Wir schlenderten durch die zahlreichen Shops und schauten uns entsprechend viele Dinge an, groß eingekauft wurde nicht, denn am nächsten Tag sollte es ja noch zum größten Warenhaus Skandinaviens gehen!
Bis Partille sind es von der Wohnung nur wenige Fahrminuten mit dem Wagen und Parkplätze gibt es auch genug und dazu kostenlos. Das Tages-Highlight setzte Levi, als ich mit ihm kurz vor der Abfahrt noch auf Jessica (die zur Toilette war) gewartet habe. Der Kleine bekam große Augen und würgte zweimal und kurz danach erbrach er so ziemlich das gesamte vorher verabreichte Mittagessen. Dieses bestand aus pürierten Nudeln mit einer tomatigen Sauce, entsprechend orange-farbend stellte sich das Ergebnis dar, welches sich in fast einem Quadratmeter vor mir ausbreitete.
Als Jessica vom Klo kam rief ich ihr gleich zu, sie soll mal mit Klopapier anrücken. Etwas verwundert ging sie aber einach weiter und nahm ein Taschentuch aus ihrer Tasche! Erst als sie das Malheur sah, holte sie doch Toilettenpapier. ;-)
Wir wischten den kleinen "See" so gut wie möglich weg und machten uns dann mal flott aus dem Staub.


Dienstag, der 05.10.2010

Heute sollte es, wie gesagt, zum größten Kaufhaus auf diesem Subkontinent gehen! Das Gekås befindet sich in dem kleinen Ort Ullared etwa auf halben Wege zwischen Fähre nach DK und Göteborg, östlich von Verberg.
Es ist halt kein Shopping-Center, sondern ein einziges Kaufhaus und das weniger wie ein großer Karstadt, sondern eher wie ein riesiger Real-Markt. Neben der Größe und Auswahl an quasi allen Sachen (Schuhe gibt es nicht und der Lebensmittelanteil ist deutlich geringer) ist der Laden vor allem günstig! Nicht nur für schwedische Verhältnisse, auch teilweise für unsere!
Um mal in etwas die Dimensionen zu beschreiben: Vor dem Verlassen stellt man sich an einer der 65 (!) Kassen an... Die Einkaufswagen sind durchnummeriert und haben alle 1000 Stück eine andere Farbe am Griffbereich, damit man die Teile auch leichter wieder findet. Die Sammelboxen für diese Einkaufswagen haben rund 10m Einstelltiefe und und sind auch sicherlich über 20m breit.


Der ganze Ort besteht somit überwiegend aus riesigen Parkplätzen, auf denen sich auch immer eine stattliche Anzahl großer Reisebusse einfindet. Rund um das eigentliche Kaufhaus haben sich allerlei kleine, spezialisierte Geschäfte niedergelassen, so das wohl wirklich alles abgedeckt wird.
Wir haben einen wirklich guten Tag erwischt, häufig bilden sich schon weit vor dem Eingang lange Schlangen mit Einkaufswagen. Wir konnten also sofort herein und es war trotzdem gerade im Eingangsbereich ein wenig wie am ersten Tag beim SSV (als es ihn noch gab). Weiter in der Tiefe des Ladens hat sich das ganze Volk doch etwas verteilt. Wir schlenderten also getrennt von Dani & Salen (die in erster Linie Sachen des täglichen Gebrauchs kauften, eben weil sie dort soviel günstiger sind) los und schlugen uns durch die Baby/Kinderklamotten und normaler Kleidung bis zu der Spielsachenabteilung durch. Der Einkauswagen wurde zunehmends voller und dort, am anderen Ende des Ladens, trafen wir auch unsere Gastgeber wieder.


Wir wollten eine Pause machen und beschlossen, die Cafeteria aufzusuchen. Dazu fährt man auf einem Laufband mitsamt des Wagens eine Ebene höher, in dem sich ein Parkbereich (!) für die Einkaufswagen befindet. Nachdem dieser abgstellt ist geht es noch eine Ebene höher zur Gastronomie. Nachdem wir dort pausiert und Levi gefüttert hatten ging es wieder los ins Getümmel.
Elektrogeräte, HiFi-Sachen und Weihnachtsartikel (dort war Jessica dann kaum zu bremsen!) folgten und schließlich war im Kellergeschoss noch der Freizeitbereich zu finden. Neben den in Schweden obligatorischen Angeln gibt es dort auch Pferdezubehör! Also das habe ich im Real oder Marktkauf zumindest bisher noch nicht entdecken können. ;-)
Neben vielen Weihnachtgeschenken fanden wir auch einen kleinen Schlitten und eine am Türrahmen zu befestigende Hüpfschaukel für Levi auch einen Feuerkorb für unsere Terrasse.
Das letzte große Problem war dann noch, die ganzen Einkaufe auch in den Wagen zu bekommen. Es gelang, aber da war dann kaum noch Luft und jeder im Auto hatte noch Teile auf dem Schoß, neben sich oder im Fußraum.
Rien ne va plus, aber wirklich!
Nur einen Winter-Overall für Levi haben wir nicht bekommen. Es gab zwar Massen davon, aber genau in der benötigten Größe gab es quasi nichts. Komisch...
Bei der Abfahrt war es dann auch schon fast ganz dunkel, wir hatten wirklich rund 7h in dem Laden verbracht!
Und ich muss sagen: Es machte wirklich Spaß! Auch für mich, eben weil der Shopping-Tag nicht nur aus Klamotten und Schuhe bestand, wie sonst so oft.... ;-)
Wenn wir das nächste mal in Schweden sind, wird es sicher wieder zum Gekås gehen!


Mittwoch, der 06.10.2010

An diesem Tage wollte ich mal etwas von Schweden sehen.... und zwar keine Einkaufscenter, sondern mal etwas schöne Landschaft! Nördlich von Göteborg beginnen zahlreichen Inseln, die direkt der Küste vorgelagert sind. Da sollte es hingehen! Der Tripp sollte Tjörn und Orust umfassen, einmal um jede Insel.
Die Anfahrt dauerte rund eine gute Stunde, über eine große Brücke ging es dann rüber nach Tjörn. Als erstes fuhren wir quer über die Insel in den Südwesten, nach Rönnäng. Unterwegs gab es immer wieder vereinzelte rote Häuschen zu sehen, die eben so typisch schwedisch sind. In Rönnäng angekommen machten wir an einer kleinen Bucht den ersten Stopp und fuhren danach wieter zum Hafen, von wo eine kleine Fähre zur Nachbarinsel(chen) Tjörnekalv fährt. War natürlich kühl und windig, daher war dort auch nicht wirklich viel los. Im Sommer ist es da sicher traumhaft schön. Wir wurden, mit Levi auf dem Arm, auch gleich von einem älteren Herrn angesprochen, der uns dies auch bestätigte. Levi gefiel es nicht so recht, entweder saß er festgezurrt in seinem MaxiCosi oder aber er war auf dem Arm im kalten Wind. So wurde schnell klar, dass wir uns den Besuch der zweiten Insel abschminken können, daran würde uns der kleine Mann sicherlich den Spaß rauben, weil er auch keine hatte. Gleiches Recht für alle! ;-)
Somit blieb es bei der kleinen Runde um Tjörn, die trotzdem sehr schön war. Wenigstens ein bisschen Schweden, wie ich es mir vorgestellt habe, auch wenn dazu Småland sicher noch besser geeignet wäre.
Auf dem Rückweg fuhren wir zunächst noch einmal in dem Shoppingcenter in Partille vorbei, wo wir 2 Tage zuvor in einem Laden einen Winteranzug für Levi gesehen hatten, den aber nicht kauften, weil wir am Tage darauf zum Gekås fuhren. Dort gab es ja nun aus unerklärlichem Grund keinen in der passenden Größe, also wurden wir noch einmal aktiv und schlugen dort zu. Danach noch zu einem großen ICA (eine Kette von großen Supermärkten) um uns etwas Priviant für die Fahrt und zuhause mitzunehmen. Die kleingehäkselten Gurken (mit Paprika) und Brötchen für Hotdogs gehörten dazu, ebenso der Zitronenpfeffer, den Dani & Salen zuhause hatten und uns sehr gut schmeckte. Und schließlich durfte natürlich ein Tubenkäse nicht fehlen. Für unterwegs bestens geeignet.


Donnerstag, der 07.10.2010

Schon war unser Abreisetag gekommen. Wir frühstückten und brachten nach und nach unsere Sachen nach unten (die Wohnung ist in der 3. Etage!). Zum Glück war die Schranke an dem Fußweg zu den Häuserblocks auf, so konnte ich den Wagen zumindest bis direkt vor die Haustür fahren. Das ersparte schon einmal diverse Meter Fußweg bis zum Parkhaus. Außredem regnete es, was die Verladung ja auch nicht angenehmer machte. Irgendwann hatten wir wirklich alles im Wagen und konnten nach der verabschiedung los. Dummerweise war dann diese besagte Schranke zu. :-(
Am Nachbarhaus war vorher ein Handwerker, der hatte sie wohl geschlossen. Dani & Salen versuchten eben diesen Handwerke an einem anderen Haus aufzutreiben (dort stand zumindest sein Wagen nun). Zum Glück kam aber gerade in diesem Moment wieder der nette, südländische Herr vorbei, der einen Schlüssel für diese Schranke besaß. So konnten wir doch noch etwa im Zeitplan losfahren. Unsere Fahrt führte uns durch Dauerregen bis zur ersten Fähre. Hier mussten wir dieses mal sogar etwas warten, bis das Schiff ankam. Wegen der Kürze der Überfahrt blieb Jessica dieses mal im Wagen, ich ging mit Levi trotzdem kurz nach oben etwas die Beine vetreten und vor allem den kleinen Sohnemann aus seinem Sitz befreien.
Weiter ging es im Regen quer durch Dänemark bis Rødby zur letzten Fähre. Dort hörte der Dauerregen dann auch endlich auf, was gut war, denn wir hatten wieder etwas Wartezeit und musste somit nicht die ganze Zeit im Wagen sitzen.
Auf Fehmarn angekommen musste wir auf jeden Fall noch bei Calle's Grenzshop vorbei! Davon hatten wir schon viel gehört und gelesen, dass ganzen Horden von Dänen dort einfallen, um überwiegend dänische Artikel zu einem günstigeren Steuersatz zu kaufen. Hat man seinen Wohnsitz in Skandinavien, so muss man nicht einmal das Einwegpfand bezahlen, damit wird z.B. Bier nochmal deutlich günstiger.
Und in der Tat waren dort eigentlich nur Dänen unterwegs, die palettenweise Alkohol aus der Lagerhalle räumten. Nachdem wir uns das angesehen hatten ging es dann auch weiter nach Hause. Abends kamen wir dann auch erschöpft an.

Am nächsten Tag brachten meine Eltern dann den Linus vorbei. Dem armen Hund erging es diesesmal nicht so gut, er hatte sich seinen Kopf wieder ziemlich aufgekratzt. Immer ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. :-(
Warum er sich nicht wohl fühlte, können wir heute nur vermuten. Vielleicht war es einfach zu dicht beisammen mit den beiden Urlauben und er fühlte sich abgeschoben. Nächstes mal arbeiten wir am Timing oder nehmen ihn gleich ganz mit, vielleicht in ein schönes Ferienhaus.

Das war sicher nicht unsere letzte Reise nach Schweden.

Donnerstag, 23. September 2010

Ich komme zu nix....!

Ist sicher schon bemerkt worden, nicht?!
Ist wirklich so. Habe hier noch so einiges nachzutragen, aber es klappte bisher einfach nicht. Die aktuelle Bierprobe findet keine Erwähnung, vom Kos-Urlaub gibt es nur eine mehr oder minder nichtssagende Diashow (und eben keinen Bericht) und ob Levi schon "sitzt und spricht" (nach Loriot) ist für die interessierte Öffentlichkeit auch vollkommen unbekannt.

Ich werde all diese Informationen sicher auch bald nachreichen.... nur wann, das weiß ich halt noch nicht.
Habe aktuell viel um die Ohren, aber irgendwann wird es klappen!
Hoffe noch, zumindest teilwese, vor dem nächsten Urlaub!

Urlaub? Schon wieder? Ach ja... ich kam noch nicht dazu, davon zu berichten.
Nur kurz: Am 01.Oktober geht es für eine Woche nach Göteborg/SWE.

Davon werde ich sicher auch noch berichten.... irgendwann! ;-)

Freitag, 3. September 2010

Urlaub - Kos 08/2010

Spät, sehr spät, aber dann doch noch: Urlaubsbericht Kos (25.08.-01.09.2010)

Da der ganze August eher kühl und regnerisch war, musste noch ein Urlaub im Süden her. Was das Verreisen mit einem Baby angeht, war im Internet eigentlich nichts Negatives zu lesen.
Als "Tricks" gilt es, bei Start und Landung des Flugzeugs die Fütterung (Flasche) vorzunehmen. Babys können noch keinen "trockenen" Druckausgleich machen, das geschieht allerdings mehr oder minder von selber beim Schlucken.
Da Levi bisher ganz generell sehr umgänglich ist, wollten wir also nun auch eine Flugreise ausprobieren.

Urspünglich hatten wir uns Mitte September als Zeitraum vorgenommen, leider verreisten sowohl meine Eltern als auch meine Schwester genau in diesem Zeitfenster auch. Da der Linus während unseres Urlaubs ein Ersatz-Zuhause benötigt mussten wir also umdisponieren.
So sollte es also schon Ende Augst losgehen. Als Reiseziele hatten wir zunächst eine Kanareninsel vor Augen. Aber zum einen waren die Ziele allesamt recht teuer und zum anderen wollten wir Levi nicht gleich beim ersten "Versuch" eine Flug von weit über 4h zumuten.
Also sollte es wieder nach Griechenland gehen! Ich liebe ja Griechenland und dort gibt es noch mehr als genug Ziele, die ich noch nicht kenne! :-)
Von allen möglichen Angeboten scheiterten die meisten an Jessica's Hotel-Votum. Kaum eine Unterkunft konnte sie nach diversen Gegenchecks im Internet überzeugen.
Eigentlich ist mir die Unterkunft recht egal. Bei Jessica sieht das anders aus. Gut, mit Baby dabei ist das sicherlich nicht mehr ganz so unwichtig, da hatte sie schon recht.
Irgendwann jedenfalls konnten wir dann doch ein Angebot finden, was sowohl vom Ziel, Preis und auch Hotel überzeugen konnte!
Es sollte nach Kos gehen. Eine Insel, auf der ich bisher noch nicht wahr (da lege ich gerne Wert drauf) und Jessica vor Ewigkeiten als kleines Kind. Das passte also. Die Hotelwahl fiel auf das Iberostar Kipriotis Panorama & Suites.
Flug ging ab Paderborn, auch recht angenehm und vor allem mit Air Berlin, welche einen gewissen Service wie ein Babybett anbieten. Also gleich nach der Buchung bei der Airline die "Babyreihe" bestellt.
Dann fehlte uns noch ein Babywagen für Levi. Die große Austattung wollten wir nicht mitnehmen, zumal solche Kinderwagen auch nicht immer sehr pfleglich seitens des Flughafenpersonals behandelt werden. Dafür war uns der Quinny Buzz dann doch zu teuer. Somit wollten wir uns noch einen extra Liegebuggy (alleine sitzen konnte Levi zu dem Zeitpunkt noch nicht) für den Urlaub anschaffen. Klein und handlich, zudem auch nicht sonderlich teuer.
Bei Baby One in Gütersloh (wieder eine super Beratung und absolut faire Preise!) fanden wir dann auch das, was wir suchten: Wir entschieden uns für einen Babywelt Buggy Moon Fit. Wie schon erwähnt ein Liegebuggy, recht handlich, zusammenklappbar, nicht so eine ganz klapprige Angelegenheit und auch preislich im Rahmen (rund 130€). Außerdem gibt es einen passenden Adapter, um den MaxiCosi auf das Fahrgestell zu setzen.
Am Abend vor dem Abflug brachte ich dann noch den Linus zu meiner Schwester und meinen Eltern. Er hatte also auch so etwas wie Urlaub (was auch wunderbar klappte).
Den üblichen Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag hatte ich natürlich im Vorfeld auch besorgt. Es konnte also losgehen....

Hier gibt es zunächst die Fotos (Albumübersicht) vom Urlaub und eine Übersichtskarte samt unsere besuchten Orte auf Kos.



Mittwoch, der 25.08.2010

Da der Flug sehr früh (5 Uhr) startete, mussten wir entsprechend zeitig aufstehen. Dazu soll man ja auch noch 2h vor Abflug am Airport sein, kombiniert mit einer knappen Stunde Anfahrt bedeutet das: Aufstehen gegen 1 Uhr. Gar nicht lustig und natürlich verschob sich der Zeitplan auch noch etwas nach hinten. Dazu vergaß ich auch zunächst noch mein Handgepäck (inkl. Kamera!). Jessica hat zum Glück kurz nach der Abfahrt danach gefragt, so dass wir noch schnell zurück konnten.
Auf der (leeren) Autobahn wurde dann etwas mehr Gas gegeben, so dass wir locker zeitig am Flughafen ankamen.
Das ganze Einchecken war unproblematischer als erwartet. Weder gab es Probleme mit dem Wasser (kalt und heiß, deutlich mehr als die üblicherweise erlaubten 100ml), noch beim Einsteigen: Wir checkten als letztes ein und fuhren mit dem Buggy samt aufgesteckten MaxiCosi direkt bis an das Flugzeug. Dort war auch direkt ein Mitarbeiter des Verladepersonals am Start, der die beiden Babysachen direkt in den Frachtraum verlud.
Der Flieger war bis auf den letzten Platz voll, so dass wir noch eine ältere Dame in unserer "Babyreihe" am Fenster hatten.
Zum Start bekam Levi dann seine Flasche und somit gab es auch überhaupt kein Problem mit dem kleinen Mann. Auf Reiseflughöhe angekommen bekamen wir auch schnell das Babybett an die Wand montiert, so dass sich Levi auch gleich hinlegen konnte. Er füllte das kleine Bettchen auch schon gut aus - dafür, dass das Bett für Kinder bis 1 Jahr gedacht sein soll. Der Frau am Fenster gefiel das weniger ("Oh, jetzt wird mir das aber langsam alles zu eng hier!"), aber nun gut.... das sollte nun wirklich nicht unser Problem sein. Zumal man immer noch mindestens so viel Platz hatte wie in einer normalen Sitzreihe.
Zur Landung dann das gleiche Spiel in umgekehrter Reihenfolge: Bett abbauen, Levi eine Flasche und Landung, fertig!
Der Buggy und MaxiCosi kamen dann recht schnell über das Transportband und auch unsere 3 Koffer hatten ihren Zielort erreicht. Also ab nach draussen in die Wärme, wo die Reiseleitung schon ihre Schäfchen suchte. Wir bekamen unsere Busnummer und stiegen ein, Levi blieb in der Sitzschale und konnte dann gleich im Bus weiter pennen.
Die Fahrt bis zu unserem Hotel führte leider durch allerhand Orte samt Hotels. Keine Ahnung, wie häufig wir angehalten haben, jedenfalls ging es ständig über kurvige Nebenstraßen. Darunter befanden sich zudem augenscheinlich so einige Retortenorte an der Nordküste waren. So war ich dann doch froh, als wir nach rund einer Stunde endlich an unserem Hotel ankamen!
Auch das war (wie so einige vorher auch) ein ziemlich großer Komplex. Generell sieht die Hotellandschaft auf Kos doch deutlich anders aus, als ich es bisher auf den meisten anderen griechischen Inseln bisher gesehen hatte. Dort gibt es überwiegend kleinere Hotels, bzw. zumindest in der Höhe stark beschränkt, so dass sie nicht so prägnant in der Gegend standen. Hier gab es schon so einige Bettenburgen, wie man sie doch eher in Spanien erwartet.
Außerdem ist die Insel bis auf den Gebirgszug im Süden doch ziemlich eben. Der erste Eindruck überzeugte auch landschaftlich nicht so wirklich.
Beim Einchecken verzögerte sich dann das Beziehen der Zimmer auch noch. Es war noch nicht frei! So konnten wir (als einzige der neuen Gäste) noch fast 2h in der Lobby warten. Naja, zumindest konnten wir das dortige WLAN nutzen und uns auch so schon einmal etwas umsehen.

Endlich war es soweit und auch das bestellte Babybett war im Zimmer (nachdem ich vorher mal nachgefragt habe). Das Zimmer war schön groß und alles war bestens. Da der ganze Tag doch recht anstregend war, legten wir uns erst einmal hin und entspannten den Rest des Tages.
Abends ging es dann zum Büffet, Levi war hier schnell im Mittelpunkt: Diverse Kellnerinnen rissen sich fast um ihn. Da er keine Berührungsängste hat, durfte er natürlich auch bei allen einmal auf den Arm.
Nach dem leckeren Essen verkrümelten wir uns auch alsbald ins Bett, war doch ein anstrengender Tag.


Donnerstag, der 26.08.2010

Ausgeschlafen ging es am kommenden Morgen zunächst mal zum Frühstück. Danach wollten wir Levi doch einmal den Pool zeigen und auch gleich seinen Schwimmring testen, den er in ähnlicher Form schon vom Babyschwimmen kannte. Also bekam er seine Schwimmwindel um und sein Badepulli an und ab ins Wasser.
Das gefiel ihm zunächst gar nicht! Der Pool war halt recht kühl und so kaltes Wasser fand er doch ziemlich doof. Also wurde erst einmal geweint, bis er sich etwas an die Temperaturen gewöhnt hatte. Danach war es wohl OK, er saß mehr oder minder gleichgültig bis leicht beleidigt in seinem Schwimmring. OK, so toll war es dann wohl nicht. Also packten wir unsere Sachen zusamen und machten uns auf zur Bushaltestelle vor dem Hotel, um nach Kos-Stadt zu fahren. Dort schlenderten wir bis zum späten Nachmittag durch die Stadt, machten unter großen Bäumen einer Außentaverne hinter der Markthalle eine längere Pause und aßen etwas. Fazit der ersten Besichtigung: Ganz nett - kleine Gassen und einige Barstraßen (die uns jetzt wegen Baby dabei weniger interesserten), aber bei weitem nicht den Charme von wirklich im älteren Stil erhaltenen Städten wie z.B. Rhodos-Stadt. Ein paar Gebäude im Zentrum sind neben der Festung noch erhalten, dazu einige Ausgrabungen, die meistens aus wenigen Fragmenten bestehen, das war es.
Auffällig sind allerdings die zahlreichen Moscheen, die aus dem häufig wechselndem Besitz der Insel hervorgingen. Gerade am zentralen Platz hat das einen gewissen orientalischen Touch.
Danach suchten wir uns einen Autovermieter. Das war direkt in der Innenstadt gar nicht so einfach, aber schließlich fanden wir an unserer Ausfallstrasse noch einen Laden.
Wir wir feststellen mussten, sind Leihwagen in Griechenland deutlich günstiger, wenn man sie vorher per Internet bucht (so wie wir es auch auf Rhodos gemacht haben). Da hätte so ein Kleinwagen (4-Türer samt Klima) für 4 Tagen gute 120€ gekostet, jetzt haben wir halt 160 EYPO bezahlt. Nun gut.
Eine Babyschale bekamen wir auch, doch war das Modell nicht gerade in einem neuwertigen Zustand. So waren wir doch froh, unseren eigenen MaxiCosi mitgenommen zu haben.
Nachdem wir wieder im Hotel waren und wir nun schon ein Auto hatten, wollte ich doch nochmal in die City zu einem WIND-Laden. Das ist ein Mobilfunkanbieter, bei dem es eine PrePaid-Karte gibt, zu der man einen Internet-Tarif dazu buchen kann.
Einer der Vorteile von Griechenland: Die meisten sprechen ein recht brauchbares bis sehr gutes Englisch. :-)
Das klappte alles auch soweit ganz gut, ich musste nur bei dem Hotelnamen etwas improvisieren, den wusste ich gar nicht auswendig. Weil für die SIM-Karte muss eine örtliche Adresse angegeben werden. Dann wurde mir auch gleich der 7-tägige Internetzugang dazu gebucht, ich bezahlte rund 20€ für alles.
Auf dem Zimmer musste ich dann feststellen, dass der Surfstick nicht so richtig Kontakt aufnehmen wollte. Wie sich später herausstellen sollte, kann der ruhig ein anderes Netz benutzen, solange es ein griechisches ist.
Da aber zudem an der Seite unseres Betonklotzes kein UMTS-Empfang gegeben war, lohnte das Surfen mit dem Notebook eh nicht so wirklich. Also nutze ich die Karte überwiegend in meinem SmartPhone, für Twitter und etwas Facebook reichte das allemal.
Dann war auch schon wieder Abendbrot-Zeit und danach war der Tag auch schon fast wieder vorbei.


Freitag, der 27.08.2010

An diesem Tag stand ein Ausflug in die Berge an. Dort gibt es mehrer Dörfer, die teilweise recht hübsch sein sollen bzw. eine attraktive Lage haben, um einen tollen Ausblick auf die nördliche Küstenlinie zu genießen.
Wir fuhren also durch Kos-Stadt und Platani am Asklepieion (welches wir die Tage noch besichtigen wollten) vorbei bis nach Zia, ein altes Künstlerdorf. Das bestand eigentlich aus einer Haupt- und einigen Nebenstraße, die mit unzähligen Buden vollgestellt waren. Dazu einen recht zentralen Platz mit einigen Parkplätzen (an dem wir durch glückliches Timing auch noch einen Stellplatz ergatterten). Wirklich schön waren die zahlreichen Restaurants und Tavernen, die allesamt mit Dachterassen ausgestatten waren. In einer dieser Restaurationen am Ortsrand ließen wir uns nieder und machten eine Pause. Dabei hatten wir einen grandiosen Ausblick über die Nördküste bis in die Türkei. Das war wirklich sehr schön...

Danach setzen wir unsere Tour weiter gen Westen fort und da er Tag noch nicht so weit fortgeschritten war, machten wir noch einen Schlenker zur Südküste nach Kardamena. Dieser Ort wird vorwiegend von Briten bereist, wie es dann dort mit der Restauration aussieht, kann man sich wohl denken.
Naja, wir fuhren nur am Rande an der Stadt vorbei, so wirklich einladend sah der Ort für uns an diesem Tage nicht aus. Zurück ging es dann um den Flughafen herum (der auf eine Art Plateau angelegt ist), über den sog. "Insel-Highway" nach Kos-Stadt und zum Hotel. Auch diesen Tag ließen wir dann entspannt ausklingen. Ich ging noch runter zum Hausstrand und ließ mich etwas auf den seichten Wellen herumtreiben. Ich bin ja immer schon lieber im Meer als im Pool gewesen, das hat sich auch diesesmal nicht geändert.
Danach folgte das Übliche: Abendessen und den Abend ausklingen lassen.
In dieser Nacht (glaube ich zumindest) wurden wir allerdings jäh aus dem Schlaf gerissen. Unser neuer englischer Nachbar (wegen dem wir schon am Abend vorher unsere Terrassentür geschlossen hatten) hat sein Zimmer in tiefer Nacht in eine kleine Disco verwandelt. Für uns schon nicht sonderlich toll, für Levi schon einmal gar nicht.
Die benachrichtigte Rezeption sorgte dann aber doch recht schnell für Ruhe.


Samstag, der 28.08.2010

Der nächste Tag stand an, dieses mal wollten wir uns das westliche Ende der Insel ansehen, auch mit der alten Hauptstadt Kefalos. Also ging es ein weiteres mal über den "Insel-Highway", bis wir in Kamari ankamen, wo wir erst einmal einen kleinen Stopp am Hafen einlegten.


Von dort schlängelete sich eine Straße nach Kefalos hoch. Im Reiseführer wurde schon angekündigt, dass hier tagsüber wenig los wäre.... was nicht übertrieben war. Gar nichts war da los, eine wirklich nette Innenstadt war bei der Durchfahrt auch nicht zu entdecken, also führte uns unser Weg direkt weiter zu einer Mühle, die ein deutsches Paar bewirtschaftet und wo es leckeren Kuchen geben soll.
Ursprünglich war geplant, eine alte und zerfallenen Mühle wieder herzurichten. Das Gemäuer war aber wohl in so schlimmen Zustand, dass es abgerissen und an gleicher Stelle eine neue Mühle errichtet wurde.
Wie auch immer, dort war es sehr nett und lecker war es auch.
Nach dieser Pause wollten wir noch weiter südlich umsehen, auch am westlichen Ufer. Dort gibt es ziemlich einsame und kleine Strände, die zudem ein Geheimtipp wegen des Sonnenuntergangs sein sollen.
Gut, mit Levi mussten wir darauf verzichten, Sonnenuntergang ist gleich Schlafenszeit. Aber etwas an der Küste sind wir doch lang gefahren. Wirklich sehr schön in dieses Teil von Kos. Bergig, überall Bäume/Sträucher und nur kleine Straßen bzw. teilweise staubige Pisten hinunter zu kleinen Buchten. Wir machten ein paar Stopps und fuhren schließlich weiter zum alten Kloster Agios Ioannis Thymianos. Diese liegt  sowohl landschaftlich schön und ist außerdem so eine Art Wallfahrtsort.
Der Parkplatz lag etwas oberhalb dieses Klosters und Jessica hatte keine Lust, die vielen Stufen hinunter (und später dann wieder hinauf) zu laufen.
Auf jeden Fall befanden wir uns irgendwie um die Aktionstage herum vor Ort, am Parkplatz war eine Art kleiner Flohmarkt und die Kapelle selber war üppig geschmückt und auf dem Vorplatz war eine ordentliche Musikanlage aufgebaut. Zu der Anlage gehörte noch ein alter Glockenturm und noch einige Wohnungen (nehme ich mal an), die allerdings schon recht zerfallen waren und entsprechend schon länger nicht mehr genutzt wurden.
Auf dem Rückweg kamen wir hoch oben in den Bergen fahrend noch an zahlreichen schönen, tief unten ligenden Buchten vorbei, bis wir irgendwann wieder auf dem Insel-Highway waren.
Es ging zurück zum Hotel mit dem üblichen Abendprogramm.


Sonntag, der 29.08.2010

Da der Vortag eher im Zeichen von Landschaft und Kultur stand, forderte Jessica ihr Recht auf Shopping ein. Also fuhren wir nach einem schon seit Tagen geplanten Kurzbesuch im obersten Stockwerk unseres Hotels samt toller Aussicht los und über Kos-Stadt an der Nordküste entlang. Hier liegen einige reine Urlaubsorte, da die Nordküste größtenteil aus feinen Sandstränden besteht. An denen fuhren wir auch über Kilometer entlang, oft  recht schmal und direkt an der Küstenstraße. Das lud schon zum spontanen Bad ein. Leider meist ohne Schatten und daher mit Levi nicht wirklich empfehlenswert. Wir besuchten also nacheinenader die Orte Tigkaki, Marmari und Mastachari, allesamt entweder reine Retortenorte oder quasi auf dem "besten Wege" dorthin. Soll heissen, die Orte bestehen überwiegend aus Stränden, großen Hotels (zudem meist auf all-inclusive Kundschaft spezialisiert) und einer Barstraße für die abendliche Unterhaltung. Sowas wie ein (alter) Dorfkern war nicht zu entdecken. Auch die sonst überall präsenten Tavernen/Restaurants gab es kaum, was wiederum mit den vorherrschenden Hoteltypszusammen hängt. Kurzum: Alles andere als einladend für den vorbeikommenden Besucher. Somit waren wir auch schnell durch mit der Nordküste.
Einzig in Mastachari machten wir am Hafen einen Stopp, dort gibt es zumindest einen, ebenso wie besagte Tavernen. Aber auch die wurden in den letzten Jahren immer weniger.
Also schnell weg von hier und Richtung Südküste. Es sollte noch einmal nach Kardamena gehen. Diesesmal auch wirklich bis ins Zentrum.
Hier gab es wirklich diverse Gassen mit unzähligen Shops. Dazwischen die üblichen Bars, wie sie in von britischen Gästen bevorzugten Orten immer zu finden sind: Sportbars, wo den ganzen Tag auf großen Fernsehern Fußball läuft, davor meist bunt tättowierte und von der südlichen Sonne rothäutige Zuschauer in diversen Trikots der bekannten Clubs aus der Premier League. Die Snackbars zwischen Läden und Bars beschränken sich auch in der Regel auf das bevorzugte Nahrungsspektrum: Überall gibt es gebackene Bohnen/Speck sowie Fish & Chips.
Es ist wirklich interessant, solche Orte sind jedesmal wie aus einer andere Welt, das kannten wir von diversen Destinationen wie z.B. Lanzarote oder Rhodos auch schon.
Naja, wir bummelten also durch die Geschäfte und fuhren danach zurück.

Da der Tag noch nicht so alt war, wollten wir dann noch zu den schwefeligen Quellen der Embros-Thermen im Südenosten der Insel, diese befinden sich nicht weit von unserem Hotel. Wir packten also unseren Schwimmsachen ein und auch Levi's Ausstattung samt Schwimmring. Dort sollte die Temperatur zumindest stimmen.
Zunächst verpassten wir die Abfahrt der höher gelegenen Hauptstraße, da die aber wenige hundert Meter weiter in einer Sackgasse oberhalb des Thermen-Parkplatzes endete war das Finden der Abfahrt auch nicht weiter schwierig.
Am Parkplatz angekommen stand zunächst noch ein Fußweg über den sandigen Kiesstrand an, was mit dem Buggy auch nicht so einfach war.
An den Quellen selbst (welche am hinteren Ende eines Wasserbeckens liegen) war dann doch gut was los. Der "Schwefeltümpel" war gut besucht, so dass es Jessica zum Teilnehmen zu voll war. Ich zog mich also aus und stellte erschrocken fest, dass selbst der äussere Randbereich zum Meer hin für meinen Geschmack schon deutlich zu war war. Ich bin da ja nicht so der Hitze-Typ. Also ging ich nahe des Ausflusses des Beckens ins Meer.
Da war es dann super! Gefühlte gute 30° sind mir dann deutlich angenehmer. Auch Levi sagten diese Temperaturen deutlich mehr zu und so schipperten wir zusammen am Ufer über die kleinen Wellen.
Danach ging es zurück zum Hotel mit dem üblichen Abendprogramm.


Montag, der 30.08.2010

Da wir an diesem Tag auch noch den Mietwagen hatten, im Prinzip aber doch mehr oder minder alles gesehen hatten, fuhren wir noch einmal nach Kos-Stadt. Richtung Norden heraus gab es noch eine Einkaufsstraße, die wir noch nicht besucht hatten. Das konnte natürlich nicht so bleiben. Das Shoppen dort gestaltete sich mit Levi denkbar angenehm, wie bisher fast überall. Sofort waren meist mehrere Verkäuferinnen am Start, die um den kleinen Mann herum tanzten. "Ja, natürlich können Sie ihn mal auf den Arm nehmen, bitte sehr...". So konnten wir uns schön in den Läden umsehen und danach sammelten wir unser Kind wieder ein und gingen weiter. Quasi eine permanente Vor-Ort-Betreuung.
Danach ging es noch einmal in die City, weitere Sehenswürdigkeiten besuchen. Die Festungsanlage am Hafen stellte sich als nicht kinderwagentauglich heraus, so blieb es bei einem flüchtigen Blick am Kassenhäuschen ins Innere. An der Brücke zum Eingang der Festunganlage steht die berühmte Plantane des Hippokrates, unter der er angeblich häufig gesessen und gelehrt haben soll. Welches geschichtlich sicherlich nicht stimmt, die Plantane ist zwar alt etwa 500 Jahre), aber so alt (also rund 2500 Jahre) dann doch wieder nicht. Egal, es stört eigentlich niemanden.
Unter besagter Brücke sitzen einige Portraitkünstler, bei einem haben wir dann auch noch eine witzige Variante von Levi anfertigen lassen. Weiter ging es an alten Ausgrabungen und einigen Barstraßen vorbei. Ja, abends wird hier sicherlich gut etwas los sein!
Nun hatten wir Kos-Stadt wirklich genug besichtigt, ich brachte Jessica und Levi zum Hotel zurück und danach gab ich unseren Mietwagen ab. Wie beim Verleihbeginn abgemacht, brachte mich der Vermieter dann noch zum Hotel zurück. Ein sehr netter Kerl, der auch ziemlich gut deutsch sprach. Er hat einen Freund in  Wien und war zudem schon einige male in Deutschland und das nötige sprachliche Talent brachte er wohl auch mit. Für die neuen und immer zahlreicheren Gäste aus Russland und Nachbarländern lernt er aktuell russisch, französisch und italienisch spricht er auch teilweise. Nicht schlecht...
Damit war auch schon der vorletzte Abend erreicht, der seinen üblichen Verlauf nahm.


Dienstag, der 31.08.2010

An diesem Tage stand nun endlich die Besichtigung des größten "archäologischen Schatzes" der Insel an, das Asklepieion. Dieses war angeblich auch Wirkstätte des berühmten antiken Arztes Hippokrates.
Dazu fuhren wir zuerst mit dem Bus nach Kos-Stadt und von dort mit einer kleinen Touristenbahn (also eine dieser kleinen als Eisenbahn "verkleideten" Straßenwagen mit mehrern Anhängern) die etwa 4km hinaus aus der Stadt.
So hatten wir also zusätzlich noch eine kleine Stadtrundfahrt.
Das Asklepieion hatte schon recht beeindruckende Ausmaße, sehr weitläufig und auf mehreren Ebenen. Auch wenn es natürlich überwiegend aus Ruinenresten besteht. Von der obersten Ebene hat man zudem einen wunderbaren Ausblick auf die nörliche Küstenlinie und hinüber in die Türkei.
Zurück am Hotel wurde das übliche Abendprogramm durch einen griechischen Abend "ersetzt". Also gab es das Büffet nicht im Restaurant, sondern auf der sehr großen Terrasse des Poolbereichs. Zudem gab es an diesem Abend überwiegend griechische Speisen.
Die gab es sonst zwar auch, aber halt nur als Teil des Büffets, neben den sonst auch immer dem mitteleuropäischen Gaumen bekannte Sachen. Also heute alles deutlich griechischer. :-)
Es war sehr schön und stimmungsvoll, mit Live-Musik und Tänzen von einer Gruppe (der Folklore-Anteil des Abends) und vor allem später auch vom Personal, das war dann doch schon deutlich echter!
Später entdeckten wir in dem Gewusel auch noch "unsere" Kellnerin, die uns sonst fast jeden Abend bediente. Von der wollten wir uns natürlich noch verabschieden und uns auch für den Service bedanken. Unsere Abreise am nächsten morgen war ja sehr zeitig, so dass wir zum Frühstücksbuffet nicht mehr da sein sollten.


Mittwoch, der 01.09.2010

Wie der Hinflug schon, sollte auch der Rückflug sehr zeitig starten. Abflug war gegen 9 Uhr, Abfahrt vom Hotel um kurz nach 6. Der Tripp ging leider ähnlich wie bei der Ankunft durch fast alle Orte auf dem Weg, dauerte also wieder rund eine Stunde. Am Flughafen stellten wir uns also in die Warteschlange zum Einchecken. Lustigerweise traf Jessica dort eine alte Bekannte, die schon seit einigen Jahren in München lebt. Die Welt ist einfach klein....
Der Flug selber gestaltete sich vom Ablauf an wie der Hinflug auch: Zum Start und zur Landung bekam Levi seine Flasche, dazwischen war er genauso entspannt und zufrieden wie auf dem Hinflug auch - er schlief fast die ganze Zeit in seinem Bettchen.
Die Ankunft in Paderborn war auch wie zu erwarten war: Es war kalt und nass, zumindest regnete es gerade nicht. Dann fuhren wir auch gleich bei meinen Eltern vorbei und sammelten den Linus wieder ein. Dafür mussten wir natürlich samt Gepäck noch etwas enger zusammen rücken. Es gab die ersten kurzen Berichte und dann ging es auch weiter nach Hause. Der Urlaub war zu Ende.


Insgesamt betrachtet hatten wir einen wirklich schönen Urlaub. Das Hotel war gut und auch sonst gab es nichts zu bemängeln. Kos an sich ist auch OK, allerdings hat man nach einigen Tagen doch so ziemlich das meiste gesehen. Wir hatten für 4 Tage einen Mietwagen, 3 hätten sicherlich auch gereicht. Zudem ist die Insel landschaftlich doch recht klar gegliedert. Die Berge im Süden und das ebenso bergige westliche Ende fand ich landschaftlich wirklich schön. Der große, flache Hauptteil dagegen eher weniger. Gerade im Vergleich zu Rhodos fällt Kos deutlich ab, das ist landschaftlich (und natürlich auch allein von der Größe) ein andere Nummer.
Ebenso bei den Hotelbauten: Ich schätzte bisher an Griechenland immer die eher dezente Bauweise von Hotels und das diese meist recht stimmig in die Umgebung eingebunden wurden. Auf Kos erinnern so manche Hotepaläste, wie schon geschrieben, eher an Spanien und der dortigen Bauwut, häufig ohne Rücksicht auf Verluste.

Somit war unser Zeitraum von einer Woche eigentlich genau passend.